04 Dezember 2013

Sebastian Dumitru | 3. Dezember, 2013    @nbachefkoch




Die "November Player of the Month" Award-Sieger der National Basketball Association kennt ihr bereits. Da wir hier aber schon vor Jahren nicht immer ganz konform gingen mit den offiziellen Ehrungen, die (so gut wie immer) auf "political correctness" und Marketingmaschen seitens der Liga beruhen - es müssen ja schliesslich ein paar Trikots verkauft werden - haben wir zur neuen Saison die alte Awardkiste wieder aus dem Keller geholt, kurz entstaubt und frisch poliert wieder auf den Kühlschrank gestellt. Ein Großteil unserer Redaktion hat abgestimmt und war sich fast unisono einig: Paul George von den Indiana Pacers und Chris Paul von den Los Angeles Clippers sind die Eastern und Western Conference Spieler für den Monat November (inklusive kurzem Oktober-Zipfel zu Beginn).



Paul George (Indiana Pacers)
Stats Okt/Nov:
23.6 PPG, 6.1 RPG, 3.3 APG, 2.1 SPG, 47% FG, 40% Dreier, 82% FT in 16 gm.
Highlights u.a.:
32 Pts, 6 Reb, 5 Ast, 2 Stl beim Sieg gegen New Orleans (30.10.)
31 Pts, 10 Reb, 4 Stl, 12-18 FG beim Sieg gegen Detroit (5.11.)
35 Pts, 5 Reb, 4 Astl, 5 Stl, 2 Blk beim Sieg gegen NY (20.11.)

Zu behaupten, Paul George sei ein solides All-Star Talent wäre genauso, wie die Defense der Pacers als "ganz okay" zu bezeichnen. Ihr wisst es besser: Indiana ist kaum durchzurütteln und George auf direktem Durchmarsch zum Superstar - ich rede von Top-5, ligaweit. Die Playoffs gegen LeBron und Miami waren seine Ankunft, jetzt macht er sich's erst richtig bequem in der Belle Etage der NBA. George platzierte im Scoring (4.), bei den Steals (6.) und in der Effizienzwertung (8.) unter den Top-10 und war Tonangeber während Indianas 15-1 Rekord-Monat. Stand er auf dem Platz, wiesen die Pacers den besten Angriff und die beste Verteidigung der Liga auf; nahm er dagegen Platz, rangierten Indy in O und D außerhalb der Top-Ten. Das nennt man wohl Impact, an beiden Enden des Courts.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:
"George hat sich offensiv nochmals enorm gesteigert und scort 6 Punkte mehr im Schnitt als im letzten Jahr." 
(Dusan Veljkovic/Cali Kings)

"2,1 Steals pro Abend sind Liga-Bestmarke auf Small Forward, genauso wie Georges +/- Wert: die Pacers erzielen im Schnitt 12,8 Punkte mehr als der Gegner, wenn George auf dem Feld steht." (Clemens Boisseree)

"George erledigte die Gegner oft im Alleingang (14.8 PPG in zweiter Halbzeit). Eine PIE von 18.8% und das beste +/- Rating von +204 runden einen bockstarken November ab." 
(Philipp S/Hoosier Talk)

"George ist vom Talent zum Most Improved Player zum Almost made it to the Finals Guy zum Franchise Player zu einem der besten Two-Way-Player der Liga geworden. Das hört sich wie die Zusammenfassung einer Karriere an, für PG war es einfach nur ein arbeitsreiches Jahr." 
(Roman Schmidt/No Bull)



Chris Paul (Los Angeles Clippers)
Stats Okt/Nov:
19 PPG, 5 RPG, 12.2 APG, 2.4 SPG, 46% FG, 32% FG, 91% FT in 16 gm.
Highlights u.a.: 
42 Pts, 15 Ast, 6 Stl, 16-17 FT beim Sieg gegen Golden State (31.10.)
23 Pts, 17 Ast, 2 Stl, 7-13 FG beim Sieg gegen Houston (4.11.)
16 Pts, 17 Ast, 1 TO in 26 Min. beim Sieg gegen Chicago (24.11.)

Ein gesunder Paul stürmte aus den Startblöcken und legte gleich in der ersten Saisonwoche eine Partie für die Ewigkeit auf's Parkett: niemand hat in der NBA jemals 40 Punkte, 15 Assists und 5 Steals aufgelegt. Paul machte weiter und stellte mit 13 konsekutiven Punkten/Assist Double-Doubles zum Start einen weiteren NBA-Rekord auf. Angeführt von Paul, für den bisher doppelt so viele zweistellige Assist-Abende zu Buche stehen wie für den nächstbesten NBA-Spieler, und der obendrein als Point Guard die zweitmeisten Double-Doubles eingesammelt hat (15), gewannen die Clippers auf dem Weg zu Platz eins in der Pacific Division 12 ihrer ersten 17 Partien - darunter Duelle mit Houston (2x), Golden State und Oklahoma City. Paul führt die Liga bei den Vorlagen an, klaut hinten die drittmeisten Bälle, weist den drittbesten PER-Wert weit und breit auf und bringt eine wahnwitzige 4.36 Assists/Turnover-Rate direkt aus Absurdistan mit, wo er sich den kompletten November über aufgehalten hat. Die Diskussionen um den besten Spielmacher der Liga sind schon seit Jahren keine. Pauls November hat auch den letzten Bornierten hoffentlich klar gemacht, warum.

Stimmen-Snippets aus der Redaktion:
"19 Punkte und über 12 Assists im Schnitt... Chris Paul spielt Chris Pauliger als je zuvor."
(Veit Lattermann/Pop Goes the Weasel)

"Der Kopf der Clippers agiert in seiner eigenen Liga und ist auf klarem MVP-Kurs."
(Frank Becker/Bank of Cuban)

"CP3 brach mit 13 Double-Doubles in Folge einen Rekord von Magic Johnson, von dem vorher wahrscheinlich nicht einmal Magic selbst wusste, dass er ihn besitzt."
(Thomas Nemcik/Brick Anderson)

"Dass CP3 inzwischen fraglos der Beste seiner Zunft ist, verrät ein genauerer Blick auf diese Zahl: Steht er auf dem Feld, bereitet er über 50% der Clippers Field Goals vor, L.A. erzielt dann 110 Punkte pro 100 Ballbesitze."
(Daniel Schlechtriem/With the 14th Pick)

Weitere Kandidaten
Unsere Wahl fiel vor allem im Westen überraschend deutlich aus (61% für Paul vor Aldridge und Durant), während sich George (44%) im Osten ein engeres Duell mit LeBron James lieferte - aber knapp den Vorzug erhielt. Die Mitbewerber in Ost und West waren:

LeBron James: "Die Effizienz mit der LeBron mittlerweile sein Spiel herunter spult ist frappierend. 60% aus dem Feld und fast 50% von der Dreierlinie sind wahnwitzig und in der Liga unerreicht."
(Frank Wegener/Yes P Can!)

John Wall: "Drei 30-Punkt-Spiele in Folge sprechen eindeutig für sich. Walls November hat die Wizards im Alleingang wieder zurück in die Playoff-Spur gebracht."
(Marc Lange/Lob City Ledger)

LaMarcus Aldridge: "In 14 von 16 Spielen mindestens 18 Punkte. In 12 von 16 Spielen mindestens 7 Rebounds. Pro Spiel satte 22 Punkte und 10 Rebounds. Objektiv müssten hier wohl Kevin Durant oder Kevin Love genannt werden, doch subjektiv ist mir das hochgradig egal. Playoffs mit diesem LMA? Sicherlich nicht abwegig."
(Niklas Dahl/Rose Garden Report)

Kevin Durant: "Russ fehlt noch die Spielpraxis, Harden und sein Nachfolger Martin wurden nicht ersetzt. Dass OKC trotzdem ganz oben dabei ist, ist Durants Verdienst. Seine TS% ist mit 60% immer noch absurd hoch, weil er rekordverdächtige 11,8 mal pro Spiel an die Linie tritt."
(Philipp Rück/Brotherly Love)

Kevin Love: "Kevin Love is back! Er lässt nicht nur das Herz der Fantasy-Spieler höher schlagen. Bärenstarke 24,1 Punkte und 13,7 Rebounds sind an der Tagesordnung, wenn Love aufläuft."
(Dennis Köhler/Lost in Transition)

Tony Parker: "Irgendjemand muss doch mal anerkennen, dass Parker im letzten Monat in der Western Conference wieder einmal der beste Spieler im besten Team (14-3) war."
(Anno Haak/Miami Twice)

Und ihr? Wer hätte eurer Meinung nach für seine Leistungen im Oktober/November den Spieler des Monats Award verdient gehabt? Stimmt ab! (Mehrfachnennungen möglich)