20 Dezember 2012


Der notwendige, kompakte Blick auf die Rookie Tops und Flops des Draft-Jahrgangs 2012 (Stand: Woche 8)


1. Damian Lillard (Portland Trail Blazers): 18.8 Pts, 6.3 Ast, 1.1 Stl, 2.3 Dreier
Wie ungebildet muss man sein, um dem ganz klar besten Spieler dieses Jahrgangs, der sich in kürzester Zeit von einem relativen Unbekannten zum wichtigsten Mann und klaren Anführer seines Teams entwickelt hat, jetzt im Nachhinein die selben Stricke drehen zu wollen, wie vor dem Draft? "Mit 22 schon zu alt, kann sich nicht mehr weiter entwickeln, spielt schon am Limit"... das ist doch alles Humbug und vernachlässigt die wichtigsten Aspekte in Lillards Game - von Monsterstats und eiskalten Gamewinnern einmal abgesehen: der Rookie versteht das Spiel und legt eine altbackene Abgeklärtheit an den Tag, die ihn auf der Leiter zum Erfolg schnurstracks nach oben führt. Es gibt dazu keine Alternativen.

2. Michael Kidd-Gilchrist (Charlotte Bobcats): 10.4 Pts, 6.2 Reb, 0.8 Stl, 1.4 Blk, 49% FG, 76% FT
Kidd-Gilchrist behauptet vorerst noch Rang zwei, aber nur hauchdünn und auch nur, weil sein ex-Teamkollege in Kentucky erst gestern wieder in die Hornets-Startformation rutschte. MKG hat in den letzten beiden Wochen ein wenig nachgelassen: seine 10 Pts, 6 Reb, 2 Ast im Schnitt bei 55% aus dem Feld gehen zwar konform mit seinen Saisonwerten. Aber bis auf ein starkes 17/7 Outing gegen die Warriors kam nicht mehr viel bei rum. Das Selbstvertrauen ist nach 12 Bobcats-Niederlagen in Folge nachvollziehbarerweise ein wenig im Keller.

3. Anthony Davis (New Orleans Hornets): 14.6 Pts, 8.2 Reb, 1.4 Stl, 2 Blk
Die Braue braust in die Top-3 zurück mit starken Leistungen von der Bank und einem Monster Double-Double in seinem ersten Start seit dem 17. November: 15 Punkte und 16 Rebounds gestern gegen Golden State schrauben Davis' Saisonwerte auf 14.6 PPG und 8.2 RPG. Da geht aber noch viel mehr, erst recht, wenn der Nummer 1 Pick wieder richtig fit ist und endlich einmal in dieser Saison angekommen ist. Wenn jemand Damian Lillards ROY-Kampagne noch sabotieren kann, dann definitiv 'The talentierte Mr. Brow'.

4. Alexey Shved (Minnesota T'wolves): 10.2 Pts, 2.4 Reb, 4.1 Ast, 0.8 Stl, 1.5 Dreier
Shved, der zu Beginn der Saison massive Probleme mit seinem Wurf hatte, ist in den letzten zwei Wochen wieder in ein kleines Shooting-Loch gefallen - mit Ausnahme seiner 18 Punkte Explosion gegen die Mavericks. Im Gegensatz zu vielen anderen Rookies bleibt der Russe aber dank seiner Spielintelligenz und seiner Fähigkeiten als Passgeber auch dann gefährlich, wenn der Wurf wie zu Zeit nicht fallen will (nur 35% in den letzten fünf Partien, dafür aber 6.2 Assists pro Abend).

5. Andre Drummond (Detroit Pistons): 6.5 Pts, 6.4 Reb, 1.4 Blk, 57% FG
#FreeDrummond, mein Mantra seit Beginn der Saison und bis zu Lawrence Franks logischer Entlassung - oder zumindest, bis er dem Rookie-Center endlich angemessene Spielzeit zuschustert. Immer, wenn Drummond mehr als 21 Minuten ran darf, passiert viel Gutes - noch mehr jedenfalls als in seinen sonstigen, viel zu kurz geratenen Einsätzen. Der 19-Jährige dominiert die Bretter und wird auch als Shotblocker mehr und mehr gefürchtet (6.8 Rebounds und 1.9 Blocks in den vergangenen zwei Wochen).

6. Bradley Beal (Washington Wizards): 12.5 Pts, 3.6 Reb, 2.3 Ast, 1 Stl
Beal sollte einen enttäuschenden ersten Monat in Washington schnell vergessen - und hat genau dies getan. Der Nummer drei Pick erhöhte seinen Scoring-Schnitt auf 15 Punkte pro Partie im Dezember, verdoppelte seine Assists dort auf 3.4 und die Steals auf 1.4 und führte die Wizards zu mehr Siegen bisher als im gesamten November zusammen genommen. Der Wurf will zwar immer noch nicht, so wie Beal will, aber er findet andere Wege, um zu scoren (vor allem an der Freiwurflinie nach aggressiven Drives zum Korb) oder seine Mitspieler in Szene zu setzen. Bei Beal scheint - vermutlich aufgrund seiner eklatanten Wurfquoten und den noch mieseren Wizards - noch immens viel Raum nach oben zu sein, wenn man ihm beim Spielern zusieht.

7. Dion Waiters (Cleveland Cavaliers): 14.8 Pts, 2.2 Reb, 3.4 Ast, 1.8 Dreier, 36% FG
Der Cavaliers-Guard musste die letzten 2.5 Wochen mit einer hartnäckigen Sprunggelenksverletzung pausieren, kehrte aber gestern gegen die Toronto Raptors auf's Parkett zurück und brauchte nur 28 Minuten, um 13 Würfe abzufeuern (von denen er neun daneben setzte). Cleveland kann sein offensichtliches Talent aber gut gebrauchen: Waiters belegt Rookie-Platz 2 bei den Steals/Punkten und Platz 3 bei den Dreiern/Assists. Man darf gespannt sein, wie Waiters mit dem ebenfalls lange verletzten Irving harmonieren wird im Cavaliers-Backcourt der Zukunft.

8. Harrison Barnes (Golden State Warriors): 9 Pts, 4.3 Reb, 1.6 Ast, 42% FG
Ab und zu blitzt das immense Potential von Harrison Barnes noch durch. So wie beim Warriors-Sieg in Atlanta, als der Rookie-Flügel 19 Punkte bei 8-14 aus dem Feld erzielte und nicht zu bremsen war. Nur eine Partie später legte er dann gegen New Orleans ein astreines Null-Punkte Ei ins Nest und setzte so den Besorgnis erregenden Abwärtstrend in den letzten Wochen fort (nur 7 PPG bei mageren 32% FGs). Noch so eine Woche, und Barnes' Zeit in der Top-10 ist vorerst Geschichte..

9. Andrew Nicholson (Orlando Magic): 7.7 Pts, 3.3 Reb, 54% FG
Nach mehreren Anläufen, bei denen Orlandos 19. Pick immer nur knapp am Vordringen in die Top-10 scheiterte, hat es Andrew Nicholson nun in Woche 8 endlich hierher geschafft. Sein effizientes Spiel katapultiert ihn nicht nur unter die besten Scorer (10.3 PPG), Rebounder (5.6 RPG) und Schützen (57.4% FG) der letzten zwei Wochen, sondern verschafft ihm auch bei den Magic immer mehr Spielzeit. Ist es ein Zufall, dass die Magischen im Dezember 6 von 9 gewonnen haben? Nicholson denkt nicht.

10. Austin Rivers (New Orleans Hornets): 8 Pts, 2.3 Reb, 2.9 Ast, 36% FG
Und noch ein Neuankömmling. Endlich, werden Hornets-Fans aufatmen, die Rivers schon für einen monumentalen Draft-Bust hielten. Aber da scheint Licht am Ende des Tunnels zu sein, nachdem Jung-Rivers gegen Minnesota das Spiel seiner NBA-Karriere machte: 27 Punkte, 5 Dreier, 9-14 aus dem Feld. Die Hornisse hat jetzt in fünf der letzten sieben Partien zweistellig gepunktet und so etwas wie eine kleine Komfortzone an der Seite von Greivis Vasquez entdeckt. Hoffentlich ein beginnender Trend und kein kurzes Strohfeuer.



Aussen vor:
Jonas Valanciunas, Thomas Robinson, Terrence Ross, Kyle Singler, Tyler Zeller, Jared Sullinger, Jae Crowder, Meyers Leonard, Jeremy Lamb, John Henson, Brian Roberts