05 Oktober 2017

5. Oktober, 2017


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2017/18 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 17. Oktober die kommende Saison. Heute: die Miami Heat.

von SEB DUMITRU @nbachefkoch

Flashback
41-41, keine Playoffs

Plus
Kelly Olynyk
Bam Adebayo
AJ Hammons
Derrick Walton
Matt Williams

Minus
Luke Babbitt
Josh McRoberts
Willie Reed

Was ist Neu?
Ausser mehr Tiefe im Frontcourt: nicht viel. Pat Riley wollte im Sommer eigentlich Gordon Hayward verpflichten. Genügend Geld für den All-Star war da; dessen Wunsch, in Boston für seinen College-Coach Brad Stevens aufzulaufen, war jedoch stärker als der nach Palmen und Party am South Beach. Riley pumpte das Geld in Verträge für Dion Waiters, James Johnson und Neuzugang Kelly Olynyk. 52, 60 und 50 Millionen Dollar sind viel Geld für drei Rollenspieler, die weniger als ein Drittel ihrer kumulativ mehr als 1000 NBA-Partien von Beginn absolviert haben. Riley ist überzeugt, dass dieses Trio den Kader, der 30 seiner finalen 41 Partien in 2016/17 gewann, auf die nächste Stufe und zurück in die Playoffs katapultiert. Auch Justise Winslow ist nach schwerer Schulterverletzung wieder zurück.

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Beste Addition
Kelly Olynyk ...  Der Big Man enttäuschte in seiner vierten Saison mit den Boston Celtics, blieb jedoch ein brauchbarer Backup-Center. Den wird er exklusiv auch in Miami mimen. Um’s mit den Worten Rileys zu sagen: “Olynyk ist der perfekte Ersatzmann für Whiteside. Er und Bam Adebayo können dann zusammen spielen. Er ist ein guter Verteidiger. Er wird fitter werden, jetzt da er in Miami ist. Sein Spiel wird sich weiterentwickeln.” Olynyks solide Abwehrarbeit und Fähigkeit, den Dreier zu treffen, wird ihm weiterhin knapp 20 Minuten pro Abend zusichern.

The Planet
Goran Dragic ... Nach der besten Saison seiner Profikarriere, in der Dragic 20,3 Punkte und 5,8 Rebounds pro Partie auflegte, führte der Point Guard im Sommer seine Nationalmannschaft zu ihrer ersten Medaille bei einem internationalen Turnier überhaupt. Slowenien gewann Gold, vor allem dank Dragic, der nicht nur 35 Punkte im Finale erzielte, sondern mit 22,6 Punkten und 5,1 Assists im Schnitt zum Eurobasket-MVP gekrönt wurde. Den Schwung des besten Jahres seiner Laufbahn wird der 31-Jährige in die neue Saison nehmen, wo er auch weiterhin Miamis wichtigster Punktesammler, Vorbereiter und Anpeitscher bleibt.

Rising Star
Hassan Whiteside ... Miamis Center hat sich längst einen Namen als einer der besten seiner Zunft gemacht. Der Big Man führte die Liga beim Rebounding an, ein Jahr zuvor bei den Blocks. Der Riese dominiert in der Mitte dank seiner Krakenarme und einem soften Touch beim Sprungwurf. Riley und Coach Erik Spoelstra halten grosse Stücke auf den 28-Jährigen, der sich je nach offensiver Rolle zu einem 20/10 Biest entwickeln und sogar den Sprung ins All-Star Team schaffen könnte.


Don’t Sleep! 
Justise Winslow ... Der Flügelspieler absolvierte nur 18 Partien, ehe ihn ein Riss in der Schultermuskulatur die gesamte Saison kostete. Zuvor hatte Winslow 10,9 Punkte, 5,2 Rebounds, 3,7 Assists und 1,4 Steals aufgelegt - Werte, die Miami in siner nun dritten Saison vom 21-Jährigen erwarten wird. Seine Defensive ist seine Visitenkarte: gross, kräftig und bissig, kann Winslow problemlos drei Positionen checken. Wie gross seine Fortschritte als Shooter und sekundärer Spielmacher ausfallen, wird seine weitere Entwicklung entscheidend beeinflussen. Heat Nation hofft, dass ihn ein verlorenes Jahr nicht zu weit zurück geworfen hat.

Beste Fünf
Dragic – Waiters – Winslow – Johnson – Whiteside

Good News
+ Dragic ist in der Form seines Lebens und schon jetzt in Midseason-Form
+ Fantastisches Defensiv-Team mit sehr guten Individualverteidigern und smartem Gameplan
+ Makellose Teamchemie, Zusammenhalt, Einsatz und taktische Disziplin dank Spoelstras exzellentem Coaching

Bad News
- Miesestes Freiwurfteam der gesamten Liga (70,6 Prozent)
- Keine Starpower - lediglich eine Ansammlung von glorifizierten Rollenspielern
- Waiters und Johnson haben abgesahnt, Winslow war ewig verletzt… bekommen Dragic und Whiteside genügend Unterstützung von ihren Nebenleuten?

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Was fehlt?
Stars. Dragic dominierte bei der Europameisterschaft, zählte in der NBA allerdings nie zu den Besten auf seiner Position. Auch Whiteside kam aus dem Nichts, musste lange um Anerkennung als valider NBA-Center kämpfen. Dion Waiters und James Johnson spielten starke Saisons - allersdings jeweils in einem Vertragsjahr, für das sie angemessen abgesahnt haben. Die Gefahr einer Regression zur Mitte besteht. Fast jedes Team in der eigenen Conference bringt mehr individuelle Klasse aufs Parkett als die Heat.

Check 1,2
Viele Teams hätten nach ähnlich katastrophalem Saisonstart (11-30) den Kopf in den Sand gesteckt und aufgegeben. Miami kämpfte sich trotz personeller Ausfälle komplett zurück (30-11) und fast noch in die Playoffs. Am Ende fehlten null Siege gegenüber bilanzgleichen Chicago Bulls (41-41), die jedoch den Tiebreaker hatten. Auf Indiana und Milwaukee (42-40) fehlte ein Sieg, auf Atlanta (43-39) und Rang fünf nur zwei. Mit einer ähnlichen Marke nördlich der 50 Prozent liebäugeln die Heat auch in der kommenden Saison. Gesünder und tiefer als 2016/17, geht dieses disziplinierte, hart kämpfende Defensivteam mit guten Playoff-Aussichten in die anstehende Saison.

Chef-Orakel
43-39