28 Oktober 2013

Felix Gerk | 27. Oktober, 2013    @sniper_gerkules






Flashback: 60-22 (.731), Platz 1 im Westen, 2. PO-Runde

Überfordert in fünf Spielen: Diese elf Buchstaben fassen das letztjährige Playoff-Aus der Oklahoma City Thunder perfekt zusammen. Nach der Verletzung Westbrooks in der ersten Runde gegen die Raketen fehlte ein weiterer Scorer neben Allzweck Waffe Kevin Durant, der zwar sein bestes Tat, letztendlich aber den Ausfall seines Buddies nicht kompensieren konnte. Gegen Memphis war Schluss. Während der Saison unterstrichen die Thunder ihre Championship Ambitionen eindrucksvoll. 60 Siege nahm das Team im Gepäck mit in die Playoffs. Die Thunder gehörten abermals zur Crème de la Crème am offensiven Ende des Feldes. Dort fühlen sich die Superstars eben auch am wohlsten. Auf KD und RW stütze sich das System der Thunder auch weitestgehend, die individuelle Stärke Durants und Westbrooks ausspielen war meistens die Prämisse. Martin füllte seine Rolle als dritte Gefahrenquelle aus und traf die für ihn vorgesehenen offenen Würfe. Im Saisonverlauf entwickelte sich auch Reggie Jackson immer besser, der dann zur Stelle war, als Westbrook auf die Couch gezwungen wurde. Das Ende in Runde zwei war dennoch ernüchternd. 

Plus: Steven Adams, Andre Roberson

Minus: Kevin Martin (MIN), Ronnie Brewer (HOU), DeAndre Liggins



Wichtigster Neuzugang: Steven Adams

Viel hat sich bei den Thunder nicht geändert, aber Steven Adams gilt es an dieser Stelle hervorzuheben. Deswegen passt auch eher die Bezeichnung, „interessantester Neuzugang“. Adams trägt gerne Hemden, am liebsten im Karo-Look, trinkt seinen Kaffee schwarz und steht auf Sanford and Son (wer kann es ihm verdenken). Spaß beiseite. Ein Lowpost-Monster dem man den Ball hinpfeffert und das etwas zählbares produziert, das ist Steven Adams nicht! Auch seine offensive(!) Fußarbeit lässt vermuten, dass der letzte Tanzkurs (rechts, links, padamm, rechts links padamm) schon etwas länger zurückliegt. Physisch jedoch ist Adams ein Freak! Aufgrund seines relativ limitierten Skillsets und seiner unterirdischen Freiwurfquote (guter Bump-Partner für Perk) sucht der Neuseeländer die Flucht beim Offensiv-Rebound und beim Break. Dank seiner fantastischen Atlethik und Mobilität ist er ein brauchbarer Verteidiger, besonders im Pick and Roll. Der 12. Pick der Thunder ist eine Anlage für die Zukunft, die noch viel lernen kann und auch will. Die physischen Fähigkeiten sind da. Jetzt gilt es, das Würstchen zu grillen!

Shining Star: Kevin Durant

Eine Youtube Verlinkung reicht aus, um Kevin Durants Fähigkeiten zu beschreiben. Jeder weiß um seine außerordentliche Gabe, den Pickel reinzuschmeißen. Viel interessanter ist für mich die psychische Entwicklung Durants! Ich hatte es letzte Saison schon einmal beschrieben, jedoch an anderer Stelle. Ich glaube, ich hab's ins Tagebuch geschrieben. Egal. Nicklichkeiten mit Stephen A.'s noch schlimmerer Hälfte Skip Bayless, Auseinandersetzungen in sämtlichen sozialen Netzwerken mit Dwayne Wade, sowie Aussagen wie “Ich bin es satt, Zweiter zu sein“, bauen eine Menge Druck auf! Für den Druck ist er selbst veratnwortlich, aber man gewinnt den Eindruck, er möchte das so. Jetzt ist es an ihm, seinen Worten, Twitter-Einträgen und Instagram-Bildern Taten Folgen zu lassen. Es ist an ihm die prominenten Kritiker verstummen zu lassen. Kevin Durant will nicht mehr "everybody's darling" sein, eine Rolle die er früher gerne verkörpert hatte. KD will aus seinem Streber-Cocon schlüpfen und zum Winner werden. Der ein oder andere Post Move und das ein oder andere InstaGramm Muskelmasse sollen schon in dieser Saison zum Ziel führen.

Scouting: An der Spielweise der Thunder wird sich nicht viel ändern. Die Bälle werden weiter viel durch die Hände Westbrooks und Durants gehen. Mit zwei Spielern, die ihre Position gegen fast jeden Gegenspieler dominieren, ist das auch die logische Folge. Aber, und das wünsche ich mir schon länger: die Thunder sollten Durant mal bessere Postionen verschaffen. Warum nicht mal den ein oder anderen Cross Screen laufen? Das würde dem Spiel gut tun. Wenn Westbrook in seiner Pause nicht nur NBA Jam gespielt hat, erhoffe ich mir von ihm mehr Geduld und Fingerspitzengefühl im Spielaufbau. Der Break wird mit dem zur Verfügung stehenden Personal weiter häufig und gerne gespielt.
Gegen geordnete, defensiv organisierte Teams taten sich die Thunder letztes Jahr schwer. Zu oft ging es da über den forcierten Sprungwurf. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Mehr Bewegung und mehr Cuts zum Korb würden dem Spielfluss gut tun. 



Check: In der kommenden Saison hängt viel von der Entwicklung der jungen Spieler ab, darauf hat das Management gesetzt! Nach meiner 2k14 Association Hochrechnung komme ich auf 55 Siege. Auch damit beiseite. Spannend wird sein, ob Reggie Jackson und Jeremy Lamb das schultern können, was Kevin Martin nach seinem Abgang Richtung Minnesota zurückgelassen hat. Von den beiden wird viel erwartet! Interessant ist auch, ob Serge Ibaka seine Entwicklung, die so positiv verlief, weiter fortsetzen kann. Problematisch wird es dagegen, wenn alle drei dem Druck nicht gewachsen sind und die Scoring Last weiterhin nur bei Westbrook und Durant liegen bleibt. Die Konkurrenz zum Beispiel in Form der Warriors oder Rockets hat nicht geschlafen. In der eigenen Divison wird OKC wenig Probleme haben, eine Conference Finals Teilnahme ist jedoch nicht reserviert.

Einfaches Fazit: mit Durant und Westbrook in Hochform sowie einer dritten Scoring Option in Ibaka, Lamb oder Jackson, ist alles möglich. Lamb und Jackson haben bis zu den Playoffs Zeit, um sich an den Druck zu gewöhnen. Sollte das nicht eintreten, gibt es statt Gewitter nur einen kleinen Nieselregen! Für den Fall, dass die Thunder aber doch einschlagen, sind Blitzableiter, Oropax und Regenjacken im NBACHEF-Fanshop zu erhalten. Pünktlich zu den Playoffs. Nur die zählen bekanntlich.