28 Oktober 2014

28. Oktober, 2014   |  Frank Wegener  @Sympartysant


Basketball, Baby! Nach monatelangem Stillstand, belanglosem Smalltalk und noch belangloserem Preseason-Gewürge geht es ab Dienstag endlich mit der echten, der richtigen, der einzig wahren NBA-Saison los - pünktlich zu unseren Previews:

Flashback
34-48, Keine Playoffs

Plus
Ömer Asik, Jimmer Fredette, John Salmons, Luke Babbit, Russ Smith, Patric Young

Minus
Al-Farouq Aminu, Greg Stiemsma, Anthony Morrow, Jason Smith

Was ist Neu?
Die Offseason startete furios, indem man bekannt gab, Ömer Asik als neuen Starting Center aus Houston losgeeist zu haben. Wohlgemerkt ohne dafür Ryan Anderson abzugeben – der wie für die Rockets geschaffen wäre. Nein man entschied sich dafür, den 2015er First Round Pick nach  NASA Town zu verschiffen. Das Front Office stellt damit klar, es soll steil nach oben gehen, die Playoffplätze sollen diese Saison angegriffen werden. Da Scharfschütze Anthony Morrow die Pellies Richtung Oklahoma City verließ, musste Ersatz auf der Shooting Guard Position gesucht werden. Man verpflichtete Jimmer Fredette, der in den vergangenen Jahren bei Sacramento und in Chicago nicht überzeugen konnte. Die kümmerlichen Überreste von John  Salmons sollen die Lücke auf der Drei schließen, die der Abgang von Aminu hinterlässt. Luke Babbit stößt ebenfalls zum Team und soll  für mehr Gefahr von Downtown sorgen. Die Talente Russ Smith (PG) und Patric Young (PF-C) komplettieren den neuen Kader. 

Beste Addition
Ömer Asik... Ganz klar Ömer Asik. Der Center ist zwar offensiv arg limitiert, verändert aber die defensive Ausrichtung maßgeblich. Mit ihm an der Seite kann Anthony Davis sich nun intensiver auf 1 gegen 1 Defense konzentrieren, und muss hinten nicht den ganzen Laden zusammenhalten. Nebenbei hat es den Effekt, dass Davis auch mehr Kraft für die Offense aufspart, somit mehr scoren kann als bisher. Asik wird zudem mit seinem exzellentem Rebounding für deutlich mehr Possessions sorgen und die hungrigen Guards mit einigen Fastbreakpässen füttern.

Rising Star
Anthony Davis... Es ist einfach unheimlich, auf wie vielen Ebenen Anthony Davis mittlerweile dominiert. Egal ob Scoring, Rebounding, Blocking, Offense oder Defense, Davis ist überall auf dem Parkett zu finden und hilft den Pelicans wo er nur kann. Seine flinken Hände und sein Instinkt führen zu vielen gegnerischen Ballverlusten und mit seiner Schnelligkeit kann er problemlos coast to coast Fastbreaks laufen. Der Jumper fällt inzwischen butterweich und außerdem legt er weiterhin an Körpermasse zu, um im Lowpost effektiver scoren zu können. 

Falling Fast
Eric Gordon... Gordon war mal als Franchisplayer verpflichtet worden, nach nun drei Jahren im Big Easy macht sich Ernüchterung breit. Erst flirtet er mit den Phoenix Suns und einem Max Deal in Arizona und vergiftet den Lockerroom mit seiner öffentlichen Abneigung zur Franchise, dann verletzt er sich in regelmäßigen Abständen so sehr, dass er kein Faktor für das Team darstellt. Die miserable Defense, die er Abend für Abend zeigt (wenn er denn spielt), tut sein Übriges für seinen schlechten Ruf. Der Vertrag ist hoch dotiert, die erbrachte Leistung unterirrdisch. Das schlimmste: Man wird ihn nicht so schnell los.

Good News
+Mit Asik kann die Defense nur besser werden als die Jahre zuvor.
+Alle wichtigen Akteure sind fit
+Monty Williams und Anthony Davis sind um eine WM Erfahrung reifer

Bad News
- die Ersatzbank ist extrem dünn besetzt
- kein tauglicher Small Forward nach dem Abgang von Aminu. Das uninspirierende Experiment mit Evans auf der Drei geht also weiter.
- Verletzungsanfälligkeit der Protagonisten. Nur wenn alle Leistungsträger gesund bleiben, sind die Playoffs möglich

Man on the Spot
Jrue Holiday... Im letzten Jahr lange verletzt, konnte Jrue Holiday nur in Ansätzen zeigen wie wertvoll er für die Pelicans sein kann. In den 34 Spielen in denen er auf dem Parkett stand, hat er gute 39% von der Dreierlinie  getroffen und effektiv die Offensive geleitet (7,9 Assists). In der kommenden Spielzeit wünscht man sich konsequenteres Scoring (14,3 Pkt) von ihm und eine verbesserte Ballprotection (3,1 TO). Ebenfalls im Fokus steht Darius Miller. Es kann gut sein, dass er häufiger auf der Drei startet, da man Tyreke Evans von der Bank bringen sollte und John Salmons mit zunehmendem Alter keinen Platz mehr in einer Starting Five bekommen darf. Die Preseason hat aber auch gezeigt, dass Luke Babbit durchaus als alternative Drei spielen kann um mit seinem Wurf von Downtown für mehr flexibilität im Angriff zu sorgen. 

KGDCG
Eric Gordon... Für einen klitzekleinen Moment im Sommer 2012 hatte New Orleans die Möglichkeit, einen der verletzungsanfälligsten Spieler der NBA (durchschnittlich fast 30 verpasste Partien pro Profisaison) nach Phoenix ziehen zu lassen und Kohle einzusparen. Statt dessen setzte man sich einen der größten Albatrosse aller Zeiten auf den Kopf - als Hut. Muahahahaha!

Stat-Salat
26,5 lautete das Player Efficiency Rating (PER) von Anthony Davis in der letzten Saison. Kein Spieler hatte jemals im Alter von 20 Jahren einen höheren Wert, nicht einmal LeBron.

Was fehlt?
Schaut man auf die Starting Five denkt man sich: Ja, doch, durchaus ist diese Saison einiges möglich. Führt man sich aber vor Augen welche Verletzungsseuche in den vergangenen Jahren über die Hornets respektive Pellies hinübergerollt ist, wird einem schnell klar, es braucht dringend mehr Qualität auf der Bank. Die schon angesprochene SF Position ist nicht gut besetzt und dürfte Monty Williams häufig zum Experimentieren verführen.  Austin Rivers wird in der Rolle als Backup PG noch nicht warm und Eric Gordon ist und bleibt halt Eric Gordon. Hatte ich schon die Verletzungen angesprochen?!

Check 1,2
Das System von Monty Williams wird sich nicht großartig verändern. Hinten blocken bis der Arzt kommt, um nach vorne blitzschnell in den Fastbreakmodus umschalten. Gut, die Pace wird lange nicht auf Don Nelson Run & Gun Niveau sein, es wird nicht zwingend der schnelle Abschluss gesucht, da man mit Ryan Anderson und Anthony Davis gute Pick & Roll Spieler hat, und Holiday, Gordon und Evans für andere kreieren können. Dennoch darf man sich im Big Easy auf eine schnelle und athletische Spielweise gefasst machen. 

„Playoffs wir kommen!“, schallt es aus dem Frontoffice in New Orleans. So und nicht anders ist zumindest das Ziel für das Jahr 14/15 ausgegeben worden. Der Kader ist einfach zu teuer um eine weitere Saison abzuschenken und nicht wenigstens mal Playoff-Erfahrung zu sammeln. Besitzer und Manager sind sich also einig, was kann dann noch schief laufen? 

Na zum Beispiel, dass man leider immer noch in der starken Western Conference spielt und unglücklicherweise auch noch in der stärksten Division der Liga angesiedelt ist. Jeweils Vier Partien gegen San Antonio, Dallas, Houston und Memphis senken die Wahrscheinlichkeit auf eine positive Bilanz beträchtlich. Dann kommt auch noch der Umstand hinzu, dass der Osten langsam aber sicher aus dem Dornröschenschlaf aufwacht und man mit verbesserten Cavaliers, Bulls, Knicks, Hawks, Hornets, und Wizards rechnen muss. Ausweglos ist der Kampf um die Playoffränge aber sicher nicht. 

Chef-Orakel
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Stat-Salat via @TwoWayGame
KGDCG aka. 'Keep Getting Dem Checks' Guy via @sch_rom & @nbachefkoch