24 Oktober 2014

24. Oktober, 2014   |  Marc Lange  @godzfave44


Basketball, Baby! Nach monatelangem Stillstand, belanglosem Smalltalk und noch belangloserem Preseason-Gewürge geht es ab Dienstag endlich mit der echten, der richtigen, der einzig wahren NBA-Saison los  - pünktlich zu unseren Previews:

Flashback
57-25, Western Conference Semifinals

Plus
Spencer Hawes, Jordan Farmar, Chris Douglas-Roberts, Ekpe Udoh, Jared Cunningham, Joe Ingles, C.J. Wilcox, Owner Steve Ballmer, Assistant Coaches Sam Cassell, Lawrence Frank & Mike Woodson

Minus
Darren Collison, Danny Granger, Carlos Delfino, Radoslav Raduljica, Ryan Hollins, Jared Dudley, Willie Green, Owner Donald Sterling

Was ist Neu?
Nicht sonderlich viel. Die Clippers setzen für die kommende Spielzeit auf eine eingespielte Mannschaft mit lediglich gezielten Verstärkungen. Ein Blockbuster Trade/Signing gab es in dieser Off-Season  nicht. Das Spotlight gehörte diesbezüglich eindeutig den Cavaliers aus Cleveland – zumindest was die Akteure auf dem Parkett betrifft. Die Clippers hingegen konnten eeeeendlich, mit Hilfe der ganzen Liga (und einigen Anwälten), Donald Sterling in die Knie zwingen und einen Verkauf der Mannschaft an Neu-Häuptling Steve Ballmer unter Dach und Fach bringen. Somit kann sich Lob City zukünftig wieder 100 Prozent auf Basketball konzentrieren. Und dieser könnte 2014 / 2015 von recht erfolgreicher Natur sein. Aber dazu in den folgenden Punkten mehr. 

Beste Addition
Spencer Hawes... „Hallo Spencer!“ Der ehemalige Center der Sixers und Cavs gibt den Clippers die dringend benötige Frontcourt-Tiefe. Mit seinem zukünftigen Spacing für Blake Griffin und einem respektablem 3-Punkte-Wurf ist Hawes das perfekte Gegenstück zum defensiv-orientierten Reboundmonster DeAndre Jordan. Speziell im Hinblick auf die Playoffs könnte Hawes ein X-Factor für die Clippers werden. 

Rising Star
DeAndre Jordan... Vom eindimensionalen Dunker zum Rebound-König und legitimem DPOTY-Anwärter: DeAndre Jordan hat eine beeindruckende Entwicklung unter den Fittichen von Doc Rivers vollzogen. Behält man im Hinterkopf, dass die beiden erst seit einem Jahr zusammenarbeiten und DJs Potenzial noch immer nicht komplett ausgeschöpft ist, kann dem Rest der Liga angst und bange werden. Kriegt der Defensivanker von Lob City sein chronisches Freiwurfproblem wenigstens ein bisschen in den Griff (mehr als 50 Prozent und alle Clipper-Anhänger machen drei Kreuze) und lernt 1-2 effektive Bewegungen im Post, könnte aus dem Superstar-Duo in Los Angeles ganz schnell ein Trio werden. 

Falling Fast
Matt Barnes... Der Name Matt Barnes stand die letzten Jahre für Toughness und Defense. Grundsätzlich tut er das auch heute noch. Allerdings nicht mehr auf demselben Level, wie in der Vergangenheit. Speziell in der Defensive geht dem ehemaligen Kettenhund häufiger die Puste aus. Hinzu kommt ein Offensivspiel, auf das man sich nicht verlassen kann: In den letzten Playoffs fabrizierte der Starter auf der SF-Position  schwache Quoten aus dem Feld sowie von der Dreipunkte- und Freiwurflinie (42%, 31%, 68%). Barnes wird zu Beginn der Saison allerdings weiterhin gesetzt sein, da momentan erstklassige Alternativen schlicht und ergreifend fehlen. 

Good News
+ Blake Griffin: BG hat, wie jede Offseason, weiter hart an sich gearbeitet und nun sogar einen Dreipunktewurf in sein offensives Arsenal aufgenommen. Wenn dieser Modellathlet jetzt auch noch anfängt seinen Gegenspielern konstant Dreier um die Ohren zu hauen, steht die Saison der Clippers unter einem guten Stern. 
+ Jamal Crawford: Dass J.Crossover im Sommer mehrere Hallen mit Offensivfeuerwerken abgebrannt hat (darunter zwei 50+ Punkte-Spiele hintereinander) macht Hoffnung, dass er es im Spätherbst seiner Karriere noch einmal allen beweisen will. 
+ Steve Ballmer bringt jede Menge Enthusiasmus und eine Gewinner-Mentalität als Owner nach Los Angeles. Ohne das Sideline-Drama bezüglich Donald Sterling ist der Fokus somit wieder auf die Mission Meisterschaft gerichtet.

Bad News
- Nach seinen heroischen Leistungen in den vergangenen Playoffs verlässt Premium Backup Point Guard Darren Collison Los Angeles in Richtung Sacramento. 
- Unglücklicher Draft Pick: Mit C.J. Wilcox wurde ein weiterer Shooting Guard dem Roster hinzugefügt. Nicht wirklich logisch wenn man bedenkt, dass er hinter Redick, Crawford, Douglas-Roberts und Bullock kaum Minuten sehen wird.   
- Die Big Man Rotation lässt nach wie vor zu wünschen übrig - vor allem im Vergleich mit den anderen Schwergewichten im Westen

Man on the Spot
Doc Rivers... Nachdem alle wichtigen Säulen des Teams gehalten werden konnten, war die Vertragsverlängerung mit Doc Rivers ein absoluter No-Brainer. Mit einem Kern aus Griffin, Paul, Jordan, Crawford und Redick wird der Trainerfuchs diese Saison jedoch beweisen müssen, dass mehr als die Conference Semifinals möglich sind. Der ehemalige Meistertrainer der Celtics steht dieses Jahr also auch gehörig unter Druck. Denn es gibt keine Ausreden, keinen Sterling, mehr. Auf dem Papier sind die Clippers eigentlich schon seit letzter Saison ein Titelkandidat. Rivers Erfahrung und Können als Coach sind somit gefragter als je zuvor und alles andere als eine (Western Conference) Finals-Teilnahme wäre im Lager der Clippers wohl eine herbe Enttäuschung.

KGDCG
Hedo Turko…lu…go…guloglu... Fragt mich nicht was er in diesem Roster soll, das sind Dinge, die wir vom Psychiater des Doc Rivers erfahren müssen. Hedo ist eine Inspiration für jeden Basketballer im Ruhestand. Ihr seid nicht irrelevant! Ihr könnt es auch noch schaffen!

Stat-Salat
109.4 Offensivrating - Die Clippers stellten die beste Offensive der vergangenen Saison. Chris Paul hatte großen Einfluss auf diesen Wert. Wenn er nicht auf dem Parkett stand, fiel das Offensive Rating um ganze 5 Punkte und die eFG% von 54,0% auf 50,8%.

Was fehlt?
Damit es wirklich zum ersten Ring der Vereinsgeschichte reicht, ist ein Upgrade auf der Small Forward-Position eigentlich unabdinglich. Mit Barnes, Ingles und Turkoglu ist man auf der 3 arg dünn besetzt und wird häufig gezwungen sein auf Smallball-Aufstellungen auszuweichen. Allerdings sind Redick oder Crawford als Small Forwards auch bei weitem keine Ideallösungen. Vielleicht lässt sich aber während der Saison noch ein geschickter Trade einfädeln, um einen effektiven 3-&-D Guy nach Los Angeles zu locken.   

Check 1,2
Feinjustierung für den letzten, großen Schritt? Der Westen ist hart umkämpft und am Ende werden es die kleinen Dinge sein, die den Unterschied ausmachen. Genau an diesem Punkt orientierten sich die Verantwortlichen der Clippers für die kommende Saison. Mit Spencer Hawes wurde die perfekte Frontcourt-Ergänzung verpflichtet. Jordan Farmar bringt jede Menge Erfahrung ins Team und ist ein solider Ersatz für den abgewanderten Darren Collison. Und Doc Rivers tüftelt weiter an seinem Lieblingsprojekt in Form von DeAndre Jordan. In Kombination mit dem Superstar-Duo Griffin und Paul sowie Premium-Shooter J.J. Redick und Offensivphänomen Jamal Crawford wirkt eine weitere Playoffteilnahme, gelinde gesagt, äußerst wahrscheinlich.

Doch wie geht es dann weiter? Ist Lob City gegen die wirklich dicken Brocken im Westen für 7-Spiele-Serien gerüstet? Die Antwort lautet: ja! Docs Jungs haben in den letzten Jahren bittere Erfahrungen in der Post-Season gesammelt. Es wurden falsche Entscheidungen getroffen und Fehler gemacht. Doch bekanntermaßen lernt man aus Fehlern. Das können die Clippers diese Post-Season unter Beweis stellen. Denn bereits Winston Churchill erkannte: „Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.“

Chef-Orakel
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Stat-Salat via @TwoWayGame
KGDCG aka. 'Keep Getting Dem Checks' Guy via @sch_rom & @nbachefkoch