28 Oktober 2014

28. Oktober, 2014   |  Tobi Mannhart  @TobeyTen


Basketball, Baby! Nach monatelangem Stillstand, belanglosem Smalltalk und noch belangloserem Preseason-Gewürge geht es ab Dienstag endlich mit der echten, der richtigen, der einzig wahren NBA-Saison los - pünktlich zu unseren Previews:

Flashback
50-32, Playoff-Runde eins

Plus
Jordan Adams (R), Vince Carter (DAL), Jarnell Stokes (R)

Minus
Ed Davis (LAL), Jamaal Franklin, James Johnson (TOR), Mike Miller (CLE

Was ist Neu?
Ja, was ist neu in Memphis? Hier geht es nicht unbedingt um den Roster, sondern um die Männer außen rum. Nach der letzten Saison holte Besitzer Robert Pera zum Rundumschlag aus. Er feuerte Stu Lash und verärgerte somit CEO Jason Levien. Dieser packte die Koffer und überließ die sportliche Führungsriege mehr oder weniger dem Chef persönlich und Stats Guy John Hollinger. Das war aber noch nicht genug. Auch Rookie Coach Dave Joerger sollte eigentlich die Koffer packen und war schon zu Vertragsgesprächen in Minnesota. Allerdings waren die Wolves nicht bereit, zwei Zweitrundenpicks nach Memphis zu schicken und Joerger bleibt überraschenderweise, aber auf jeden Fall verdient, Coach der Grizzlies. Für die sportliche Leitung wurde mit Chris Wallace eine interne Lösung gefunden, die nun den Posten des GMs ausfüllt.

Beste Addition
Vince Carter... Die beste Addition auszumachen ist bei den Grizzlies nicht schwer. Vince Carter wurde überraschenderweise aus Dallas geholt. Der schon etwas ältere Swingman bringt aber genau das mit, was Memphis braucht: Feuerpower von der Bank und Dreier. In Dallas legte er in der letzten Saison in 24 Minuten starke 12 punkte auf, nahm fast fünf Dreier pro Spiel und verwandelte diese mit einer Trefferquote von knapp 40%. Dazu bringt er noch mehr Leadership in eine schon gefestigte Topmannschaft. Alles in allem ist Vince Carter trotz seines fortgeschrittenen Alters die perfekte Addition für die Bären.  

Rising Star
Wie immer, wenn ich das Wort „Star“ höre, dann gibt es für Memphis eigentlich nicht wirklich eine passende Assoziation. Der Star ist schon seit Jahren das Team und die Gesamtheit. Und genauso wenig wie es einen „Star“ gibt, so gibt es keinen „Rising Star“. Die Rookies scheinen gute Anlagen zu haben, allerdings werden sie wohl kaum die NBA im Sturm erobern und auch in der Starting Five oder auf der Bank gibt es eigentlich keinen Spieler, von dem man mehr erwarten kann als in den letzten Saisons. Daher mein Kandidat für den Rising Star: Chris Wallace. Die Verpflichtung von Carter war schon ein extrem guter Move. Wenn er es jetzt schafft noch einen Toptrade einzufädeln und eventuell sogar Marc Gasol halten kann, dann ist er mein „from zero to hero“ Kandidat der GMs.

Falling Fast
Robert Pera... Als innovativer Neudenker und frischer Wind wurde er gepriesen, allerdings scheint es, als ob seine Arbeit bisher doch eher als unbefriedigend zu bewerten ist. Lionel Hollins wurde gefeuert, damit endlich sein Mann Dave Joerger ans Ruder kommen konnte, nur um ein Jahr später auch seinen Posten in Frage zu stellen.  Der Verschleiß im Front Office wurde schon genannt und die Verlängerung mit Z-Bo war einem so verdienten Spieler auch unwürdig. Ich möchte gar nicht daran denken, wie sehr man sich seine Zukunft verbauen kann, wenn die Personalsituationen um die besten Spieler des Teams, Mike Conley und Marc Gasol, in den nächsten beiden Jahren ähnlich schlecht gehandelt werden.

Good News
+ Zach Randolphs Verlängerung: Z-Bo ist der Fanliebling und harmoniert mit Gasol wie kaum ein anderes Big Men Duo in der NBA. Es war ganz wichtig mit ihm zu verlängern.
+ Ein echter Sixth Man: Vince Carter poliert die Bank auf und verleiht einem der schlechtesten Reserveteams endlich Firepower.
+ Quincy is back: Unsere wichtigste Waffe jenseits der Dreierlinie kommt nach einem Jahr zurück und in jedem Fan wächst die Hoffnung, dass Tayshaun Prince zum Bankdrücker degradiert wird.

Bad News
- Dreierkönige sind wir immer noch nicht: Auch mit Quincy und Vince werden wird wohl kaum vom abgeschlagenen letzten Platz in puncto verwandelte Dreier zu Golden State 2.0 mutieren.
- Das Team wird nicht jünger: Z-Bo, Prince, Allen und Carter befinden sich auf den Zielgeraden ihrer Karrieren. Pessimisten würden bezweifeln, dass sie noch so tragende Rollen wie bisher ausfüllen können und vor allem verletzungsfrei bleiben werden.  
- Marc Gasols Vertrag läuft aus: Geht Marc, geht der Erfolg, geht Conley, geht alles kaputt. Sollte es Phil Jackson tatsächlich schaffen, dass er Marc Gasol zu den Knicks holt, so verlieren wir unseren wichtigsten Spieler nächstes Jahr. Daher kann es für mich nur heißen: 5 Jahre Maximalvertrag, Herr Wallace. Bitte! Haltet den Jungen!

Man on the Spot
Mike Conley... Es wird sehr viel von Mike Conley abhängen. Jeder weiß eigentlich, was Tony Allen, Zach Randolph und Marc Gasol im Stande zu leisten sind. Mike Conley befindet sich aber immer noch in der Entwicklung. Kann er endlich sein Potential ausnutzen und sich von „einem der unterbewertetsten Point Guards der Liga“ zu einem wahren Franchise Player entwickeln? Wohl kaum… Aber wenn er alles aus sich herausholt, so könnte das Duo Gasol-Conley vielleicht wertvoller als so mancher sogenannter „Franchise Player“ sein.

KGDCG
Tayshaun Prince... Tayshaun ist aus Compton.... "B*tch Betta Have My Money!"

Stat-Salat
33 Siege fuhren die Grizzlies nach Marc Gasols Rückkehr am 14.01. bis zum Saisonende ein. Kein Team kam auf mehr Siege in diesem Zeitraum.

Was fehlt?
Die Frage nach dem „Was fehlt“ muss wohl in anderen Previews ausführlicher behandelt werden. Bei den Grizzlies schreibe ich gebetsmühlenartig jedes Jahr exakt die gleiche Leier: Wir haben weder einen Star, noch genug Schützen. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen. Man hat eine starke Truppe und sollte sich auf seine Stärken, nicht auf die fehlenden Elemente konzentrieren.

Check 1,2
Schaut man sich das Team jetzt mal genauer an, so kann man eigentlich frohen Mutes in dies neue Saison gehen. Das Verletzungspech der letzten Saison wird uns hoffentlich nicht wieder einholen und wir können das Jahr gesund angehen. Sollte das der Fall sein, kann einfach alles erreicht werden. Klar, die Chance auf einen Ring ist nicht besonders groß; wer hätte allerdings vor ein paar Jahren diesem Mavs Team die Meisterschaft zugetraut. 

Es bleibt dabei: Niemand will die Grizzlies als Gegner in den Playoffs. Man hatte die Thunder am Rande einer Niederlage und wurde ein Opfer der Umstände. Die Spurs wurden schon vor ein paar Jahren rausgeworfen. Und die Clippers aka Memphis Erzfeinde wurden erst vor zwei Jahren in den Playoffs eliminiert. Man hat also in jüngerer Vergangenheit die drei Topfavoriten im Westen schon einmal geschlagen, warum sollte das mit diesem, wieder einmal verbesserten Kader nicht noch einmal möglich sein? 

Und wenn man es aus dem Westen schafft, dann ist alles möglich. Das Team verspricht auf jeden fall wieder eisenharte Defense und Grit and Grind Basketball vom Feinsten. Außerdem ist man durch die Draft und Free Agency so tief wie fast noch nie besetzt. Man darf also auf Großes hoffen. #believe #GnG  

Chef-Orakel
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Stat-Salat via @TwoWayGame
KGDCG aka. 'Keep Getting Dem Checks' Guy via @sch_rom & @nbachefkoch