05 Oktober 2017

5. Oktober, 2017


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2017/18 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 17. Oktober die kommende Saison. Heute: die Orlando Magic.

von SEB DUMITRU @nbachefkoch

Flashback
29-53, keine Playoffs

Plus
Jonathan Isaac
Arron Afflalo
Marreese Speights
Shelvin Mack
Jonathon Simmons
Adreian Payne
Khem Birch

Minus
Jeff Green
Jodie Meeks
C.J. Watson
Stephen Zimmermann

Was ist Neu?
Viel zu wenig, werden müde Magic-Fans ausrufen. Alle Leistungsträger aus der katastrophalen Vorsaison sind zurück; vier Veteranen in Arron Afflao, Jonathon Simmons, Marreese Speights und Shelvin Mack sollen den jungen Kern an- und das Team in die Playoffs treiben. Die wichtigste Neuerung fand im Front Office statt, wo Milwaukees langjähriger General Manager John Hammond die Zügel vom gleichermaßen plan- und erfolglosen Rob Hennigan übernommen hat. Die Vorstellungen von einer erfolgreichen Saison sind in Orlando die selben geblieben. Das schwache Spielermaterial leider ebenfalls.


Beste Addition
Jonathon Simmons ...   Der ehemalige Reservist der San Antonio Spurs avancierte unverhofft zum Unrestricted Free Agent, nachdem sein ex-Klub die Qualifying Offer zurückgezogen hatte. Orlando nutzte die Gelegenheit, um sich einen mehr als respektablen Veteranen für schlappe 18 Millionen Dollar in den nächsten drei Jahren zu sichern. Simmons brachte zwar nur 6,2 Punkte, 2,1 Rebounds und 1,6 Assists in 17,8 Minuten zustande. Auf 36 Minuten gerechnet liegen die NBA-Karriewerte des ehemaligen D-League Spielers bei soliden 13,3 Punkten, 4,2 Rebounds und 3,0 Assists. In Orlando wird er auf beiden Flügelpositionen zum Einsatz kommen und dank seiner Defense vielleicht sogar starten.

The Planet
Aaron Gordon ... Ein Planet, mehr wie Jupiter denn Merkur, repräsentiert Aaron Gordon dennoch so etwas wie Orlandos einzige Chance, aus diesem Konvolut von Mittelklasseprofis einen Rohdiamanten heraus zu filtern. Gordon lief lange auf der falschen Position auf; erst Serge Ibakas Trade nach Toronto schaufelte dem Highflyer Minuten auf seiner angestammten Vier frei. Dort brachte er es nach der All-Star Pause auf die bisher besten Splits seiner Karriere. Eine volle Saison in gewohntem Umfeld und mit klaren Aufgaben als Verteidiger/Energizer will Gordon nutzen, um sich nicht nur einen neuen Vertrag zu verdienen, sondern sich als Franchise-Anker aufzudrängen.

Rising Star
Elfrid Payton ... Es hat eine Weile gedauert, aber Elfrid Payton scheint in der Association angekommen zu sein. Der Point Guard mit der Fantasie-Frisur hatte nie den Luxus, mit brauchbaren und sein Spiel akzentuierenden Nebenleuten aufzulaufen. Orlando fehlte es in seinen jetzt drei NBA-Jahren stets an Shootern, die das Spielfeld breit und ihrem Spielmacher Platz für den Drive machen. Dennoch hat der 23-Jährige gelernt, sicher am Brett abzuschliessen, den Ball zu schützen und den Angriff Orlandos zu lenken. Zeit, an seinem Wurf zu feilen, hat Payton immer noch. Seine Freiwurfquote kletterte von 57 Prozent in seinen ersten zwei Jahren auf zuletzt 69 Prozent.


Don’t Sleep! 
Jonathan Isaac ... Der Rookie-Wing von der Florida State Universität projiziert als hochklassiger Rollenspieler, der offensiv und defensiv viele kleine Dinge erledigt, die nicht unbedingt im Boxscore auftauchen werden. Er ist enorm lang, kann den Ring beschützen und in der Defensive mehrere Positionen checken. Im Idealfall entwickelt sich Isaac schon als Rookie zu einem perfekten Tandem Partner von Gordon - einem Rashard Lewis Klon. Der erzielte in seinen besten Magic-Zeiten 18 Punkte im Schnitt.

Beste Fünf
Payton – Fournier – Ross – Gordon – Vucevic

Good News
+ Das neue Front Office fängt bei Null an. Alle Draft-Picks sind an Bord, die Latte hängt nach Vorgänger Hennigan sehr, sehr tief
+ Payton und Gordon zeigten nach der All-Star Pause Potenzial, dieses Team spielerisch anzuführen
+ solide Rollenspieler-Additionen in Afflalo, Speights, Simmons und Mack

Bad News
- In Offense und Defense gleichermaßen shit. Eines von nur vier Teams, die vorne und hinten keinen Plan hatten
- Eines der schwächsten Shooting Teams der NBA
- Der 29-Siege Kader vom Vorjar bleibt inklusive Schlüsselspieler unverändert

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Was fehlt?
Ein Franchise Player. Weder Gordon noch Payton noch Fournier noch Vucevic noch Rookie Isaac haben bisher unter Beweis stellen können, dass sie einen Klub anführen und Abend für Abend verankern können. Seit dem Abgang von Dwight Howard sucht Orlando vergeblich nach der einen Identifikationsfigur auf und abseits des Parketts. Machen wir uns nichts vor: in diesem Kader ist weit und breit niemand in Sicht, der in absehbarer Zeit in diese Rolle schlüpfen kann.

Check 1,2
Ein Hauch Stabilität kann nicht maskieren, was das neue Front Office unmissverständlich intendiert: alle Spieler stehen auf dem Prüfstand; selbiges gilt auch für Head Coach Frank Vogel, den das alte Regime vor einem Jahr verpflichtete. Welcher dieser wenig begeisternden Basketballer kann sich als mittel- bis langfristige Option in den Planungen der Klubführung halten? Sollten die Magic nicht bis zum Frühjahr im Playoff-Rennen bleiben, drohen weitere personelle Veränderungen. Das wäre, mit Blick aufs Talentlevel hier, vielleicht das Beste.

Chef-Orakel
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