03 Oktober 2017

3. Oktober, 2017


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2017/18 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 17. Oktober die kommende Saison. Heute: die Philadelphia 76ers.

von PHILIPP LANDSGESELL @Phillyland

Flashback
28–54, keine Playoffs

Plus
Markelle Fultz
J.J. Redick
Amir Johnson
Furkan Korkmaz
James Michael McAdoo

Minus
Sergio Rodríguez
Gerald Henderson
Tiago Splitter
Alex Poythress
Shawn Long

Was ist Neu?
Die Jahre des Tankings und des Verlierens scheinen in Philly vorbei zu sein. Mit Markelle Fultz und Ben Simmons stehen die beiden No. 1 Picks der vergangenen Jahren vor ihrem Debüt in der NBA.

In J.J. Redick haben die Sixers den langersehnten Shooter gefunden, der Simmons, Fultz und Joel Embiid genügend Raum auf dem Spielfeld schaffen sollte. Der ehemalige Clipper setzt auf sich und die Situation in Philadelphia und unterschrieb in der Offseason für ein Jahr in der Stadt der brüderlichen Liebe.

Beste Addition
J.J. Redick ...  Redick ist die erste namhafte Free Agency Verpflichtung der Sixers seit Elton Brand. Der Veteran schießt in seiner Karriere 41,5% von Downtown, vor zwei Jahren traf er sogar 47,5 seiner Dreipunktversuche. Mit der Präsenz von Joel Embiid unter dem Korb sowie dem Playmaking von Simmons und Fultz sollte Redick viele offene Würfe bekommen.


Acht oder neun Versuche von jenseits der Dreierlinie sollten Normalität sein. Nicht unwahrscheinlich ist es auch, dass der Duke-Alumni die Sixers in Punkte pro Spiel und Minuten anführen wird.

The Planet
Joel Embiid ... Ja, er stand nur 31 Spiele in der vergangenen Saison auf dem Parkett. Aber als er auf dem Parkett stand, hat der Kameruner ein Feuerwerk hingelegt. Sein riesiger Körper, den er mit einer Geschmeidigkeit eines Flügels über das Spielfeld bewegt, gepaart mit seinem einzigartigen Skillset, machen den Center zu einem dem am schwersten zu stoppenden Spieler in der NBA.

In nur 25 Minuten pro Spiel legte er 20,2 Punkte, 7,8 Rebounds und 2,5 Blocks pro Spiel aufs Parkett und das alles ohne jemals einen Spielrhythmus zu finden. Doch nicht nur offensiv drückte Embiid dem Spiel seinen Stempel auf. Mit ihm auf dem Feld waren die Sixers eines der besten Teams in der Verteidigung. Bleibt er verletzungsfrei, wird Embiid eine besondere Saison spielen.

What A Time!!!! #TheProcess

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Rising Star
Ben Simmons ... Eine Saison komplett zu verpassen hat auch Vorteile. So konnte sich Ben Simmons ein komplettes Jahr an den NBA-Lifestyle gewöhnen und an seinem wackligen Wurf arbeiten. Der 2,10 Meter große Point Guard im Körper eines Forwards wird sofort die Stricke der Offensive mit Markelle Fultz in der Hand halten.

Besonders ist auch, dass er nach Defensivrebound sofort Coast to Coast gehen kann. Wie effektiv Simmons sein wird, hängt von seinem Wurf ab. Obwohl T.J. McConnell zwar besser als gedacht die Sixers-Offensive kontrollierte, ist Simmons dennoch ein immenses Upgrade.

Don’t Sleep! 
Robert Covington ... Wegen seiner Wurffähigkeit in die Liga gekommen, ist Covington nun einer der besten Verteidiger in der NBA. Covington wurde letzte Saison immer auf den besten Spieler der gegnerischen Mannschaft angesetzt und machte seinen Job bravourös. Auch gegen die besten Point Guards der Liga wie Chris Paul wusste er sich zu helfen.

Nicht Kawhi Leonard, sondern für viele sicherlich überrascht Covington führte die Liga letzte Saison in Deflections an. Mit dem Spur war er der einzige Spieler, der 2,5 Steals, einen Block und über 35% von Downtown hochgerechnet auf 100 Ballbesitze aufs Parkett zauberte. Fällt vorne auch noch sein Wurf und verfällt in keinen Shooting Slump wie letztes Jahr, ist Covington nach Embiid der zweitwichtigste Sixer.

Beste Fünf
Fultz – Redick – Covington – Simmons – Embiid

Good News
+ Die Sixers sind gesund
+ Die Playoffs sind gerade im Osten erreichbar
+ Joel Embiid ist auf und abseits des Feldes ein Gewinn für die ganze Liga
+ Die Defense war letztes Jahr schon verbessert, jetzt kann sie überdurchschnittlich werden

Bad News
- Wie gesund bleiben die Sixers?
- Unerfahrenheit: Junge Teams verlieren
- Schwerer Spielplan zu Beginn
- Sehr hohe Erwartungen

Was fehlt?
Erfahrung. Mit Redick und Amir Johnson kamen zwar Veteranen nach Philly, der Großteils des Kaders ist aber blutjung. Die Voraussetzungen aus Embiid und den Nummer-1-Picks der letzten zwei Jahre sind zwar großartig und verleiten zum Träumen, aber die NBA-Historie zeigt, dass junge Teams verlieren und das viel.

T O G E T H E R

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Die Stadt der brüderlichen Liebe lechzt nach einer erfolgreichen Saison und den Früchten des Prozess. Mit dem schweren Spielplan zu Beginn könnte diese Euphorie schon deutlich gebremst werden und Druck auf Head Coach Brett Brown entstehen. Wie verhält sich dann GM Bryan Colangelo?

Check 1,2
Die Verletzungsgeschichte von Embiid, Simmons und auch Markelle Fultz, ist besorgniserregend und dürfte die größte Hürde zwischen den Sixers und dem Playoffs sein, die sie nehmen müssten. Gesund könnten die Sixers die Schwäche der Eastern Conference ausnutzen und um den sechsten oder siebten Playoffplatz mitspielen.

Chef-Orakel
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