28 Oktober 2013

Andreas Dieterle | 28. Oktober, 2013    @NuggetRabbit






Flashback: 29-53 (.354), Platz 12 im Osten

Die Washington Wizards verpassten zum fünften Mal in Folge die Playoffs und eine positive Bilanz. Gerade zu Beginn der Saison und speziell auswärts lief wenig zusammen. Dennoch war die Saison mit 29 Siegen die beste seit 2007/2008. Der schwache Start war auch der Verletzung von John Wall geschuldet. Der Point Guard verpasste den Beginn der Saison und konnte insgesamt nur 49 Partien für die Wizards absolvieren. Auch Rookie Bradley Beal (56 Spiele) hatte mit Wehwehchen zu kämpfen. Nach der Rückkehr der beiden Backcourt-Partner lief es in der zweiten Hälfte besser und die Wizards schafften nach historischen Startschwierigkeiten (4-26) eine Bilanz von 25-27 in den letzten 52 Spielen. Nach dem All-Star Break gab es einige Highlight-Spiele der Wizards, gerade zu Hause, welche die eigenen Anhänger optimistisch für die neue Saison stimmen sollten. 

Plus: Eric Maynor (POR), Al Harrington (ORL), Otto Porter Jr., Glen Rice Jr.
Minus: Leandro Barbosa, Jason Collin, Cartier Martin, A.J. Price



Wichtigster Neuzugang: Otto Porter Jr.

Die Wizards suchten einen Small Forward für die Zukunft und zogen den besten zur Verfügung stehenden an dritter Stelle im diesjährigen Draft. Otto Porter Jr. gilt als guter Verteidiger und soll die offenen Würfe, die ihm John Wall kreiert, verwerten. Nach einer schwachen Summer League zweifeln einige Experten aber, ob Otto Porter den hohen Draftpick je rechtfertigen kann. Durch eine Verletzung in der Preseason hat er den ohnehin schon unsicheren Startplatz erst einmal verloren. Porter muss kämpfen und beweisen, dass sich die Wizards mit diesem 3. Pick im Draft 2013 richtig entschieden haben.

Shining Star: John Wall

Der Youngster spielte ein klasse Jahr 2013 (18.5 PPG/7.6 APG/ 20.9 PER), nachdem er am 12. Januar erstmals in die Saison 2012-13 eingreifen konnte. Er sah wie der Spieler aus (schnell, explosiv), den sich die Wizards erhofft hatten, als sie ihn im Draft 2010 an erster Stelle zogen. Das Team gab ihm in der Offseason einen Maximalvertrag über die nächsten fünf Jahre und 80 Million Dollar dazu. Nun muss John Wall diesen Vertrag rechtfertigen und der Anführer auf All-Star-Niveau sein, den die Wizards brauchen, um bald wieder in den Playoffs mitmischen zu können. Wall muss sein Wurf verbessern. Einen Dreier, den sein Verteidiger respektieren muss, hat er leider nicht im Repertoire (26,7% Dreier).

Scouting: In der Offense hatte man letztes Jahr große Probleme. Nur 93.2 Points Per Game bedeuteten Platz 28 in der NBA. Bei der Offensiv-Effizenz belegte man sogar den letzten Rang. Hier wird es vor allem auf den Starting- Backcourt um John Wall und Bradly Beal ankommen. Wall kann mit Nene effektiv das Pick-and-Roll laufen. Nene wird wohl auf der Vier und auf der Fünf (Emeka Okafor fällt vorerst aus) zum Einsatz kommen. Neben ihm werden sich Trevor Booker und Kevin Seraphin die Minuten teilen. Martell Webster (wird evtl. auch als SG spielen), Trevor Ariza und Otto Porter (wenn er zurück kommt) werden sich auf der Drei die Spielzeit teilen und sollen zwischen Slasher oder Spot-up Shooter alternieren. Der Dreier war ein großes Problem im letzten Jahr, nur Webster traf über 40 Prozent. Aus den Ecken fiel er gut, aber sonst war er wenig effektiv. Neuzugang Al Harrington, der solides Scoring von der Bank bringt, könnte in der neuen Saison hier Abhilfe schaffen. Große Probleme wird dagegen die Defensive bereiten. Mit Okafor fällt der beste Verteidiger und Defensiv-Anker auf der Centerposition zu Beginn der Runde verletzt aus. Die Wizards hoffen auf seine baldige Rückkehr, um das gigantische Loch auf der Fünf zu schließen. Man darf gespannt sein, wie Coach Randy Wittmann die Defensive ohne seinen wichtigsten Mann strukturiert.



Check: Die Washington Wizards liebäugeln mit den Playoffs. Um diese zu erreichen muss sehr viel passen. John Wall muss da anfangen, wo er in der letzten Saison aufgehört hat, dann kann und sollte er All-Star werden. Bradly Beal wird sich steigern. Dieses Duo im Backcourt bedeutet, dass man schon recht gute Voraussetzungen hat.  Neuzugang Eric Maynor bringt Entlastung von der Bank und zieht die Fäden der zweiten Fünf. Martell Websters Vertragsverlängerung zeigt, dass man Otto Porter den Job als Starter auf der Drei (noch) nicht zutraut. Nene muss sich steigern und von einer schwachen letzten Saison (48% FG) erholen. Seine alten Tage, in denen er in Denver starke Leistungen gezeigt, sind, auch geschuldet durch immer wieder kleinere Verletzungen, wohl vorbei.

Der Frontcourt bereitet Sorgen. Okafor ist zu Saisonbeginn schwer verletzt. Wer weiss, wann er ins Team zurück kehren kann. Die Nachrücker sind gute Rollenspieler, mehr nicht. Die alternden Okafor und Nene können nicht die Dauerlösung auf Powerfoward und Center sein. Vielleicht nutzt GM Ernie Grunfeld den auslaufenden Vertrag von Okafor und/oder Ariza, um im Frontcourt schon im Februar nachzubessern. Und was macht eigentlich Jan Vesely…?!

Die Washington Wizards wollen endlich zurück in die Playoffs. Das wird nur mit einem gesunden Okafor und einem fitten Nene geschehen. Wie entwickelt sich Otto Porter? Können Wall und Beal ihren ansteigenden Trend halten und dem Druck gewachsen sein? Die Wizards werden sicherlich mehr Siege holen als letztes Jahr. Mit dem Erreichen der Playoffs wird es dennoch eng.

Update zum Saisonstart:

Die Wizards schicken kurz vor dem ersten Spieltag Emeka Okafor und einen geschützten 1st Round Pick 2014 für Marcin Gortat + Anhang (Shannon Brown, Malcolm Lee und Kendall Marshall werden wohl  entlassen werden) zu den Phoenix Suns. Ein klares Zeichen der Wizards, die einen der letzten Playoffplätze im Osten unbedingt ergattern wollen. Marcin Gortat wird, wie Okafor, im Sommer 2014 Free-Agent.