24 Oktober 2014

23. Oktober, 2014   |  Big Ben


Basketball, Baby! Nach monatelangem Stillstand, belanglosem Smalltalk und noch belangloserem Preseason-Basketball geht es ab Dienstag endlich mit der echten, der richtigen, der einzig wahren NBA-Saison los - pünktlich zu unseren Previews.

Flashback
29-53, Keine Playoffs

Plus
Caron Butler, Jodie Meeks, Joel Anthony, Spencer Dinwiddie, Cartier Martin, Aaron Gray, D.J. Augustin, Stan van Gundy (Head Coach), Jeff Bower (GM)

Minus
Rodney Stuckey, Chauncey Billups, Will Bynum, Josh Harrelson, Peyton Siva, Maurice Cheeks/John Loyer (Coach), Joe Dumars (GM)

Was ist Neu?
Alles und auch nichts. Mit dem neuen Coach van Gundy kommt frischer Wind in die ehemalige Autometropole. Diesmal dürfte der Übungsleiter mit etwas mehr Kredit ausgestattet sein, als sein Vorgänger, zumal er sich in der Liga einen Namen gemacht hat und einige Erfolge in seiner Vita vorzuweisen hat. Auch wenn sich am Personal einiges geändert hat, so sind die Eckpfeiler des Teams (leider) zusammengeblieben. Mit Andre Drummond hat man weiterhin einen der talentiertesten Center in den eigenen Reihen, mit Monroe und Smith aber weiterhin zwei andere Frontcourt-Akteure, die sich gegenseitig Platz und Spielzeit rauben. Das Experiment mit den drei Big Men ist gescheitert, eine Lösung für das hausgemachte Problem konnte dennoch nicht gefunden werden.

Ob van Gundy und Bower dieses Dilemma noch vor dem All-Star-Break lösen können, steht in den Sternen. In der Offseason wurde es verpasst einen der beiden Big Men (Monroe oder Smith, da Drummond als zukünftiges Gesicht der Franchise nicht getradet wird) gegen einen defensivstarken/vielseitigen Small Forward zu traden, obwohl mehr als genug davon auf dem Markt waren (Deng, Ariza, Parsons etc.). Immerhin bleibt die Hoffnung, dass durch den neuen Coach auch ein neues, erfolgreicheres Spielsystem installiert wird. (Vgl. Orlando Magic 2009).

Beste Addition
Stan van Gundy... Da der Kern des Teams zusammengeblieben ist und man sich nur in der Tiefe verstärkt hat, sehe ich die Verpflichtung des neuen Manns an der Seite als wichtigsten Neuzugang. Er muss aus einer Ansammlung von durchaus talentierten Spielern eine Einheit formen und ihr ein Spielkonzept verleihen, indem die Stärken zur Geltung kommen und die Schwächen kaschiert werden können. Wer wäre dazu besser geeignet, als der Mann, der die Orlando Magic bis in die Finals führen konnte?

Rising Star
Kentavious Caldwell-Pope... Der talentierte Shooting Guard hat in der letzten Saison gezeigt, dass er mit knallharter Defense und Hustle Plays wichtig für das Team sein kann. Da sein Wurf noch sehr wackelig war, fiel er in der Wahl zum Rookie of the Year weit nach hinten. In der Summer League und in der Preseason hat er jedoch gezeigt, dass er nicht nur durch gute Defense (was in Detroit immer gern gesehen wird) glänzen kann, sondern auch offensiv einiges zu bieten hat. Wenn er diese Leistungen in den Liga-Alltag übertragen kann, wird er Jodie Meeks einen harten Kampf um den Startplatz auf der Zwei liefern. 

Falling Fast
Caron Butler... Einst einer der besten Scorer und Small Forwards der Liga, ist der Altmeister nur noch ein Schatten seiner selbst. Nach seiner Verletzung in der Meistersaison der Mavs kommt er nicht mehr wirklich in Tritt. Ob er in Detroit durch Scoring von außen das Feld in die Breite ziehen kann, bliebt abzuwarten. Mit Singler, Datome und Smith stehen im drei Konkurrenten gegenüber, gegen die er sich durchsetzen müsste. Vor allem Singler hat gezeigt, dass er bereit ist mehr Verantwortung zu übernehmen. Ob Caron seinen 4,5 Mio $ pro Jahr noch gerecht werden kann, wird sich zeigen. 

Good News
+ Andre Drummond konnte bei der WM in Spanien internationale Erfahrung sammeln. Der Center hat eine gute Saison gespielt und gehörte bei Rebounds und Feldwurfquote zu den Besten der Liga. 
+ Mit Stan van Gundy an der Seitenlinie kann man hoffen, dass ein richtiges Spielsystem etabliert und die Defense gestärkt wird.
+ Die bisher miese Dreierquote (32,1% - Liga-Rank 29) wird durch die neuen Shooter nach oben korrigiert werden. 

Bad News
-  Das Problem um Monroe und Smith konnte trotz relativ entspannter Offseason nicht gelöst werden. Die beiden scheinen mit der Situation offen unzufrieden zu sein, was sich negativ auf die Teamchemie auswirken kann. 
- Trotz Drummond, Smith, Caldwell-Pope, Singler und Jennings bekommt man es nicht hin eine ordentliche Defense zu präsentieren. Hier muss van Gundy dringend einschreiten. Letzte Saison war die Zuordnung und die Rotation in der Abwehr eine Katastrophe. 
- An der Charity Stripe fühlen sich die Spieler der Pistons anscheinend nicht sehr wohl. 67% verwandelte Freiwürfe sind ligaweit der schlechteste Wert. Mit Drummond, Smith und Monroe hat man nicht die besten Freiwurfschützen im Team

Man on the Spot
Andre Drummond... Der Center gilt seit Jahren als großes Talent. Letzte Saison wusste er vor allem defensiv zu überzeugen. Mit 13,2 Rebounds pro Spiel hat er ordentlich aufgeräumt unter den Körben. Die 62% Feldwurfquote zeigen, dass er auch am anderen Ende des Spielfeldes effektiv sein kann. Lässt van Gundy wirklich wieder so spielen, wie zu seiner Zeit bei den Magic, wird Drummonds Rolle innerhalb des Teams nochmal steigen. Dieser Druck und die Anforderungen, sowie die hohen Erwartungen werden zeigen, ob er es schaffen kann in die Riege der Center-Elite aufzusteigen oder ob er mit dem Stempel „ewiges Talent“ behaftet bleibt. Mit seinen 21 Jahren hat er aber auch noch genug Zeit um sich zu entwickeln. Die Freiwurfquote (letzte Saison 41%) sollte sich aber noch der 60%-Marke annähern, damit er nicht mit einer Hack-a-Dre-Taktik schnell zum Schwachpunkt der Mannschaft in der Crunch-Time wird.

KGDCG
Brandon Jennings... 55 Punkte im siebten NBA-Spiel überhaupt... "Das muss doch irgendwie wieder zu knacken sein", denkt sich der extravagante Eigenbrötler seit 2009 und ballert weiter munter weiter, während Trefferquoten, Siegesanzahl und Moral seiner jeweiligen Teams immer weiter nach unten gehen. Zum Verteidigen brächten ihn die Pistons nur, wenn sie ihm seine Kohle wegnehmen wollten...

Stat-Salat
31,4% der Rebounds griffen sich die Pistons am Brett des Gegners - Ligabestwert und der Abstand zu den zweitplatzierten Grizzlies (28,3%) ist größer als der von den Grizzlies zum Ligadurchschnitt (25,5%). Hauptursache: Andre Drummond.

Was fehlt?
Ein Trade! So simpel wie das klingen mag, ist es leider nicht. Monroe war in den letzten Jahren das Gesicht des Wiederaufbaus und genießt bei einer breiten Fanbasis viele Sympathien. Da Smith jedoch nicht langfristig auf der 3 spielen kann, stehen sich die beiden im Weg. Es fehlt ein defensivstarker Allrounder auf der Small Forward Position, der den Dreier sicher trifft. Löst man dieses Dilemma nicht bald, wird Monroe ohne Gegenwert das Team verlassen, was wirtschaftlich gesehen schon schlimm genug wäre. Zieht sich die Posse jedoch durch die ganze Saison, dürfte es Gift für die Teamchemie sein. Beide Forwards haben in der letzten Saison schon mehrfach Kritik an der Situation geäußert.  

Check 1,2
Vieles hat sich nicht verändert. Die Probleme aus der letzten Saison sind noch immer vorhanden. Das Dilemma um die beiden Forwards ist ein Problem, aber nicht das einzige, das in Motown herrscht. Auf van Gundy kommt einiges an Arbeit zu. In der Preseason hat sich Detroit gut geschlagen, was aber nicht mit einer guten Form für die Saison verwechselt werden darf. 

Jennings muss noch mehr als Lenker und Denker des Spiels agieren, denn mit Augustin hat er ernstzunehmende Konkurrenz im Nacken. Der Kampf um den Startplatz auf der Zwei dürfte ebenfalls interessant werden. Meeks und Caldwell-Pope werden sich nichts schenken. Auf der Drei klafft die alte Problemstelle auf. Wer bekommt hier den Vorzug? Der gelernte Small Forward Kyle Singler hat in der letzten Saison und auch in der Preseason gezeigt, dass er durchaus mit dem Starting Spot umgehen kann. Der neue Coach muss eine geeignete Spielweise finden und die Stärken des Teams richtig einsetzen. 

Es stehen noch viele Fragen im Raum, auf die man zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer eine Antwort finden kann. Im Laufe der Saison wird sich zeigen, was van Gundy in einer Offseason alles verbessern und verändern konnte. Läuft alles perfekt, könnten die hinteren Playoffplätze erreicht werden. Da aber auch im Osten einige Teams stark aufgerüstet haben, dürfte dies kein leichtes Unterfangen werden. In Motor City heißt es also mal wieder: abwarten und Tee trinken. 

Chef-Orakel
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Stat-Salat via @TwoWayGame
KGDCG aka. 'Keep Getting Dem Checks' Guy via @sch_rom & @nbachefkoch