10 Dezember 2012




Was Big Market Clubs mit horrenden Gehaltslisten und der Anziehungskraft kosmopolitischer Metropolen bewerkstelligen, machen die kleinen Märkte mit emsiger Arbeit, intelligentem Management und eingespielten Teams wett. Und siehe da: mit San Antonio, Oklahoma City und Memphis behaupten gleich drei Vertreter der zweiten Kategorie ihre Medaillenränge im NBCHF Power Ranking. Die grössten Sprünge machten Utah (+6) und die Nets/Lakers (-5), die beide mit massiven Verletzungsproblemen ihrer wichtigsten Spieler zu kämpfen haben. Zu den Fakten...


San Antonio Spurs (17-4)  
Offense: 5.; Defense: 6.
Wer dachte, das Pop/Stern Intermezzo hätte weitreichende Auswirkungen, kennt die Spurs nicht richtig. Tucker, tucker, immer weiter von Sieg zu Sieg und zur besten Bilanz trotz dem jetzt schon 3. Auswärtstrip mit 4 Spielen und mehr.
Oklahoma City Thunder (17-4)  (+1)
Offense: 1.; Defense: 9.
8W in Folge. Vielleicht haben fast alle überreagiert und vielleicht kennt Presti seine Pappenheimer besser als der Rest. Leistungssprünge aller Protagonisten in dieser Saison machen diese Thunder-Edition zur bisher besten aller Zeiten.

Memphis Grizzlies (14-4)   (-1)
Offense: 11.; Defense: 1.
Alles weiterhin auf Betriebstemperatur in Memphis, wo Gasol/Randolph (vergangene Woche 39/23 bei 58% FG) und ein immens gewachsener Mike Conley als unumstrittener Floor General die Bären auf Heimvorteil-Kurs halten.

New York Knicks (15-5)   (+3)
Offense: 2.; Defense: 12.
Carmelo wer? Spätestens die 20-Punkte Demontage der Heat - in Miami - sollte auch dem Letzten die Augen geöffnet haben: diese neuen Knicks sind 'for real'. Dabei haben Amare, Shumpert und Camby noch keine Minute gespielt.
Los Angeles Clippers (14-6)  (+1)
Offense: 4.; Defense: 7.
Beweis für die gefestigte Clippers-Mannschaft in diesem Jahr? Bereits neun Siege gegen +.500 Teams und die nötige Nervenstärke, um auch schwache Performances (Toronto, Utah) nach Hause zu schaukeln. Contender? Aber ja.

Miami Heat (13-5)   (-2)
Offense: 3.; Defense: 21.
Die zweite Packung gegen die Knicks hat die Heat zumindest wach gerüttelt. Die Superfriends haben erkannt, dass sie fokussierter auftreten müssen, weil sie aggressiv gejagt werden. Unentschuldbar: das lächerliche L gegen die Wizards.

Atlanta Hawks (12-5)  (+1)
Offense: 13.; Defense: 5.
Alle hatten einen Rückschritt antizipiert und einen Ausverkauf gefordert. Und dabei nicht den Effekt von Addition durch Subtraktion berücksichtigt. Horford/Smith harmonieren, die Dreier fallen (4.) und die Falken steigen weiter.

Golden State Warriors (13-7)  (+1)
Offense: 11.; Defense: 13.
Eine der verblüffendsten Entwicklungen des Jahres: die Dubs rebounden (5.) und verteidigen. Und Stephen Curry bleibt gesund und dominiert (22.8 PPG, 8.7 APG in den letzten zwei Wochen). So kann's was werden mit den Playoffs.

Chicago Bulls (11-8)  (+2)
Offense: 19.; Defense: 1.
Nach Noahs 30/23/6 Monsterspiel und dem richtungsweisenden Sieg gegen NY warten sieben +.500 Teams in Folge. Übersteht die Bulls-Defense auch das Programm als dominanteste der NBA, oder brechen die Starter irgendwann ein?

Brooklyn Nets (11-8)  (-5)
Offense: 9.; Defense: 19.
Der immer länger andauernde Ausfall von Brook Lopez (Fuss) wird für die Nets zur ausgewachsenen Katastrophe: vier Niederlagen in Folge und pathetische Leistungen in Offense und Defense ohne den grossen Anker und Floor Spacer.

Utah Jazz (12-10)  (+6)
Offense: 7.; Defense: 22.
Es ist kein Zufall, dass die Jazz eine kleine Siegesserie gestartet haben: die Offensive hat sich als eine der effizientesten etabliert (7.), und im Frontcourt ist genügend Tiefe vorhanden, um Verletzungsausfälle sofort zu kompensieren.

Denver Nuggets (10-11)  (+1)
Offense: 8.; Defense: 24.
Obwohl die Nuggets immer noch nicht ins Laufen kommen, platzieren sie unter den besten Attacken und bleiben bei .500. Wenn Karl mit dem Experimentieren aufhört (Faried auf Center?), kommen bald auch die Runs und die Konstanz.

Milwaukee Bucks (10-9)  (-2)
Offense: 22.; Defense: 14.
Ein Ilyasova-Sighting! Der überbezahlte Forward scheint nach Katastrophen-Start zumindest wieder in Tritt zu kommen. Must See: Larry Sanders und seine perfekte Help-Defense. Sanders Block-Totals in den letzten sechs Partien: 32.

Philadelphia 76ers (11-9)  (-2)
Offense: 24.; Defense: 10.
Hand in Hand mit den Celtics, nicht erst seit dem knappen Conference Halbfinale oder dem Home & Home Split am Wochenende. Der Kampf um die Playoff-Plätze liegt gänzlich in den Händen von Turner, Holiday und Young.

Boston Celtics (11-9)
Offense: 14.; Defense: 11.
Boston seit Mitte November: L-W-L-L-W-W-L-W-L-W-L-W. Die Definition von Mittelmäßigkeit, aber das ist man von den Kobolden bis Februar ja schon gewohnt. Wann holt Ainge endlich die Verstärkung für unter den Brettern?

Minnesota Timberwolves (9-9)  (+5)
Offense: 23.; Defense: 3.
Kaum ist Kirilenko in der Lineup zurück, schnurrt Minnesotas Spiel wieder vor sich hin. AK-Love-Pekovic muss sich vor keinem Frontcourt der Liga verstecken. Wenn Rubio bald aufläuft, starten die Euro-Wolves eine Serie.

Indiana Pacers (9-10)  (+1)
Offense: 28.; Defense: 4.
Der langsame, aber stete Weg bergauf setzt sich fort für die Pacers, die gerade lernen, ohne Granger auszukommen. George findet die Balance (24 PPG letzte Woche), während die Defensive weiterhin auf elitärem Niveau (4.) funktioniert.

Houston Rockets (9-10)  (-2)
Offense: 10.; Defense: 23.
In der D ist hier Hopfen und Malz verloren, aber das Angriffsspiel unter Harden gehört meist zum League Pass Must See Programm. Bewegend: Kevin McHales Rückkehr auf die Trainerbank nach dem tragischen Tod seiner Tochter.

Los Angeles Lakers (9-12)  (-5)
Offense: 6.; Defense: 15.
Nach einer peinlichen 1-3 Woche wird die kollektive Panikmache wieder ohrenbetäubend laut. Tatsache bleibt: Kobe/Dwight und rückläufige D können die Ausfälle von Nash und Gasol nicht kompensieren. Kein Team könnte das.

Dallas Mavericks (10-10)
Offense: 17.; Defense: 17.
Positives: Mayo füllt die Scoring-Kategorien weiterhin eimerweise (20.9 PPG), und dank Carlisles brillantem Coaching entledigt sich Dallas zumindest seiner leichtesten Gegner relativ mühelos. Ohne Dirk ist aber Stillstand angesagt.

Orlando Magic (8-12)  (+1)
Offense: 29.; Defense: 8.
Geheimnis des Erfolgs? Jeden Abend übernimmt ein Anderer Verantwortung (sechs Spieler mit 9+ PPG). Gegen den Liga-Abfall sprangen so bereits 7-2 Siege heraus. Nicht lachen, aber Orlando ist nur 2.5 Siege von Platz 8 entfernt.

Portland Trail Blazers (7-10)  (-3)
Offense: 15.; Defense: 25.
Mit sieben Niederlagen aus den letzten Zehn bahnt sich an, was ihr hier schon vor Wochen lesen durftet: weil die erste Fünf keinen Deut Unterstützung erhält, krepieren die Starter schon kurz vor dem All-Star Break an Überarbeitung.

Detroit Pistons (7-15)  (+1)
Offense: 20.; Defense: 17.
Isoliert den 0-8 Start nach hartem Auswärtsprogramm, und übrig bleibt eine 7-7 Mannschaft, die sich ins Eastern Conference Playoff-Bild zu versuchen drängt. Je mehr Einsatzzeit Andre Drummond kassiert, desto höher die Chancen.

Charlotte Bobcats (7-12)  (-1)
Offense: 25.; Defense: 25.
Memo an die Bobcats: es wäre zwar spektakulär, nach dem 7. Sieg wie schon vergangenes Jahr 23 Niederlagen in Folge zu kassieren. Aber um der Psyche willen sollte spätestens gegen Orlando oder Phoenix wieder ein W her.

Sacramento Kings (7-12)  (+4)
Offense: 26.; Defense: 20.
Highlight der bisherigen Saison: drei Siege in Folge. Wenn aber jemals ein Team ein paar Trades und Low Budget Veteranen mit Know-How benötigte, um Redundanz und miese Gewohnheiten auszumerzen, dann diese Kings.

New Orleans Pelicans (5-14) 
Offense: 15.; Defense: 30.
12 Niederlagen aus den letzten 14 Partien und ein Blowout nach dem anderen... so langsam wird's kritisch. Anthony Davis kann nicht früh genug zurück kehren. Top-Spiel am Dienstag: Hornets-Wizards im Kampf um die goldene Klobürste.

Phoenix Suns (7-15)  (-2)
Offense: 18.; Defense: 29.
Ist Alvin Gentrys Job in Gefahr? Seine Suns haben nicht nur sieben in Folge verloren - darunter Korbleger in Detroit und Toronto - sondern präsentieren sich wie ein planloser, unorganisierter Haufen, in dem jeder lieber für sich spielt.

Cleveland Cavaliers (4-17) 
Offense: 27.; Defense: 28.
So schlecht wie die aktuelle Bilanz suggeriert, wird Cleveland am Ende wohl nicht da stehen. Angenehmer Nebeneffekt der unzähligen Niederlagen: wenn Irving/Waiters wieder gesund sind, hat die Bank genügend Selbstvertrauen.

Toronto Raptors (4-17)  (-2)
Offense: 21.; Defense: 27.
Paradebeispiel für einen Club, wo auf dem Papier genügend Puzzlestücke für die Playoffs da sind, aber Philosophie und Realität weit auseinander klaffen. Die wütenden Fans haben sich auf Bargnani als Sündenbock eingeschossen.

Washington Generals (2-15)
Offense: 30.; Defense: 16.
Kein Wunder, dass der Sieg gegen Miami gefeiert wurde wie die Championship: wer hier noch mitrechnet wird erkannt haben, dass die inkompetenten Wizards Gefahr laufen, die mieseste Bilanz aller Zeiten aufzustellen (8-64).