25 Oktober 2014

25. Oktober, 2014   |  Güven Taş  @GuvenTas


Basketball, Baby! Nach monatelangem Stillstand, belanglosem Smalltalk und noch belangloserem Preseason-Gewürge geht es ab Dienstag endlich mit der echten, der richtigen, der einzig wahren NBA-Saison los  - pünktlich zu unseren Previews:

Flashback
44-38, Eastern Conference Semifinals

Plus
Paul Pierce, Kris Kardashian, DeJuan Blair, Rasual Butler, Damion James, Xavier Silas 

Minus
Trevor Ariza, Trevor Booker, Chris Singleton, Al Harrington

Was ist Neu?
Das 4:1 in den letzten Playoffs gegen Chicago macht Hoffnung. In Washington gibt es wieder erfolgreichen Basketball. Der letzte Triumph in einer Playoff-Runde lag fast zehn Jahre zurück (2005, ebenfalls erste Runde gegen die Bulls). Es ist schwer „The Truth“ und das Wort „neu“ in einem Satz unterzubringen, aber Paul Pierce könnte der entscheidende Neuzugang der Zauberer werden. Für den hochtalentierten Backcourt der Hauptstädter könnte der langjährige Kobold die Rolle von Gandalf einnehmen, um Frodo (John Wall) und Samweis (Bradley Beal) mit seiner Erfahrung, Toughness und Siegermentalität zu führen. Neben „Paul, dem Grauen“ kamen u.a. die Rollenspieler Kris Humphries und DeJuan Blair ins District of Columbia. Beide bekannt für ihre starke Arbeit am Brett.

Beste Addition
Paul Pierce... Es mag seltsam klingen, einen 37-Jährigen als beste Akquisition aufzuführen. In diesem Falle ist es aber berechtigt. Die beiden Flügelspieler Otto Porter, Jr. und Glen Rice, Jr. tragen (noch) zurecht ein „Junior“ in ihren Namen. Den beiden fehlt noch einiges an Erfahrung, um auf höchstem Level mitzuhalten. Und wer könnte da ein besserer Lehrer sein als der unverwüstliche Pierce!?

Rising Star(s)
Bradley Beal & John Wall... Mit den beiden Jungstars haben die Wizards einen beneidenswert guten Backcourt. Geht man nach ihren Rückennummern, stellen die beiden Guards einen großartigen 2-3-Punch. Die Harmonie in ihrem Game ist hervorragend. Besonders in den letzten Playoffs haben Sie dies eindrucksvoll bewiesen. Auch wenn sie sich nach hartem Kampf den Indiana Pacers beugen mussten, machten Sie deutlich, dass in Zukunft mit den Zauberern zu rechnen ist. Mit zunehmender Erfahrung wird sich dieses Duo in die NBA-Elite spielen. Zeit dafür haben Sie genug. Wall ist 24, Beal sogar erst 21.

Falling Fast
Paul Pierce... Moment mal, war der Kerl nicht gerade noch die beste Addition der Wizards? Yep! Für den Locker Room und die mentalen Aspekte des Spiels ist er das auch. Aber rein spielerisch ist der Routinier natürlich nicht mehr der produktive Spieler vergangener Tage. Gevatter Zeit macht eben auch vor der Wahrheit nicht Halt. Das ist jedoch nicht weiter tragisch. In Washington besteht seine Aufgabe vor allem darin, die jungen Hüpfer an der Hand zu führen. Dank der 16 Spielzeiten, die die Celtics-Legende auf dem Buckel hat, dürfte dies gut gelingen.

Good News
+ Bradley Beal. Der Shooting Star spielte im vergangenen Jahr bockstarke Playoffs. Kann er diese Form mit in die neue Saison nehmen, werden die Fans ihre helle Freude an ihm haben.
+ Randy Wittman. Seit knapp drei Jahren hat der ehemalige Shooting Guard sein Team kontinuierlich weiter entwickelt. Die Chemie zwischen dem Coach und den Spielern scheint zu stimmen.
+ Die Starting Five. Bereits letzte Saison gehörte sie zu den effizientesten der Liga. Die Lineup Wall – Beal – Pierce – Nenê – Gortat wird auch dieses Jahr rocken!

Bad News
- Trevor Ariza. Genau wie Beal spielte auch der schlaksige Latino fantastische Playoffs. Sein Abgang Richtung Houston könnte den Wizards noch wehtun, insbesondere in der Defense.
- Die Bank. Washingtons Starting Five gehört zum Besten, was die NBA zu bieten hat. Die Diskrepanz zur zweiten Garde hingegen ist zu groß. Da ist Verbesserungsbedarf, vor allem in der Tiefe.
- Verletzungen. Wall und Beal hatten in der Vergangenheit mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Der erneute langfristige Ausfall einer dieser Protagonisten würde die Zauberer aufgrund fehlender Alternativen empfindlich treffen.

KGDCG
Seit vier Jahren heisst es mittlerweile, dass Kevin Seraphin kurz vor seinem Durchbruch steht. So lange spielt der Franzose bereits in der NBA. Bisher passiert ist... nichts! Die Wizards haben ihn bereits aufgegeben (siehe die Humphries/Blair Zugänge im Sommer), müssen ihm in der neuen Saison aber dummerweise noch die verbleibenden Millionen des Qualifying Offers ausbezahlen. Danach ist er weg.

Stat-Salat
109 Corner Threes legte John Wall letzte Saison seinen Teamkollegen auf - 20 Assists mehr als der Zweitplatzierte LeBron James.

Man on the Spot
John Wall... Der athletische Point Guard von der Kentucky University ist und bleibt der Star der Mannschaft. In der letzten Saison blieb der ehemalige Wildcat endlich einmal gesund und absolvierte alle 82 Saisonspiele sowie alle elf in den Playoffs. Zur Belohnung gab es die erste Berufung ins Allstar Team. Er wächst immer mehr in die Rolle des Floor Generals hinein, was sich auch auf dem Parkett bemerkbar macht. Im Spielaufbau strahlt er mittlerweile eine gute Portion Ruhe und Übersicht aus. Und bei all dieser Qualität ist der Junge erst 24. The future belongs to you, John Boy.

Was fehlt?

Den Washington Wizards fehlt es an Qualität auf der Bank. Der offensive Output der Reservespieler war bereits in der vergangenen Saison erschreckend schwach. Martell Webster war mit 9,7 Punkten der mit Abstand beste Scorer der zweiten Reihe. Die Neuzugänge wie Kris Humphries und DeJuan Blair werden auch nicht gerade für ihre Offense gefürchtet. Ein Jamal Crawford oder Jarrett Jack würde dem Team sehr gut zu Gesicht stehen. Ein Spieler dieses Kalibers würde die Produktivität der Bank deutlich anheben und den Backcourt um Wall und Beal entlasten.

Check 1,2
„House of Cards“ ist nicht mehr länger die beste Show in der US-Hauptstadt. Nach Jahren im grauen Niemandsland der Tabelle, sind die Wizards dabei, in die Spitzengruppe der Association vorzustoßen. In der vergangenen Saison gelang nach fünf langen Jahren wieder der Einzug in die Endrunde. Der letzte Gewinn einer Playoff-Serie lag sogar fast eine Dekade zurück (2005).

Trotz dieser Erfolge sollte die Euphorie etwas gebremst werden. Die Gegner in den Playoffs waren zum einen eine Bulls-Mannschaft, die arg von Verletzungen gebeutelt war und auf ihren besten Spieler (Derrick Rose) verzichten musste. Zum anderen eine zerstrittene Pacers-Truppe, die mindestens ein Level schlechter spielte als noch zu Beginn und Mitte der Regular Season.

Qualitativ sind die ehemaligen Bullets gut aufgestellt, zumindest was die Starting Five angeht. Die Bank hingegen ist stark ausbaufähig. Sollte es nicht gelingen, die zweite Garde aufzupolieren, ist der Meister von 1978 nur eine schwere Verletzung von einem frühen Saison-Aus entfernt.

Im besten Falle erspielen sich die Hauptstädter mit 50+ Siegen Heimrecht in den Playoffs und stoßen mindestens in die zweite Runde vor. Bradley Beal leistet seinem Teamkollegen John Wall im Allstar Game Gesellschaft und Marcin Gortat bestätigt seine starken Leistungen auch nach dem „Contract Year“ in der letzten Spielzeit.

Chef-Orakel
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Stat-Salat via @TwoWayGame
KGDCG aka. 'Keep Getting Dem Checks' Guy via @sch_rom & @nbachefkoch