06 Oktober 2017

6. Oktober, 2017


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2017/18 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 17. Oktober die kommende Saison. Heute: die Charlotte Hornets.

von SEB DUMITRU @nbachefkoch

Flashback
36-46, keine Playoffs

Plus
Dwight Howard
Malik Monk
Michael Carter-Williams
Dwayne Bacon

Minus
Marco Belinelli
Miles Plumlee
Ramon Sessions
Brian Roberts
Briante Weber
Christian Wood

Was ist Neu?
Nach dem Erreichen der Playoffs in 2015/16 schrammte Charlotte zuletzt um Längen an der Postseason vorbei. Nur Rang zehn hat den Druck auf alle Beteiligten erhöht, in der kommenden Spielzeit den Kurs wieder zu berichtigen. Um unter die besten Acht im Osten zurück zu kehren, verpflichtete General Manager Rich Cho die in Ungnade gefallenen Dwight Howard und Michael Carter-Williams. Malik Monk kam mit dem elften Pick im Draft. Alle drei sollen den Kader vertiefen und in der Rotation von Steve Clifford wichtige Rollen einnehmen, um die starke erste Fünf zu entlasten und einen Absturz wie im Vorjahr (13-25 aus den letzten 38 Partien) zu verhindern.


Beste Addition
Malik Monk ...  Mag sein, dass Dwight Howards Einfluss in der kommenden Spielzeit grösser sein wird als der von Rookie-Guard Malik Monk. Der hat - im Gegensatz zu Howard - jedoch eine realistische Chance, nicht nur auf Anhieb Teil von Cliffords Rotation, sondern langfristig zu einem unverzichtbaren Bestandteil der neuen Hornets zu werden. Monks Qualitäten als Scorer sind ein mehr als willkommener Boost für ein in Punkto Scoring chronisch unfähiges Team. Egal, ob zunächst nur als Mikrowelle mit immergrünem Licht von der Bank, oder an der Seite von Walker auf der Shooting Guard Position… sobald der ehemalige Kentucky Wildcat bewiesen hat, dass er in der NBA mithalten kann, wird ihm Clifford alle Minuten zuweisen, die er händeln kann.

The Planet
Kemba Walker ... Der beste in New York City geborene NBA-Spieler (Carmelo Anthony ist alt) zeigte die bisher beste Saison seiner Karriere: 23,2 Punkte und 5,5 Assists im Schnitt katapultierten die “Wu-Tang Killa Bee” zum ersten Mal in ein All-Star Team. Walkers Sklls als Dribbler, Scorer und Pull-Up Schütze machen ihn zum wichtigsten Hornet. Obwohl es angesichts mehr Optionen und angepasster Spielphilosophie schwierig sein dürfte, die Statistiken aus dem Vorjahr zu duplizieren, hängt im Angriff erneut alles von Walkers Fähigkeit ab, Punkte für sich und seine Nebenleute zu generieren.

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Rising Star
Cody Zeller ... Zeller ist nicht nur ein Advanced Stats Liebling. Er ist der singulär wichtigste Indikator für die Erfolgschancen der Hornets. Ohne ihn verloren sie 17 von 20 Partien. Das Net-Rating der Startformation Walker/Batum/Kidd-Gilchrist/Williams/Zeller war das einer 50-Siege Mannschaft. Zeller überragt im Transition-Spiel, als effizienter Abroller sowie als Blocksteller, der den Ballführer befreit und so die Offensive initiiert. Wird seine essentielle Rolle von Howards Ankunft negativ beeinflusst?


Don’t Sleep! 
Dwayne Bacon ... Monk bekommt zurecht mehr Hype als Charlottes Zweitrundenpick von der Florida State Universität. Bacon kann aber auch was. Der McDonald’s All-American Wing erzielte in seinen zwei Jahren als Seminole 16,5 Punkte im Schnitt… Zahlen, die er in der Summer League bestätigen konnte (15,4 PPG bei 42% aus dem Feld). Auf beiden Flügelpositionen einsetzbar, wird Bacon während der langen Saison seine Chancen bekommen, Batum und Kidd-Gilchrist zu entlasten.

Beste Fünf
Walker – Batum – Kidd.Gilchrist – Williams – Zeller

Good News
+ Kemba Walker und Cody Zeller zählen zu den besseren Optionen auf ihren Positionen
+ Grosses, starkes Rebounding-Team, dass dank guter Individualverteidiger auch defensiv wieder überragen kann
+ Drei solide Additionen fürs Ende von Cliffords Rotation haben die Hornets zu einem der tiefsten Teams der Conference gemacht

Bad News
- Die Teamchemie hat noch nie davon profitiert, dass Dwight Howard im Mix war
- Batum, Williams, Howard und Carter-Williams haben ihre besten Tage hinter sich
- Zu wenig Shooting und schlechtes Spacing in fast jeder Lineup-Variation - erst recht nach Batums Verletzung, die ihn 2-3 Monate ausser Gefecht setzt.


Was fehlt?
Spacing und Shooting. Mit Howard, Kidd-Gilchrist, Carter-Williams und Zeller stehen bis zu vier Leistungsträger auf dem Parkett, die überhaupt nicht schiessen können. Auch Batum und Williams blieben zuletzt weit hinter ihren Möglichkeiten. Kein Hornet traf in der abgelaufenen Saison 40 Prozent seiner Versuche von Downtown. Ohne genügend Platz in der Mitte wird es Walker schwer haben, seinen letalen Drives anzubringen oder gegen seinen Mann zum Pull-Up Jumper zu tanzen.

Check 1,2
Funktioniert das Howard-Experiment hier? Zum vierten Mal in sechs Jahren will der ehemalige Elite-Center seine Karriere neu ausrichten. Seine Qualitäten als Rebounder und Verteidiger sind verbrieft; die als Team-Zerstörer ebenfalls. Clifford kenn ihn aber gut, wird den Big Man im Griff und motiviert halten. Charlotte gewann vor zwei Jahren 48 Partien. Eine Top-Sechs Platzierung im Osten wäre für gesunde Hornets kein allzu grosses Problem. Die neue Kadertiefe wird durch die Verletzung von Batum auf Anhieb getestet werden. Reicht es auch ohne Bestbesetzung für die Playoffs im schwachen Osten? Vermutlich.

Chef-Orakel
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