17 April 2018

17. April, 2018


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während die jeweils acht besten Teams der beiden Conferences sportlich die Darwin'sche Evolutionstheorie glorifizieren, gilt es für uns, einen Moment inne zu halten und der abgelaufenen regulären Saison Revue passieren zu lassen. In den sechs bekannten Kategorien hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten gewählt. 

von JAN HUSMANN @JanOnOne

Und der Preis für den besten Rookie geht an...

Rookie of the Year:
Ben Simmons (Philadelphia 76ers)

Stats ‘17/18: 
15,8 PPG | 8,1 RPG | 8,2 APG | 1,7 SPG | 0,9 BPG | 54,5% FG | 56,0% FT in 81 gm.

Highlights:
- 12 Triple Doubles, die meisten eines Rookies seit Oscar Robertson
- 52 Siege und Platz drei in der Eastern Conference
- 27 Pts / 13 Ast / 15 Reb im direkten Duell gegen LeBron James am 6. April

Die Debatte um den Rookie of the Year Award hat diese Saison ungeahnte Züge angenommen. Dabei ging es nicht nur darum, wer der beste Rookie der Saison ist, es wurde auch die Frage aufgeworfen, was ein Rookie überhaupt ist. Denn mit Ben Simmons (2016) und Donovan Mitchell (2017) standen zwei Kandidaten im Raum, die in unterschiedlichen Jahren gedraftet wurden.

Es wurde zu einer Glaubensfrage. Wie groß ist der Vorteil, ein Jahr in einem NBA-Umfeld zu arbeiten? Sollte Simmons dafür im Voting bestraft werden? Sollten „Redshirt-Rookies“ generell von diesem Award ausgeschlossen werden? Auch wenn es sicherlich eine legitime Grundlage für solch eine Konversation gibt, sind die Regeln so wie sie sind. Und damit kommt Ben Simmons offiziell für diesen Preis in Frage.

Am Ende lief dieser Award auf einen Zweikampf zwischen Simmons und Mitchell hinaus. Auch im NBACHEF-Voting erhielten beide sämtliche Erst- und Zweitplatzierungsstimmen. Während Mitchell ein athletischer Scorer ist, erinnert Simmons so sehr an LeBron James wie kein anderes Talent seit, nun ja, LeBron James.


Bei 2,08 Meter Körpergröße besitzt Ben Simmons ein unheimlich gutes Ballgefühl. Und im Fastbreak ist ein Highlight-Assist vorprogrammiert. Auch wenn Joel Embiid der talentierteste Sixer sein mag, Ben Simmons bringt die Maschine ins Rollen.

Dem Australier fehlt noch gänzlich ein Sprungwurf, dennoch ist er in Halbfeldsituationen kaum zu stoppen. Seine Größe und Stärke sind zu viel für kleinere Guards und größere Verteidiger sind mit seiner Geschwindigkeit überfordert. Dies führte in der regulären Saison zu beachtlichen 15,8 Punkten und 8,2 Assists pro Spiel. Dazu schnappte sich der Point Forward acht Rebounds pro Einsatz. Damit ist er der erste Rookie seit Oscar Robertson 1960/61, der mehr als 15 Punkte, acht Rebounds und acht Assists pro Spiel auflegte.

Viele Rookies haben insbesondere in der Defensive noch ihre Probleme. Doch Ben Simmons überzeugte auch in diesem Bereich. Mit Robert Covington an seiner Seite und Joel Embiid als Notfallplan im Rücken stellte sein Team eine Top drei Defensive in der NBA. Insbesondere für ein junges Team ein großartiges Ergebnis.

Es ist zu diesem Zeitpunkt schwer zu sagen, wie Ben Simmons' Karriere verlaufen wird. Dabei ist es unwahrscheinlich, dass wir bereits die beste Version des Australiers sehen. Nichtsdestotrotz ist das Spiel des 21-Jährigen schon ungewöhnlich weit entwickelt. Sollte er noch einen zuverlässigen Sprungwurf entwickeln, sind seine Möglichkeiten unbegrenzt.


Abstimmungsergebnis:
1. Ben Simmons (27)
2. Donovan Mitchell (23)
3. Jayson Tatum (5)
4. Kyle Kuzma (2)
-. Lauri Markkanen (2)
6. Dennis Smith Jr. (1)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.