07 Februar 2014

Sebastian Dumitru | 6. Februar, 2014    @nbachefkoch






Das Teilnehmerfeld für den diesjährigen Dunk Contest beim All-Star Wochenende in New Orleans steht fest: Titelverteidiger Terrence Ross von den Toronto Raptors wird von den drei All-Stars Paul George (Indiana Pacers), John Wall (Washington Wizards) und Damian Lillard (Portland Trail Blazers) bedrängt werden. Harrison Barnes (Golden State Warriors) und Ben McLemore (Sacramento Kings) runden das starke Feld ab.

Wer meinen Reaktions-Tweet missinterpretiert haben sollte: ich war tatsächlich positiv überrascht, so viel Starpower im nach wie vor beliebtesten Wettbewerb am All-Star Samstag wieder zu finden. Drei All-Stars im Dunk Contest? Das hat es in der NBA seit 1988 nicht mehr gegeben, als Michael Jordan, Dominique Wilkins und Clyde Drexler in Chicago durch die Gegend flogen. Paul George zählt schon länger zu den spektakulärsten Dunkern seiner Generation und kann mit Power und Finesse punkten. John Wall attackiert den Ring ohne Rücksicht auf Verluste. Damian Lillard stopft in-game nicht sehr häufig (nur acht Dunks bisher), aber wenn, dann mit Schmackes. Harrison Barnes hat sich schnell einen Namen als einer der gefürchtetsten in-your-face Dunker und Posterizer der Liga gemacht. Rookie Ben McLemore riss dank seiner Luftakrobatik mehrfach die Fans aus ihren Sitzen. Und Terrence Ross gewann nicht nur vergangenes Jahr, sondern zeigt auch in regulären Saisonspielen, dass er da oben der rechtmäßige Erbe von 'Air Canada' ist.

Für spektakuläre Aktionen dürfte dank dieses hungrigen 23-und-jünger Feldes also gesorgt sein. Für noch mehr Spannung wird das völlig neue Format des Bewerbs sorgen: zum ersten Mal werden die Teilnehmer in Teams gegeneinander antreten (in richtigen Teams, nicht wie letztes Jahr) und am Ende neben dem von Fans per Voting bestimmten Einzelsieger diesmal eine komplette 'Dunk Champions' Mannschaft stellen. Das Feld ist aufgeteilt in Ost (Ross, George und Wall) gegen West (Lillard, Barnes und McLemore).

In Runde eins ist "Freestyle" angesagt: die Dunker beider Teams werden jeweils 90 Sekunden Zeit haben, um so viele Dunks zu zeigen, wie sie können - ähnlich wie beim Korblegerkreislauf nach Stoppuhr. Das Siegerteam, das hier von den Punktrichtern bestimmt wird, wählt aus, ob es in Runde zwei anfangen möchte oder nicht. In Runde zwei, der "Battle-Runde", geht es dann Dunker gegen Dunker, wieder aufgeteilt nach Conferences. Auch hier greifen die Punktrichter ein und ernennen je einen Sieger. Wer verliert, scheidet aus. Wer gewinnt, bleibt drin. Diejenige Conference, die als erstes drei Head-to-Head Duelle zu seinen Gunsten stopft, sichert sich den ersten Team-Slam-Dunk-Pokal der All-Star Historie.

Meine Einschätzung: Definitiv mal was anderes, und ein dringende benötigte Veränderung in einem Contest, der in den letzten Jahren zur absoluten Farce verkam. Alles zog sich ewig hin, Spieler vergaben freie Dunks am Fließband und die Verwendung von Gimmicks parodierte sich selbst. Ich habe oft gelärmt, aber 2014 könnte für uns alle endlich Besserung bringen. Das neue Format verspricht zwei Dinge: Speed - und damit automatisch mehr Spannung vor den Schirmen. Und Qualität. Vor allem die Freestyle-Runde dürfte ein absolutes Highlight werden. Auch das anschließende One-on-One mitsamt nervenzerreissendem Elimination-Druck gefällt mir sehr gut. Jeder wird sein A-Game bringen müssen. Ich tippe auf den Osten und Paul George. Wen habt ihr?