07 Januar 2014

Sebastian Dumitru | 7. Januar, 2014    @nbachefkoch





Erste und wichtigste Regel in der National Basketball Association: Team-Verantwortliche oder Menschen in leitenden Positionen, die öffentlich ‘A’ sagen und fuchsteufelswild werden, wenn die Medien nachhaken, meinen so gut wie immer ‘B’. Zweite und vielleicht genauso wichtige Regel: In der NBA existieren im Großen und Ganzen drei Arten von Trades: Solche, die ausschließlich sportlich motiviert sind; Solche, die ausschließlich finanziell motiviert sind; Und solche, die beide dieser Punkte abhaken wollen (häufig aber nicht mal einen erwischen).

In der West Madison Street in Chicago/Illinois, setzten am späten Montag Abend Gar Forman und John Paxson mit dem Segen von Team-Besitzer Jerry Reinsdorf ihre Unterschriften unter ein Tauschgeschäft mit den Cleveland Cavaliers. Dem zuvor gegangen waren die Implementierungen von Regel Nummer eins und Regel Nummer 2-B: Obwohl die Bulls nach der Verletzung von Derrick Rose wochenlang vehement dementiert hatten, dass man das Team auseinander reißen und Luol Deng noch während der Saison traden würde, waren die Gravitationskräfte der Reinsdorf’schen Luxussteuer-Phobie zu stark geworden, als sich Chicagos Meisterschaftshoffnungen gemeinsam mit D-Rose’ Kniegelenk erneut in ihre Einzelteile zerlegt hatten. Ohne Rose keine Titel, und ohne Titel keinen Grund, diese sehr teure Truppe länger beisammen zu halten.


Deng war die Chicago Bulls, seit die ihn 2004 in einem Draft-Day Deal aus Phoenix stibitzten: ein unermüdlicher, harter Arbeiter, der gerne verteidigte, sich vorne und hinten komplett verausgabte und sich immer voll und ganz in den Dienst der Mannschaft stellte. Mit ihm kehrte nach sechs verkorksten Jahren post-MJ (nie mehr als 30 Siege) auch der Erfolg wieder zurück nach Chicago (acht Mal Playoffs in neun Jahren). Bulls-Coach Tom Thibodeau machte nie ein Geheimnis daraus, dass Deng sein absoluter Lieblingsschüler war - weil er eben die DNA dieses Teams und Thibs Philosophie verkörperte wie kein Zweiter. Dass sich das Management für diesen Trade entschied, wird von einigen sicherlich auch als Affront gegen den Coach gewertet werden, den mit Forman, Paxson und Reinsdorf nicht die allergrößte Busenfreundschaft verbindet. Aber dass Basketball- und Finanzangelegenheiten häufig nicht zusammen passen, muss ich euch hier an dieser Stelle längst nicht mehr erklären.

Glaubt man der Bulls-Zentrale, dann hätten sie ihren zweimaligen All-Star Forward gerne noch ein paar Jährchen gehalten. Bereits im Sommer war über eine Vertragsverlängerung verhandelt worden. Letzte Woche gab es einen allerletzten Annäherungsversuch und eine Offerte (30 Mio. $ für 3 Jahre), die sich jedoch nicht ansatzweise in der Nachbarschaft befand, in der Dengs Camps sie gerne gesehen hätte. Forwards mit ähnlichen Skillsets (komplementärer Nicht go-to Scorer mit defensiven Akzenten) hatten im Sommer fett abgesahnt. Andre Iguodala verdient bei den Warriors 12 Mio. $ pro Jahr, Josh Smith in Detroit sogar 14 Millionen. Deng und sein Camp wollten mindestens genauso viel und beriefen sich auf einen noch produktiveren Lebenslauf, inklusive All-Defense 2nd Team Ehren und die viertmeisten erzielten Punkte in der illustren Bulls-Geschichte.


Dass Deng mit der Art und Weise, wie seine Franchise und die Führungsetage mit den Komplikationen umging, die während der letztjährigen Playoffs nach einer simplen Lumbalpunktion auftraten und ihn kurzzeitig in Lebensgefahr brachten, kein bisschen einverstanden war, könnte bei seiner Weigerung, von seinen finanziellen Vorstellungen auch nur im Geringsten abzuweichen, eine nicht zu verachtende Rolle gespielt haben. Hometown Discount nach der Aktion? Nicht mit Deng. Ohne Vertragsverlängerung war für die Bulls natürlich klar: Deng wird im kommenden Sommer Unrestricted Free Agent. Die Gefahr, ihn ohne jeglichen Gegenwert zu verlieren, war real und bestimmte das weitere Handeln in der windigen Stadt. Deng war weg. Blieb nur noch die Frage nach dem Wie, Wann und Wohin.

Was dieser Trade definitiv signalisiert, ist ein strategisches Umdenken bei den Bulls, die ihren Blick zum ersten Mal nach vorne gerichtet haben, anstatt sich von Jahr zu Jahr zu hangeln (kommt einem wie mindestens zehn vor, obwohl es nur zwei waren) und die Truppe, die man um Rose herum zusammen gebaut hatte, um jeden Preis beisammen zu halten. Natürlich wäre es toll gewesen, einen 100% fitten und explosiven D-Rose, flankiert von Deng, Joakim Noah, Carlos Boozer, Taj Gibson, Jimmy Butler und X, im Rematch mit den Miami Heat zu erleben. Der Wunsch, die Vergangenheit mit anderem Endergebnis wieder aufleben zu lassen, blieb aber immer nur das: ein Wunsch.

Mit diesem Trade geht Chicago in den “soften Rebuild”. Der starke Kern mit Rose, Noah und Butler, der bleibt unverändert. Ohne Deng und den prompt entlassenen "Neuzugang" Andrew Bynum (zu AB später mehr) spart Chicago einen gewaltigen, achtstelligen Millionenbetrag ein. Ebenso wichtig wie Dengs/Bynums Gehalt, das nun für immer aus den Büchern getilgt ist, sind aber die Mehreinsparungen in Form von weg fallenden Luxussteuern (und das Vermeiden der Restriktionen, die den Handlungsspielraum von Wiederholungs-Steuersündern massiv einschränken). Alles in allem geht man in Chicago von mehr als 20 Millionen Dollar aus, die durch diesen Deal auf die hohe Kante gelegt werden konnten. Auch nicht zu verachten: anstatt wie bisher in den Luxury Tax Topf einzubezahlen, erhalten die Bulls in dieser Saison sogar noch Geld von jenen Klubs, die sich um die grünen Scheine nie wirklich sorgen müssen - Schätzungen zufolge immerhin weitere zwei bis drei Millionen Dollar für die Franchise des oft knausrigen Reinsdorf.

Sportlich wird dieser Trade natürlich riesige Konsequenzen haben für eine Mannschaft, die in den letzten drei Saison knapp 70% seiner regulären Partien gewann: Deng war in Rose' Abswesenheit der wichtigste Bulle. Ohne ihn, und da aus Cleveland kein personeller Gegenwert westwärts kam, wird sich Thibodeau in Zukunft vermehrt auf Veteran Mike Dunleavy und Rookie Tony Snell verlassen müssen. Natürlich wird keiner von beiden Dengs Produktion ersetzen können. Dunleavys moderater Deal macht ihn außerdem zu einem weiteren wichtigen Tradechip im Spielkoffer des Managements, in dem auch noch der Kirk Hinrich Knopf liegt. Ein größerer Dominostein, der aber erst im Sommer fallen wird (es sei denn, jemand nimmt ihn schon im Februar ab, was völlig gaga wäre): Carlos Boozer. Der Reboundspezialist spielt zwar nicht schlecht, ist aber hoffnungslos überbezahlt (noch 32 Mio. $ bis 2015) und damit einer der letzten zwei verbliebenen (realistischen) Amnesty-Kandidaten in der NBA.

Bei all dem Talent-Aderlass, den die Bulls hier erleiden, und obwohl klar ist, in welche Richtung sich das Management entwickeln will: Thibodeau wird alles daran setzen, den Playoff-Platz, auf dem sich die Bulls derzeit befinden (14-18, Platz 6 im Osten), bis zum Schluss zu verteidigen. Dass es für diese Franchise jetzt natürlich mehr Sinn machen würde, sich nach unten durchreichen zu lassen, steht in krassem Gegensatz zu Thibs "Wir haben immer genug für ein W"-Mantra. Warum es aber Sinn machen würde, weiss sogar der Coach: die Draft-Picks, die man in diesem Trade erhielt (einen potentiellen 1st Rounder aus Sacramento, der Top-12 und danach drei Jahre lang Top-10 geschützt ist, bevor er sich 2017 in einen 2nd Rd. Pick verwandelt; zwei 2nd Rd. Picks aus Portland in 2015 und 2016; sowie die nicht zu verachtende Option, 2015 mit Cleveland die Plätze zu tauschen, solange die nicht in der Lotterie landen), der künftige Draft-Pick aus Charlotte (ab 2016 ungeschützt), der eigene Erstrundenpick, die Rechte am Spanier Nikola Mirotic (der die Euroleague in Grund und Boden spielt) plus der potentielle Max-Spielraum unter dem Salary Cap (bei Boozers Amnestierung) garantieren im Prinzip einen rapiden Weg zurück an die Spitze der Eastern Conference.

Risiken bleiben trotzdem: Cap Space und Draft Picks gewinnen bekanntlich keine Spiele. Im schlimmsten Fall landet keines der Anlagegüter, die man für Deng erhielt, in der ersten Draft-Runde. Und, wenn alle Stricke reißen, wird Rose nie wieder ein Team tragen können. Zusätzlich wirkt auch hier wieder der bittere Beigeschmack einer Bulls-Franchise nach, der schon Michael JordanScottie Pippen und Phil Jackson vorwerfen mussten, sich nie richtig um die "eigenen Leute", um die Gesichter des Klubs zu kümmern, sondern "die Firma" immer über alles zu stellen und jegliche persönliche Note vermissen zu lassen. Deng, einer der dienstältesten Bulls aller Zeiten (nur vier Spieler vor ihm hatten je mehr als neun Saisons in Rot-Weiss bestritten), hätte behalten werden können - und wollen. Chicago aber sah hier die einmalige Gelegenheit, nach vorne zu preschen, und schlug in Form von Bynums Deal, der ihnen auf einen Schlag 20 Millionen Dollar gut schrieb, letztendlich zu. Der Trade musste am Montag abgewickelt werden, um Bynum am Dienstag entlassen zu können - dem letzten Tag bevor die vollen 12 Millionen für 2013/14 garantiert einrasteten.


Schon vor Wochen konntet ihr hier an dieser Stelle nachlesen, wieso es mit den Bulls in der uns lange bekannten Contender-Form endgültig vorbei sein würde. Die Frage nach potentiellen Abnehmern in einem möglichen Deng-Deal wurde von unserem Bulls-Mann damals so beantwortet: "Als Alternative bliebe ein Trade. Dummerweise ist der Absatzmarkt für Ein-Jahres-Verträge in jüngster Vergangenheit nahezu komplett verschwunden... Logischerweise wird es problematisch, anderen Teams junge Spieler abzunehmen, während Dengs Vertrag nur noch ein Jahr läuft. Man müsste also bei Teams anfragen, deren GMs sich auf dem Schleudersitz befinden und Moves durchziehen würden, die einfach nur Cleveland sind. Wieso also nicht gleich Cleveland?"

Und siehe da: Cleveland es wurde. Die Cavaliers, das hatte ich mehrfach betont, operieren in dieser Saison unter der forschen Direktive von Dan 'Comic Sans' Gilbert, der heuer nur ein einziges Ziel im Auge hat: die Playoffs! Alles andere, jegliche Umwege, hohe Picks in der nächsten Lotterie (die für Cleveland eigentlich immer gut anfangen, bis zum eigentlichen Pick) oder Trades, bei denen Veteranen gegen zukünftige Anlagegüter getauscht würden, stehen in Ohio nicht zur Disposition. "Playoffs oder Nichts" sagt Gilbert, und die Angestellten müssen liefern. Bisher war die Saison tatsächlich Nichts bei den Edelmännern, die mit 11-23 Siegen auf einem peinlichen 13. Rang in einer historisch miesen Eastern Conference rangieren und acht ihrer letzten neun verloren haben.

Viele Probleme der Truppe von Mike Brown sind hausgemacht, vom miesen Angriff (natürlich völlig überraschend unter Brown, ich weiss) über interne Querelen (Dion Waiters und Bynum als Stinkstiefel, wen wundert's?) hin zu monumentalen Draft-Busts (Warum bekommt Anthony Bennett eigentlich keine Möglichkeit, sich in der D-League das letzte bisschen Würde zurück zu erkämpfen?). Und trotz all dieser Baustellen verbreitete bisher nichts mehr Horror als die Small Forward Position der Cavaliers. Earl Clark und Alonzo Gee kommen auf 9.6 Punkte und 1 Assist pro Spiel bei 38% FG - zusammen genommen! Kein anderes Team stellt, auf egal welcher Position, ein nur annähernd so inkompetentes Rotations-Tandem auf's Parkett. Clark und Gee verteidigen nicht, sie treffen ihre Würfe nicht, sie können nicht kreieren, sie gehen nicht an die Linie... mit "unter aller Sau" wären ihre Leistungen noch zu blumig umschrieben.

Enter Deng-Man. Ein gigantisches Upgrade auf der Position, die in Cleveland am dringendsten verbessert werden musste, aber nicht irgend ein x-beliebiges Upgrade, sondern eines vom Kaliber All-Star. Dengs 19 Punkte und 3.7 Assists pro Abend sind für ihn neue Karrierebestleistungen. Dazu greift er 6.9 Rebounds pro Abend und trifft 82% seiner Freiwurfversuche, während er den besten Flügelspieler des Gegners checkt - wenn es sein muss, auch über 48 Minuten. Alles, was Clark und Gee nicht können - Plays machen, sich in der Mitteldistanz den eigenen Wurf erarbeiten, gut verteidigen, Fouls ziehen - schafft Deng durchschnittlich bis sehr gut. Nur drei Spieler in der gesamten NBA legen in dieser Saison mindestens 19 Punkte, 6.5 Rebounds, 3 Assists und 80% von der Linie auf: Deng, Kevin Durant und Kevin Love.

Der Brite ist beileibe kein Superstar. Ich persönlich hätte ihn in den letzten beiden Jahren noch nicht einmal ins All-Star Team gewählt, wohlwissend um seine Rolle und vor allem seine Wichtigkeit in Chicago. Und ich lehne mich auch heute nicht allzu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte: Deng wäre noch nicht einmal eine gute zweite Option bei einem Championship-Aspiranten. Dazu hat er hat schon so viele Minuten akkumuliert (Platz 1 bei den MPG in '12/13 und '11/12, Platz 4 in '10/11, Platz 8 in dieser Saison), dass die Sorgen um seine langfristige Haltbarkeit nicht unter den Teppich gekehrt werden können. Aber Deng ist ein Profi, einer der ultimativen in der National Basketball Association. Er lässt lieber Taten sprechen als Worte, geht immer mit gutem Beispiel voran und hängt sich immer voll rein. Chicago wurde besser, viel besser, als Deng dort ankam.

Für einen Klub wie Cleveland, dem seit LeBron James' Abgang eine Verlierermentalität anhaftet und wo junge, impulsive Spieler den Ton angeben, ohne jemals gelernt zu haben, was Professionalität in der NBA ausmacht, könnte Deng das fehlende Bindeglied zwischen Talent und einer erwachseneren, erfolgreicheren Zukunft sein. Nicht nur, dass er das seit der "Decision" gigantisch klaffende Loch auf der Drei endlich schliesst. Er gibt Franchise-Spieler Kyrie Irving auch den dringend benötigten Handlanger in der Offensive, rückt die vielen soliden Rotations-Puzzleteile an die richtige Stelle (Irving-Miles-Deng-Thompson-Varejao vor Jack-Waiters-Clark-Bennett-Zeller), gibt Coach Brown den Lockdown-Verteidiger am Perimeter, gibt der Cavs-Organisation Reife und eine Richtung, die zuvor vermisst wurde.


Die Playoffs sind nach wie vor das große Ziel in Ohio, und ein gesundes Duo Irving/Deng katapultiert diesen Haufen endgültig dahin. Der Rückstand auf Platz acht beträgt mickrige drei Siege, der auf Platz fünf nur 4.5 Siege. Sobald die neuen Rollen im Team klar verteilt sind, sollte ein Push nach dem All-Star Break ausreichen. Wie die Saison endet, und vor allem, wie es danach weiter geht, wird letztendlich Ausschlag geben über die wahre Effektivität dieses Trades für Cleveland. Die Idee, den verlorenen Sohn James im Sommer zurück in seine Heimat zu locken, war nie von besonders hohen Erfolgsaussichten umsäumt. Deng ist die perfekte Konzessionslösung. Geld für eine lukrative Vertragsverlängerung in der von ihm gewünschten Größenordnung (4 Jahre/60 Mio. $) ist jedenfalls vorhanden.

Ob er im Sommer aber tatsächlich seine Unterschrift unter einen neuen Deal setzen wird, darüber hat Cleveland keine Kontrolle. Die vielen Picks, die man nach Chicago geschickt hat, könnten also im schlimmsten Fall verschleudert worden sein, für ein mehrmonatiges Leasing ohne den gewünschten Langzeiteffekt. Aber das sind eben die Risiken, die man als General Manager eingehen muss und sollte, vor allem wenn der Aktienschrank so prall gefüllt ist mit Draft-Picks und jungen Talenten wie hier. Chris Grant, der Cavs-GM, ist ohnehin nicht dafür bekannt, am Draft-Tag oder als Team-Architekt besonders intelligente Entscheidungen zu treffen. Als Tradepartner hingegen hat er schon mehrfach bewiesen, dass er a) seinem Gegenüber die Fellmütze über die Ohren ziehen kann (zum Beispiel, als er Mo Williams zu den LA Clippers schickte und dafür Baron Davis' Vertrag und einen künftigen Erstrundenpick einsackte. Der Clippers-Pick landete zufällig auf der #1 und wurde zu Kyrie Irving) und b) sich gegen Investitionen gut abzusichern weiß.

So geschehen im Fall Bynum - ein retrospektiv genialer Schachzug vor dieser Saison, der durch die immens smart aufgesetzten Vertragskonditionen zumindest einen sehr begehrten Tradechip generierte, der Pau Gasol oder Richard Jefferson hätte einbringen können, durch den man aber letztendlich sogar einen All-Star Small Forward an Land ziehen durfte, der unter normalen Umständen wohl nie in Cleveland gelandet wäre. Die Gefahr, dass der Deng-Trade seine letzte Amtshandlung ist, schwebt für Chris Grant zwar mit - aber da er im April die Playoffs erreichen muss, um überhaupt seinen Job zu behalten, war es das Risiko allemal wert.

Ein paar letzte Wörtchen, weil versprochen, zu Bynum: Wir werden wohl nie erfahren, was in seinen letzten paar Tagen/Wochen in Cleveland wirklich vorgefallen ist. Das Team lobte ihn und seine Arbeitsmoral stets in höchsten Tönen, nur um ihm dann kurz vor der Deadline von einem Tag auf den anderen "schädigendes, asoziales Verhalten" vorzuwerfen. Dass die Cavs wohl einfach nur keine Lust hatten, für mittelmäßige Produktivität volle 12 Millionen Dollar auszubezahlen, dürfte ein Hauptgrund dafür gewesen sein, dass man etwas Handfestes brauchte, um Bynum vor die Tür zu setzen. Die Chicago Bulls entließen ihn bekanntlich sofort.

AB ist nun 48 Stunden "on waivers", Teams könnten Gebote für seine Dienste abgeben. Realistischer jedoch ist, dass er die Offerten, die bis zum Wochenende auf seinem Handy eintrudeln, nach Spielzeit, Kohle und Championship-Chancen sortiert und dann eine Entscheidung treffen wird - vorausgesetzt, Teams mit ernsthaften Ambitionen erachten einen chronisch verletzten, kniegeschädigten, enigmatischen, unbeweglichen Big Man mit dokumentierten Motivationsproblemen und unterdurchschnittlichem Game (8.4 PPG und 5.3 RPG bei 41% FG in 20 MPG) als Lösung für was auch immer es ist, das sie verbessern möchten. Ich jedenfalls würde die Finger von ihm lassen. Es sei denn, ich wäre Friseur.


nbachef meint: Vorteil Cleveland - aber nur, wenn Deng im Sommer verlängert