20 April 2018

20. April, 2018


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während die jeweils acht besten Teams der beiden Conferences sportlich die Darwin'sche Evolutionstheorie glorifizieren, gilt es für uns, einen Moment inne zu halten und der abgelaufenen regulären Saison Revue passieren zu lassen. In den sechs bekannten Kategorien hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten gewählt. 

von GERRIT LAGENSTEIN @GAL_Sports

Und der Preis für den besten sechsten Mann geht an...

Sixth Man of the Year:
Lou Williams (LA Clippers)

Stats ‘17/18: 
22,6 PPG | 2,5 RPG | 5,3 APG | 1,1 SPG | 0,2 BPG | 43,5% FG | 88,0% FT in 79 gm.

Highlights:
- Erster Spieler seit Michael Jordan mit 30 Punkten und 10 Steals in einem Spiel
- Mit 50 die meisten Punkte eines Clippers in einem Spiel seit Charles Smith 1990
- 11 Spiele mit mehr als 30 Punkten von der Bank

Nennen wir diesen Award doch einfach um. Lou Williams gewinnt zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren. Der Guard der Clippers ist der Inbegriff einer Definition des Sixth Man. Von der Bank aus legte er diese Saison 13-mal mehr Punkte auf als die Reservespieler der Timberwolves im Schnitt.

Mit 22,6 Zählern pro Spiel war er der 14.-beste Scorer der Liga. Unter allen Bankmikrowellen, die den Award je erhielten, konnte nur Ricky Pierce 1990 einen höheren Punkteschnitt aufweisen. Während der damalige Milwaukee Buck jedoch ein reiner Shooter war, glänzt Williams noch auf einem weiteren Gebiet.

Auch bei den Assists gehörte der 31-Jährige zu den 25 besten Ballern der Spielzeit. Williams kam im Tausch für Chris Paul. Daher lässt sich schwer sagen, dass die Clippers den Trade gewonnen haben. Während Patrick Beverley und die anderen fünf Spieler, die in den Deal verwickelt waren, aber nur die Gehälter ausglichen, ist Sweet Lou tatsächlich ein brauchbarer Akteur.



Kein Wunder, dass die Clippers seinen auslaufenden Deal bereits im Februar verlängerten. Im ersten Augenblick denkt man zwar, dass Williams im Sommer mehr als 24 Mio. $ für drei Jahre herausschlagen hätte können. Dass er sofort unterschrieb, zeigt aber nur wie wohl er sich in Los Angeles fühlt.

Nach sieben Teams in ebenso vielen Jahren soll seine Zeit als Wandervogel in der NBA vorbei sein. Lou Williams hat zwar bewiesen, dass er überall funktionieren kann. Karrierebestwerte bei Punkten und Assists in diesem Jahr zeigten jedoch, dass er den Clippers besonders gut tut.

Der einzige Weg, seinen Threepeat beim Sixth Man Award zu verhindern, scheint über seine Berufung in die Starting Five zu führen. Mit einem fast Franchise-Rekord von 50 Punkten stellte er sich damit heuer auch nicht so schlecht an. Doch Doc Rivers wird wissen, was er an seinem Guard von der Bank hat.


Abstimmungsergebnis:
1. Lou Williams (28)
2. Eric Gordon (16)
3. Fred VanVleet (8)
4. Jordan Clarkson (4)
5. Buddy Hield (1)
-. Terry Rozier (1)
-. Dwight Powell (1)
-. Will Barton (1)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.