13 Februar 2014

Dusan Veljkovic | 13. Februar, 2014





Etwas mehr als die Hälfte der Saison ist vorbei und mit dem All Star Wochenende in New Orleans steht eines der Highlights in 2014 an. Aus Sicht der Kings wird „nur“ Ben McLemore am neu formierten Dunk Contest für den Westen auflaufen. DeMarcus Cousins war als potentieller All-Stsar hoch gehandelt worden, aber schaffte es weder im Fanvoting noch über die Coaches ins West-Team. Er ist aber nicht der einzige im starken Westen und kann dafür jetzt die freien Tage nutzen, um seine Verletzungen auszukurieren.

NBA 3.0
Das haben wir schon beim Verkauf der Kings an Vivek Ranadivé vom jetzt ehemaligen NBA Commissioner David Stern gehört: "NBA 3.0." Was uns dabei erwartet konnte man am 25. Januar beim Heimspiel gegen die Indiana Pacers sehen: Die Fans konnten das Geschehen auf dem Court durch die mit Google Glass ausgerüsteten Cheerleader, Reporter, Maskottchen Slamson und Spieler hautnah miterleben.

Mitte Januar gaben die Kings außerdem bekannt, künftig die virtuelle Währung Bitcoin zu akzeptieren. Sie sind damit die erste professionelle Sportfranchise überhaupt, die diesen Schritt geht. Software-Entwickler Vivek Ranadivé macht die Kings zum Vorreiter für die NBA 3.0, das Projekt von Neu-Commissioner Adam Silver.

Wenn wir schon beim neuen Commissioner sind, die Kings hatten die Ehre ihn am 5. Februar beim Heimspiel gegen die Toronto Raptos begrüssen zu dürfen. Es war sein erster Besuch als neuer Commissioner der NBA. Hauptgrund dafür waren die Pläne zur neuen Arena, die in Downtown Sacramento entstehen soll. Nach dem Spiel gab sich Silver begeistert von den Plänen und der Vision bei diesem Projekt.

Das Gebiet 'Sacramento Downtown Plaza' umfasst 1,5 Millionen Quadratmeter. Entstehen sollen neben der neuen, gut 20.000 Plätze umfassenden Arena auch Verkaufsflächen für neue Läden, neue Büroräume, Hotels und Wohnhäuser. Das Projekt wird knapp 450 Millionen Dollar kosten, von denen die Stadt Sacramento 258 Millionen und die neue Ownership der Kings den restlichen Anteil übernehmen wird. Zum Season Opener 2016/17 soll die neue Arena offiziell eröffnet werden. Ich zumindest freue mich auf die neue Bude und hoffe auf einen etwas aufgeweckteren Namen als heute (Sleep Train Arena).

Tradekings
Die Kings gehören zwar wieder zum Bodensatz der Liga, aber in Sachen Trades waren sie bisher Spitze. Neu GM Pete D'Alessandro war fleissig und fädelte schon zwei Trades mit insgesamt neun involvierten Spielern ein. Dazu nahm er das Telefon nicht vom Ohr und führte dauernd Gespräche mit seinen Kollegen.

Die Trading Deadline ist nur noch ein paar Tage entfernt, und ein Name der schon lange in Sactown herum geistert ist Andre Miller. Der Veteran wurde von den Klumpen aus den Rockys fallen gelassen wie eine heisse Kartoffel und wäre genau das, was den Kings fehlt: ein erfahrener Veteran von der Bank, der den Spielaufbau übernehmen kann und Isaiah Thomas unter seine Fittiche nimmt.

Da die Nuggets nach einem First Rounder Ausschau halten und der King Pick Top-10 protected in Chicago weilt, könnte ein solcher Tauschhandel schwierig werden. Auch, weil viele Teams an Miller interessiert sind und die Wünsche der Nuggets viel eher erfüllen könnten als Sacramento.

Ein weiterer Name der dieser Tage immer mal wieder auftaucht ist Luke Ridnour von den Milwaukee Bucks. Die würden nach katastrophaler Saison alles abstoßen, was nicht jung ist und Potenzial hat. Ridnour hat sich in seinen elf Jahren in der Liga als guter Rollenspieler gezeigt und würde den Kings weiterhelfen, die Bank aufzuwerten. Da er auch einen auslaufenden Vertrag hat ist das Risiko gering und der Preis klein. Die Bucks wären wohl schon mit einem Früchtekorb zufrieden.

Auf dem Tradeblock der Kings steht weiterhin alles was nicht auf dem Namen Cousins, Thomas, McLemore oder Rudy Gay hört. Die Kings werden zur Deadline also vermutlich noch einmal ihren Kader verändern. Wie das aussehen wird kann man noch nicht wirklich sagen, denn auch der Gay-Trade kam aus dem Nichts.

Gay-Trade und seine Folgen
24 Stunden nach meinem letzten Blog platzte die Bombe: Gay zu den Sacramento Kings getradet! Die erste Reaktion war eine Mischung aus Erstaunen und Schock. Alle erklärten damals die Toronto Raptors als Sieger dieses Deals und fragten sich, was sich die Kings dabei gedacht hatten... mich eingeschlossen. Ich wollte am 9. Dezember 2013 Masai Ujiri schon zum GM des Jahres küren, da Gays Vertrag als untradebar galt und er als einer der ineffizientesten Spieler der Liga. Ein Egoshooter und Capfresser. Keine der 29 Franchises in der Association würde sich diesen freiwillig ans Bein binden wollen, ausser eben dieser einen Franchise aus Zentral-Kalifornien.

Heute, drei Monate später, ist alles anders. Klar, die Kings sind weiter am Tabellenende und die Defense weiter löchriger als ein Schweizer Käse. Trotzdem sind die Königlichen in Purpur keine Laufkundschaft mehr und sorgten schon für die ein oder andere faustdicke Überraschung, unter anderem mit Siegen gegen die Champs aus Miami, die Rockets (zwei Mal), Suns (zwei Mal), Trail Blazers, Mavs, Nets und Bulls - allesamt sichere Playoff-Teams.

Die Kings haben jetzt ihre eigene Version der Big Three mit Cousins, Gay und Thomas. Sie tragen dieses Team. Dazu spielt Gay den effizientesten Basketball seiner Karriere. Ja, genau der Rudy Gay! Man glaub es kaum, aber seine Zahlen als King überzeugen: 20.9 PPG (Career High), 5.7 RPG, 3.3 APG (Career High), 1.4 SPG, 0.7 BPG, 50% FG (Career High), 33% Dreier, 84% FT (Career High) und ein PER von 20.9 (ebenfalls Career High). Seine 41 Punkte beim Sieg gegen die New Orleans Pelicans Mitte Januar waren nicht nur eine neue persönliche Bestleistung sonder demonstrierten auch, wie ein perfektes Gay-Spiel aussehen kann.



Eines der Beiwerke des Trades das auf den Namen Quincy Acy hört konnte bisher auch überzeugen. Quincy Wer? Ja, das ist der Power Forward mit dem James Harden Gedächtnis Bart und der Glatze. Ein Energizer, der sich immer reinhängt, einen Powerdunk pro Spiel auflegt und den die Fans schon ins Herz geschlossen haben. Auf Facebook wurde auch schon eine Umfrage gestartet für einen Spitznamen für Acy. Mein Favorit: The Bearded One. Der dritte Neuzugang aus Toronto, Aaron Gray ist gross, massig und weiss - seine Qualifikation für die NBA.



Und sonst so?
Ansonsten ist alles beim Alten in Sacramento. Man wird die Saison zwischen Platz 13 und 15 im Westen beenden. Je nachdem, wann und ob Kobe zurück kommt und den Lakers noch den ein oder anderen Sieg beschert, die Jazz mit Trey Burke noch für die ein oder andere Überraschung sorgen und die Big Three der Kings überhaupt gesund bleiben können, ist sogar Platz 15 drin. Ohne Cousins und Gay, die sich beide bei der Niederlage in Houston am 22. Januar verletzten, driftete die Kings völlig ab und verloren sieben Spiele in Folge.

Carl Landry kehrte am 19. Januar beim Gastspiel in Oklahoma City zurück. Nach Hüftverletzung, OP und 4 Monaten Pause wirkte der Forward, wenig überraschend, noch stark eingerostet. Sobald der Rost abgearbeitet ist, wird Landry die Kings-Bank verstärken und im Frontcourt dringend benötigte Tiefe und Härte verleihen.

Für die verbleibenden 29 Partien der regulären Saison dürfen wir uns auf das ein oder andere Upset gegen ein Spitzenteam, Cousins' Double Doubles, Rudys Effizienz, Thomas' Dribblings und ein paar Alley-oops und Top 10 Plays freuen. Um mehr als Spielpraxis kann es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gehen. Dazu wird mindestens eines dieser Ereignisse auch noch eintreffen: minimum noch ein weiterer Trade zur Deadline, Career Nights von Jimmer Fredette, Marcus Thornton oder McLemore, und noch mindestens ein Gastspiel von Derrick Williams bei Shaqtin'-A-Fool. In diesem Sinne: Stay safe, Kings Nation!