22 Januar 2018

22. Januar, 2018


Die Euroleague bleibt spannend. Wir bringen euch gebündelte News, Highlights und Wissenswertes aus der europäischen Königsklasse - heute zum Doppelspieltag 18 und 19.

von FELIX STEINER

Nikos Zisis
War Nikos Zisis bis jetzt immer als ,,Herr der Ringe“ bekannt, so findet er seit dieser Woche auch in ,,300“ seine Berechtigung. Die Rolle des Anführers spielt Zisis in Bambergs Euroleaugue-Schlachten mittlerweile seit drei Jahren.

Mit der Begegnung beim FC Barcelona Lassa stand Zisis jetzt zum 300. Mal auf Europas größter Bühne. Eine unglaubliche Zahl, die nur von den spanischen Urgesteinen Juan Carlos Navarro (331 Spiele) und Felipe Reyes (304) getoppt wird.


Bei AEK Athen gab Zisis im Alter von 17 Jahren unter Trainerlegende Dušan Ivković im Euroleague Viertelfinale sein Debut. 2007 gewann er mit CSKA den Titel, war da längst Nationalspieler und Europameister mit ,,Hellas“.

Zwölf Jahre später landete er in Bamberg, wurde mit den Franken zweimal deutscher Meister und ist seitdem der verlängerte Arm von Head Coach Andrea Trinchieri. Das der Verein Zisis auch für die Zeit nach seiner aktiven Laufbahn binden will, ist längst ein offenes Geheimnis. Die Hoffnung besteht: der Grieche möchte seiner großen Liebe Basketball für immer treu bleiben.


Brose Bamberg
Das letzte Interview, in dem Patrick Heckmann nach einer Euroleague Partie strahlend in die Kamera lächelt, liegt einige Zeit zurück. Eines in dem er von einem Heimsieg berichtet, mindestens vier Wochen – so lange hatte Bamberg in der Königsklasse nicht mehr gewonnen.

Dies änderte sich am Dienstag mit dem 93:86 Erfolg über Zalgiris Kaunas. Erstmals für den an der Schulter operierten Trinchieri dirigierte Co-Trainer Ilias Katzouris das Spiel von der Seitenlinie. Seinen besten Solisten im stark dezimierten Brose-Ensemble fand Katzouris an diesem Abend in Augustine Rubit: 22 Punkte des Power Forwards bedeuteten Karrierebestwert.

So machte sich nach Spielende nicht nur bei 6000 Freaks, sondern auch bei Heckmann wieder einmal Erleichterung breit: „Einfach ein superschönes Gefühl wieder zu Hause zu gewinnen“ – stimmt Patrick!   

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... Noch knapp drei Minuten waren auf der Uhr im Palau Blaugrana zu Barcelona zu spielen. Maodo Lo nahm sich ein Herz, penetrierte zum Korb und fand in der kurzen Ecke Leon Radosevic, der zum 67:66 vollendete. Bamberg stand kurz davor, die Partie gegen den FC Barcelona Lassa zu drehen und erstmals an diesem Abend in Führung zu gehen. Doch es sollten die letzten Punkte für Brose bleiben.

Zum Spielverderber der Schlussminuten wurde ausgerechnet ein ex-Bamberger: Rakim Sanders. Erst netzte der US-Amerikaner von Downtown, belohnte sich kurz darauf mit einem And-One, um dem Ganzen mit einem Steal und monströsen Dunk auf der anderen Seite die Krone aufzusetzen. Zehn der letzten 17 Punkte gingen auf das Konto des Forwards, der am Ende auf 17 Punkte und sechs Ballgewinne verbuchte.

Brose ging wie immer in Katalonien leer aus, verlor ohne die verletzten Stammkräfte Taylor, Mitrovic, Harris und den kurz vor der Partie ausgefallenen Ricky Hickman mit 81:66 und steht vor schweren und wegweisenden Wochen. Im deutschen Pokal ging es bereits am Sonntag beim FC Bayern München um das Ticket zum Final Four (97:101 Niederlage nach Overtime), ehe mit CSKA Moskau, Panathinaikos Superfoods Athen und Fenerbahce Istanbul Europas Schwergewichte warten.


Moskauer Festspiele
Erbarmungslos wie ein sibirischer Sturm fegte CSKA Moskau am 18. Spieltag mit 110:79 über Anadolu Efes Istanbul, stellte zudem im ersten Viertel einen neuen Vereinsrekord auf. Moskau schüttelte die Anfangskälte schnell ab und lief in der Folge komplett heiß. Sieben von neun Dreier und 35 Punkte im ersten Viertel bedeuten Vereinsrekord für die Russen – am Ende markierten 18 Treffer von Downtown eine neue Saisonbestleistung. 

Ein 75:70 Auswärtssieg bei Panathinaikos Athen baute am Freitag die Tabellenführung für CSKA weiter aus – Athen war zuvor in eigener Halle unbesiegt. Punktbester Akteur bei Moskau war Sergio Rodriguez mit 21 Punkten.


Nicht weniger beeindruckend lieferten die Mannen aus der Vorstadt Moskaus, Khimki. Zum ersten Mal gelangen Alexey Shved und Co. zwei Siege innerhalb einer Woche in der Euroleague. Mit dem Selbstvertrauen aus dem 70:79 Auswärtserfolg bei Crvena Zvezda Belgrad im Rücken, überrollte Khimki auch Olympiacos Piräus am Donnerstagabend vor eigenem Publikum.

Der 82:54 Blowout-Sieg war beeindruckend, Khimki hält als Tabellensiebter direkten Anschluss nach oben. Ex-Knickerbocker Shved untermauerte nach 29 und 19 Punkten in drei Tagen beeindruckend seine Ansprüche zum MVP der Saison. 


Round-Up
Die beiden Überraschungserfolge von Armani Olimpia Milan und Unicaja Malaga machen Woche 19 komplett. Die Italiener siegten Dank eines Gamewinners des ehemaligen Frankfurters Jordan Theodore mit 83:82 bei Joe Voigtmann und Baskonia Vitoria Gasteiz, gaben damit die rote Laterne ab. 

Das neue Schlusslicht heißt Anadolu Efes Istanbul, die im Stadtderby Fenerbahce mit 84:89 unterlagen. Malaga bezwingt im spanischen Duell überraschend Real Madrid. Auch 16 Punkte von Luka Doncic konnten an der 75:80 Niederlage der ,,Königlichen“ nichts ändern.