06 Februar 2018

6. Februar, 2018


Jahr für Jahr dreht die NBA mehr oder weniger kräftig am Rad – wenn nämlich die Trading Deadline immer näher rückt und alle Teams zum letzten Mal vor Ladenschluss ihre Kader verstärken (dürfen). In dieser Saison fällt der Stichtag bereits auf den 8. Februar – viel früher als bisher. Auf dem Weg dorthin wirft die #NBACHEF Redaktion wie immer einen genaueren Blick auf die wichtigsten Spieler und Trade-Chips.

von TORBEN SIEMER @LifeofTorben

Die Trade Deadline rückt unaufhaltbar näher, kaum 24 Stunden lang sind noch Deals möglich. Viele Teams suchen noch nach Verstärkungen für die Playoffs, andere hoffen auf junge Talente oder wünschen sich Draftpicks im Gegenzug für einen Veteranen.

Genau das suchen wohl auch die Dallas Mavericks. Auch wenn Dirk Nowitzki (oder wie er gegen die Los Angeles Clippers hieß: Dirk Nowitkzi) gerade als erst sechster NBA-Profi die Grenze von 50.000 Minuten in der regulären Saison geknackt hat, sind die Texaner eigentlich ein Team im Rebuild. Entsprechend geht es vor allem um Entwicklungspotenziale und Zukunftsperspektiven.


Beides ist bei Flügelspieler Wes Matthews überschaubar. Der 31-Jährige hat sich nach Achillessehnenriss im März 2015 zurückgekämpft, das allein verdient Respekt. Zudem gilt er als guter alter „locker room guy“, einer für die „culture“ – ein Veteran also, der mit gutem Beispiel vorangeht. Matthews gilt als Arbeitstier. Nicht zufällig stand er am 28. Oktober 2015 wieder auf dem Feld, gerade mal sieben Monate nach einer der schwersten Verletzungen, die es im Sport gibt.

Arbeitsethos und Sozialverhalten stehen also außer Frage. Sportlich? Liefert er ein erstaunlich durchschnittliches Jahr ab. In 34 Minuten legt Matthews im Schnitt 12.9 Punkte, 3.2 Rebounds und 2.2 Assists auf, dazu kommt ein Steal. Seine Feldwurfquote (41%) reißt niemandem vom Hocker, ist aber sein bester Wert seit dem Wechsel nach Dallas. Ebenso wie die 38.3 Prozent von jenseits der Dreierlinie bei immerhin 6.3 Versuchen pro Einsatz.


Darüber hinaus gilt der Absolvent der Marquette University als überdurchschnittlicher Verteidiger, auch wenn die On-/Off-Splits nicht zwingend vermuten lassen, dass er die Mavericks besser macht. Bei der Zahl an Lineups, die Coach Rick Carlisle im Sinne des verdeckten Tankings aufs Feld wirft, ist das freilich keine besonders aussagekräftige Statistik. Eher dafür die Ausdauer: In den zehn Drei-Mann-Lineups der Mavs, die die meisten Minuten gespielt haben, taucht zehnmal der Name Wes Matthews auf.

Aber gibt’s für den 'Iron Man' einen Abnehmer? Sein Vertrag beinhaltet nach Ablauf der Saison eine Spieleroption, die ihm 18.6 Millionen Dollar bescheren würde. Höchst unwahrscheinlich, dass er auf dem freien Markt mehr bekommen würde.

Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass er sich nach knapp drei Monaten wieder verabschiedet. Dafür einen First-Round-Pick hergeben, den die Mavericks ziemlich sicher fordern werden? Schwierig.

Andererseits gibt es immer verzweifelte Teams (Warum fällt mir an dieser Stelle der Slogan #DefendTheLand ein? Ich weiß es nicht!), die für eine kurzfristige Verstärkung bereit sein, überzubezahlen. Für wahrscheinlich halte ich einen Deal noch vor der Deadline dennoch nicht - solange Dallas an der Forderung eines Erstrundenpicks festhält.