24 Januar 2018

24. Januar, 2018


von MARC LANGE @Godzfave

1984. 1996. 2003. Die drei wohl legendärsten Draft-Jahrgänge aller Zeiten. All-Time-Greats wie Michael Jordan, Kobe Bryant oder LeBron James betraten in diesen Spielzeiten zum ersten Mal das Parkett der besten Basketballliga der Welt.

Neben den genannten Ausnahmespielern, tummelte sich eine allgemein hohe Dichte an guten Spielern in diesen Drafts. Eine Dichte, die nicht selbstverständlich war. Das bewiesen die letzten Jahre - bis jetzt! Die Rookies der aktuellen Saison sind nämlich auf dem besten Wege, Geschichte zu schreiben.


Vertrauen in die Young Guns
Die Frischlinge erorben die Liga gerade im Sturm. Bei vielen Teams sind die jungen Wilden bereits feste Säulen in der Rotation. Auch in der Crunchtime: Als die Celtics beispielsweise in der Schlussphase dringend Punkte gegen Charlotte brauchten, wanderte der Ball zu Jayson Tatum (13.5 PPG). Die Folge: Daaaagger und der anschliessende Sieg für Boston!

Gleiches gilt für Donovan Mitchell (19.2 PPG), bei dem die Jazz außerordentliches Fingerspitzengefühl bewiesen haben, und der schon in seiner ersten Saison dabei ist, die Liga abzufackeln. Lauri Markkanen (15.5 PPG) ist der bislang einzige Lichtblick in einer gurkigen Bulls-Saison.

Auch Kyle Kuzma (16.7 PPG) weiß bisher zu überzeugen. Der Forward hat ganz nebenbei gleich zwei Rekorde gebrochen: Kein Laker hat in einem Spiel an den Weihnachtstagen bisher mehr Punkte erzielt als Kuzma, der gegen die Timberwolves auf 31 Zähler kam. Zudem ist er der erste Rookie in der Geschichte der NBA, der in einem Spiel 38 Punkte einstreute, dabei sieben Dreier und insgesamt 70 Prozent seiner Würfe traf.

Übrigens: Der vermeintlich beste First-Year-Player war in dieser Aufzählung noch gar nicht dabei. Ben Simmons legt für die Philadelphia 76ers momentan 16.3 Punkte, 7.9 Rebounds und 7.2 Assists pro Partie auf und führt das Rookie of the Year Ranking souverän an.


Age is just a number
Es ist beeindruckend, wie diese Jungspunde – inklusive einiger anderer Namen - bisher in der NBA auftreten. Sie sprühen vor Selbstbewusstsein. Man darf nicht vergessen, dass einige davon in den USA noch nicht einmal legal Alkohol trinken dürfen.

Trotzdem spielen Mitchell, Tatum und Kuzma so, als wären sie schon seit vier oder fünf Jahren in der besten Liga der Welt unterwegs. Und das ohne den Vorteil von Ben Simmons zu haben, der den NBA Lifestyle schon ein Jahr kennenlernen durfte, als er die komplette letzte Saison wegen eines gebrochenen Fußes ausfiel.

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Alter scheint tatsächlich eine immer kleinere Rolle zu spielen. Folgende Zahlen belegen diesen Trend: Von den ersten zehn Spielern aus dem Draft 2017 waren neun sogenannte "One-and-Dones", also Kids, die nur ein Jahr am College waren. Die Gruppe aus diesem Jahr brachte es insgesamt sogar auf 16 One-and-Dones – neuer NBA-Rekord!

Auf den Spuren von James, Wade & Melo
Schauen wir uns die 25 Rookies mit der meisten Spielzeit in der laufenden Saison an, ergeben sich einige interessante Statistiken. Mit 21,4 Jahren ist dies einer der jüngeren Jahrgänge der jüngsten Vergangenheit (ganze 0,8 Jahre jünger als in der vergangenen Spielzeit).

Noch beeindruckender sind die Per-36-Statistiken: Die legendäre Draft-Klasse von 2003 mit Spielern wie LeBron James, Dwyane Wade, Carmelo Anthony und Chris Bosh, erzielte durchschnittlich 14,4 Punkte pro Spiel – genauso viel wie der aktuelle Jahrgang.

Die Chancen, dass die aktuelle Rookie-Klasse diesen Durchschnitt noch toppt, stehen sehr gut. Hochtalentierte Spieler wie Lonzo Ball, De'Aaron Fox, Markelle Fultz, Bogdan Bogdanovic, Josh Jackson, Milos Teodosic oder Dennis Smith Jr. haben bisher nur phasenweise - auch auf Grund von Verletzungen - zeigen können, wie gut sie eigentlich sind.

Die aktuellen Rookies werden definitiv ihre Spuren in der NBA hinterlassen. Ob der Jahrgang von 2017 in ferner Zukunft für die gleiche Nostalgie wie die Drafts aus den Jahren '84, '96 und '03 sorgen wird, steht noch nicht fest. Aber wenn eine Klasse das Talent, die Tiefe und das Selbstbewusstsein dafür hat, dann dieser aktuelle hier.