07 Februar 2018

7. Februar, 2018


Trade Deadline Woche. Die Gerüchteküche rumort – Vorschläge, Ideen, Konzepte aus allen Ecken, bis das Gefeilsche am 8. Februar seinen Klimax erreicht. Damit in all dem Durcheinander der Überblick nicht verloren geht, liefert die #NBACHEF-Küche eine kompakte Übersicht. 30 Teams, ihre wichtigsten Verhandlungsgüter und die jeweilige Wahrscheinlichkeit auf einen Trade.

von DANIEL SCHLECHTRIEM @W14Pick



Atlanta Hawks

Ammo: Marco Belinelli, Kent Bazemore, Ersan Ilyasova, Dewayne Dedmon, Dennis Schröder
Need: Draft Picks, Jugend

Die Hawks stecken tief im Rebuild und sind daher äußerst gesprächsbereit. Die erst im letzten Jahr geholten Veteranen Belinelli und Ilyasova stehen als Sonderangebot auf dem Marktplatz, sprich für einen Second Round Pick. Bazemore stagniert und ist daher ebenso entbehrlich, aufgrund seines voluminösen Vertrags (2018/19: 18,1 Mio. $, 2019/20: Player Option für 19,3 Mio. $) allerdings schwerer vermittelbar. Sogar der einstmals als Franchise Player gesetzte Dennis Schröder bleibt nicht mehr unantastbar. Atlanta schachert an allen Fronten. Ein Trade – wenn auch nur in kleinem Rahmen – ist sehr wahrscheinlich.



Boston Celtics

Ammo: Marcus Smart, Draft-Picks
Need: Offense, Shooting, Rim Protection, Rebounding

Wie schon im Vorjahr marschieren die Kelten vorneweg, doch auch die Mängel der Grünen haben im Vergleich zur letzten Saison Bestand: Boston stellt die effizienteste Defensive, ist im Rebounding allerdings nur Durchschnitt. Immer noch fehlt ein legitimer, qualitativer Rim Protector im Aufgebot – der als Free Agent akquirierte Greg Monroe erfüllt dieses Profil nicht. Um außerdem der zuletzt nur durchschnittlichen Offensive weitere Feuerkraft zu verschaffen, werden Bench Scorer wie Lou Williams und Tyreke Evans gehandelt. In die Waagschale werfen kann der Oberste Kobold Danny Ainge jedoch höchstens Marcus Smart, weil dieser im Sommer Restricted Free Agent wird, die Payroll der Celtics jedoch bereits ausgedehnt ist und Ainge bekanntlich höchst ungern den Safe zu Ungunsten der eigenen Flexibilität öffnet. Der Markt für Smart ist schwer prognostizierbar und tendenziell hielt sich Boston in den letzten Jahren zur Deadline weitestgehend zurück, daher ist ein Trade eher unwahrscheinlich.



Brooklyn Nets

Ammo: Das ganze Inventar (außer D'Angelo Russell)
Need: 2019

Endlich Licht am Ende des Tunnels! Die Nets müssen nur noch ein Jahr warten, ehe sie wieder ihren eigenen Draft Pick verwenden dürfen. Bis dahin gilt weiter das Credo, die vielen jungen Spieler zu entwickeln und um den im Sommer akquirierten D'Angelo Russell ein für die Zukunft gerüstetes Team aufzubauen. Brooklyn hat zwar passables Talent im Roster (Spencer Dinwiddie, Jarrett Allen, Caris LeVert), restlose Begeisterung rufen diese auf der NBA-Landkarte jedoch (noch) nicht hervor. Der zuletzt verbesserte DeMarre Carroll stößt da schon auf mehr Interesse, allerdings hat Brooklyn keinen Grund, den erst im Sommer geholten Flügelspiel wieder abzugeben – sofern kein überragendes Angebot vorgelegt wird. Ihr größter Trumpf ist daher der vorhandene Cap Space: GM Sean Marks wird vornehmlich in Erscheinung treten, um Verträge zu absorbieren und/oder andere Deals möglich zu machen. Trade wahrscheinlich.



Charlotte Hornets

Ammo: Kemba Walker
Need: Offense, Shooting, Paycut

Same old song in North Carolina. Charlotte hinkt wieder mal den eigenen Ansprüchen hinterher. Shooting und Offensive Effizienz sind auch diese Saison nicht einmal im Durchschnittsbereich, Hilfe von der Bank gibt’s wenig bis keine. Gerüchten zufolge erwägen Michael Jordans Bedienstete sogar einen Trade von Franchise Player Kemba Walker – denn viel mehr haben sie kaum anzubieten. Die Deals von Dwight Howard und Nicolas Batum fasst kein zurechnungsfähiger GM auch nur mit der Kneifzange an, die saftigen Verträge von Marvin Williams und Michael Kidd-Gilchrist locken ebenfalls niemanden hinter dem Ofen vor. Zu allem Unglück bleibt auch die jüngere Garde um Frank Kaminsky und Malik Monk bislang hinter den Erwartungen zurück. Ob GM Rich Cho bahnbrechende Angebote für Kemba erhält, darf bezweifelt werden. Manche spekulieren sogar, dass Cho im Sommer von Mitch Kupchak abgelöst werden wird – und damit in der Personalie Walker ohnehin keine Entscheidungsbefugnis mehr genießt. Daher: Trade(s) erwünscht, aber schwierig.



Chicago Bulls

Ammo: Robin Lopez, Jerian Grant, Tony Allen, Jameer Nelson, Bobby Portis
Need: Draft Picks, Jugend

Die Bulls haben im Dezember zehn von 16 gewonnen – zu viel, denn eigentlich gehört zum eingeleiteten Rebuild ein hoher Draft Pick, den Chicago mit solchen Quoten zu verspielen droht. Prophylaktisch haben sie daher Nikola Mirotić nach New Orleans verschifft und damit den Problemfall der beiden Streithähne Mirotić und Portis gelöst. Letzterer wird deshalb aber zur Deadline nicht unantastbar bleiben. Dazu soll Veteran Robin Lopez von der Gehaltsliste gestrichen werden. Weil die Bulls außerdem als eines der wenigen Teams über einen ordentlichen Brocken Cap Space verfügen und somit auch einen monetär ungleichen Deal eingehen können, ist ein weiterer Trade wahrscheinlich.



Cleveland Cavaliers

Ammo: Channing Frye, Iman Shumpert, José Calderon, Derrick Rose, Isaiah Thomas, Tristan Thompson
Need: Center, Rebounding, Defensive

Wieder einmal befinden sich die Cavs in ihrer Midseason-Crisis, die – zumindest bislang – in den Playoffs zu einer fernen Erinnerung degradiert wurde. Weil Cleveland jedoch auch dieses Jahr kaum Chancen hat, die Warriors noch einmal zu schlagen, weil das Team zerstritten ist und darüber hinaus die Celtics und Raptors die eigene Conference aufmischen, sind schon jetzt richtungsweisende Entscheidungen notwendig. Ist der neue GM Koby Altman gewillt, für eine kurzfristige Optimierung den Draft Pick der Brooklyn Nets ins Feuer zu werfen? Aufgrund der Gefahr, im Sommer ohne LeBron und somit ohne sportliche Relevanz dazustehen, offenkundig nicht. Die Cavs sind bekanntlich an DeAndre Jordan, Lou Williams, George Hill und Kent Bazemore interessiert. Ohne besagten Pick wird es allerdings schwer werden, die jeweiligen Teams in ernsthafte Verhandlungen zu verwickeln. Angesichts der desaströsen Auftritte der letzten Zeit ist ein Trade unbedingt notwendig.



Dallas Mavericks

Ammo: Wes Matthews, Nerlens Noel, Josh McRoberts
Need: Draft Picks, Jugend, klare Richtung.

Dallas genießt die goldenen Jahre von Dirk Nowitzki und hat in Dennis Smith Jr. bereits das zukünftige Gesicht der Franchise im eigenen Lager. Weil sich die Mavericks mit der sportlichen Bedeutungslosigkeit abgefunden haben, früher oder später auf eine gute Ausgangsposition in der Draft Lottery schielen und über massig Cap Space verfügen, sind sie zumindest für kleine Trades zu haben. Der nächste Schritt im dringend erforderlichen Rebuild wäre eine Verjüngungskur, gegen die sich die Mavs derzeit jedoch noch wehren. Für J.J. Barea (33), Devin Harris (34) und Salah Mejri (31) gibt’s nichts zu holen, auch um den noch einigermaßen soliden 3&D Flügel Wes Matthews (31) werden sich die Abnehmer aufgrund der 18,6 Mio. $ schweren Player Option für die nächste Spielzeit nicht reißen – erst recht da Dallas angeblich einen First Round Pick als Preis angesetzt hat. Die einzige pikante Personalie ist somit der in Ungnade gefallene Center Nerlens Noel. Womöglich reicht ein Second Round Pick, um dieses Missverständnis zeitnah zu beenden. Trade wahrscheinlich.



Denver Nuggets

Ammo: Will Barton, Wilson Chandler, Emmanuel Mudiay, Kenneth Faried, Malik Beasley
Need: Defensive, Tiefe

Die Nuggets dürfen von der ersten Playoff-Teilnahme seit 2013 träumen. Diese ist jedoch längst nicht in Stein gemeißelt, daher wird sich Denver nach Möglichkeiten der Nachrüstung umsehen. Weil das Konstrukt einigermaßen funktioniert, ist ein Blockbuster-Trade mit ihren zahlreichen guten (aber nicht sehr guten) Spielern weniger wahrscheinlich als in den vielen Jahren zuvor. Mudiay und Faried waren schon letztes Jahr abkömmlich, dieses Jahr kommen der vom Zahn der Zeit geplagte Wilson Chandler sowie Will Barton und sein auslaufender Vertrag hinzu. Im Gegenzug täte den Nuggets ein solider 3&D Flügel und/oder ein klassischer Point Guard gut. Trade gut möglich.



Detroit Pistons

Ammo: Stanley Johnson, Luke Kennard, Henry Ellenson
Need: Shooting, Wing

Die Pistons haben ihren großen Deal eingetütet und Blake Griffin für die nächsten vier Jahre nach Motor City gebracht. Damit ist Stan Van Gundy aber noch nicht fertig: Detroit wird Interesse an Evan Fournier von den Orlando Magic nachgesagt, der die offensiven Mängel auf dem Flügel tatsächlich größtenteils kaschieren würde. Allerdings wird der Franzose nicht ganz billig und etwa Reggie Jackson als Gegenwert hält nicht einmal die verzweifelten Magic am Verhandlungstisch. Infolge des Abgangs von Tobias Harris und Avery Bradley hat Detroit neuerlichen Bedarf auf den kleineren Positionen, den sie durch ihre Youngster Johnson und Kennard nicht zwingend gedeckt sehen. Ein zusätzlicher Trade ist also wahrscheinlich.



Golden State Warriors

Ammo: Patrick McCaw, Nick Young
Need: Wing

Der amtierende Champ hat weniger Grund als jedes andere Team, irgendetwas zu verändern. Vermutlich sind die Verantwortlichen ohnehin zu sehr damit beschäftigt, im Verborgenen hämisch darüber zu kichern, dass sie in der Draft Night Jordan Bell für vergleichsweise alberne 3,5 Mio. $ von den Chicago Bulls losgeeist haben. Eben jener hat die Spielzeit von Shaqtin-A-Fool MVP JaVale McGee gesenkt, sodass ein Wechsel, der McGee mehr Minuten verspricht, zumindest denkbar ist. Wirklichen Grund ihn abzugeben haben die Dubs allerdings nicht, für einen passablen Gegenwert fehlt die Vorstellungskraft, außerdem kann McGee kann jeden Trade ablehnen. Mit welchen Mitteln also Wunschspieler wie Avery Bradley oder Tyreke Evans verpflichtet werden sollen, bleibt fraglich. Daher: Trade unwahrscheinlich.



Houston Rockets

Ammo: Ryan Anderson
Need: Ryan Anderson mit anständiger Trefferquote

Geht der Streak von Deadline-Daryl in diesem Februar zu Ende? Die Anzeichen waren nie deutlicher. Houston musste sich durch eine holprige Weihnachts- und Neujahrszeit voller Verletzungen und Sperren quälen, hat aber schnell wieder in die Spur gefunden und sowieso alle Puzzlestücke für einen tiefen Playoff-Run zusammen. Einzig Strech Forward Ryan Anderson bereitet Magenschmerzen: Im Schnitt nur 8,7 Punkte sowie 32% von der Dreierlinie im Januar sind für einen Spieler seiner Gehaltsklasse indiskutabel. Ebendies macht den Scharfschützen auch schwer vermittelbar, die Raketen müssten drauf zahlen, um den 29-Jährigen loszuwerden. Da er zudem trotz seiner schlechten Zahlen das Spielfeld breit macht und gegnerische Coaches durchaus vor Matchup-Schwierigkeiten stellt, ist ein Trade eher unwahrscheinlich. Morey lauert eher auf den Buyout-Market.



Indiana Pacers

Ammo: Darren Collison, Cory Joseph, Al Jefferson, Thaddeus Young
Need: Wing, Point Guard, Defensive

Der Rebuid im Hoosier-State ging schneller vonstatten als gedacht. Weil Victor Oladipo und Domantas Sabonis die Erwartungen übertreffen, spielen die Pacers überraschend um die Playoffs mit. Ein hoher Pick fällt somit aus, umso mehr gilt es, das Team ohne qualitativen Abfall zu verjüngen. Darren Collison und Cory Joseph sind im Aufbau nicht der Weisheit letzter Schluss, auf dem Flügel klafft hinter Oladipo und Bojan Bogdanović eine weite Lücke. Um diese zu schließen können die Pacers die Veteranen Jefferson (33) und Young (29) ins Schaufenster stellen, die ohnehin mittelfristig nur noch als Platzhalter für Sabonis und Myles Turner fungieren, jedoch einem Team mit gehobenen Ansprüchen und Bedarf auf den großen Positionen sofort weiterhelfen. Trade möglich.



L.A. Clippers

Ammo: DeAndre Jordan, Lou Williams
Need: Klare Richtung

Seit dem Abgang Chris Pauls im Sommer wissen die Clippers nicht so recht, wohin es gehen soll. Erst verlängern sie mit viel Pathos Blake Griffin und ernennen ihn zum „Lifelong Clipper“, um ihn dann ein halbes Jahr später ungerührt nach Detroit zu verfrachten. Auch aus dem Gegenwert für Blake wird der geneigte Fan nicht final schlau: Sollen Tobias Harris und Avery Bradley bleiben und den Kern einer neuen Mannschaft bilden, oder verweilen sie direkt auf dem Trade Block? Wollen die Clippers in diesem Jahr in die Playoffs, oder räumen sie den Laden für Draft Picks leer? Was ist mit Lou Williams, der an einem Tag in Trades angeboten wird, am nächsten kurz vor einer Vertragsverlängerung steht? Bis Donnerstag sollten sie sich für eine Richtung entschieden haben. DeAndre Jordan scheint jedenfalls nicht mehr Teil der Langzeitplanungen zu sein, der Center steht schon länger im Mittelpunkt der Gerüchteküche. In welche Richtung es auch gehen mag, ein weiterer Trade ist sehr wahrscheinlich.



Los Angeles Lakers

Ammo: Julius Randle, Jordan Clarkson, Larry Nance Jr.
Need: Cap Space

Die Lakers haben sich einmal mehr früh aus dem Playoff-Rennen verabschiedet und basteln ohnehin schon fleißig an ihren Sommerplänen. Hochkaräter wie Paul George, DeMarcus Cousins oder aber LeBron James höchstpersönlich sollen dann bitteschön zu Lila-Gold wechseln – und wenn nicht 2018, dann werden 2019 ja Kawhi Leonard, Klay Thompson und Jimmy Butler frei. Um die derzeit garantierten 50 Mio. $ an Gehältern noch weiter zu drücken und somit die eigene Flexibilität in der Free Agency zu erweitern, mischen die Lakers aktiv an der Trade-Front mit. In Randle, Clarkson und Nance haben sie fähiges Talent im Angebot. Der monströse Vertrag von Luol Deng (ca. 18 Mio. $ pro Jahr bis 2020) ist derweil nicht vermittelbar, ein Trade um einen der anderen Kandidaten hingegen wahrscheinlich.



Memphis Grizzlies

Ammo: Marc Gasol, Tyreke Evans
Need: Rebuild

Anspruch und Realität gleiten in Memphis weiter in entgegengesetzte Richtungen. Ohne die Haudegen Zach Randolph, Tony Allen und Vince Carter beeindruckt Grit'n'Grind niemanden mehr. Mike Conley und Chandler Parsons fehlen wieder mal länger und die unverständliche Entlassung von David Fizdale hat auch nicht die Wende herbeigeführt. Zum ersten Mal seit 2010 werden die Playoffs ohne die Grizzlies stattfinden. Eigentlich ein Grund für einen kompletten Neuanstrich. Eigentlich – denn die Führung der Bären scheint sich nicht von den Veteranen Conley und Marc Gasol trennen zu wollen und sabotiert damit den notwendigen Rebuild. Stattdessen versuchen sie den dieses Jahr stark aufspielenden Tyreke Evans zu verhökern, der auf einem äußerst günstigen Vertrag bis Sommer sitzt. Die Bären haben Evans bereits aus dem Team genommen. Von ihrer Forderung nach einem Erstrunden-Pick werden sie sich wohl verabschieden müssen, ein Trade ist dennoch sehr wahrscheinlich. Vermutlich wird Memphis bis zur letzten Sekunde warten und dann das höchste Angebot für den 28-Jährigen annehmen.



Miami Heat

Ammo: Hassan Whiteside, Justise Winslow, Wayne Ellington
Need: Tiefe, Qualität

Voller Salary Cap und keine Draft Picks 2018. Die Trade Deadline ist eine von Miamis wenigen Gelegenheiten, für den bevorstehenden Run auf die Playoffs sowie die kommenden Saisons nachzurüsten. Dion Waiters hat für die laufende Spielzeit aus Verletzungsgründen bereits die Segel gestrichen und auch Goran Dragić und Hassan Whiteside immer mal wieder ihre Wehwehchen. Ohne diese Leistungsträger wird besagter Run auf einen der acht Plätze im Osten schwierig, daher sieht sich Miamis Mann am Zepter, Pat Riley, bis zur Deadline sehr genau um. Wirklich viel hat er aber nicht im Angebot: Um Whiteside kursieren immer mal wieder abenteuerliche Gerüchte. Interessanter ist da Flügelspieler Justise Winslow, der immer noch seinen Vorschusslorbeeren hinterherrennt und zu sehr mit Verletzungen beschäftigt ist, um sich einen passablen Dreier anzueignen. Winslow steckt noch bis 2019 in seinem Rookie-Vertrag, das macht ihn für Trades bekömmlich. Wayne Ellingtons auslaufender Deal könnte aufgrund der vielen Teams mit vollgestopfter Payroll auf Nachfrage stoßen – da sich der Scharfschütze aber zuletzt stark verbessert zeigte (13,9 PPG im Januar), wird er nicht ganz billig zu haben sein. Ein Trade ist erwünscht, wird aber schwierig.



Milwaukee Bucks

Ammo: Mirza Teletović, Matthew Dellavedova
Need: Center, Rebounding, Defensive

Bei den Bucks hängt der Haussegen schief: Etwas überraschend steht die Playoff-Teilnahme der ambitionierten jungen Truppe infrage, die Demission von Coach Jason Kidd hinterlässt nicht nur glückliche Gesichter. Das macht die Bucks zu einem der Hauptakteure dieser Deadline: Großes Interesse an DeAndre Jordan von den L.A. Clippers ist verbürgt, jedoch hat Milwaukees neuer GM Jon Horst den eigenen Erstrunden-Pick 2018 schon für die Addition Eric Bledsoes ins Feuer geworfen. Ohne einen solchen Pick werden die Clippers nur schwer zu überzeugen sein. Selbst wenn es nicht zu einem größeren Deal kommen sollte, werden die Hirsche sehr aggressiv darauf drängen, eine Lösung für die klaffende Lücke in der eigenen Zone zu finden, die der aus Brooklyn geholte Tyler Zeller gewiss nicht ist. Ein weiterer Trade ist erwünscht, aber unwahrscheinlich.



Minnesota Timberwolves

Ammo: Shabazz Muhammad, Gorgui Dieng, Nemanja Bjelica, Cole Aldrich
Need: Defensive

Die erste Playoff-Teilnahme seit 2004 ist den Wölfen kaum noch zu nehmen, dennoch bereitet die miserable Defensive dem eigentlichen Experten Tom Thibodeau Kopfzerbrechen. Für namhafte Verstärkungen wie DeAndre Jordan oder George Hill fehlt es an Handelsgütern. Der wuchtige Vertrag von Gorgui Dieng (ca. 16 Mio. $ jährlich bis 2021, voll garantiert) ist nicht vermittelbar, für Restposten wie Aldrich, Bjelica und Muhammad sind ebenfalls keine Premium-Lösungen zu erwarten. Letzterer wünscht einen Deal, ein Buyout erscheint jedoch wahrscheinlicher. Trade erwünscht, aber schwierig.



New Orleans Pelicans

Ammo: Fehlanzeige
Need: Center, Tiefe

Die Hoffnungen der Pelikane auf ein Aufbegehren in der Western Conference sind mit DeMarcus Cousins' Achillessehne gerissen. Die Verantwortlichen in Louisiana haben dennoch die Playoffs als Ziel ausgerufen und dafür Nikola Mirotić aus Chicago geholt. Der kann Cousins zwar nicht ersetzen, hilft aber dem chronisch schlechten Shooting der Wasservögel. Zu tun gibt’s in „The Big Easy“ weiter einiges, denn schon vor dieser Hiobsbotschaft war die Mängelliste nicht gerade kurz: Die zweite Garde gehört zur schlechtesten der Liga, die Qualität vor allem auf dem Flügel und generell hinter Cousins, Davis und Holiday sinkt rapide, die Defensive ist unterdurchschnittlich. Nachjustierungen werden allerdings nicht einfach, denn die miesen Verträge der Dauerverletzten Solomon Hill und Alexis Ajinça belasten die Handlungsfähigkeit. Der eigene Draft Pick ging für Mirotić nach Chicago. Das senkt die Aussichten auf einen weiteren Deal enorm. Trade unwahrscheinlich.



New York Knicks

Ammo: Courtney Lee, Willy Hernangomez, Kyle O'Quinn, Joakim Noah (lol)
Need: Qualität, Jugend, Draft Picks

Mit fortlaufender Saison werden die Defizite der Knicks immer deutlicher. Zu oft musste Porzingis „Kristaps allein in New York“ spielen, auf allen anderen Positionen fehlt es schlichtweg an Wettbewerbsfähigkeit. Spätenstens nach der horrenden Verletzung des lettischen Einhorn ist die fünfte Nicht-Teilnahme an den Playoffs in Folge nicht mehr abzuwenden. Das macht die Knicks zur Deadline zu Verkäufern: Courtney Lee, Tim Hardaway Jr. oder Enes Kanter agieren auf durchaus brauchbarem Level, haben jedoch aufgrund ihrer gepfefferten Verträge auf andere Teams eine abschreckende Wirkung. So passiert also eher etwas im kleinen Rahmen, wahrscheinlich um den unzufriedenen Hernangómez. Ein Trade ist wahrscheinlich.

BREAKING: Am Mittwoch Abend schickte New York Hernangomez zu den Charlotte Hornets, im Tausch für Johnny O'Bryant und zwei Second Round Picks.



Oklahoma City Thunder

Ammo: Terrance Ferguson, Alex Abrines, Patrick Patterson, Kyle Singler
Need: Wing, Shooting, Tiefe

Die Thunder marschierten zuletzt mit breiter Brust in Richtung Homecourt. Das verletzungsbedingte Aus von Andre Roberson trifft sie jedoch ins Mark. Auch wenn er kaum einen Freiwurf trifft, ist der Flügelspieler für OKCs Defensive unersetzbar. Das Superstar-Trio kann es nicht alleine richten, die Bank war schon vor dessen Formierung das größte Problem im mittleren Westen: Die zweite Garde gibt sich an den meisten Abenden nicht vorzeigbar und relativiert häufig die harte Arbeit von Russell Westbrook & Co. Weil Picks in Oklahoma City ebenso Mangelware sind wie interessantes Tauschmaterial und die Thunder trotz kleinem Markt bereits fest im Sumpf der Luxussteuer stecken, gibt es kaum Aussicht auf Besserung. OKC hat seine großen Deals für diese Saison bereits getätigt, infolge dessen sind GM Sam Presti nun ziemlich die Hände gebunden. Für Abrines wird es kaum Anrufe geben, Ferguson gilt (noch) als unantastbar, und auch die restlichen Rollenspieler bieten sich nicht für einen Deal an, der die Thunder irgendwie besser macht. Trade erwünscht, aber schwierig.



Orlando Magic

Ammo: Alle!
Need: „Gehe zurück auf Los“

Coach Frank Vogel kam 2016 mit der Empfehlung von zwei Conference Finals nach Orlando und genau dahin sollte es für die Magic auch wieder gehen. Das hat sich spätestens seit dem Debakel um Serge Ibaka erledigt, die Uhren in Disneyland stehen erneut auf Rebuild. Lohnt es sich, um Aaron Gordon eine Mannschaft aufzubauen? Die neuen Verantwortlichen im Front Office sind sich da nicht so sicher. Die durchaus vorhandene Qualität bringt die Blauen nicht weiter, darum wäre ein Trade von Evan Fournier, Nikola Vučević, Terrence Ross, Elfrid Payton, Jonathon Simmons oder Mario Hezonja angemessen und auch nicht unrealistisch. Für den deutlich überbezahlten Bismack Biyombo wird es dagegen schwieriger werden, einen Abnehmer zu finden. Da die Magic gute Aussichten auf einen Top-Pick im nächsten Draft haben und entsprechend kein Interesse, bis April noch viele weitere Spiele zu gewinnen, ist ein Trade sehr wahrscheinlich.



Philadelphia 76ers

Ammo: Jerryd Bayless, Trevor Booker, Amir Johnson, Justin Anderson
Need: Wing, Tiefe

Die Zeiten, in denen Philadelphia nicht auf die Tabelle schaute (von den Reverse Standings abgesehen), sind vorbei. Für den nächsten Schritt des „Process“ reicht diese Mannschaft womöglich (noch) nicht. Die 76ers verfügen über eine exzellente Defensive, die Offensive hingegen stockt – weswegen die Namen von gestandenen Mikrowellen wie Lou Williams oder Tyreke Evans über der Stadt der brüderlichen Liebe schweben. Den für so eine Akquisition notwendigen Erstrunden-Pick werden die Sixers vor allem angesichts der auslaufenden Verträge dieses Duos vermutlich nicht auf den Tisch legen. Aus Zeiten der Regentschaft Sam Hinkies lagern allerdings immer noch unzählige Second Round Picks im Keller. Zusammen mit dem auslaufenden Kontrakt des erst im Dezember geholten Trevor Booker reicht das für ein ordentliches Paket – nicht aber für eines, das Philly eine Offensivwaffe der genannten Kaliber ins Arsenal beschert. Trade erwünscht, aber schwierig.



Phoenix Suns

Ammo: Tyson Chandler, Jared Dudley, Alex Len
Need: Jugend, Draft Picks

In Phoenix geht der Umbruch unentwegt voran. Die Personalien Eric Bledsoe und Greg Monroe sind abgehandelt. Auf dem Parkett sorgt Devin Booker dafür, dass der schmerzhafte Rebuild und die rund 50-60 Niederlagen pro Jahr einigermaßen erträglich bleiben. Die Dynamik in der Wüste bleibt hoch: Um Tyson Chandler ranken sich Gerüchte, seit er seinen gut dotierten Vertrag bei der Suns unterzeichnet hat. Weil der Altmeister mit seinen 35 Jahren immer noch ordentlich durch die Zonen der Liga wühlt und für die vielen Youngster als Mentor und gutes Beispiel voran geht, wird ein Trade von Alex Len wahrscheinlicher. Der Ukrainer ist auch in seiner fünften Spielzeit noch nicht richtig in der NBA angekommen, ein Neuanfang muss her. Der auslaufende Qualifying Offer Vertrag ist keine große Hürde, seine dazugehörige No-Trade Klausel auch nicht. Weil die Suns außerdem über etwas Cap Space verfügen, können sie damit als gut bezahlter Steigbügelhalter (Draft-Picks!) für einen größeren Deal auftreten. Trade gut möglich.



Portland TrailBlazers

Ammo: Jusuf Nurkić, Evan Turner, Maurice Harkless, Meyers Leonard, Noah Vonleh, Pat Connaughton
Need: Qualität, Tiefe, Paycut

Seit letztem Jahr hat sich im Pazifischen Nordwesten wenig bis nichts getan: Mehrere Spieler sind hoffnungslos überbezahlt, im Frontcourt und auf der Bank fehlt es vorne und hinten an Qualität. Das schränkt die Möglichkeiten von GM Neil Olshey massiv ein: Die Verträge von Evan Turner, Mo Harkless und Meyers Leonard kriegt er nicht los, ohne ordentlich drauf zu zahlen. Sein Dilemma wird sogar noch dadurch verschärft, dass der im letzten Jahr akquirierte Jusuf Nurkić im Sommer als Restricted Free Agent bezahlt werden möchte – was den Blazers bei einer Payroll von bereits garantierten 110 Mio. $ teuer zu stehen kommen wird. Portland gilt als möglicher Abnehmer von DeAndre Jordan, ein Angebot würde wohl Nurkić involvieren. Davon ab müssten sie ihren Erstrunden-Pick im kommenden Draft opfern. Trade erwünscht, aber schwierig.



Sacramento Kings

Ammo: George Hill, Kosta Koufos, Garrett Temple, Skal Labissiere
Need: Geduld, Qualität

Sacramentos Plan, das junge und chronisch erfolglose Team mit den Veteranen George Hill, Vince Carter und Zach Randolph in den Dunstkreis der Playoffs zu führen, hat sich schon in den ersten Wochen direkt erledigt. Wieder mal sind die Lilanen nur in der umgedrehten Tabelle spitze. Allen voran Hill hat sich von seinem Wechsel nach Nordkalifornien deutlich mehr versprochen und pocht auf einen Trade, wird mit den Cavaliers und Timberwolves in Verbindung gebracht. Sein 20 Mio. $ schwerer Vertrag erweist sich dabei aber als äußert hinderlich. Auch für Carter, Garrett Temple und Kosta Koufos (Player Option fürs nächste Jahr) ist der Markt begrenzt, sodass die Kings wieder mal kreativ werden müssen. Ein Trade ist wahrscheinlich – und das ist für Kings-Fans erfahrungsgemäß nicht immer die beste Neuigkeit.



San Antonio Spurs

Ammo: Fehlanzeige
Need: Offensive, Jungbrunnen

In Texas nichts Neues. Die Spurs lassen die Trade Deadline Jahr für Jahr geradezu asketisch passieren, und auch dieses Jahr deutet trotz offensiver Lethargie, Verletzungsproblemen und dem (gefühlt seit Gründung der Franchise) überalterten Kader rein gar nichts auf eine Veränderung hin. Vierfachchampion Tony Parker wurde kürzlich zum Bankspieler degradiert – dass sich San Antonio von seinem Altstar trennt, ist aber kaum vorstellbar, wenngleich sein auslaufender 15 Mio. $ schwerer Vertrag für das eine oder andere Team nicht uninteressant sein sollte. Dennoch ist ein Trade in Alamo wieder mal sehr unwahrscheinlich.



Toronto Raptors

Ammo: Jonas Valančiūnas
Need: Shooting, Tiefe, Paycut

Die Dinos stellen eine Top-5 Offensive und Defensive. Folglich dürfen sie von einer Rückkehr in die Conference Finals träumen und auch davon, den derzeit schwächelnden Rivalen aus Cleveland endlich zu besiegen, der sie die letzten beiden Spielzeiten mit einem Fußtritt in den Sommerurlaub verabschiedet hat. Teampräsident Masai Ujiri gibt sich zur Deadline selten zurückhaltend und wird auch dieses Jahr den Hörer abnehmen. In der Personalie Valančiūnas hat er jedoch womöglich den richtigen Zeitpunkt für einen Trade verpasst: Der Litauer spielt die wenigsten Minuten seiner Karriere, in Jakob Pöltl und Lucas Nogueira steht junger und talentierter Ersatz schon Gewehr bei Fuß. Besonders groß wird das Interesse am limitierten Center (Player Option über 17,6 Mio. $ für die Spielzeit 2019/20) daher nicht sein. Grundsätzlich hat das einzig kanadische Team der NBA ohnehin keinen Grund, an den Schrauben zu drehen. Trade eher unwahrscheinlich.



Utah Jazz

Ammo: Derrick Favors, Rodney Hood, Ricky Rubio, Joe Johnson
Need: Jugend, Draft Picks

Weil Utahs ehemaliger Franchise Player Gordon Hayward nicht ohne weiteres ersetzbar ist und Abwehrspezialist Rudy Gobert zuletzt verletzungsbedingt die Hälfte der Spiele verpasst hat, sieht es am Salzsee eher nach softem Rebuild als nach Playoffs aus. In Donovan Mitchell hat sich ein potentieller Franchise Player bereits herauskristallisiert, was den zuletzt unbeständigen Rodney Hood entbehrlich macht. Für Hood wird es nicht an Angeboten mangeln, ebensowenig wie für Derrick Favors, der auch aufgrund seines auslaufenden Vertrages zu den an häufigsten genannten Trade-Kandidaten in diesem Februar gehört. GM Dennis Lindsey sondiert zudem den Markt für den erst im Sommer geholten Ricky Rubio. Joe Johnson will auf seine alten Tage noch um einen Ring mitspielen und sucht daher eine Veränderung. Kurzum: Bei den Mormonen herrscht hohe Dynamik, ein Trade ist sehr wahrscheinlich.



Washington Wizards

Ammo: Marcin Gortat, Kelly Oubre Jr., Ian Mahinmi
Need: Tiefe

Im Januar brodelte es in der Hauptstadt, ein Teammeeting soll gründlich nach hinten los gegangen sein. Davon haben sich die Wizards mit zuletzt fünf Siegen in Folge erholt. Dennoch kommt auf die Verantwortlichen viel Arbeit zu: Die Bank der Zauberer gehört seit Jahren zu den schlechteren der Liga, auf mehreren Positionen ließe sich eine Verletzung des Starters dauerhaft kaum auffangen. Abhilfe schaffen könnte ein Deal um Kelly Oubre, der hinter Otto Porter und Bradley Beal kaum zum Zuge kommt und mit seinen erst 22 Jahren noch einiges an Upside mitbringt. Washington hat keinen Handlungsdruck und muss ein sehr gutes Angebot vorgelegt bekommen, um eine Trennung zu erwägen. Nur zu gerne würden sie hingegen die Verträge ihrer Bigs Marcin Gortat und Ian Mahinmi loswerden, müssten dafür jedoch mutmaßlich drauf zahlen und zudem noch Ersatz finden. Die Wizards haben einen Kaderplatz frei und stecken tief in der Luxury Tax, werden also wohl eher auf dem Buyout-Markt aktiv werden. Ein Trade ist erwünscht, aber weniger wahrscheinlich.