02 Januar 2018

2. Januar, 2018


Was geht im College-Basketball zum Jahreswechsel? Welche Teams überzeugen, welche müssen in den kommenden zwei Monaten nachlegen, welche bibbern? Unser NCAA-Experte Axel Babst hat für euch die Antworten, aufgeteilt nach Conference.

von AXEL BABST @CoachBabst

AAC
Favorit: Wichita State Shockers
Die Shockers stehen nach ihrem Wechsel aus der Missouri Valley Conference im vergangenen Sommer nun vor den ersten Spielen in der neuen sportlichen Heimat. Und dabei gehen sie gleich mal als Favorit der American Athletic Conference an den Start. Der bisherige Saisonverlauf war jedoch noch nicht so überzeugend, wie vor der Saison zu vermuten gewesen war.

Ein mittelmäßiges Turnier in Maui und eine bedrückende Niederlage gegen Oklahoma waren bisher die Haupterereignisse für das Team von Gregg Marshall. Besonders die Darbietung gegen Oklahoma ließ Zweifel daran laut werden, ob die Shockers tatsächlich so gut wie angepriesen sind.


Die Defense ist momentan der Angriffspunkt der Shockers, was für Coach Marshall, dessen Teams seit jeher für ihre aggressive und defensivstarke Spielweise bekannt sind, kaum zu ertragen sein dürfte.

Gegen South Dakota State schob Marshall zur Halbzeitsirene nach 50 kassierten Punkten gleichermaßen Stuhlreihe und eigene Bankspieler wutentbrannt auf seinem Marsch in die Kabine zur Seite. Oklahomas Phänomen Trae Young (29 Punkte und 10 Assists) spielte Katz und Maus mit seinen Bewachern und war nicht zu stoppen.

Trotz dieser Schwächen in der Defense sind die Shockers auf gutem Kurs. Nur zwei Niederlagen (Gegen Notre Dame und Oklahoma) stehen zu Buche und die Rückkehr von ihrem vielleicht wichtigsten Akteur steht kurz bevor. Markis McDuffie trainiert seit einigen Tagen wieder mit dem Team und gibt als variabler Flügelspieler in vielen spielerischen Bereichen einen Schub. Dank seiner Länge kann er defensiv Spezialaufgaben gegen schnelle Guards wie Young übernehmen und offensiv für mehr Kreativität sorgen.

Das Guard Duo aus Landry Shamet und Conner Frankamp findet immer besser zusammen und sorgt dafür, dass den Shockers kaum Fehler im Spielaufbau unterlaufen und in der heißen Phase eines Spiels ihre Firepower für Gefahr sorgt (50 Dreier zusammen).

Wollen die Shockers die Conference gewinnen und das Final Four erreichen, muss zudem von Senior Big Shaq Morris wieder mehr kommen. Foulprobleme nahmen ihn teilweise aus den Spielen, hier muss der Senior einfach cleverer mit seiner Physis und Aggressivität umgehen.

(3. Januar 2018)

Herausforderer: Cincinnati Bearcats
Mick Cronins Bearcats spielen wie immer eine toughe Verteidigung, die kaum freie Würfe gestattet. Viele gute individuelle Verteidiger, die als kollektiv funktionieren und eine enorme Länge und Physis mitbringen sind eine Kombination, die die Angriffsbemühung der Gegner oft im Keim erstickt. Die Bearcats halten die Feldwurfquote des Gegners regelmäßig unter 40 Prozent und dominieren die Bretter.

Der Unterschied zu vergangenen Jahren besteht jedoch darin, dass Cincy in dieser Saison auch offensiv über diverse Waffen verfügt und schwer ausrechenbar ist. Die größte Gefahr geht von der Flügelzange Jacob Evans und Jarron Cumberland aus. Evans ist ein eleganter Shooting Guard mit vielseitigem Repertoire (13,6 Punkte, 4,3 Rebounds und 3,2 Assists pro Spiel), der auch durchaus schon auf den Zetteln der NBA Scouts auftaucht. Konstanz fehlt dem Junior noch zum glasklaren NBA Kandidaten. Cumberland ist hingegen als ungemein kräftiger Flügel unaufhaltsam beim Drive.

Unter den Körben räumen Kyle Washington, der immer noch alles über seine linke Hand macht, und Gary Clark, der diese Saison deutlich häufiger am Perimeter operiert, auf. Beide können auch mal einen Dreier einstreuen.

Auf die Duelle zwischen Cincy und Wichita State dürfen sich Basketball Fans jetzt schon freuen. Viel mehr Feuer dürfte selbst bei den klassischen Rivalitäten zwischen Duke-UNC und Louisville-Kentucky kaum vorhanden sein. Dass Wichita State als Neuankömmling direkt mal Ansprüche auf den Conference Titel stellt, dürfte bei Cronin und seinen Spielern für eine bittere Galle sorgen.

Tournament Teams: Houston Cougars, SMU Mustangs
Zwar mussten die Mustangs den vorzeitigen Abgang von Allzweckwaffe Semi Ojeleye verkraften, doch das gelingt den Mannen aus Dallas bisher ganz ordentlich. Eine ausgeglichene Starting Five, aus der jeder einzelne Spieler zweistellig punktet, wird ergänzt um verlässliche Bankspieler.

Neben NBA Prospect Shake Milton, der nun der unangefochtene Leader ist, haben sich besonders zwei Spieler hervorgetan. Zum einen spielt Jarrey Foster mit deutlich mehr offensiver Gefahr. Zum anderen überrascht Freshman Big Ethan Chargois durch seine Reife.

Vor der Saison hatte den Frischling niemand auf der Rechnung - mittlerweile wird er von gegnerischen Coaches gefürchtet. Er bringt gerade im Angriff ein sehr komplettes Paket mit. Wurf, Lowpost Scoring und Passfertigkeiten sind die bevorzugten Waffen aus dem Arsenal.

Bei den Houston Cougars sieht die Bilanz zwar noch nicht überzeugend aus (Siege gegen Arkansas & Providence vs. Niederlagen gegen Drexel (!) und LSU), doch die Qualität passt und ist ausreichend, um selbst die beiden Topteams der Conference ins Stolpern zu bringen. Angesichts der fehlenden Quality Wins wäre ein Sieg gegen jene Teams von Vorteil, um sich ein wenig abzusichern und sich ins Gespräch zu bringen.

Rob Gray ist einer der besten Guards der NCAA und kann Spiele im Alleingang gewinnen. Dazu gesellen sich fähige Rollenspieler und mit Kelvin Sampson ein fähiger Coach.

Bubble Gefahr: Temple Owls
Wie in den vergangenen Jahren häufiger der Fall krebsen die Temple Owls am Rande zur Tournament Teilnahme rum. Fran Dunphy ist ein erfahrener Trainer und lässt passablen Basketball spielen. Zudem ist im Kader ordentlich Talent vorhanden. Neben den erfahrenen Seniors Josh Brown und Obi Enechionyia ist Sophomore Quinton Rose ein Name, den man sich merken sollte.

Zuletzt konnte sich der 2,03m große Scorer sogar in den Dunstkreis der NBA Talentspäher spielen. Rose ist ein schlaksiger Shooter (17 Punkte pro Spiel bei 45 Prozent aus der Distanz) mit sicherem Catch-and-Shoot Dreier und ordentlichem Pullup Wurf aus der Mitteldistanz. Dank seines schnellen ersten Schrittes kann er auch Closeouts attackieren. Allerdings muss der Wing körperlich noch zulegen und an Stabilität in Zonennähe gewinnen.

Gewinnen ist auch das Stichwort für die Owls. Siegen gegen Clemson, Auburn und South Carolina stehen Niederlagen gegen George Washington, La Salle und Georgia gegenüber. Je mehr Spiele die Owls gewinnen, desto weniger Zweifel lassen sie an ihrer Tournament Teilnahme. Jede unnötige Schlappe gegen ein vermeintlich schwaches Team könnte aber schon im Januar oder Februar den Traum zum Platzen bringen.

ACC
Favorit: Duke Blue Devils
Zwar sind die Blue Devils nicht mehr auf dem ersten Platz in den Rankings der gesamten NCAA anzutreffen, doch am Talentlevel der ersten Fünf hat sich nichts verändert. Marvin Bagley (21 Punkte und fast elf Rebounds pro Spiel) produziert immer noch nach Belieben und erhält bisher fleißig Unterstützung von seinen drei Freshman Kollegen Wendell Carter, Gary Trent und Trevon Duval. Grayson Allen bleibt bislang - abseits seiner 37 Punkte Performance gegen Michigan State - ein wenig hinter den Erwartungen zurück.


Die Starting Five alleine wird reichen, um eine Top3 Platzierung in der ACC zu gewährleisten. Für jede weitere Platzierung und vor allem in Hinblick auf das NCAA Tournament müssen die Blue Devils aber noch einige Baustellen beheben, um das allerhöchste Niveau zu erreichen.

Die Pick & Roll Defense ist nach wie vor mangelhaft, da besonders fehlende Kommunikation zu Missverständnissen und haufenweise Penetrations führt. Das sollte sich zwar mit zunehmender Spiel- und Trainingshäufigkeit ein wenig einpendeln, allerdings muss Coach K auch das Verständnis und die Intensität seiner Spieler stetig steigern.

Abseits davon werden besonders die individuellen Leistungskurven entscheidenden Anteil daran haben, wie ausgeprägt der Teamerfolg ist. Duvals Dreierquote von 15 Prozent ist absolut desaströs und sorgt dafür, dass Duke im Halbfeld bisweilen Vier-gegen-Fünf spielen muss. Umso wichtiger ist daher, dass weiterhin Allen (45 Prozent) und Trent (38 Prozent) ihre Distanzwürfe versenken. Selbst die beste Offensivreboundrate der NCAA kann auf Dauer das kollektive Scheibenschießen jenseits der Dreierlinie abfangen. Momentan rangiert Duke als Team gerade so unter den Top100 der NCAA in Sachen Dreierquote.

Herausforderer: Miami Hurricanes, North Carolina Tar Heels
Dass mit Miami nach der Rückkehr von Lottery Kandidat Bruce Brown zu rechnen war, ist keine Überraschung. Die Überraschung bestand eher darin, dass Miami als viertletztes Team der NCAA eine Niederlage hinnehmen musste und somit lange eine weiße Weste behielt.

Miami bietet eine variable Rotation aus acht Spielern, bei der neben Point Guard Ja'Quan Newton und Allrounder Brown (7,4 Rebounds und 4,5 Assists pro Spiel) vor allem zwei Spieler herausstechen. Sophomore Dewan Huell hat sich den Job als Starter auf der Fünf gesichert und kann endlich sein Potenzial abrufen. Momentan ist er sogar Topscorer der Canes. Als sechster Mann kommt Freshman Lonnie Walker von der Bank und sorgt bereits beim NBA Publikum für Entzücken mit seinem Instant Scoring (8,5 Punkte in knapp 21 Minuten pro Begegnung).

Der amtierende Champ musste gerade eine empfindliche Niederlage und den unwahrscheinlichsten Upset der laufenden Saison hinnehmen, als man zu Hause den Wofford Terriers unterlag. Dennoch läuft die Saison ansonsten wie geschmiert. Grund dafür ist hauptsächlich Junior Luke Maye, der den sagenhaften Sprung vom zehnten Mann zur Double Double Maschine hinlegen konnte: 18,5 Punkte und 10,5 Rebounds legt Maye bislang durchschnittlich auf (im Vergleich zu 5,5 Punkten und 3,9 Rebounds im Mittel aus dem Vorjahr).


Damit schließt er ein wenig die Lücke, die unter den Körben nach den Abgängen von Kennedy Meeks und Isaiah Hicks entstanden ist. Will UNC ansatzweise eine Chance gegen Duke haben, müssen die Freshman Bigs ganz gewaltige Sprünge hinlegen und zumindest als Rebounder in Erscheinung treten.

Am Perimeter sind die Heels nahezu ebenbürtig besetzt. Joel Berry (Final Four MOP 2017) steht nach überstandener Fraktur an der Hand wieder voll im Saft und mimt in Kooperation mit Theo Pinson den Leader des Teams. Kenny Williams wird seiner Reputation als brandgefährlicher Shooter endlich gerecht und trifft über die Hälfte seiner Distanzwürfe - darunter auch der siegbringende Wurf gegen Tennessee. Sobald Grad Transfer Cameron Johnson, der aufgrund eines gerissenen Meniskus mehrere Wochen ausfiel, voll integriert ist, sind die Tar Heels ein gefährlicher Konkurrent für Duke.

Tournament Teams: Clemson Tigers, Florida State Seminoles, Notre Dame Fighting Irish, Virginia Cavaliers, Virginia Tech Hokies
Ein wenig enttäuschend verliefen die Wochen seit dem Turnier in Maui für Notre Dame. Die Fighting Irish verloren unter anderem gegen Ball State und im Prestigeduell gegen sich im Rebuild befindliche Indiana Hoosiers. Bonzie Colson ist immerhin in guter Form und konnte zuletzt mit 37 Punkten ein neues Career High aufstellen.

Größter Kritikpunkt ist neben teils schläfriger Defense die fehlende Tiefe. Dass Mike Brey nur sieben oder acht Akteure in seine Rotation einbaut, ist gemeinhin nichts Ungewöhnliches, allerdings befinden sich die Rollenspieler dieses Jahr nicht auf dem selben Qualitätslevel bei der Ausübung ihrer Aufgaben wie in den Saisons zuvor. Für die Elite der NCAA wird es ohne eine entsprechende Entwicklung der Bank- und Nebencharaktere (im positiven Sinne) auf Dauer nicht reichen. Das heißt jedoch nicht, dass Notre Dame nicht immer noch ein gefährliches Team ist. Im Gegenteil: Dank Colson und Matt Farrell kann dieses Team jeden Gegner schlagen.

Virginia stellt nach dem ersten Abschnitt dieser Saison mal wieder einer der besten - wenn nicht gar die beste - Defense der NCAA. Die Cavs verschleppen das Tempo und sorgen mit der geringsten Pace der NCAA dafür, dass der Gegner aus jedem Ballbesitz das Optimum herausholen muss, um überhaupt die 70-Punkte-Marke zu überschreiten. Alleine wegen der Verteidigung wird Virginia wieder genug ACC Siege einsammeln, um im März am Tournament teilzunehmen.

Ganz anders gehen die Virginia Tech Hokies die Sache an. Die Hokies bestechen durch ihre Stärke von der Dreierlinie. Mit Ahmed Hill, Justin Bibbs, Nickeil Alexander-Walker und Justin Robinson treffen gleich vier Akteure über 40 Prozent ihrer Distanzwürfe bei jeweils mindestens einem Erfolg pro Partie. Dass die Hokies das beste True Shooting der NCAA (66,1 Prozent) aufweisen ist also kein Zufall.

Besonders zwei Personalien geben Anlass zur Freude. Zum einen ist mit Chris Clarke der Allrounder und die Seele der Mannschaft zurück auf dem Court. Sein Kreuzbandriss ist bestens verheilt. Auch Kerry Blackshear ist wieder an Bord und verletzungsfrei, womit Buzz Williams in den Genuss eines echten Bigs auf dem Feld kommt. Blackshear sorgt dank seiner Fähigkeiten als Pick & Roll Finisher und im Lowpost für eine bessere Inside-Outside-Balance.

Das Überraschungsteam der ACC ist bislang Clemson. Die Tigers sind ausgerechnet in Jahr eins nach der Ära Jaron Blossomgame auf Tournament Kurs. Senior Donte Grantham (14,8 Punkte & 6,3 Rebounds pro Spiel) hat sich von seinem schwachen Junior Jahr erholt und die Erfahrung von insgesamt fünf Transfers in der Rotation ist zu spüren. Halten die Tigers ihren Kurs, ist die erste Tournament Teilnahme seit 2011 gewiss.

Florida State ist ein weiteres Team, das vor der Saison nicht wirklich stark eingeschätzt wurde, allerdings nur eine einzige Niederlage mit einem Zähler hinnehmen musste. Da sich das Team keinen Ausrutscher leistete und gegen Rivale Florida gewinnen konnte, stehen die Chancen auf den Big Dance nicht schlecht.

Bubble Gefahr: Boston College Eagles, Louisville Cardinals, Syracuse Orange
All diese Teams würden mit ihrer jetzigen Bilanz vermutlich eher nicht im Teilnehmerfeld der 68 Teams landen. Allerdings haben sie das Glück, in einer starken Conference zu spielen und somit noch reichlich Quality Wins einsammeln zu können.

Louisville steht nun bei einer Bilanz von 10-2, womit die Tür zum Tournament noch offen ist. Nach der turbulenten Saisonvorbereitung mit der Entlassung von Trainerlegende Rick Pitino und der Sperre von Toprekrut Brian Bowen im Zuge der Ermittlungen des FBI Skandals ist dieser Zwischenstand beachtlich. Mit Interimscoach David Padgett als neuem Taktgeber an der Seitenlinie ist vieles beim Alten geblieben: Die Matchup-Zone und die offensive Spielweise sind identisch und passen zum vorhandenen Personal.

Allerdings fehlen noch die überwältigenden Siege gegen Tournament Teams. Nah dran waren die Cardinals gegen Seton Hall, als das Spiel in den Schlussminuten verloren wurde. Senior Guard Quentin Snider erwischte einen sehr schwachen Start in die Saison, hat sich zumindest im Moment wieder gefangen. Will Louisville das Tournament erreichen und in der ACC ein paar Siege einsammeln, muss Snider seine Effizienz nochmal steigern.

Nach Jahren in der Bedeutungslosigkeit und Niederlagenserien ist Boston College zurück auf der Bildfläche. Zu Weihnachten haben die Eagles schon zehn Siege eingefahren, was in den letzten beiden Saisons unerreicht blieb. Ohne klägliche Niederlage und mit einem sensationellen Sieg über Duke auf der Habenseite werden die Eagles nun in der ACC noch einige Quality Wins einsammeln müssen. Das Guard Trio aus Ky Bowman, Jerome Robinson und Jordan Chatman schultern die offensive Last - speziell ohne Grad Transfer Deontae Hawkins.

Syracuse kann bisher nur einen Sieg gegen Maryland als wichtige Errungenschaft aufweisen. Das Team hat wieder eine Menge Länge (NCAA Rang drei in Block Percentage und Rang zwei in Offensivrebounding Percentage) und mit Freshman Oshae Brissett (15,6 Punkte und 9,8 Rebounds pro Spiel) einen interessanten Neuling in den Reihen, aber ob dadurch genug Siege zustande kommen, darf bezweifelt werden.

Big East
Favorit: Villanova Wildcats
Villanova ist nicht nur das beste Team der Big East, sondern auch das beste der gesamten NCAA. Nova ist nicht ohne Grund noch eines von drei ungeschlagenen Teams. Die Wildcats aus Philadelphia treten als geschlossene Einheit auf, was vor allem Verdienst von Jay Wright ist.

Neben der Ausgeglichenheit des Teams überragen Jalen Brunson und Mikal Bridges. Brunson ist auf dem Kurs zum Spieler des Jahres gekürt zu werden. Der Point Guard ist Topscorer, Halbfeldstratege und kontrolliert das Tempo der Spiele. Mit ihm als Taktgeber scheint Villanova nie auch nur ansatzweise Gefahr zu laufen, die Struktur zu verlieren.


Bridges hat seinen Distanzwurf enorm verbessert (46 Prozent diese Saison) und spielt zudem mit wesentlich mehr Selbstvertrauen. Wesentlich häufiger sieht man ihn in Eins-gegen-Eins-Aktionen, in denen er vermehrt seine Athletik ausspielt. Sollte von den Freshman Collin Gillespie, Dhamir Cosby-Roundtree und Jermaine Samuels zumindest einer den Sprung in die fest etablierte Rotation schaffen, wäre Nova auch in der Breite kaum noch anzugreifen.

Herausforderer: Seton Hall Pirates, Xavier Musketeers
Beide Teams stehen mittendrin in der Diskussion, wenn es darum geht, welche Mannschaften im März Feuer fangen und ins Final Four stürmen können.

Die Pirates haben eine extrem erfahrene Starting Five mit vier Seniors und einem Sophomore. Angel Delgado (13,5 Punkte und 11,3 Rebounds pro Spiel) ist eine Double Double Maschine und klettert kontinuierlich auf den Draft Boards. Mit ihm auf dem Feld verändert sich die ganze Herangehensweise für den Gegner und der Machtkampf in der Zone ist kaum zu gewinnen.

Desi Rodriguez und Khadeen Carrington sorgen für die Kreativität in der Offense. Die beiden Linkshänder sind überragende Athleten und haben einen unstillbaren Drang zum Korb in sich. Beide können ein Spiel mit ihrem Scoring entscheiden.

Bei den X-Men sind mal wieder Trevon Bluiett und J.P. Macura die beiden Protagonisten. Läuft Bluiett heiß, gibt es tatsächlich keinen Spieler in der gesamten NCAA, der sein Level beim Treffen schwieriger und unmöglicher Würfe erreicht. Über drei Dreier verwandelt der Forward pro Spiel und zeigt zudem bisher eine Konstanz, die ihm in den ersten drei College Jahren abging.

Macura ist der Playmaker im Halbfeld, der für Überraschungsmomente im Spiel sorgt und mit einer frechen, an Arroganz grenzenden Spielweise die Defense der Kontrahenten vor Probleme stellt. Macura hat ein kein Problem damit, im Rampenlicht zu stehen und die gebündelten Emotionen der gegnerischen Fans auf sich zu vereinen, womit er auch seinen Mitspielern das Agieren auf dem Feld erleichtert.

Ein weiterer Pluspunkt sind die die vielen fähigen Bigs und Athleten, die Chris Mack zur Verfügung stehen. Sean O'Mara ist ein klassischer Brettcenter mit guten Postmoves, Starter Tyrique Jones ein athletisches Kraftpaket und Grad Transfer Kerem Kanter ein exzellenter Rebounder mit Touch. Auf Quentin Goodin lastet der größte Druck, weil er als einziger Aufbauspieler nicht in Foulprobleme geraten darf.


Tournament Teams: Creighton Bluejays
Auch in diesem Jahr gehört Creighton zu den besten Offensivteams der NCAA und ist jederzeit eine Freude, dem guten Spacing und Ballmovement der Bluejays zuzusehen. Marcus Foster ist offensiv mehr Alleinunterhalter als im Vorjahr, geht mit seiner gestiegenen Verantwortung aber hervorragend um und agiert bislang sehr effizient (erstmals über 50 Prozent Wurfquote aus dem Feld und 40 Prozent Dreierquote in seinen vier Jahren).

Khyri Thomas ist vielleicht der beste Two-Way-Player der NCAA nach Novas Bridges, was eng mit seiner offensiven Entwicklung verknüpft ist. Grundsätzlich gleicht Creighton durch gutes Spacing und Shooting individuell fehlende Qualität im Eins-gegen-Eins exzellent aus. Die Abhängigkeit vom Dreier ist jedoch Segen und Fluch zugleich. Selbst innerhalb eines Spiels unterliegen die Bluejays großen Schwankungen. Gegen Gonzaga dominierten sie die erste Halbzeit in Spokane, ging aber nach dem Seitenwechsel unter.

Bubble Gefahr: Butler Bulldogs, Marquette Golden Eagles, Providence Friars, St John's Red Storm
Butler hat trotz des Abgangs ihres Coaches Chris Holtman die beste Ausgangslage aller aufgeführten Teams. Zwar fehlen noch die absolut herausragenden Resultate, doch der Spielplan der Bulldogs war der schwerste und angesichts dessen sind die erzielten Ergebnisse (Drei Niederlagen gegen Tournament Teams und zwei wichtige Siege gegen andere Bubble Teams in Utah und Ohio State) akzeptabel.

Marquette spielt ähnlich wie Creighton berauschenden Offensivbasketball und lebt vom Dreier. Der Backcourt aus Markus Howard und Andrew Rowsey nimmt knapp 17 Dreier pro Spiel und trifft davon immerhin auch etwa sieben. Den beiden kleinen Guards beim Werfen zuzusehen, entbehrt nicht ein gewisser Faszination. Nach dem plötzlichen Transfer von Starter und Flügelscorer Haanif Cheatham müssen sich die Golden Eagles ein wenig neu sortieren und für die Härte der Big East Spiele wappnen. Gerade Siege gegen direkte Konkurrenten wären wichtig.

Providence ist immer ein Team, das durch einen späten Run in der Conference Saison auf den letzten Meter noch ein Ticket für das NCAA Tournament löst und dort dann mit einem ganz anderen Selbstverständnis auftritt. Allerdings stellt sich dieses Jahr ein wenig die Frage, ob das Talentlevel wirklich für die stärker gewordene Big East ausreicht. Bisher waren die Auftritte wenig überzeugend. Point Guard Kyron Cartwright muss seine Produktivität erhöhen und die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen. Formschwäche und eine Verletzung hielten ihn davon bislang ab.

St John's scheint sich im dritten Jahr unter Chris Mullin gefunden zu haben. Das Team ist in diesem Jahr wesentlich homogener, was vor allem darin liegt, dass der Clash zwischen europäischen Finesse-Spielern und klassischem amerikanischem Eins-gegen-Eins-Heldentum zugunsten der Rucker Park Mentalität aufgelöst wurde. Marcus LoVett (14,9 Punkte pro Spiel) und Shamorie Ponds (20,4 Punkte, 6,3 Rebounds und 4,8 Assists pro Spiel) sollen das Team ins Tournament ballern. Der Plan geht bisher einigermaßen auf. Peinliche Niederlagen gab es diese Saison noch nicht und zehn Siege stehen auf der Habenseite. Nach LoVetts Verletzung fehlt allerdings etwas die offensive Durchschlagskraft.

Big Ten
Favorit: Michigan State Spartans
Die Spartans sind das tiefste Team der NCAA und nach wie vor ein ganz heißer Kandidat auf die Meisterschaft. Daran kann eine verhältnismäßig blasse Saison von Miles Bridges, der noch nicht ganz die überdimensionierten Erwartungen erfüllt und sich auf der neuen Position noch eingewöhnen muss, auch nicht groß rütteln.


Positive Überraschung bleibt weiterhin Jaren Jackson Jr. Der Freshman ist ein legitimer Anwärter auf einen der ersten zehn Picks im kommenden Draft und zeigte im ersten Monat bereits, wie schnell er vom Coaching von Tom Izzo lernt und weiter lernen wird. Defensiv ist Jackson schon jetzt eine Hausnummer und liefert eine interessante Mischung aus Rimprotection und Moblität am Perimeter.

Für den Teamerfolg ist zudem wichtig, dass alle Spieler ihre Rollen bislang akzeptieren und perfekt ausfüllen. Es ist nicht alltäglich, dass sich die Seniors Ben Carter (sechstes College Jahr), Gavin Schilling und Tum-Tum Nairn mit eher geringen Rollen zugunsten ihrer talentierteren Sophomore Kollegen begnügen. Genau darin liegt die Stärke der Spartans.

Über den Ausgang der Saison wird die Formkurve von Josh Langford und Cassius Winston entscheiden. Winston leistet bisher exzellente Arbeit und findet die richtige Mischung aus eigenem Scoring und Vorlagen für die Mitspieler. Langford ist wesentlich konstanter als letztes Jahr trifft seinen Dreier (44 Prozent) endlich.

Herausforderer: Minnesota Golden Gophers, Purdue Boilermakers
Dass alle fünf Starter bei einem Tournament Team zurückkehren, hat Seltenheitswert. Entsprechend hoch waren und sind die Erwartungen bei den Golden Gophers, bei denen genau dieser Fall eingetreten ist. Senior Nate Mason liefert genau das Guardplay, das sich jeder Coach eines anberaumten Topteams wünscht.

Star des Teams ist jedoch Jordan Murphy, der sich immer mehr zu einem Shooting Star der NCAA Saison entwickelt. Als moderner Power Forward besticht der Junior durch seine Vielseitigkeit (19,6 Punkte, 12,6 Rebounds und 1,5 Assists pro Spiel) und ist besonders in der Zone nur sehr schwer zu stoppen. Als Offensivrebounder bewegt sich Murphy in einer ganz eigenen Liga.

Dennoch wirkten die Gophers keineswegs sattelfest. In einem skurrilen Aufeinandertreffen mit Alabama brachten die Gophers das Kunststück fertig, in den letzten sieben Minuten trotz Fünf-gegen-Drei-Überzahl fast noch die Führung abzuschenken.

Auch Purdue hatte bereits eine Schwächephase. Beim Turnier auf den Bahamas setzte es überraschende Niederlagen gegen Tennessee und Western Kentucky. Das dritte Spiel gegen Arizona konnten die Boilermakers jedoch wieder deutlich gewinnen und seitdem ist Purdue ungeschlagen.

Carsen Edwards ist nach Caleb Swanigans Abgang der unangefochtene Leader auf dem Feld und übernimmt die Hauptlast des Scoring. MVP ist eindeutig Dakota Mathias. Der Senior geht nicht nur in der Verteidigung mit gutem Beispiel voran, sondern ist gleichzeitig der beste Schütze des Teams und verteilt nebenbei auch noch fünf Assists pro Spiel.

Tournament Teams: Michigan Wolverines
Die Wolverines sind wie immer dabei, von Monat zu Monat besser zu werden. Im November knirschte der Sand im Getriebe noch hörbar. Die Abgänge von Derrick Walton und D.J. Wilson mussten verkraftet und Rollen neu verteilt werden.

Als neuer Aufbauspieler hat sich Eli Brooks etabliert, der als Freshman die überaus strukturierte Offense von John Beilein schon sehr überzeugend dirigiert. Zwar tritt er als Scorer überhaupt nicht in Erscheinung, doch gerade damit scheint sich Brooks hervorragend zu arrangieren und verdient sich somit seine Spielzeit.


Für das Scoring ist neben Moritz Wagner und Duncan Robinson daher vor allem Kentucky Transfer Charles Matthews zuständig. Nach zwei enttäuschenden Jahren auf der Bank unter John Calipari und einem Jahr Zwangspause nach seinem Wechsel präsentiert der Flügel sein runderneuertes Spiel. Der Wurf hat sich enorm verbessert und fällt auch dank seines gestiegenen Selbstvertrauens. Plötzlich sieht der Junior wieder wie ein NBA Prospect aus.

Bubble Gefahr: Maryland Terrapins, Northwestern Wildcats, Ohio State Buckeyes
Nach der sensationellen letzten Saison, in der die Northwestern Wildcats ihr Image als graue Maus und Heimat angehender Sportjournalisten ein wenig entschärfen konnten, waren die Erwartungen groß. Der Kader ist fast vollständig erhalten geblieben und voller gestandener Spieler.

Doch es setzte herbe Niederlagen gegen Texas Tech und Oklahoma. Da die Big Ten schwächer als in vergangenen Jahren ist, dürfen sich die Wildcats keine Ausrutscher erlauben und sollten ihr Möglichstes tun, eines der drei Topteams zumindest ein Mal zu schlagen.

Bei den Ohio State Buckeyes rechneten hingegen die wenigsten Beobachter damit, dass im Jahr eins nach Thad Matta und unter der Regide von Chris Holtman schon das Tournament zu erreichen wäre. Doch die Buckeyes haben ihre Hausaufgaben gemacht und können sich dank ihrer Forwards Jae'Sean Tate (12,6 Punkte, 5,9 Rebounds und 3,1 Assists pro Spiel) und Keita Bates-Diop (18,7 Punkte und 8,6 Rebounds pro Spiel) mit allen Teams der Conference messen.

Maryland ist in dieser Auflistung zwar enthalten, doch ob die Terrapins tatsächlich Chancen auf das Tournament haben, werden die ersten Wochen der Big Ten Saison zeigen. Sechs der ersten acht Partien werden gegen Tournament Teams ausgetragen. Aus diesem Auftaktprogramm sollten die Terrps lieber einen Sieg mehr als zu wenig mitbringen.

Big 12
Favorit: Kansas Jayhawks
Dieses Jahr könnte tatsächlich der ewige Rekord der UCLA Bruins fallen. Die Jayhawks dürsten nach dem 14. Titelgewinn ihrer Conference in Folge seit 2004/2005 und könnten damit als alleiniger Rekordhalter in die Geschichtsbücher eingehen. Doch ausgerechnet in diesem Jahr gibt es diverse Skeptiker.


Die zwei verlorenen Heimspiele gegen Washington und Arizona State in Folge waren zutiefst uncharakteristisch und ließen Zweifel an der Toughness und Qualität der diesjährigen Jayhawks aufkommen. Drei Hauptproblemfelder wurden bisher offensichtlich.

Erstens fehlt es Kansas an Tiefe. Zu Saisonbeginn setzten die Jayhawks maximal acht Akteure ein. Mittlerweile ist Arizona State Transfer Sam Cunliffe einsatzberechtigt und entspannt die Personallage etwas. Doch unter den Körben bleibt die Personaldecke dünn - noch zumindest. Denn Problem zwei könnte sich lösen, wenn Billy Preston und Silvio de Sousa zum Team stoßen.

Preston war der beste Freshman Rekrut der Jayhawks, erhielt von der NCAA allerdings keine Freigabe, da der Amateurstatus nicht geklärt werden konnte. Wann die NCAA zu einem Ergebnis kommt, ist nicht abzusehen.

Hier kommt de Sousa ins Spiel: Eigentlich sollte er jetzt noch High School spielen und erst der Freshman Class 2018 angehören, doch die Möglichkeit auf direkte Spielzeit beflügelte eine vorzeitige Ankunft auf den Campus. Nach Weihnachten soll er bereits zum Team stoßen. Mit de Sousa und Preston wäre Kansas weniger von Udoka Azubuikes Foulmanagement abhängig und könnte endlich ein verlässliches Insidespiel etablieren.

Drittens müssen die Außenspieler - besonders Lagerald Vick und Malik Newman - konstanter auftreten und ihre Defense verbessern.

Herausforderer: Oklahoma Sooners, TCU Horned Frogs, Texas Tech Red Raiders, West Virginia Mountaineers
Texas Tech ist im zweiten Jahr unter Chris Beard bereit für die Tournament Teilnahme und könnte der gefährlichste Widersacher für Kansas werden. Kaum ein Team kann die Härte und Physis der Red Raiders matchen. Mindestens vier Seniors starten regelmäßig und bringen ihre Erfahrung ein. Keenan Evans ist einer der besten Anführer der NCAA. Der Point Guard gibt in der Defense den Ton an und zieht offensiv kompromisslos zum Korb (16,5 Punkte pro Spiel).

Zusätzlich konnte sich Beard in Person von Jarrett Culver und Zhaire Smith zwei talentierte Freshmen sichern, die jeweils zweistellig scoren und überraschend früh ihren Teil zum Teamerfolg beitragen.

Kaum zu glauben, aber wahr: Die TCU Horned Frogs sind eines von nur noch drei ungeschlagenen Teams in der NCAA. Jamie Dixon hat innerhalb von eineinhalb Saisons die ganze Kultur der Horned Frogs verändert und aus der Mannschaft eine eingeschworene Einheit geformt. Alle Starting Five Spieler scoren zweistellig und auch die drei weiteren Rotationsspieler tragen ihren Teil zur Verteilung der Scoring Last bei.

Beeindruckend ist vor allem die Länge und Athletik, die die Horned Frogs aufbieten können. Gleich drei Spieler über zwei Meter bilden den Frontcourt und ergänzen einander zugleich hervorragend in Bezug auf ihr Skillset. Kenrich Williams hat seinen Dreier nochmals auf ein neues Level gehievt. JD Miller spielt die athletische Abrissbirne und Vlad Brodziansky ist ein beweglicher Center mit exzellentem Touch und einem sehr soliden Postgame.

Ein weiterer Luxus, den sich Dixon gönnen kann, ist das Point Guard Tandem aus Jaylen Fisher und Alex Robinson, wobei Letzterer sogar nur von der Bank kommt. Bei vielen anderen Teams der ersten sieben Conferences wäre Robinson Starter und ein Top3 Spieler.

Doch nicht nur TCU macht diese Saison enorm viel Spaß. Oklahoma ist wohl momentan das heißeste Gesprächsthema der NCAA, was natürlich eng mit den Leistungen von Freshman Trae Young verknüpft ist. Mittlerweile hat sich Young als bester Freshman Point Guard der NCAA hervorgetan und greift nun sogar in der Draftdiskussion die vorderen Plätze an. 29 Punkte gegen Wichita State, ein Assistrekord von 22 Vorlagen gegen Northwestern State und 31 Punkte gegen Northwestern sind die jüngsten Errungenschaften des Floor Generals.


Es sind weniger die reinen Statistiken und Quoten (41 Prozent Dreierquote bei vier Treffern pro Spiel), die Youngs Spiel so faszinierend erscheinen lassen. Die freche Leichtigkeit, mit der Young NBA Dreier versenkt, bewährte Defensivkonzepte gestandener College Coaches zerstreut und Oklahoma aus einem Jahr der Bedeutungslosigkeit emporzieht, ist das Alleinungsstellungsmerkmal. Nebenbei bemerkt sind Jamuni McNeaces zweihändige Blocks, bei denen er den Ball aus der Luft fängt(!), und Brady Maneks Dreier weitere Gründe, um sich Spiele von Oklahoma anzusehen.

Nach dem äußerst ernüchternden Start auf das Base in Ramstein hat sich West Virginia mehr als nur gefangen und sind gefährlich wie gewohnt aus. Jevon Carter ist der überragende Akteur und Langfinger schlechthin: Neben stabiler Punktausbeute und höchstansehnlichen Rebound- und Assistwerten klaut Carter 3,5 Mal pro Spiel einem Angreifer den Ball aus der Hand. Press Virginia ist immer gefährlich, auch wenn diese Saison dann doch etwas die Tiefe und Qualität vergangener Jahre zu fehlen scheint.

Tournament Teams: Baylor Bears, Texas Longhorns
Baylors Scott Drew hätte gerne die luxriöse Tiefe der Big12 Contender zur Verfügung. Nach der Verletzung von Big Man T.J. Maston stehen nur acht spielfähige Akteure zur Verfügung. Viel hängt daher von Aufbauspieler Manu Lecomte ab. Der Belgier muss in seinem zweiten Jahr in Waco den Alleinunterhalter in der Offensive mimen. 18,4 Punkte pro Spiel bei knapp zwölf Wurfversuchen können nicht ansatzweise verdeutlichen, wie elementar ein gut aufgelegter Lecomte für Baylor ist.

Die Offense läuft über den Guard, der entweder um diverse indirekte Blöcke sprintet oder direkt im Pick & Roll die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Dadurch erhalten viele Rollenspieler mehr Freiräume, die sie bisher zu nutzen wissen.

Nach einer überaus verkorksten Spielzeit und einer verpassten Tournament Teilnahme, konnte Shaka Smart mit Mohamed Bamba eine der Hauptattraktionen dieser Freshman Class von sich überzeugen. Der Center mit den Krakenarmen wird seinem Ruf als Defensivjuwel bis jetzt gerecht. Mit 4,2 Blocks pro Spiel führt er die NCAA in dieser Kategorie an. Mit ihm auf dem Feld haben die Guards am Perimeter die Gelegenheit, mehr Druck auszuüben und schlechte Würfe zu forcieren.

Neben Bamba ist Power Forward Dylan Osetkowski ein wichtiger Baustein für Smart. Der Tulane Transfer gibt den Longhorns eine verlässliche Scoring Option in Brettnähe, was in der letzten Saison spürbar fehlte. Dadurch ist auch der verletzungsbedingte Ausfall von Topscorer Andrew Jones momentan noch zu verschmerzen. Je länger der Sophomore ausfällt, desto zittriger könnte es für Texas nochmal werden. Ohne Jones sind die Texaner offensiv auf Dauer nicht konkurrenzfähig.

Bubble Gefahr: Iowa State Cyclones, Kansas State Wildcats, Oklahoma State Cowboys
In Jahr eins nach Monte Morris und seinen Klassenkollegen merkte man dem Team gerade zu Saisonbeginn die fehlende Hierarchie und Rollenverteilung an. Mittlerweile hat sich Nick Weiler-Babb als Leader und Schaltzentrale des Spiels herauskristallisiert. Der Bruder von Chris Babb, der in Deutschland durch seine Zeit in Ulm Bekanntheit erlangt hat und ebenfalls für die Cyclones auflief, ist einer der besten Allrounder der NCAA. Mit 7,5 Rebounds und 7,4 Assists pro Spiel führt er sein Team in beiden Kategorien an.

Die Guards Donovan Jackson und Lindell Wigginton können sich dank Weiler-Babb auf ihre wahre Natur als Scorer konzentrieren. Linkshänder Jackson lebt von seinem Wurf und seinen geschickten Floatern. Kanadier Wigginton kann ebenfalls Dreier versenken, ist aber vor allem beim Drive nur schwer zu stoppen. Die Cyclones müssen nun als Team in der Big12 so viele Siege wie möglich einsammeln, um sich wieder für das NCAA Tournament zu qualifizieren.

In einer ähnlichen Situation befinden sich Oklahoma State und Kansas State. Die leicht besseren Karten hat im Moment Oklahoma State. Nach dem Abgang von Coach Brad Underwood und die Verwicklung in den FBI Skandal, im Zuge dessen Topscorer Jeffrey Carroll einige Spiele zu Saisonbeginn verpasste, haben die Cowboys keine wirklich schmerzliche Niederlage hinnehmen müssen und konnten Florida State besiegen.

Kansas State hat noch keinen allzu glorreichen Sieg einfahren können und gleichzeitig gegen Tulsa bereits eine unnötige Niederlage auf dem Konto. Dennoch haben die Wildcats noch Chancen auf eine Tournament Teilnahme. Besonders dank der Conference Stärke hinsichtlich diverser Metriken werden die Wildcats bei einem guten Abschneiden in der Big 12 keine schlechten Chancen haben. Allerdings bestehen berechtigte Zweifel, ob genug Qualität im Kader vorhanden ist.

PAC-12
Favorit: Arizona Wildcats
Kaum ein anderes Team war in den ersten Saisonwochen so ein häufig gewähltes Gesprächsthema wie die Arizona Wildcats. Stoff zur Diskussion gab es auch schon reichlich. Angefangen vom FBI Skandal über die Verletzung von Rawle Alkins zu den desaströsen Auftritten auf den Bahamas bis hin zu der Verletzung Allonzo Trier.


Und bei dieser Aufzählung fehlen noch diverse Themen, die zumindest unter den Anhängern der Wildcats heiß diskutiert werden: Wird Ayton richtig eingesetzt? Wieso verteidigen die Wildcats nicht? Ist die Bank tief genug? Zumindest die Defense steht auch bei Sean Miller unter scharfer Beobachtung. In einer Pressekonferenz verkündete er, dass das diesjährige Team das achtbeste Defensivteam in seinen neun Jahren in Tucson sei - Lob sieht anders aus.

Mit den letzten Wochen können alle Beteiligten jedoch einigermaßen zufrieden sein. Seit den Bahamas wurde kein Spiel mehr verloren und unter den Gegner waren durchaus respektable Kontrahenten dabei (Texas A&M, UNLV, Alabama). Der Aufwärtstrend hängt eng mit der Rückkehr von Spiritus rector Alkins zusammen.

Dass Arizona trotz all dieser Unwägbarkeiten noch als Favorit der PAC-12 durchgehen kann, hängt einerseits mit der Schwäche der Conference in dieser Saison zusammen, ist aber auch ein Zeugnis des Talentlevels der Wildcats. Fügt Miller (besonders defensiv) alle Teile zusammen und spielen die Wildcats konstanter, werden sie in der PAC-12 den Titel einheimsen.

Herausforderer: Arizona State Sun Devils
Angesichts des bisherigen Saisonverlaufs wäre es allerdings keineswegs vermessen, die Sun Devils als Krösus und "Team to beat" zu bezeichnen. Als eines von drei ungeschlagenen Teams hat spätestens die Perfomance bei den Kansas Jayhawks vielen Medienvertretern die Augen geöffnet.

Schon in der vergangenen Saison waren die Sun Devils ein extrem unangenehmer Gegner, da das Guard Duo aus Shannon Evans (17,8 Punkte pro Spiel) und Tra Holder (21,5 Punkte pro Spiel) einfach immer zwei Schritte schneller als die Verteidigung ist und zudem über Schussstärke aus der Distanz verfügt. Der Unterschied in dieser Saison besteht darin, dass die beiden nicht mehr auf sich und eventuell einen gut aufgelegten Kodi Justice angewiesen sind, sondern konstant Unterstützung bekommen.

Die Freshmen Remy Martin und Romello White sind wichtige Bausteine. Martin ist ein dritter Wirbelwind mit einer wahnwitzigen Beschleunigung. White gibt den Sun Devils endlich mal einen fähigen Finisher im Pick & Roll. Sogar eine Bank haben die Sun Devils dieses Jahr. De'Quon Lake gibt Bobby Hurley einen Rimprotector und Rebounder. Auf der Vier wird Transfer Mickey Mitchell den Starting Job vom Ukrainer Vitaliy Shibel übernehmen. Und bei all diesen Namen fehlt aktuell noch Top Freshman Kimani Lawrence verletzt. Nicht schlecht für ein Team, in dem letztes Jahr vier Starter konstant über 35 Minuten spielen mussten.

Die Sun Devils suchen ihr Heil in der Flucht und versuchen Spiele über ihre exzellente Offense zu gewinnen. ASU weist das drittbeste Offensivrating der NCAA und die höchste Freiwurfrate der NCAA auf.

Auf das Duell gegen Rivale Arizona gleich zu Beginn der Conference Saison dürfen sich College Basketball Fans jetzt schon freuen. Die Stile und Voraussetzungen könnten unterschiedlicher kaum sein.

Tournament Teams: Oregon Ducks, UCLA Bruins, USC Trojans
Die Vertreter aus dieser Kaste sind allesamt Teams, die bislang entweder enttäuscht haben oder von denen zu erwarten war, dass sie im Vergleich zur Vorsaison deutlich schlechter abschneiden würden. Oregon musste nach der Final Four Teilnahme gleich vier Starter ersetzen. Sophomore Payton Pritchard ist das Gesicht der Ducks und macht seine Sache bisher auch sehr ordentlich (16,3 Punkte, 4,2 Rebounds und 4,6 Assists pro Spiel).

Freshman Troy Brown ist ebenfalls ein sehr vielseitiger Spieler und kann bereits seine Qualitäten als Point Forward einbringen. Bei all dem Hype um die Top Freshmen der Class gerät sein Name gelegentlich in Vergessenheit. Mittelfristig ist er jedoch ein sehr interessanter NBA Spieler.

Die vielen Neuzugänge sind größtenteils noch dabei, ihre Rollen zu finden. Speziell am Ende der Rotation scheint die Duelle um Spielzeit noch nicht entschieden zu sein.


Für die Bruins hat sich die Situation in den vergangenen Tagen deutlich entspannt. Zum einen konnten sie Kentucky schlagen und damit ein wenig ihre Bilanz aufpolieren. Zum anderen ist der Skandal um den Diebstahl in China vorerst geklärt. Cody Riley und Jalen Hill wurden beide für den Rest der Saison suspendiert.

Aaron Holiday spielt eine exzellente Saison (17,6 Punkte und 5,6 Assists pro Spiel) und deutet an, wie uneigennützig er vergangene Saison die Rolle als Backup von Lonzo Ball akzeptierte. Die Freshmen Kris Wilkes und Jaylen Hands sind vermutlich keine One-and-Dones, machen ihre Sache aber nichtsdestotrotz sehr ordentlich.

Sorgenkind bleiben die USC Trojans. Der FBI Skandal scheint der Mannschaft die Seele aus dem Leib gezogen zu haben. Viele unerklärliche, uninspirierte und verunsicherte Auftritte sorgen bislang für Zweifel am Team von Andy Enfield.

De'Anthony Melton ist weiterhin nicht verfügbar. Benny Boatwright und Jordan McLaughlin spielen wie in den Vorjahren sehr inkonstant. Einzig Chimezie Metu und Elijah Stewart wirken wie Stützen und Führungsspieler, können das aufgrund ihres jeweiligen Spielertyps aber eigentlich nicht dauerhaft sein. Dass mit Derryck Thornton und Jonah Mathews nun auch noch zwei Spieler verletzt fehlen, macht die Sache nicht einfacher.

Der Turnier Sieg auf Hawai'i bringt vielleicht den Motivationsschub zur richtigen Zeit und könnte das Rennen in der PAC-12 deutlich aufwerten.


Bubble Gefahr: Utah Utes, Washington Huskies
Die Niederlage gegen Rivale BYU war nicht nur vom Standpunkt der Nachbarschaftstreitigkeiten ein sehr ungünstiger Ausgang für die Utes. Nur der Sieg gegen Missouri ist bislang ein Argument für eine Tournament Teilnahme. Da haben Bubble Kandidaten aus den anderen Conferences schon mehr Resultate aufzuweisen. Die Utes sind aber immer in der Lage, auch mal die großen Teams der Conference in die Knie zu zwingen - gerade zu Hause. Der Auftakt hat es direkt in sich: Fünf der ersten sechs Partien finden gegen die Topteams der PAC-12 statt.

Der Sieg gegen Kansas ist der Hoffnungsschimmer für Washington. Die Huskies befinden sich am Anfang des Rebuilds unter Mike Hopkins, haben aber viele interessante und talentierte Spieler in ihren Reihen. Wollen sie wirklich noch das Tournament erreichen, was mehr als erstaunlich wäre, müssten sie vermutlich mindestens zehn Conference Spiele gewinnen und darunter sollten auch Siege über Teams wie Arizona oder Arizona State fallen. Ob das realistisch ist, bleibt fraglich. Ausgeschlossen ist es aufgrund der Replik der Syracuse Zone aber auch nicht.

SEC
Favorit: Texas A&M Aggies
In einem Jahr, in dem die Senior Class im Allgemeinen sowohl qualitativ als auch quantitativ eher schwach besetzt ist, können die Aggies sich glücklich schätzen eine extrem gut besetzte Junior Class zu haben. Highlight ist natürlich Tyler Davis. Als klassischer Brettcenter gehört er zu einer aussterbenden Art, auf die allerdings die wenigsten Teams eine wirkliche Antwort haben. Ohne Doppeln stehen die meisten Teams auf verlorenem Posten (13,9 Punkte pro Spiel bei 61,9% aus dem Feld).


D.J. Hogg ist der perfekte Gegenpart. Als schlaksiger Shooter mit Playmaking Potential und einer guten Länge kann der Forward endlich mit etwas mehr Konstanz aufwarten. In den ersten zwölf Spielen traf Hogg 50 Prozent seiner Dreier bei drei erfolgreichen Distanzwürfen pro Partie. Komplettiert wird die Junior Riege von Admon Gilder. Nachdem er letzte Saison den Aufbauspieler behilfsweise mimen musste, ist er dieses Jahr als in seiner angestammten Rolle als Guard abseits des Balls wieder mehr auf sein Scoring konzentriert, tritt aber insgesamt deutlich kompletter und gleichzeitig effizienter als in seinen ersten beiden Jahren auf.

Im letzten Jahr war das fehlende Point Guard Play die Achillesferse der Aggies. Hier hat Billy Kennedy nun ein Luxusproblem. Grad Transfer Duane Wilson übernimmt als Starter oft die Rolle des Ballvortrags, gleichzeitig lauern auf der Bank mit T.J. Starks und Jay Jay Chandler zwei interessante Freshmen auf ihre Spielzeit.

Ein wenig in Vergessenheit gerät da schon fast Robert Williams. Der Rückkehrer spielt eine ziemlich ruhige Sophomore Saison und ist in den Draft Boards zuletzt ein wenig abgerutscht. Abseits seiner physischen Eigenschaften und seiner Rimprotection zeigt Williams wenig bis keine neuen Facetten und stagniert in seinem Spiel. Trotz ihrer guten Bilanz haben die Aggies also noch viel Luft nach oben, was dieses Team so gefährlich erscheinen lässt.

Herausforderer: Kentucky Wildcats
Das jüngste Kentucky Team, das John Calipari in seiner Amtszeit permanent anschreien darf, spielt genau so, wie es das Alter vermuten lässt, weshalb Calipari genau so agiert, wie zu vermuten war. Ständige Wechsel und Standpauken für Unachtsamkeiten wechseln sich ab und häufen sich über die 40 Minuten eines Spiels.

Doch so sehr Cal auch versucht, seinen Freshmen mehr Disziplin einzubläuen (was absolut verständlich und richtig ist), muss unter dem Strich festgehalten werden, dass Kentucky dieses Jahr einfach nicht das Talentlevel vergangener Jahre hat und die elektrisierenden Freshmen andere Trikots tragen.


Bei den Niederlagen gegen Kansas und UCLA - sowie in vielen anderen Spielen auch - wurde deutlich, dass das Hauptproblem in diesem Jahr wieder auf der Aufbauposition liegt. Nachdem diese Problemzone in den vergangenen Jahren von Tyler Ulis und De'Aaron Fox vorbildlich bekleidet wurde, tun sich Quade Green und Shai Gilgeous-Alexander enorm schwer. Green ist eher ein natürlicher Point Guard, allerdings fehlt ihm im Vergleich zu seinen Vorgängern die elitäre Geschwindigkeit, was seinen eigenen Scoring Output hemmt. Gilgeous-Alexander ist offensiv noch relativ roh, kann dafür aber immerhin mit Länge und Athletik aufwarten.

Aus NBA Perspektive ist Kevin Knox (15,7 Punkte und 5,6 Rebounds pro Spiel) sicher der interessanteste Kandidat. Der Flügelspieler ist mit seiner Kombination aus Größe, Länge und Athletik ein NBA Talent. Dazu hat er sein offensives Skillset in der vergangenen Monaten deutlich erweitert. Sein Wurf sieht mittlerweile annehmbar aus, auch wenn die Konstanz angesichts einer Quote von 34 Prozent noch fehlt.

Kentucky wird dank der Athletik und Tiefe des Teams genug Spiele in der SEC gewinnen und auch im Tournament ein unangenehmer Gegner sein, doch für die ganz großen Erfolge fehlt entweder die Erfahrung oder schlicht das spielerische Können.

Tournament Teams: Arkansas Razorbacks, Florida Gators, Tennessee Volunteers
Vor wenigen Wochen waren die Gators noch ein Geheimkandidat für SEC Meisterschaft und Final Four Teilnahme, doch diverse Niederlagen haben diesen Eindruck ein wenig nach unten revidiert. Florida ist noch immer ein interessantes Team, das an einem guten Tag jeden Gegner schlagen kann und von Mike White exzellent gecoacht wird.

Die Abhängigkeit von der Dreierlinie ist jedoch ein Problem. Das Spiel der Gators wirkt bisweilen eindimensional und das Wurfglück kann die schussstarken Guards auch ganz schnell verlassen. Dann fehlen die Alternativen. Das hängt natürlich auch eng damit zusammen, dass momentan noch zwei Bigs mit John Egbunu und Isaiah Stokes fehlen. Sollten diese beiden auf dem Court landen und gut integriert werden können, ist Florida um einiges stärker einzuschätzen.

Arkansas spielt wie immer unter Coach Mike Anderson schnellen Basketball, der besonders vom Guard Duo aus Jaylen Barford (18,5 Punkte pro Spiel) und Daryl Macon (15,3 Punkte pro Spiel) beflügelt wird. Neben den beiden Guards ist das Team aber sehr ausgeglichen und diverse Spieler können zweistellig punkten oder mit einer kleinen Serie das Spiel zugunsten der Razorbacks kippen.

Ein Name, den sich NBA Fans merken sollten, ist der von Freshman Daniel Gafford. Zwar taucht er momentan noch sporadisch auf den Draft Boards und Mock Drafts auf, doch der junge Big Man bringt viele interessante Anlagen und auch Skills mit. Mit seinen 2,10m und entsprechend langen Armen bewegt er sich elegant und extrem schnell. Er ist leicht auf den Füßen, verfügt über gute Hände und beweist immer wieder gutes Timing an beiden Enden des Feldes. Foulprobleme bremsen den Freshman bisweilen aus (7,2 Fouls auf 40 Minuten hochgerechnet).

Tennessee ist das Überraschungsteam der SEC. Knappe Niederlagen gegen UNC und Villanova waren bisher die einzigen Flecken auf einer ansonsten strahlenden Weste. Admiral Schofield (11,9 Punkte und 5,2 Rebounds pro Spiel) und Grant Williams (15,4 Punkte und 6,6, Rebounds pro Spiel) sind zwei ähnliche Spielertypen, die über eine Menge Power ihren Gegenspielern die Hölle heißmachen. Einen der beiden zu kontrollieren, fällt den meisten Teams schon schwer genug. Für beide gleichzeitig auf dem Feld fehlen in der Regel die passenden Antworten.

Bubble Gefahr: Alabama Crimson Tide, Georgia Bulldogs, LSU Tigers, Missouri Tigers
Selbst ohne Michael Porter Jr. haben die Missouri Tigers gute Chancen das Tournament zu erreichen. Zwar fehlen noch die ganz großen Siege, doch gegen Teams, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, konnten die Tigers bisher immer als Gewinner vom Court marschieren. Cuonzo Martin hat Fans und Mannschaft wieder Leben eingehaucht.

Zudem weist der Kader eine gute Mischung aus alt und jung auf. Die Seniors Kassius Robertson und Jordan Barnett sind bestens aufgelegt und strotzen vor Selbstvertrauen. Die Freshmen Jeremiah Tilmon und Jontay Porter zeigen, dass die Vorschusslorbeeren berechtigt waren. Tilmon ist ein ausgezeichneter Finisher am Brett dank seiner Hände und Porter ein spielintelligenter Power Forward.

Alabama hat ebenfalls noch nicht die Quality Wins eingefahren, die es für ein Tournament Team braucht. Doch die Qualität des Kaders sollte dafür sorgen, dass in der Conference Saison einige erforderliche Siege eingefahren werden. Collin Sexton ist bislang kaum zu stoppen (20,5 Punkte, 3,6 Rebounds und 3,5 Assists pro Spiel). Die meisten Verteidiger sind mit seinem schnellen ersten Schritt komplett überfordert und machtlos. Arbeitet Sexton noch ein wenig an seiner Effizienz, die sich durch bessere Wurfauswahl und weniger Eins-gegen-Eins-Gezocke deutlich erhöhen würde, wäre er in der NCAA nahezu unstoppable.

Die Rückkehr von Braxton Key ist ein wichtiger Schritt für Avery Johnson, da er als Stretch Big einerseits die Tiefe auf den großen Positionen erweitert und andererseits Shooter Riley Norris ermöglicht, auf seiner angestammte Position auf dem Flügel Stellung zu beziehen.

Georgia kämpft mit Senior Yante Maten darum, endlich wieder ins Tournament einzuziehen. In den vergangenen Jahren scheiterten die Bulldogs stets sehr knapp an der Teilnahme. Maten ist der Anführer und spielt eine starke Saison (20,2 Punkte und 9,3 Rebounds pro Spiel). Danach ist die Rotation sehr tief und es fehlt ein wenig die klare Rollenverteilung.

LSU klammert sich ein wenig an den Sieg gegen Michigan auf Hawai'i. Coach Will Wade hat spürbar die Art und Weise der Akteure und des Programms verändert und mit Tremont Waters (17 Punkte und 6,2 Assists pro Spiel) direkt einen Point Guard an Land gezogen, der für Begeisterung sorgt. Die Verletzung von Brandon Sampson gießt ein wenig Wasser in den Wein. Blickt man allerdings auf die Rekruten der kommenden Jahre, scheint die Zukunft gesichert zu sein und ein Einzug ins NCAA Tournament bereits in dieser Spielzeit wäre eine nette Zugabe.