17 Dezember 2012




Was hatten Fans und Experten geschimpft nach dem schockierenden Trade von James Harden direkt vor Saisonbeginn. "Zu wenig Playmaking, zu viel Druck auf Durant und Westbrook, nicht mehr genug Tiefe"... alles Humbug, wie wir heute wissen. Oklahoma City, aber auch Atlanta (minus Joe Johnson) und Golden State (minus Monta Ellis) beweisen eindrucksvoll, dass weniger manchmal mehr ist in der NBA, wenn der Abgang von Starspielern durch richtige taktische Anpassungen und harmonischere Lineups kompensiert wird. Die grössten Sprünge machten in dieser Woche Minnesota (+5) und die Sixers (-6), deren ohnehin wenig berauschende Saison durch den Ausfall von Jrue Holiday zusätzlich schwieriger wurde. Zu den Fakten...


Oklahoma City Thunder (19-4)   (+1)
Offense: 1.; Defense: 9.
Donnerwetter und Potzblitz noch einmal: sollte OKC eigentlich nicht bitter leiden ohne Harden? Zehn Siege in Folge, beste Offense, Durant und Westbrook auf All-NBA Niveau... die Thunder sehen doch recht gesund aus.
San Antonio Spurs (19-6)  (-1)
Offense: 5.; Defense: 5.
Ein Platz runter, aber nicht aufgrund des eigenen Unvermögens. Top-10 in Offense und Defense und mit 7 Siegen aus 8 - Popovich macht wieder einmal einen Riesenjob. Leonard und Jackson kehren diese Woche ins Team zurück.

Los Angeles Clippers (17-6)   (+2)
Offense: 4.; Defense: 7.
Lasst euch vom 'Flop City' Ekel aus der Vorsaison nicht den Blick vernebeln: Die Clips spielen den besten Basketball ihrer Franchise-Geschichte, haben 9 in Folge gewonnen und sind dank CP3 und der tiefen Bank ein echter Contender.

New York Knicks (18-5)  
Offense: 2.; Defense: 16.
Dank 10-0 Siegen im heimischen MSG und nur 2 Niederlagen in drei Wochen ist die Frage nach dem derzeit besten Team im Osten keine. Die Knicks rollen dank perfektem Spacing und Melos MVP-Saison weiter von Sieg zu Sieg.
Memphis Grizzlies (15-6)   (-2)
Offense: 12.; Defense: 3.
Auf den ersten kleinen Durchhänger der Saison mit 3 Pleiten in Serie folgte der beeindruckende Auswärtssieg in Utah. Die vielen Turnovers in letzter Zeit geben aber Anlass zur Sorge. Es wird extern nach einem dritten PG gesucht.

Golden State Warriors (16-8)   (+2)
Offense: 11.; Defense: 9.
Die Warriors fliegen nach dem erfolgreichsten Auswärtstrip der Franchise-Geschichte (6-1) zurück in die Bay, wo sie 6 der nächsten 8 absolvieren dürfen. Curry und Lee setzen derweil ihre fantastischen All-Star Kampagnen fort.

Miami Heat (15-6)  (-1)
Offense: 3.; Defense: 17.
Chris Bosh und LeBron James gaben vor Kurzem zu Protokoll, dass die Heat einfach nicht mehr so hungrig sind nach dem Titelgewinn. Crunch-Time Ls wie gegen Golden State und miese Defense sprechen eindeutig für ihre These.

Atlanta Hawks (14-7)  (-1)
Offense: 13.; Defense: 4.
Mit fünf Spielern im zweistelligen Scoring-Bereich, zwei All-Star Kandidaten im Frontcourt und einer verblüffend starken Defensive (Platz 4) bleiben die Überraschungs-Hawks in der Southeast Division hinter Miami in Schlagweite.

Chicago Bulls (13-9) 
Offense: 20.; Defense: 2.
Können wir für einen kurzen Moment die unfassbar gute Arbeit von Tom Thibodeau würdigen, der den Bulls ohne Rose einen Homecourt-Platz beschert hat? Danke. Weiter geht's im Programm mit Topscorer Marco Belinelli.

Brooklyn Nets (13-10) 
Offense: 9.; Defense: 18.
Der Drang war gross, die Nets weiter unten anzusiedeln nach einer wenig spektakulären 2-2 Woche und 6 Pleiten aus 8. Die Ls in Chicago und gegen NY waren aber denkbar knapp (2 Pts im Schnitt). Und Brook Lopez ist wieder da.

Minnesota Timberwolves (12-9)  (+5)
Offense: 17.; Defense: 5.
Noch ein monströser Satz nach oben für die Wolves, die in den letzten zwei Wochen um zehn Plätze geklettert sind. Adelmans Coaching, der Kiri/Love/Pek Frontcourt und die triumphale Rückkehr von Ricky Rubio machen's möglich.

Utah Jazz (13-12)  (-1)
Offense: 8.; Defense: 23.
Mir weiterhin unbegreiflich, wieso Ty Corbin nicht häufiger seine Monster-Lineup mit drei Bigs auf's Parkett schickt. Utah bleibt zwar offensiv explosiv (8.), gleicht hinten aber immer noch einem Sieb und tritt so auf der Stelle.

Denver Nuggets (13-12)  (-1)
Offense: 7.; Defense: 21.
Dringendste Frage für Nuggets-Fans: wie gut könnten die Klumpen wirklich sein, wenn Andre Iguodala nicht auf Shooting Guard untergehen (PER 13.57) und nur halbwegs so gut verteidigen würde, wie man das von ihm erwartet?

Indiana Pacers (13-11)  (+3)
Offense: 27.; Defense: 1.
Indiana klettert langsam, aber stetig, dank der immer noch besten Defensive der NBA, die bisher erst drei Mal 100 kassiert hat, und dem Offensivgame von West und George. Nur tut euch kein Pacers-Spiel live an. Ihr seid hiermit gewarnt!

Milwaukee Bucks (12-10)  (-2)
Offense: 23.; Defense: 11.
Die Bucks tun genau das, was sie im Rennen um die Playoff-Plätze hält: schlechte Gegner besiegen. Ersan Ilyasova scheint das Zünglein an der Waage zu sein. Wenn er zweistellig punktet, gewinnt Milwaukee 88% seiner Partien.

Boston Celtics (12-11)  (-1)
Offense: 16.; Defense: 12.
Die Celtics kassieren auf fremdem Parkett eine Packung nach der anderen (6L in den letzten 7) und stecken immer noch bei .500 fest. Schlechte Nachricht: Bis Neujahr müssen die Kobolde noch fünf Mal in sieben Partien auswärts ran.

Los Angeles Lakers  (11-14)  (+2)
Offense: 5.; Defense: 14.
Der tiefste Tiefpunkt nach unzähligen tiefen Tiefpunkten war wohl die 9. Niederlage aus 12 in NY. Kobe, Howard und Peace scheinen nun eine Formel gefunden zu haben, Gasol/Nash werden in dieser Woche zurück erwartet.

Houston Rockets (11-12)  (-2)
Offense: 10.; Defense: 22.
Was den Rockets den Vorzug vor Philly und Dallas gibt? Bessere Offense mit viel Luft nach oben. Dazu muss McHale aber eine Lösung für das Lin/Harden Problem finden. Oder unbemerkt einen zweiten Ball ins Spiel bringen.

Philadelphia 76ers (12-12)  (-6)
Offense: 23.; Defense: 13.
"Was wäre, wenn... Bynum fit wäre?" Die Frage stellt man sich bei den Sixers täglich, während Offense und Defense immer schlechter werden und man unter den Brettern (Platz 20) abgemurkst wird. Keine Playoffs für Philly?

Portland Trail Blazers (11-12)  (+2)
Offense: 14.; Defense: 24.
Portland hat einen grossen Teil seiner Saison-Mission bereits erreicht: einen adäquaten Nukleus finden, um den man aufbauen kann. Nächster Schritt: irgend jemanden mit NBA-Niveau für die dünnste Bank aller Zeiten verpflichten.

Dallas Mavericks (11-13)  (-1)
Offense: 19.; Defense: 19.
13 Niederlagen zu diesem Zeitpunkt, trotz eines OJ Mayo on fire (immer noch 51% von Downtown) und dem leichtesten Spielplan der NBA, sprechen Bände für die Playoff-Chancen der Mavs - auch wenn Nowitzki dann 2013 zurück ist.

Orlando Magic (10-13)  (-1)
Offense: 28.; Defense: 8.
Die Defense, vor allem am Perimeter und gegen den Dreier, war bisher überraschend stark. Die blutarme Offensive (28.) und eine negative Punktedifferenz zeigen aber, dass Orlando schon am absoluten Limit operiert.
Phoenix Suns (9-15)  (+4)
Offense: 18.; Defense: 26.
Ich musste mich stark überwinden, um Phoenix vier Plätze anzuheben, aber die Alternativen da unten liessen mir keine andere Wahl. Die ersten zwei Suns-Siege gegen Winning Teams (Memphis und Utah) reichten dafür schon aus.

Detroit Pistons (7-19)  (-1)
Offense: 22.; Defense: 20.
Noch ein Beispiel gefällig für Lawrence Franks gruselige Coaching-Leistung? Die Pistons haben auswärts 12 von 14 verloren, weil Frank ein miserabler Motivator ist. Achja, und Drummond sitzt immer noch auf der Bank fest.

Toronto Raptors (6-19)  (+4)
Offense: 21.; Defense: 24.
Soviel Drama im hohen Norden, und so wenig Siege: Verletzungspech, Andrea Bargnanis Ärger mit den Fans und besserer Basketball, wenn Calderon die Fäden zieht machen das vorweihnachtliche Chaos-Potpourri in Kanada perfekt.

New Orleans Pelicans (5-18) 
Offense: 15.; Defense: 29.
Gute News? Hmmm... Anthony Davis ist zurück. Noch mehr gute News? Hmmm... Anthony Davis ist zurück. Und die Hornets heissen bald Pelicans. Hatten wir alles schon? Achso. Sieben Niederlagen in Folge machen träge.

Sacramento Kings (7-16)  (-2)
Offense: 25.; Defense: 28.
Miese Owner. Mieser Coach. Ein uninspirierter Haufen, der entweder nicht zusammen spielen darf (I. Thomas) oder will (Cousins). Spielsperren. Und Niederlagen. Viele, viele Niederlagen. Alles beim Alten also in Sacramento...

Cleveland Cavaliers (5-20) 
Offense: 29.; Defense: 27.
Die Rückkehr von Kyrie Irving als Mann mit der eisernen Maske hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können: Irving besiegte die Lakers mit 28/11/6 im Alleingang und macht Cleveland jetzt wenigstens wettbewerbsfähig.

Charlotte Bobcats (7-16)  (-5)
Offense: 25.; Defense: 30.
Charlotte ist trotz der längsten Niederlagenserie der Saison (11 Pleiten in Folge) nur 8 Siege vom ersten Platz in der Southeast Division entfernt. Da Miami kaum Interesse zeigt während der regulären Saison, könnten die Bobcats doch...

Washington Wizards (3-18)
Offense: 30.; Defense: 14.
Ein Sieg pro Woche - bei dem Tempo wäre der neue Negativrekord ja schon im Februar abgewendet. Und es kommt noch besser: John Wall soll bald wieder Basketball spielen. Spätestens Anfang des Jahres, heisst es.........Anfang 2014?