28 Oktober 2014

28. Oktober, 2014   |  Philipp Landsgesell  @Phillyland


Basketball, Baby! Nach monatelangem Stillstand, belanglosem Smalltalk und noch belangloserem Preseason-Gewürge geht es ab Dienstag endlich mit der echten, der richtigen, der einzig wahren NBA-Saison los  - pünktlich zu unseren Previews:

Flashback
49-33, Playoff-Runde eins

Plus
Tyson Chandler, Raymond Felton, Chandler Parsons, Richard Jefferson, Greg Smith, Al-Farouq Aminu, Jameer Nelson, Charlie Villanueva

Minus
José Calderon, Vince Carter, Shawn Marion, DeJuan Blair, Wayne Ellington, Shane Larkin, Samuel Dalembert

Was ist Neu?
Nach Platz Acht in der Vorsaison und dem knappen Ausscheiden gegen den späteren Champion aus San Antonio, wollen die Mavs dieses Jahr mehr. Mit Tyson Chandler holten sie den Ringbeschützer aus der Meistersaison 2010/2011 zurück. Ein Einverständnis, dass es ein Fehler war ihn damals gehen zu lassen. Nach den Absagen von Dwight Howard und Deron Williams, konnte mit Chandler Parsons endlich der erhoffte größere Namen per Free Agent verpflichtet werden, der die Lücke schließen soll, die Shawn Marion hinterlässt. Hat Cuban bei Parsons noch zu viel Geld ausgegeben, spart er diese mit zwei anderen Neuverpflichtungen. Mit Al-Farouq Aminu bekommen die Texaner einen sehr guten Verteidiger auf dem Flügel der zudem preiswert ist. Mit Jameer Nelson kommt ein Veteran auf der Aufbauposition, der ein Spiel lenken kann und zudem sicher Dreier trifft.

Beste Addition
Chandler Parsons... Der ehemalige Rocket passt perfekt in das Anforderungsprofil der Mavericks. Der 25-jährige kann seinen eigenen Wurf kreieren, ist als Ballhandler im Pick and Roll gefährlich und bestraft das Doppeln von Dirk Nowitzki im Post per Dreier (37% von Downtown). Da Dirk nicht jünger wird, muss er zusammen mit Monta Ellis einen größeren Anteil an der offensiven Produktion übernehmen, um den „Diggler“ zu entlasten. Mit seinem 46 Millionen Dollar Vertrag über 3 Jahre ist Parsons zwar überbezahlt, doch einen Restricted Free Agent zu holen ist anders nahezu unmöglich. 

Rising Star
Monta Ellis... Lange hatte Ellis das Image eines punktegeilen Scorers ohne Gewissen für gute Wurfquoten oder Erfolg. In Dallas scheint Ellis nun seine sportliche Heimat gefunden zu haben und beweist, dass gewinnen mit ihm möglich ist. Zusammen mit Dirk Nowitzki war er einer der besten One-Two Punches in der Vergangenen Saison. Vor allem das Pick and Pop spielte Ellis‘ Stärken beim Zug zum Korb dabei in die Karten. Ellis führte die Mavs in Minuten, Assists und Steals pro Spiel an und in den Playoffs war er mit 20 Punkten pro Spiel der beste Maverick. 

Falling Fast
Raymond Felton... Der Neuzugang aus New York verpasst mindestens die ersten vier Spiele für seinen neuen Club, nachdem er im Sommer wegen illegalen Waffenbesitzes schuldig gesprochen wurde. Da er auf schuldig plädierte, kam er um eine Gefängnisstrafe herum, muss aber eine Strafe von 5000 Dollar zahlen und zusätzlich 500 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten. Auch gesundheitlich läuft es für ihn nicht rund. Wegen einer Knöchelverletzung verpasste er einen Großteil der Vorbereitungen. Idealerweise bekommt er seine persönlichen Probleme in den Griff und kann die Chance nutzen, die ihm die Mavs bieten.  

Good News
+ Rick Carlisle. Seit 2008 ist der Taktikfuchs mittlerweile Trainer in Texas und steht wie Cuban oder Nowitzki  für die Kontinuität bei den Mavericks
+ Mit Monta Ellis, Chandler Parsons und Dirk Nowitzki haben die Dallas Mavericks eines der besten Trios in der Liga. Nowitzki wird durch die Ankunft von Chandler Parsons offensiv weiter entlastet und kann noch mehr als Spotup-Shooter fungieren.
+ Tiefe satt. Kaum ein anderes Team kann in der Breite soviel Qualität und NBA-Erfahrung auffahren wie die Mavericks - ein nicht zu verachtender Faktor in einer langen und kräftezehrenden Saison

Bad News
- Dallas spielt in der Western Conference. Der Westen ist in diesem Jahr wieder extrem umkämpft. Es braucht nur eine längerfristige Verletzung eines Schlüsselspielers und schon können die Playoffs in weiter Ferne rücken.
- Der Kader ist alt und verletzungsanfällig
- Die Defensive wird trotz der Rückkehr von Tyson Chandler nicht mal mehr ansatzweise auf Championship-Niveau agieren

Man on the Spot
Chandler Parsons... Der Neuzugang muss das Vertrauen rechtfertigen, das die Verantwortlichen mit dem Vertrag in ihn setzen. Hat er sich auch diesen Sommer verbessert oder sich erst einmal auf dem Geld ausgeruht? Die Mavs brauchen einen Parsons in Topform, um in der Western Conference ein Wörtchen mitzureden.

KGDCG
Ryamond Felton... Raymond! Wie hat er es überhaupt geschafft, nicht in den Knast zu wandern? Übrigens: Ein genialer Schachzug der Knicks, den Ray nach Texas zu schicken. Der hat dort alles was er braucht: Cowboys, Revolver, BBQ so viel der Junge verschlingen kann… ein Traum. Sympathischer können die Knicks nicht mehr werden. Achja, die Mavs. Die haben den Klotz jetzt am Bein, ne.

Stat-Salat
834 mal zog Monta Ellis in der vergangenen Saison zum Korb. Ligabestwert im SportVU Player Tracking. Seine Drives generierten 12,4 Teampunkte pro Spiel, ebenfalls Ligaspitze.

Was fehlt?
Backup Center. Chandler verpasste in New York knapp 40 Spiele über die vergangenen Jahre und die Mavericks können ihn defensiv nicht ersetzen. Wahrscheinlicher ist situationsabhängig eine Smallball-Lineup mit Dirk auf der Fünf und Parsons auf der Vier. Offensiv könnte die Aufstellung für viele Punkte sorgen, defensiv  zum Haare raufen. 

Check 1,2
Die vergangen Playoffs haben gezeigt wie stark die Mavericks sein können. Es war die einzige Serie bei denen die Spurs schlagbar aussahen und die Texaner waren sehr nahe an einem Upset dran. Doch das zählt diese Saison überhaupt nichts mehr. Der Westen ist umkämpft wie lange nicht mehr und eine seriöse Prognose über einen genauen Tabellenplatz ist kaum treffbar. Der längerfristige Ausfall von Kevin Durant bei den Oklahoma City Thunder könnte den Mavs helfen, einen Platz unter den ersten Vier zu ergattern, um dann in den Playoffs den wichtigen Heimvorteil auf ihrer Seite zu wissen. 

Die ersten beiden Plätze scheinen fest an die San Antonio Spurs und die Los Angeles Clippers vergeben, doch danach ist der Westen weit offen. Die Mavericks werden mit den Golden State Warriors, Oklahoma City Thunder, Memphis Grizzlies, Portland Trailblazers, Houston Rockets und den Phoenix Suns um die Platzierung in der Regular Season kämpfen. Die Mavericks müssen sich dieses harten Kampfes um die Playoff Plätze bewusst sein und jedes Spiel mit der nötigen Seriosität angehen. Eine längere Dürrephase wäre hingegen bereits verheerend. 

Chef-Orakel
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