24 Oktober 2014

24. Oktober, 2014   |  Sebastian Seidel  @Sebastianchre


Basketball, Baby! Nach monatelangem Stillstand, belanglosem Smalltalk und noch belangloserem Preseason-Gewürge geht es ab Dienstag endlich mit der echten, der richtigen, der einzig wahren NBA-Saison los - pünktlich zu unseren Previews:

Flashback
48-34, Keine Playoffs

Plus
Isaiah Thomas, Tyler Ennis, Zoran Dragic, TJ Warren, Anthony Tolliver

Minus
Channing Frye, Ish Smith, Leandro Barbosa, Dionte Christmas, Emeka Okafor

Was ist Neu?
Die Phoenix Suns haben sich in ihrer Grundstruktur kaum verändert. Mit Tolliver und Warren kommen zwei Spieler die auf beiden Forward-Positionen agieren können. Trainer Jeff Hornacek wird sie wohl primär auf der vier einsetzen um weiter Small-Ball zu praktizieren. Durch ihren guten Wurf können sie gegnerische Big Man weit aus der Zone ziehen. Mit Isaiah Thomas konnten die Suns einen weitereren starken Guard verpflichten. Im Backcourt aus Bledsoe, Dragic und Thomas werden nun voraussichtlich immer mind. zwei Guards auf dem Feld stehen, die durch die Penetration zum Korb Lücken für ihre Mitspieler reißen können.

Beste Addition
Isaiah Thomas... Nicht nur vom spielerischen Können ist Isaiah Thomas für Phoenix die beste Addition des Sommers. Die Suns mussten für den kleinen Guard von den Kings gerade einmal 27 Millionen Dollar in 4 Jahren auf den Tisch legen. Wenn im Sommer 2016 dann der neue Fernsehvertrag greift und das Salary Cap in astronomische Höhen von bis zu 90 Millionen Dollar schießt, verdient Thomas gerade einmal 6.6 Millionen Dollar. Nicht schlecht für einen Guard, der in der letzten Saison einer von sechs Spielern war, die über 20 Punkte und 6 Assists aufgelegt haben. Die anderen fünf Spieler sind James, Curry, Westbrook, Harden und Irving.

Rising Star
Eric Bledsoe... Nach mehreren Jahren als Backup hinter Chris Paul konnte Eric Bledsoe im letzten Jahr endlich sein volles Potential ausschöpfen. In der Offensive übte er vor allem Gefahr durch seinen starken Drive zum Korb aus und zeigte auch einen deutlich verbesserten Dreipunktewurf. Er schraubte nicht nur seinen Punkteschnitt von 8.5 Punkte auf 17.7 Punkte hoch, sondern traf auch deutlich effizienter als in den Jahren zuvor. Auch als Playmaker zeigte sich Bledsoe leicht verbessert, allerdings passieren ihm immer noch zu viele Ballverluste. Der Anstieg im Offensivrating von 102 auf 110 zeigt nochmal seinen stark verbesserten Einfluss auf die Offensive seines Teams.
Doch als wäre Bledsoes offensiver Einfluss noch nicht gut genug, zählt Bledsoe auch noch zu den besten On-Ball-Verteidigern der Liga. In der Regel übernimmt er den besten Guard des gegnerischen Teams. Größtes Manko bei Bledsoe ist die Verletzungsanfälligkeit. Bleibt er allerdings fit, kann er auch im starken Westen in den nächsten Jahren zum Allstar reifen.

Falling Fast
Alex Len... Als fünfter Pick der Draft 2013 kam Alex Len zu den Phoenix Suns. Doch obwohl die Phoenix Suns die vermutlich beste medizinische Versorgung der Liga bieten, konnte Len lediglich in 42 Spielen auf dem Platz stehen. Seine magere Bilanz in diesen Spielen sind durchschnittlich 2 Punkte und 2.3 Rebounds in knapp 9 Minuten. Len passt außerdem als Lowpost-Center nicht in das Smallball-System von Jeff Hornacek, der lieber mit bis zu fünf Dreierschützen und sehr schnell spielen wollte. Nachdem Len im letzten Jahr Probleme mit seinem Knöchel hatte, plagen ihn dieses Jahr Probleme mit seinen kleinen Finger. Vermutlich wird er den Saisonstart auch dieses Jahr wieder verpassen.

Good News
+ Mit Eric Bledsoe wurde der beste Verteidiger und zweitbeste Offensivakteur der Suns gehalten
+ die neuen Verträge der Morris-Zwillinge und der von Isaiah Thomas sind billig und laufen bis 2018 bzw. 2019. Die Suns können entweder ein attraktives Tradepaket schnüren oder haben spätestens 2016 unglaublich viel Platz unter dem Salary Cap
+ der Kader der Suns ist vor allem auf der Point Guard Position und auf dem Flügel unglaublich tief besetzt

Bad News
- Ohne Channing Frye können die Suns vermutlich nicht mehr mit fünf Dreierschützen auf dem Feld spielen. Außerdem bildeten Dragic und Frye eines der besten Pick`n Roll-Duos der letzten Saison (Quelle).
- Tyler Ennis wird es schwer haben überhaupt Spielzeit zu sehen. Mit  Dragic, Bledsoe und Thomas hat er gleich drei sehr starke Point Guards vor der Nase. Ein Trade, bevor der Tradewert von Ennis sinkt, dürfte für beide Parteien das Beste sein.
- Auf den großen Positionen fehlt es an Tiefe im Kader. Alex Len hat sich noch nicht in der NBA bewiesen und passt nicht ins System. Bei TJ Warren wird abzuwarten sein ob er mit 2.03m überhaupt auf der Vier agieren kann. Anthony Tolliver ist defensiv für kaum ein NBA Team zu halten. Reicht es auf Miles Plumlee und die beiden Morris-Brüder zu bauen? Kann Markieff auf Center verteidigen?

Man on the Spot
Markieff Morris... ist in der nächsten Saison eine der interessantesten Personalien bei den Suns, denn er soll den Abgang von Channing Frye vergessen machen. Er wird vermutlich deutlich öfter in das Pick`n Roll involviert werden, als noch in der letzten Saison. Dazu wird Hornaczek versuchen ihn auch auf der Fünf vermehrt einzusetzen (Quelle: http://www.cbssports.com/nba/eye-on-basketball/24734473/suns-markieff-morris-jeff-hornacek-said-ill-play-center-a-lot). Ob er auch als Dreierschütze geeignet ist, wird sich im Saisonverlauf zeigen. Im letzten Jahr agierte Morris überwiegend aus der Mitteldistanz und nahm nur jedes zweite Spiel einen Dreier, die er mit 30% auch nur leicht unterdurchschnittlich traf.

KGDCG
Josh Childress... Der Josh... Eine haarige Reminiszenz an die alten Suns-Tage, die ihn 2010 für 33 Millionen aus Atlanta holten - und ihn dann amnestierten. Wirklich gechillt scheint ihn die ganze NBA-Kohle aber nicht zu machen: bei einem Ligaspiel in Australien vergangene Woche platzierte "J-Chill" einen Mortal Kombat Gedächtnis-Move am Gegner - und wird mit großer Wahrscheinlichkeit bald wieder amnestiert.

Stat-Salat
7,9 Punkte bei 100 Ballbesitzen war die Offensive der Suns besser, wenn Abgang Channing Frye auf dem Court stand. Durch sein Spacing wurden die Drives der Guards erst so gefährlich. Kann sein Abgang kompensiert werden?

Was fehlt?
Channing Frye. Der Big Man ermöglichte es den Suns mit fünf Dreierschützen zu spielen, konnte aber auch Center auf gutem Niveau verteidigen. Sein RPM-Wert (angepasstes Plus-Minus) von 5.09 zeigt welch großen Einfluss Frye auf die Suns hatte. Ob Markieff Morris in Zukunft diese Rolle ausfüllen kann ist noch fraglich.

Check 1,2
Die Phoenix Suns waren die Cinderella-Story der vergangenen Saison. Niemand hatte sie im Kampf um die Playoffs auch nur annährend auf dem Schirm. Dennoch dürfte es auch in diesem Jahr wieder schwer werden.

Der Abgang von Channing Frye wird den Suns sehr schmerzen und abzuwarten bleibt auch wie sich die vielen jungen Spieler im Kader noch entwickeln. Eventuell werden die Suns vielleicht ein junges Talent, wie Tyler Ennis oder einen Rollenspieer, wie Gerald Green, traden müssen um auf den großen Positionen noch einmal nachzurüsten.

Jeff Hornacek hat gezeigt, dass er ein Team führen kann und hat einen unfassbaren Teamgeist geschaffen. Im letzten Jahr schwebten die Suns auf einer Euphorie-Welle durch die Saison. Die Euphorie dürfte etwas abgeklungen sein und gegnerische Teams werden die Suns nicht mehr unterschätzen, sondern besser vorbereitet gegen sie spielen. Gerade deshalb ist ein guter Saisonstart für die Suns sehr wichtig. Schaffen sie es die positive Stimmung aus der letzten Saison zu übertragen, können sie vielleicht wieder ein Wörtchen um die Vergabe der Playoffplätze mitreden.

Langfristig gesehen sind die Phoenix Suns exzellent aufgestellt. Bis auf Goran Dragic, der im nächsten Sommer Free Agent wird, sind alle wichtigen Spieler der Suns zu guten bis sehr guten Konditionen bis mindestens 2018 unter Vertrag.

Chef-Orakel
45-37



Stat-Salat via @TwoWayGame
KGDCG aka. 'Keep Getting Dem Checks' Guy via @sch_rom & @nbachefkoch