06 Februar 2018

6. Februar, 2018


Die NBA Trading Deadline ist am Donnerstag. Seit Wochen tauchen immer wieder hochkarätige Namen als potenzielle Tauschobjekte auf. Fast jedes Team hat Motivation für mindestens einen Deal - sei es, um sich personell zu verstärken, Draft-Picks einzukaufen oder Geld zu sparen. Wie jedes Jahr hat die #NBACHEF-Redaktion die Trade-Maschinen angeschmissen und fünf mehr oder minder spektakuläre Fake-Trades kredenzt. Es ist angerichtet...

von NBACHEFSQUAD


ATL: Will Barton, Emmanuel Mudiay, Kenneth Faried, Darrell Arthur, 2018 1st Round Pick (DEN)
DEN: Dennis Schröder, Ersan Ilyasova, Marco Belinelli



Daniel Schlechtriem: Die Hawks haben verstanden, dass Dennis Schröder auf und abseits des Feldes (Prügeleien, Allüren, Angebereien) nicht zum Franchise Player der Zukunft taugt – diesen draften sie im Idealfall im Juni. Ergo gibt Atlanta den Braunschweiger zum Abschuss frei. Auftritt Denver: Die Nuggets quälen sich seit Jahren mit Notlösungen auf der Eins herum, ein Spielmacher von Schröders Qualitäten gibt ihnen ordentlich Zündstoff für den Playoff-Push. Dennis kennt Paul Millsap aus gemeinsamen Zeiten in Atlanta, auch das Zusammenspiel mit Nikola Jokić sollte auf Anhieb funktionieren. Außerdem im Paket sind die auslaufenden Verträge von Ilyasova und Belinelli, die den Nuggets sofort Tiefe und qualitatives Shooting verpassen, außerdem Flexibilität im Juli. Für dieses Trio trennen sie sich von Will Barton, den sie im Sommer ohnehin nicht unbedingt bezahlen wollen, zudem vom stagnierenden Emmanuel Mudiay. Beide bekommen in Atlanta die Chance, den Rebuild fruchtbar zu gestalten. Das ehemalige „Manimal“ Faried kann aus dem lächerlich hohen Vertrag gekauft werden, die Überreste von Darrell Arthur ebenfalls. Garniert wird das Paket von Denvers Erstrundenpick, den die sich notfalls noch für die Top-10 schützen lassen.

Gerrit Lagenstein: Dass Schröder nicht der Franchise Player der Zukunft ist, kann ich bestätigen, ob er jedoch anderen Orts größeres Interesse hervorruft, wage ich zu bezweifeln. Das soll kein typisches deutsches „Dennis-Schröder-Bashing“ sein, aber so wie er gerade spielt, ist er nicht gerade der feuchte Traum der Mannschaften, die auf der Eins Nachholbedarf haben. Ob der in Denver so vorhanden ist, weiß ich gar nicht. Vergleicht man die Statistiken des 20-jährigen Jamal Murrays (16,2 PPG, 2,9 APG) mit denen von Schröder in jenem Alter (3,7 PPG, 1,9 APG), steht der aktuelle Nuggets Point Guard ganz gut da. Ich schlage deshalb eine Verkürzung des Trades auf Ilyasova und Belinelli gegen Faried, Barton und den Pick vor.

Christoph Lenz: Volle Transparenz via Blick in die Küche: Ohne den Mirotić-Wechsel nach New Orleans hätte hier ein sehr einfach kritisierbarer Trade gestanden! Der Ersatz ist aber in der Tat eine Augenweide. Beide Teams bekommen was sie brauchen. Schröder, der auch vor der Verfügbarkeit Bledsoes in Milwaukee auf dem Zettel stand, kann auf einem fairen Vertrag ein ordentlicher Lückenfüller in Denver sein, ohne dass sie auf ewig an ihn gebunden sind. Funktioniert es gut, wird er ein Baustein in einer passenderen Rolle als der Nummer eins in Atlanta. Funktioniert es nicht, kann man ihn wieder abgeben und eine neue Lösung suchen. Die Hawks verbessern möglicherweise die Kabinenchemie und erhalten fleischgewordene und pickförmige Lotto-Scheine. Niemand geht hier ein besonders hohes Risiko ein, nichtsdestotrotz gibt es signifikantes Upside-Potenzial.

Anno Haak: Dass hier einer einen ATL-Trade vorschlägt, ist für meiner einen sowieso der Affen-Diesel-Versuch dieses Textes. Aber das hier ist wirklich voll gemein. Machen wir uns ehrlich: Dennis Schröder ist im Moment wohl Atlantas bester Spieler. Dafür kriege ich hier im Gegenzug, jetzt lass mich noch mal kurz nachgucken… ja, doch: gar nichts. Barton will ich auch nicht bezahlen, warum sollte man Denver die Entscheidung denn abnehmen? Bevor Mudiay ein guter NBA-Spieler ist, wird Sacramento Meister. Arthur brauch ich auch wie einen elften Zeh. Und Faried muss ich bis 2019 bezahlen, jedenfalls virtuell. Da kann man besser Ilyasovas und Rockys Deals expirieren lassen. Dann, ja der Pick außerhalb der Top-10. Payne, Oubre (leider weggegeben), Bembry und Collins lautet das Schattenkabinett, das man in den letzten Jahren in der Mitte der ersten Runde zog. Mein Vertrauen in eine sinnvolle Nutzung dieses Assets wäre ergo eher begrenzt. Danke, aber ich bleib bei Goldlöckchen.

Seb Dumitru: Eine Armada aus unterdurchschnittlichen Rotationsspielern (die mich ein Viertel meines Caps bis 2020 kosten) und ein Draft-Pick ausserhalb der Lotterie? Dann bleib' ich lieber bei Schröder und 12 Mio. $ extra Cap Space im Juli. Klar: der Braunschweiger Point Guard hat seine klaren Defizite, kann aber scoren. Selbiges gilt auch für Barton - dem einzig brauchbaren Nugget in diesem Szenario. Der aber wird schon in fünf Monaten Free Agent und mit Sicherheit das Weite suchen. Mudiay und Faried? Kein Anschluss unter dieser Nummer...


CLE: Derrick Favors
UTA: Jae Crowder, Channing Frye


Lagenstein: Die Cavs haben in den letzten Jahren immer einen größeren Trade eingetütet. Die Serie hält auch 2018. Dieser Deal wird die großen Schwächen, die der Cleveland-Kader in den letzten Wochen entblößt hat, nicht vollständig kaschieren. Er hilft ihnen aber auf den großen Positionen und da ist die Unterstützung am nötigsten. Favors kann solide Minuten auf der Fünf bringen. Utah gibt ihn bereitwillig ab, weil der Big Man wenig kompatibel mit Rudy Gobert ist. Da passt Channing Frye als Strech-Big schon besser ins Bild. Der ehemalige Arizona Wildcat steht zwar basketballarisch kurz vor der Rente, doch das passt den Jazz ganz gut. Der auslaufende Vertrag schafft im Sommer Platz im Salary Cap. Bis dahin wird Frye aber noch den einen oder anderen Dreier treffen. Das kann Jae Crowder eigentlich auch. In Cleveland hat es für den 27-Jährigen, warum auch immer, aber einfach nicht geklappt. Seiner Leidenschaft Defense kann er am Salzsee in jedem Fall besser frönen als an der Seite seiner aktuellen Defensiv-Allergiker. Mit seinen 15 Mio. $ Gehalt in den kommenden beiden Jahren ist er auch keine allzu große Belastung für die Jazz, sondern bringt ihnen eher wichtige Tiefe auf den Flügelpositionen.

Lenz: Ein Tradevorschlag, der so glamourös ist wie Jae Crowders Jumper dieses Jahr effizient. Für Cleveland ist das Ziel offensichtlich und die Idee absolut nachvollziehbar. Utah würde diesem Trade so auf keinen Fall zustimmen. Die Saisonleistung von Crowder macht seinen Vertrag aktuell zum negativen Asset, Favors hätte in einem anderen Trade positiven Wert als Spieler und zusätzlich als auslaufender Vertrag. Daher bräuchte es definitiv noch Pick-Beigaben von Cleveland um einen Tausch der genannten Spieler zu ermöglichen.

Haak: Ich bin bei Lenz. Ich bin bei Schlechtriem. Favors schadet nicht, aber er löst Clevelands Probleme auch nicht. Man müsste wohl einen Pick ergänzen. Will man für eine solch halbgare Lösung wirklich das eigene Wahlrecht trotz drohendem Neuaufbau wegwerfen (der von Brooklyn sollte für diesen Hasenfußmove nicht zur Debatte stehen). Und ich bin noch nicht bereit, Jae Crowder aufzugeben. Ich würde nein sagen, aber GSD manage ich auch weder die Jazz noch die Cavs.

Dumitru: Ich dachte, Cleveland sucht einen Big Man, der Defense und Rim Protection liefert. Oder stretcht und shootet - jetzt da bis April nicht mehr Kevin Love die Schuld an allem gegeben werden kann. Oder einen Playmaker, der das Offensivsystem (lol) aufzieht und LeBron entlastet. Wie viele dieser Punkte auf der Agenda checkt Derrick Favors ab? Null bis gar keinen. Utahs Defense funktioniert besser, wenn der ehemalige Nummer zwei Pick nicht aufläuft; vorne hat er in seiner gesamten NBA-Karriere weniger Dreier genetzt als Frye in den vergangenen vier Wochen. So verzweifelt sind nicht einmal die Cavaliers.

Schlechtriem: Die Cavs brauchen dringend einen defensivstarken Rim Protector und Rebounder. Dieses Profil erfüllt Favors nicht hundertprozentig, allerdings ist er womöglich die einzig erreichbare Option im Austausch für Clevelands Resterampe. Auch die Jazz sind nicht restlos begeistert: Platz zehn im Westen – und selbst wenn sich die Clippers noch aus dem Playoff-Rennen katapultieren, ist der Rückstand auf Rang acht eigentlich schon zu groß. In dieser Situation brauchen sie weder Frye noch Crowder, sondern frisches Blut. Für beide Seiten ist dieser Trade eine Art Notnagel, falls gar nichts anderes geht. Wie Christoph schon sagt sollten die Jazz dann aber zumindest noch auf einen Draft Pick pochen.


CHA: Ricky Rubio, Derrick Favors, Rodney Hood, Dante Exum, Thabo Sefolosha
UTA: Kemba Walker, Nicolas Batum, Marvin Williams


Lenz: Zwei enttäuschende Team versuchen, durch einen Trade aus der Kategorie „Mix it up“ ein bisschen frischen Wind und eine veränderte Vertragssituation ins Roster zu bringen. Utah hätte, selbst wenn sie die beiden angehenden Free Agents Hood und Favors im Sommer gehen ließen, nur begrenzt Salary Cap Flexibilität und Salt Lake Citys Anziehungskraft auf vertragslose Spieler ist traditionell eher begrenzt. Einen Spieler vom Kaliber Kemba Walker auf einen Court mit Rudy Gobert zu stellen klingt verlockend und ist ohne Trade nur schwer realisierbar. Auch Batum und Williams können (zwar überbezahlte, aber) gute Rollenspieler sein, die auf einem insgesamt ähnlichen Qualitätslevel andere Stärken als Hood und Favors haben und dadurch den bereits angesprochenen frischen Wind bringen können. Die längeren Vertragslaufzeiten geben den Jazz vor allem mehr Zeit. Am anderen Ende des Trades sparen die Hornets sich langfristig gebundenes Kapital und könnten gleichzeitig relevant bleiben. Rein qualitativ stehen sie eher auf der Verliererseite dieses Deals, aber das sportliche Abschneiden zwingt sie zum Handeln. Wer weiß was die Neuzugänge in North Carolina erschaffen und bewirken könnten? Manchmal braucht es „nur“ den richtigen Ort zur richtigen Zeit oder eine besondere Chemie um aus Spielern das nächste Level heraus zu kitzeln. Rubio ist als Kemba-Nachfolger zumindest „kompetent“, aus Exum könnte, wenn er fit bleibt, eine langfristige Option werden. Sefoloshas Vertrag ist für 2018-19 nicht garantiert und Hood und Favors werden Free Agents. Entweder finden die Hornets mindestens mittelfristige Lösungen direkt in diesem Trade oder haben im Sommer mehr Flexibilität.

Haak: Das sieht mir ein wenig nach Hornissen-Wünsch-Dir-was aus. Zwei der vier schlechtesten Verträge mit Walker verschiffen und dafür mit Hood und Exum (gut, riesige Fragezeichen) noch brauchbares Talent zurückholen. Ich mag Walker, glaube aber nicht, dass die Jazz sich im Vertrauen auf seine Franchise-Player-Qualitäten den Cap zuballert. Zumal er nächstes Jahr Free Agent wird und bei der bisherigen Unterbezahlung wohl forderungstechnisch den Isaiah T. machen wird.

Dumitru: Für Utah kommt jede Überlegung an einem essentiellen Punkt zum Halt: Wie tief bin ich für den baldigen Unrestricted Free Agent (2019) bereit, in die Tasche zu greifen? Der All-Star Point Guard spielt auf einem der günstigsten Verträge der NBA (12 Mio. $ pro Jahr), hat sich einen Monster-Payday verdient. Mit Batum und Williams beiß ich mir finanziell ohnehin schon beide Beine und einen Arm ab. Mein Kern besteht aus Rudy Gobert und Donovan Mitchell. Teure, mittelmäßige Veteranen bewegen die Nadel in der Western Conference keinen Deut nach oben. Im Bestfall sind die Playoffs drin – und die glaubt Utah nach der aktuellen Siegesserie auch heuer erreichen zu können. Kein Grund also, sich selbst zu kannibalisieren.

Schlechtriem: Ein dickes Brett mit gleich acht Spielern. Für die Hornets wäre das trotz Kembas Abgang ein Hauptgewinn, da sie ihre wuchtigen Verträge loskriegen und keinen aufnehmen, der länger als bis 2019 läuft. Und genau deshalb winken die Jazz ab. Walker hin oder her – Batum bis 2021 Maximalkohle bezahlen und dazu noch den abbauenden Williams bis 2020? Selbst wenn sich im Salzsee unerwartet eine Goldader auftut, wäre das hochgradig unverantwortlich. Dann lieber um Rudy Gobert und Donovan Mitchell eine junge Mannschaft aufbauen.

Lagenstein: Die Charlotte Hornets wären nach diesem Trade ein völlig anderes Team. Das ist natürlich noch kein Grund den Deal abzulehnen. Doch trotz gleichlautender Gerüchte kann ich mir nicht vorstellen, dass Michael Jordan Kemba Walker so schnell hergibt. Der Point Guard ist der erste und bisher einzige Baller in der Geschichte der Bobcats/ Hornets, der sich das Prädikat Franchise-Spieler verdient hat. Für kleine Teams sind diese schwer zu finden. Nur aus finanziellen Gründen einen verdienten Spieler wegzutraden ist für mich nicht der richtige Weg. Auf Seiten der Jazz würde ich schon eher über eine Unterschrift nachdenken – wobei Williams schon einmal in Utah gescheitert ist. Ein fitter Batum ist jedenfalls besser als sein Ruf.


CHA: Luol Deng, Corey Brewer, Ed Davis, 2020 1st Round Pick (LAL)
LAL: Kemba Walker, Kosta Koufos, Vince Carter
POR: Nicolas Batum
SAC: Evan Turner, 2018 2nd Round Pick (DEN via LAL), 2019 2nd Round Pick (CHI via LAL), 2020 2nd Round Pick (LAL)


Haak: Ich habe versucht, einen Kemba-Walker-Trade zu bauen… und dann gerieten die Dinge irgendwie zu einem Pat Riley, als Pat Riley noch cool war. Der Markt für einen meiner Lieblingszwerge all time ist nämlich schockierend eng. Also: die Hornets wollen ja – angeblich, warum erschließt sich mir immer noch nicht ganz – ihren einzigen AllStar-kalibrigen Spieler unter die Konkurrenz bringen, wenn selbige denn bereit wäre, einen der schlechten Verträge aufzunehmen… es winkt Ihnen zu: Nic Batum. Für Portland sprechen zwei Argumente: Retrochic und der Anwaltsgag "Hast du ein Problem, dann hol dir Nic Batum". Dann hast du zwar ein Problem mehr, aber dafür hast du auch Nic Batum. Finanziell tsunamisiert ist das Roster sowieso bis 2021. Und den Problemfall Turner schlabbert man an die Kings, denen ja traditionell alles egal ist und bei denen er, sind wir ehrlich, auch nicht wirklich stört. Die Lakers schlagen hier zwei Fliegen mit einem Luol. Man spart Geld (Carters und Koufos auslaufende Verträge könnte man sogleich beim Arbeitsamt anmelden) und holt mit Walker Lockstoff für George und James, und eine dritte Banane neben diesen. Charlotte darf im Sommer nach Kompostierung der Deals von Brewer und Davis in den günstigen Neuaufbau und hoch picken, müsste für Deng allerdings mit dem ungeschützten 2020er Erstrundenpick der Lakers entschädigt werden. Die Kings wiederum bekommen fürs Mitspielen drei Zweitrundenpicks aus L.A..

Dumitru: Der Wassily Kandinsky der Trade Machine ist zurück! Und wie das mit Kunst eben so ist, muss man die Abstraktionen des Artisten nicht vollständig nachvollziehen, um dieses Werk als ebensolches wahrzunehmen. Herr Haawk lässt sich treiben, appelliert an die (hoffentlich vernebelten) Sinne des Rezipienten, amalgamiert Strich und Farbe zu einem bunten Potpourri aus Spielern, Salary Dumps und Picks. Dass Charlotte seine besten Spieler verliert und dennoch mit dem untradebaren Deng'schen Totempfahl gezüchtigt wird, nutzt Haawk als synästhetisches Stilmittel, um seine Komposition voranzutreiben. Akzente wie Brewer-Gelb, Koufos-Weiss und Turner-Pink trauen sich viele Zeitgenossen nicht einmal solo zu verwenden - geschweige denn in einem einzigen, schwindelerregenden Erzeugnis.

Schlechtriem: Herrje, Anno! Ich hab mehrmals ansetzen müssen, bis ich dieses Konstrukt überhaupt durchschaut habe. Es würde schon einen Daryl Morey brauchen, um so eine Nummer durchzuziehen. Der ist nicht dabei – der Trade scheitert aber auch aus anderen Gründen: Erstens: Die Hornets wollen für Kemba schon etwas haben, hier werden sie mit Deng bestraft. Der 2020 Lakers-Pick genügt nicht einmal, um dessen Vertrag aufzunehmen. Zweitens: Die Lakers setzen bereits auf Lonzo Ball (Marketing!), Walkers Talent ist außerdem hinderlich, im Sommer einen hohen Pick einzufahren. Drittens: Die Blazers haben Batum 2015 weggeschickt, weil er ihnen zu teuer wurde. Jetzt ist er noch teurer und macht das Team nicht entscheidend besser. Und viertens: Die Kings würden sich über eine Reihe Picks zwar freuen, nicht aber darüber, Evan Turner bis 2020 jährlich knapp 20 Mio. $ überweisen zu müssen. Unsere Lieblings-Chaos-Franchise ist zwar von dem Irrsinn der letzten Jahre noch nicht rehabilitiert, völlig verblödet sind sie aber auch nicht. Beide Daumen runter. Wenn ich mehr hätte, wären die auch unten.

Lagenstein: Da würde ich aus Sicht der Hornets dann doch lieber Christophs Angebot annehmen. Die Tauschware für Walker scheint mir einzig für eines gut zu sein: den Negativrekord an Siegen aus der Saison 2011/12 nochmal zu unterbieten. Wenn die Lakers dem Deal zustimmen, springt LaVar Ball noch tatsächlich ins Feuer wie in der letzten Game of Zones Episode. Wenn der danach Ruhe gibt, wäre das natürlich eine gute Sache. Das wird aber nicht passieren, denn auch für Portland sehe ich keinen richtigen Vorteil. Sacramento traue ich alles zu. Je mehr ich darüber nachdenke, … die Trades der letzten Monate waren teilweise so konfus, da muss ich Anno zumindest dazu gratulieren, dass er eine Transaktion gefunden hat, die gut in diese Reihe passen würde.

Lenz: Für sowas wurde die Trade-Machine programmiert! Dieses Fast-Meisterwerk eines Trades krankt aber leider an zwei kleinen Punkten. Kosta Koufos hat eine Spieler-Option über fast neun Millionen Dollar für das kommende Jahr, die Lakers können sich nicht leisten, dass auch nur eine theoretische Chance besteht, dass er diese Option wahrnimmt. Außerdem kommt Charlotte hier zu schlecht weg. Sie tauschen Batums schlechten gegen Dengs noch schlechteren Vertrag und werden für Kembas Verlust und Fehlen im Heim-All-Star Game 2019 nur mit einem Lakers-Pick in 2020 belohnt, der dann (zumindest wenn man Magic Johnson und Rob Pelinka fragt) gut und gerne in den späten 20ern liegen könnte. Bei Portland und Sacramento könnte ich mir durchaus vorstellen, dass sie hier zustimmen würden.


LAC: Maurice Harkless, Meyers Leonard, 2018 1st Round Pick (POR)
POR: DeAndre Jordan


Dumitru: Der Clippers-Pistons-Trade letzte Woche hat untermauert, dass die Lob City Clippers endgültig tot sind. Chris Paul weg. Blake Griffin weg. DeAndre Jordan? Auch bald weg. Es ist kein Geheimnis, dass L.A. seinen All-Star Center in den kommenden Tagen aggressiv anbietet. Der kann im Sommer auf seine 24 Mio. $ Option für 2018/19 verzichten und aus seinem Deal aussteigen. Die Kalifornier wollen ihn nicht weiter bezahlen - schon gar nicht im 20-Millionen-pro-Saison-Bereich. Portland sucht händeringend nach einem erwachsenen Center - trotz Youngster Jusuf Nurkic, der weiterhin zwischen Welt- und Bezirksklasse variiert. Dieser Deal ist übrigens nicht der Fantasie entsprungen, sondern real besprochen worden. Die Clippers verlangen junge Perspektivspieler und mindestens einen Draft-Pick für Jordan. Portland kann all das bieten - läuft aber freilich Gefahr, Jordan im Sommer an den freien Markt zu verlieren.

Schlechtriem: Ich finde es extrem schwierig, DeAndres realen Marktwert einzuschätzen. Einerseits ist er eine defensive Präsenz, die vielen Teams sehr gut zu Gesicht stünde. Andererseits hat er einen exorbitant hohen Vertrag, aus dem er entweder aussteigt und sich in der Free Agency umsieht (nicht gut), oder via Player Option ein Jahr dran hängt (auch nicht besser). Dennoch wirkt Portlands Angebot ganz schön unterwältigend. Harkless war noch nie richtig gut und wird es auch nie werden. Leonard träumt derweil davon, noch auf Harkless' Level zu kommen. Wäre dieses Duo Infernale nicht bis 2020 mit garantierter Kohle unter Vertrag, würde ich sofort grünes Licht geben. So reicht ein mittlerer bis später Pick nicht aus, um das neunjährige Verhältnis Jordans mit den Clippers zu beenden.

Lagenstein: DeAndre Jordan ist in jedem Fall genau der Center, den die Blazers haben wollten, als sie Festus Ezeli im Sommer 2016 verpflichteten. Da Portland chronische Knieprobleme aber nur so anzieht, hat der Nigerianer nie auch nur ein Spiel für die Mannschaft aus Oregon gemacht. Ein halbes Jahr später kam Jusuf Nurkić. Der spielt zwar solide, wird im Sommer aber zu teuer für ein Team, das keinen Platz unter dem Salary Cap hat. Jordan könnte zwar ebenfalls Free Agent werden, doch selbst wenn er geht, würde Portland zumindest die Millionengräber Harkless und Leonard loswerden. Auf dieser Seite gibt es von mir also ein klares ja. Ob die Clippers mit dem Deal so zufrieden wären, ist eine andere Frage. Bekommen sie für Jordan irgendwo mehr? Wenn dem so wäre, würde er allerdings wahrscheinlich längst woanders spielen.

Lenz: Ein absolut realistischer Trade! Für die Clippers gibt es hier einen bunten Mix aus weiteren Spielern, die potentiell einen weichen Neuaufbau mitgestalten könnten und obendrauf einen nützlichen Draft-Pick. Harkless und Leonard sind die am wenigsten schlechten Verträge aus Portland, bei Harkless könnte man sogar fast noch von positivem Wert sprechen. Die Blazers upgraden auf der Center-Position, wo sie dann mit Nurkić und Jordan 48 Minuten geballt kolossale Impact-Player präsentieren werden, vielleicht ja in ganz kurzen Sequenzen sogar mal einen Giganten-Frontcourt. Die Abgänge von Harkless und Leonard dürften in Portland niemanden allzu sehr schmerzen, einziges Fragezeichen ist, ob Jordan für viel Geld gehalten werden soll, kann oder will. Andererseits bräuchte auch Nurkić einen neuen Vertrag. Für diese Entscheidung hätten sie dann aber noch einige Monate Zeit und können jetzt erstmal schauen was denn so da ist. Das Risiko hält sich auf beiden Seiten in Grenzen, die Chance sich zu verbessern ist signifikant größer, daher ist hier ein beidseitiges grünes Licht vorstellbar.

Haak: Das würde ins – im Football würde man wohl sagen – Scheme der Clippers aktuell passen. Verstehen würde ich es aber nicht. Leonard und Harkless sind zwei bis zum letzten Cent garantierte 50 Mio. $ bis 2020. Was wollen die Clippers damit? Ich kann mir die dann angesammelten, mehr oder weniger zeitnah auslaufenden Verträge für mehr oder weniger solide Spieler (L. Williams, Galinari, Harris, Bradley + die beiden hier) zzgl. der Picks schön saufen als Asset Sammlung für einen Star-Trade, aber welcher Star sollte das sein? Für Portland sieht das wie ein Homerun aus, allerdings sehe ich irgendwie Nurkić und Jordan gemeinsam gar nicht und der eine als „Plan B“ für den Fall des Abgangs des jeweils anderen ergibt auch keinen Sinn, weil im Sommer beide Free Agents werden (können), der eine R, der andere U. Zieht Jordan seine Option, kann man Nurkić nicht halten, ohne dass Paul Allens Erben die Mistgabeln raussuchen.