09 Dezember 2012


Der notwendige, kompakte Blick auf die Rookie Tops und Flops des Draft-Jahrgangs 2012 (Stand: Woche 6)


1. Damian Lillard (Portland Trail Blazers): 19.3 Pts, 6.3 Ast, 1.3 Stl, 2.4 Dreier
Ein Monat später, und Lillard bleibt auch im Dezember nach wie vor das Maß aller Rookie-Dinge. Nicht nur, dass der Nummer 6 Pick zum besten Frischling der Western Conference gewählt wurde und sein konstant hohes Produktivitätslevel hält. Er hat sogar noch zugelegt
und platziert im PG-Scoring (4.) und bei den Assists (17.) unter den besten Spielern der Liga - allen Spielern, wohlgemerkt. Weiss jemand noch, wie gut Kyrie Irving als Rookie war? Lillard ist gerade dabei, Irvings ROY-Produktion zu pulverisieren.

2. Michael Kidd-Gilchrist (Charlotte Bobcats): 10.8 Pts, 6.3 Reb, 1 Stl, 1.3 Blk
Michael Kidd-Gilchrist wurde zum Eastern Conference Rookie des Monats November gewählt und ist auch sonst eine echt dufte Type. Nicht von ungefähr hat sich die gesamte Teamkultur bei den Bobcats von dem Tag an geändert, als MKG durch die Tür kam. Nachdem die Luchse den Siegesrekord von 2011-12 bereits egalisiert haben, heisst es nun, die aktuelle 6-Spiele-Pleitenserie zu stoppen. Dazu muss MKG aggressiver das eigene Scoring suchen. Das heisst auch, von Zeit zu Zeit mal Fouls zu ziehen und an die Linie zu gehen.

3. Andre Drummond (Detroit Pistons): 6.4 Pts, 6.4 Reb, 1.2 Blk, 58% FG
Sieht vielleicht auf den ersten Blick nicht allzu spektakulär aus, aber genau darum achtet man bei Spielern, die viel zu wenig Einsatzzeit kassieren (unsichtbare Kopfnuss, Lawrence Frank!) auch auf die relativen Statistiken. Und da überzeugt Drummond mit 13 Punkten und 13 Rebounds in 36 MPG. Er macht kaum Fehler, kontrolliert die Bretter und tut vorne nur das, was er kann (Putbacks, Dunkings, Moves direkt am Ring). Wird höchste Zeit für Detroit, Drummonds Nutzungsrate massiv nach oben zu schrauben und mit der Bevormundung aufzuhören. "Kid is good!"

4. Alexey Shved (Minnesota T'wolves): 10.6 Pts, 3.6 Ast, 0.5 Blk, 1.5 Dreier
Läuft noch jemandem beim Antizipieren eines Svhed/Rubio Backcourts das Wasser im Mund zusammen? Wohl kaum einer hatte den Russen vor der Saison auf der Rechnung, aber Shved ist in Minnesota längst zum wichtigsten Guard avanciert und hat Barea/Ridnour zu Ersatzspielern und Trade-Machine-Statisten degradiert. Shved nutzt seinen Erfahrungsvorsprung, um beim Scoring (6.), den Assists (2.) und den Dreiern (3.) unter den besten Rookies zu platzieren.

5. Kyle Singler (Detroit Pistons): 9.5 Pts, 3.5 Reb, 48% FG, 78% FT
Bevor Kyle Singler zum ersten Mal von Beginn an ran durfte, hatten die Pistons 0-8 Siege auf dem Konto. Seit seinem ersten Start am 14. November spielen die Kolben plötzlich .500 Basketball. Zufall? Nicht wirklich. Singler überzeugt mit seinem abgeklärten, unspektakulären Spiel, das ihm zwar keine Presse einbringt, aber seinem Team immens weiter hilft. Sein 16/10 Double Double gegen die Trail Blazers war bisher sein bestes Profispiel - und brachte Detroit ein weiteres W ein.

6. Dion Waiters (Cleveland Cavaliers): 15.2 Pts, 2.3 Reb, 3.4 Ast, 1.9 Dreier
Die gute Nachricht zuerst: Waiters punktet ausgiebig und hat ohne den immer noch verletzten Kyrie Irving vermehrt auch Playmaker-Aufgaben übernommen (drei Spiele in Folge mit 7 Assists). Die schlechte: seine Wurfauswahl ist von "richtig mies" in "ist das sein Ernst?" übergegangen. Je mehr Waiters versucht, desto ineffizienter wird sein Spiel. Vielleicht hilft ihm die Verletzungsauszeit, anhand von Videostudium ein paar gravierende Probleme in seinem durchaus vielversprechenden Spiel zu erkennen.

7. Bradley Beal (Washington Wizards): 11.6 Pts, 3.1 Reb, 95% FT
Ab wann beginnt eine kalte Wurfserie zum ausgewachsenen Problem zu werden? Beal hat im Gegensatz zu vielen Rookies (hallo, Mister Waiters) keine grossen Schwierigkeiten, schlechte von guten Würfen zu unterscheiden. Er trifft nur derzeit noch nicht einmal die Breitseite des Verizon Center. Obwohl er in den letzten 15 Tagen mehr Würfe nahm als alle Rookies, die nicht Lillard oder Waiters heissen, war der Wizard bei weniger als 37% seiner Versuche erfolgreich und kam so nur auf 11.8 PPG.

8. Harrison Barnes (Golden State Warriors): 9.6 Pts, 4.7 Reb, 1.5 Ast, 45% FG
Der Nummer Sieben Pick hat gerade ein paar Schwierigkeiten, seine Produktivität (drei Double-Doubles im November) in der explosiven Warriors-Offensive aufrecht zu erhalten. Das kann passieren, denn das ohnehin schon schnelle NBA-Spiel wird an der Seite von Gunnern wie Curry und Thompson noch ein paar Stufen unübersichtlicher. Solange Barnes aber weiterhin die kleinen Dinge macht, die den Dubs zu Siegen verhelfen (12-7, Platz 5 im Westen), lassen sich die gelegentlichen Totalausfälle des Rookie-Forwards verschmerzen.

9. Brian Roberts (New Orleans Hornets): 7.9 Pts, 2.5 Ast, 47% FG, 95% FT
Aufgepasst, Austin Rivers: so erspielt man sich als Rookie Point Guard das Vertrauen von NBA Head Coaches. Brian Roberts ist keine Granate. Er hat weder das Potential von Rivers oder anderen Top-Rookies, noch wird er es je in ein All-Star Team oder zum Führungsspieler eines Clubs schaffen. Aber der ehemalige Double-Gewinner mit den Brose Baskets Bamberg hat sich mit knapp 8 PPG in gerade einmal 15.9 Minuten zu einem der wichtigsten Scorer der Bees gemausert. Er trifft seine Jumpshots hochprozentig und spielt sehr effizient.

10. Jonas Valanciunas (Toronto Raptors): 8.6 Pts, 5.5 Reb, 1.2 Blk, 51% FG
Valanciunas Spielzeit hat in den letzten fünf Partien gelitten (nur noch 20 MPG), weil die Raptors im Interieur sehr anfällig geworden sind und der Litauer auch vorne nicht mehr viel auf die Reihe bekommt. Torontos schlechte Defense und die vielen Niederlagen sind natürlich nicht seine Schuld, aber Coach Casey versucht derzeit alles, um die Dauerblutung bei den Dinos zu stillen. Erwartet also fluktuierende Einsatzzeiten in den nächsten Wochen, bis dann im Februar - hoffentlich - Bargnani in einen andere Stadt verschifft worden ist.


Aussen vor:
Anthony Davis*, Thomas Robinson, Terrence Ross, Austin Rivers, Tyler Zeller, Jared Sullinger, Jae Crowder, Meyers Leonard, Jeremy Lamb, John Henson