15 Januar 2018

15. Januar, 2018


Seit dem 15. Dezember letzten Jahres können NBA-Teams über 90% aller Profis traden. Am heutigen Montag, den 15. Januar, stießen die übrigen Spieler hinzu, die im Sommer zu bestimmten Konditionen bei ihren bekannten Arbeitgebern verlängerten. Bisher ist der Markt noch ruhig, doch meist ist es nur ein großer Stein, der den Domino-Effekt anstößt. Ich werfe einen Blick und erläutere, welche Trades so einen Domino Effekt mit sich bringen könnten.

von JAN HUSMANN @JanOnOne


Trade 1
Orlando erhält:
 Ian Clark, 
Zweitrunden-Pick 2019
New Orleans erhält:
 Arron Afflalo

Afflalo und Clark kamen beide vor der Saison für einen einjährigen Minimalvertrag zu ihren heutigen Teams. Beide haben ihre Erwartungen nicht erfüllt. Clark erzielt in 15,5 Minuten 5,0 Punkte im Schnitt, Afflalo in 13,2 sogar nur 3,1 PPG. Beide könnten eine neue Situation sicherlich gut gebrauchen.

Gerade für New Orleans macht es Sinn. Ein Spieler wie Afflalo, der von der Bank kommt, beide Flügelpositionen spielen kann und den Dreier treffen kann (letzte Saison 41,1%), wird dringend benötigt.


Im Gegenzug bekommt Orlando einen noch recht jungen Guard, der sich potentiell zu einem soliden Starter oder sechsten Mann für die Magic entwickeln könnte, sowie einen Draft-Pick.




Trade 2
Dallas erhält:
 Cedi Osman
, José Calderon, Zweitrunden-Pick 2019
Cleveland erhält:
 Nerlens Noel

Noel ist unzufrieden in Dallas. Front Office und Head Coach der Mavericks waren auch nicht zufrieden genug, um dem jungen Center im Sommer den verlangten Maximalvertrag anzubieten. Noel lehnte 70 Mio. $ für vier Jahre ab, musste sich am Ende mit der Qualifying Offer begnügen. Die kurze, erfolglose Ehe wird noch in diesem Jahr aufgelöst, die Cavs sind der Scheidungsanwalt.


Die Rich Paul Connection verbindet Noel mit LeBron James. Cleveland kann einen athletischen Verteidiger und Ringbeschützer sehr gut gebrauchen. Das Risiko in diesem Deal ist für die Cavaliers gering, da Noel im Sommer ohnehin Free Agent wird.


Dallas bekommt zwei Chancen, etwas Wertvolles zurück zu erhalten: Cedi Osman kann sich zu einem soliden Spieler entwickeln, der Second Round Pick ist wie ein Lotto-Ticket. Calderon geht nach Texas damit die Gehälter passen... und wird direkt wieder entlassen.




Trade 3
LA Clippers erhalten:
 Kelly Oubre Jr.
, Ian Mahinmi, 
Erstrunden-Pick 2018
, Erstrunden-Pick 2020
Washington erhält:
 DeAndre Jordan

Ohne einen All-NBA Point Guard an seiner Seite ist DeAndre Jordan nicht mehr so effektiv wie vorher. Er will Los Angeles verlassen und sucht (vermutlich) einen talentierten Passgeber, der ihn in Szene setzt. Die Clippers kommen seinem Wunsch nach und verfrachten ihn nach Washington.


Die Wizards greifen ins Titelrennen im Osten ein und werden dabei auch noch den Dreijahresvertrag von Ian Mahinmi los. Kelly Oubre hat sich zwar gut entwickelt, bleibt aber nach der Vertragsverlängerung von Otto Porter auf unbestimmte Zeit nur Bankspieler für die Wizards. Der Deal muss den Clippers mit zwei Erstrundenpicks versüßt werden.




Trade 4
Memphis erhält: 
Jabari Parker
, Malcolm Brogdon, 
John Henson, Erstrunden-Pick 2020
Milwaukee erhält:
 Marc Gasol, Mario Chalmers

Ok, ich gebe es zu. Dieser Trade ist mit einer Menge Fantasie und Arbeit an der ESPN Trade Machine entstanden. Aber: Milwaukee ist im "Win-Now-Modus" mit Giannis Antetokounpmo und Eric Bledsoe. Viele sehen die Bucks auch im Rennen um DeAndre Jordan weit vorne.

Marc Gasol passt besser nach Milwaukee. Er hat kein Problem, im kleinen Markt Wisconsin zu spielen. Er macht durch seine Fähigkeit, Dreier zu treffen, Platz für Giannis in der Mitte, den weder Henson noch Jordan schaffen können. Und er ist noch ein paar Jahre unter Vertrag, wodurch für die Bucks das Risiko, ihn abwandern zu sehen, nicht gegeben ist. Chalmers bringt Championship-Erfahrung und Shooting.


In Memphis ist es Zeit für einen Neuanfang, auch wenn Mike Conley mitsamt rekordträchtigem 153 Millionen Dollar Vertrag es nicht wahrhaben wollen wird. Gasol, der in Memphis ohnehin nicht mehr zufrieden scheint, verlässt als Erster das sinkende Schiff.

Mit Parker kommt ein junger, aufregender Spieler zurück, der, wenn er gesund bleibt, in Zukunft für verkaufte Tickets und Trikots in Memphis sorgt. Malcolm Brogdon ist ein solider Guard, der jung und günstig ist. Dazu kommt noch John Henson, um die Gehälter auf ein Level zu bekommen, sowie ein künftiger Erstrundenpick, um den Wiederaufbau bei den Grizzlies voran zu treiben.




Trade 5
Chicago erhält: Derrick Favors, Zweitrundenpick 2018
Utah erhält: Nikola Mirotic

Mirotic will raus aus Chicago und die Bulls haben den Power Forward auch nicht in ihren langfristigen Zukunftsplänen - nicht zuletzt, weil Lauri Markkannen eine überragende Rookie-Saison spielt.

Die Portland Trail Blazers, Detroit Pistons und Utah Jazz sind nur einige der Mannschaften, die laut Marc Stein bereits Interesse am Spanier angemeldet haben. Die Bulls versuchen derweil, einen Erstrunden-Pick im Gegenzug zu erhalten, um den Neuaufbau noch erfolgreicher gestalten zu können. Das wird schwierig.

Die Jazz können in einem kurzen Bieter-Wettstreit den besten Deal anbieten. Der auslaufende Vertrag von Favors und ein künftiger Pick sind genug Argumente, um den 2014 aus Spanien gekommenen Power Forward nach Salt Lake City zu lotsen.

Die Jazz haben fünf ihrer letzten sechs und 15 der letzten 19 Spiele verloren. Eine Kaderveränderung in der Mitte der Saison kann neuen Schwung in die Mannschaft - und vielleicht neue Hoffnung fürs Playoff-Rennen im Westen bringen.