15 Dezember 2012




Eine gute Nachricht für alle Anhänger der Minnesota Timberwolves, aber vor allem für echte Basketballfans jeden Alters und Couleurs: Ricky Rubio, das Point Guard Wunderkind aus El Masnou, kehrt heute Abend nach neun Monaten Verletzungspause wieder auf's Hartholz zurück, wenn seine Wolves die Dallas Mavericks empfangen.

Der 22-Jährige erhielt vor wenigen Stunden das Okay seiner Ärzte und Physiotherapeuten, die ihn während seines langen Rehabilitationsprozesses auf Schritt und Tritt begleiteten. Das lädierte Knie, in dem zwei Bänder gerissen waren, sei wieder stark genug, um der NBA-Mühle Stand zu halten, so die Docs. Rubio war im Aufeinandertreffen mit den Los Angeles Lakers am 10. März unglücklich mit Kobe Bryant zusammen geprallt und riss beim zu-Boden-gehen alle Playoff-Hoffnungen im hohen Norden mit in den Abgrund. Bis dahin hatte der Rookie brilliert und sich schnell als emotionaler Anführer und on-court Dynamo der Wolves etabliert. Mit 10.6 Punkten, 8.2 Assists und 2.2 Steals war der Spanier nicht nur einer der besten Frischlinge des Jahrgangs, sondern revitalisierte gleichzeitig mit elektrisierenden Show-Einlagen einen lange Zeit morschen Verein und die dazugehörige Fangemeinde.

Die Wölfe waren mit 21-20 Siegen auf bestem Wege, zum ersten Mal seit 2004 (Kevin Garnetts MVP-Saison in Minnesota, als man erst im Conference Finale an den Lakers scheiterte) wieder die Playoffs zu erreichen. Ohne Rubio stürzte aber die Decke über ihnen ein. Sie verloren 20 ihrer letzten 25 Partien und landeten weit abgeschlagen unter den miesesten Teams der Western Conference und in der Lotterie... mal wieder.

In diesem Jahr könnte es aber tatsächlich etwas werden mit dem Erreichen der Postseason. Erst recht, wenn Rubio im neuen Jahr - er wird zu Beginn sicherlich nur langsam wieder heran geführt und maximal 20 Minuten pro Abend eingesetzt werden - dann wieder sein volles Leistungsvermögen abrufen kann. Obwohl man vor Saisonbeginn die Playoffs als klares Ziel ausgegeben hatte, befürchteten viele in den Twin Cities, dass man ohne die verletzten Rubio und Liegestütz-Love zu weit abfallen könnte im Kampf um die begehrten acht Plätze an der Spitze der Conference. Zu weit jedenfalls, um dann ab Dezember/Januar einen solchen Rückstand im hart umkämpften Westen wieder rückgängig machen zu können.

Head Coach Rick Adelman hat aber geschafft, was viele nicht für möglich hielten: sein Team bei .500 oder besser zu positionieren, obwohl das wie kaum ein anderes vom Verletzungspech heimgesucht wurde. Neben Love und Rubio fielen bisher aus (oder tun es immer noch): Brandon Roy, Josh Howard, Chase Budinger, Andrei Kirilenko, Nikola Pekovic, JJ Barea, Lou Amundson, Derrick Williams und Malcolm Lee. Wer noch mitzählt, stellt fest: das ist fast das gesamte Team. Dass Minnesota dennoch mit 11-9 Siegen auf Platz 7 da steht, ist der grosse Verdienst von Adelmans 'Move the ball' Offensive/seinen ausgebufften Mismatch-Taktiken, echten Profis wie Kirilenko, Pekovic und Alexey Shved sowie einer überraschend guten Defensive (Platz 5). Mit einem einzigartigen Spielmacher wie Rubio am Ball, der das Spiel für Pekovic/Love im Post oder Kirilenko auf den Flügeln einfacher macht, wird bald auch die Offensive an Fahrt aufnehmen. Und Minnesota dann vielleicht endlich - nach neun langen Jahren - wieder frische Playoff-Luft schnuppern können.

Edit: Rubios elektrischer Einfluss auf's Wolves-Spiel war in 18 Spielminuten beim 114-106 Overtime-Sieg gegen Dallas sofort spürbar. 8 Punkte, 4 Rebounds, 9 Assists und 3 Steals in so kurzer Zeit, nach so langer Zeit weg... einfach grossartig!