04 Oktober 2017

4. Oktober, 2017


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2017/18 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 17. Oktober die kommende Saison. Heute: die Toronto Raptors.

von GERRIT LAGENSTEIN @GAL_Sports

Flashback
51-31, Eastern Conference Semifinals (0-4 vs. Cleveland Cavaliers)

Plus
C.J. Miles
OG Anunoby
Lorenzo Brown
K.J. McDaniels
Alfonzo McKinnie
Kennedy Meeks
Malcolm Miller
Kyle Wiltjer

Minus
DeMarre Carroll
P.J. Tucker
Cory Joseph
Patrick Patterson

Was ist Neu?
Das Kapitel DeMarre Carroll in Toronto ist beendet. Die Raptors schickten den Small Forward zusammen mit beiden 2018er Draft-Picks nach Brooklyn. Im Gegenzug kam kurzeitig Justin Hamilton nach Kanada. Der 27-Jährige wurde jedoch umgehend entlassen. Mit dem Deal sollte einzig allein Geld gesparrt werden. Das hat geklappt. Carroll hätte den Salary Cap in den kommenden beiden Jahren mit jeweils 15 Millionen Dollar belastet. Auch sportlich trauert dem Mann mit den Rasta-Locken niemand hinterher. Aufgrund von Verletzungen konnte er nie die Rolle einnehmen, für die er 2015 geholt wurde: LeBron James stoppen.


Beste Addition
C.J. Miles ...  Miles wird sich im Duell mit dem besten Basketballer der Welt vermutlich ebenfalls nicht als Kettenhund erweisen. Dafür ist er am anderen Ende des Feldes ein deutliches Upgrade für die Raptors. Von Downtown trafen die Kanadier 2016/17 bestenfalls durchschnittlich. Mit Miles kommt ein echter Scharfschütze. Der ehemalige Pacer traf letzte Saison 41,3 Prozent vom Perimeter. Von seinen neuen Teamkameraden konnte nur Norman Powell eine bessere Quote vorweisen.

The Planet
DeMar DeRozan ... Seit vergangener Saison ist DeMar DeRozan der beste Punktesammler in der Geschichte der Toronto Raptors. Das dürfte er auch noch eine Weile bleiben. Der Shooting Guard ist auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Mit 27,3 Punkten im Schnitt legte der 28-Jährige einen Karrierebestwert hin und war fünfbester Scorer der gesamten Association. Fiel der Franchise-Player in der vergangenen Saison aus, gewannen die Raptors weniger als die Hälfte ihrer Spiele. Mit dem gebürtigen Kalifornier steht und fällt der Erfolg in Kanada.


Rising Star
Norman Powell ... Powell machte in seinem zweiten Jahr in der NBA einen entscheidenden Sprung nach vorne - die Art Verbesserung, die junge Spieler in der Hackordnung entscheidend nach vorne treibt. Der Zweitrundenpick von 2015 bliebe stets bereit und lauerte auf seine Chance. In den Playoffs ernannte Coach Casey seinen Youngster zum Starter; Powells Präsenz als Ballhandler, Scorer und Defender veränderte die Serie gegen Milwaukee. Reifer und selbstbewusster, wird der 24-Jährige seine 8,4 Punkte pro Partie aus der Vorsaison problemlos steigern und zu einem von Torontos Schlüsselspielern avancieren.

Don’t Sleep! 
Kyle Lowry ... Lowry halten und einen neuen Anlauf auf die Finals starten oder den besten Point Guard der Franchise-Geschichte ziehen lassen und den Rebuild starten? Vor dieser Frage stand GM Masai Ujiri im Sommer. Er entschied sich dafür, Lowry in den kommenden drei Jahren 100 Millionen Dollar in die Tasche zu stecken. Das könnte zum Boomerang werden. In den Playoffs waren die Raptors mit einem angeschlagenen Lowry chancenlos. Dass Lowry sein Geld sportlich wert ist, steht außer Frage. Der 31-Jährige muss jedoch an seiner Fitness feilen, damit zur entscheidenden Zeit auch auf dem Feld stehen kann.

Beste Fünf
Lowry – Powell - DeRozan – Miles – Ibaka

Good News
+ Eingespieltheit - Im Gegensatz zu den Celtics und Cavs stand der Kern schon zusammen auf dem Feld
+ Die Fans. 2016/17 war das Air Canada Centre zu 100,2%! ausgelastet
+ Dritteinfachster Spielplan nach 2017er Bilanzen
+ Abgesehen von Boston ist die Konkurrenz im Osten eher schlechter geworden

Bad News
- Keine finanzielle Flexibilität bis 2020
- Die letztes Jahr schon miese Bank (#25 Scoring) wurde weiter geschwächt
- Das Carroll-Dumping kostete beide Draft-Picks für 2018
- LeBron James spielt noch immer in der Eastern Conference


Was fehlt?
Diese Frage stellt sich das Management seit drei Jahren. Gesundheit schadet sicher nicht. In den letzten beiden Playoffs mussten die Raptors verletzungsbedingt immer wieder von ihrer besten Fünf abweichen. Um zu sehen, wo das Limit für die Truppe liegt, wäre eine verletzungsfreie Startformation eine nette Abwechslung.

Check 1,2
Im Osten wird nur noch über Cleveland und Boston geredet. Kann Toronto der lachende Dritte sein? Die Conference Finals sind nicht unerreichbar. Dafür benötigt es jedoch gesunde Stars und mehr Beständigkeit von der Dreierlinie. Der Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde sollte so oder so drin sein.

Chef-Orakel
51-31