25 Januar 2014

Sebastian Dumitru | 25. Januar, 2014    @nbachefkoch






Es gab nicht viel zu feiern bisher für die New York Knickerbockers in einer völlig verkorksten Saison, aber am Freitag war einen glorreichen Abend lang alles anders: Carmelo Anthony legte den Charlotte Bobcats 62 Punkte ins Nest und elektrisierte für ein paar Stunden die weltweite Basketballgemeinschaft vor den Röhren.

Anthony traf 23 von 35 aus dem Feld, darunter 6-11 Dreier, legte zur Sicherheit noch 13 Rebounds obendrauf und leistete sich keinen einzigen Turnover. Wer jetzt denkt, dass Melo im bis zum Anschlag hoch gedrehten Melo-Modus agierte, liegt absolut richtig. Ball fordern, Jabstep, Turnaround, Jumper, Drive... Hauptsache das Ding ging hoch. Alles fiel rein, zur Halbzeit hatte der Gunner schon 37 Punkte auf dem Konto, nach drei Vierteln waren es bereits 56. Coach Woodson ließ ihn im Vierten noch ein paar Minuten auf dem Parkett, wo Anthony sowohl einen neuen Knicks-Rekord aufstellte (vorher: Bernard King mit 60), als auch eine neue Madison Square Garden Bestmarke (vorher: Kobe Bryant mit 61).

Niemand hatte seit 2007 (Kobe mit 65, wer sonst?) so viele Punkte in einem Spiel erzielt. Bei soviel Melo fragte man sich nach der historischen Partie nur noch: Wären Kobes 81 in Gefahr gewesen, wenn Anthony mehr als 39 Minuten gespielt hätte? (Bryant hatte damals "nur" 53 nach Drei). Und: Hilft diese Explosion den Knicks irgendwie auf die Sprünge? New York rangiert weiterhin außerhalb der Playoff-Ränge in einer desolaten Eastern Conference.