03 Oktober 2018

3. Okt, 2018


18/19, yo! NBA-Jahr Nummer 72 steht in unser aller Haus. Streng umgekehrt chronologisch nach Qualität sortiert serviert die Küche del NBAChefkoch 30 Vorausschauen auf je 82 Spiele, wie immer garniert mit unerschütterlichen Prognosen. Heute: die Chicago Bulls.

von STEFAN DUPICK @hoopsgamede | 3. Okt, 2018

Flashback
27- 55, keine Playoffs

Plus
Wendell Carter Jr.
Jabari Parker
Chandler Hutchinson
Antonio Blakeney
Ryan Arcidiacono
Derrick Walton Jr.

Minus
Jerian Grant
Sean Kilpatrick
David Nwaba
Noah Vonleh
Paul Zipser
Julyan Stone

Was ist Neu?
Die Bulls haben im Sommer in erster Linie zwei wichtige Entscheidungen getroffen. Während der Vertrag mit Restricted Free Agent Zach LaVine infolge eines wuchtigen Offer Sheets der Sacramento Kings (vier Jahre, 78 Mio. $) langfristig verlängert wurde und LaVine jetzt wie ein Star bezahlt wird, verstärkten die Bulls den Kader mit Jabari Parker.

Parker stammt aus Chicago und bekommt einen Vertrag über zwei Jahre, es ist also eine Wette auf eine positive Entwicklung des Gesundheitszustands bei beiden Spielern. Sowohl LaVine, als auch Parker, hatten bereits schwerwiegende Knieverletzungen. Sollten beide Spieler fit bleiben, dann könnte sich das Projekt für die Bulls als sehr positiv auswirken. An einen negativen Ausgang möchte man auch im Sinne der Spieler gar nicht denken.




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Weitere Verstärkungen kommt vom College. Mit ihren beiden Erstrunden-Picks im Draft entschieden sich die Bulls an siebter Stelle für Center Wendell Carter Jr., mit dem 22. Pick drafteten sie Flügelspieler Chandler Hutchinson.

Beste Addition
Jabari Parker ...  Der ehemalige No. 2 Pick konnte sein enormes Potential wegen stetiger Verletzungen leider noch nicht abrufen. Dennoch ließ er bei den Bucks immer wieder aufblitzen, dass er ein dominanter Scorer sein kann. Genau das erhoffen sich auch die Bulls von einem gesunden Parker.

The Planet
Lauri Markkanen ... Einen richtigen Anführer gibt es in Chicago eigentlich noch nicht, aber wenn an dieser Stelle ein Spieler hervorgehoben werden muss, dann ist es Markkanen. Der Finne wird in seinen Anlagen immer wieder mit einem jungen Dirk Nowitzki verglichen. Auch wenn der Lockenkopf diese großen Schuhe vermutlich nie füllen wird, könnte er sich doch zu einem sehr guten NBA Spieler entwickeln und in den kommenden Jahren zum Gesicht der Franchise werden. Diesen Anspruch haben jedoch auch LaVine, Parker, Kris Dunn und Wendell Carter. Markkanen wird den Saisonauftakt wegen einer Ellbogenverletzung verpassen.


Rising Star
Wendell Carter Jr. ... Der Rookie wurde an Position #7 gezogen und gilt als solider Pick. Bei der Duke University stand er immer im Schatten von No. 2 Pick Marvin Bagley. Bereits in der Summer League überraschte Carter jedoch, spielte sehr ordentlich an beiden Enden des Feldes. Es wäre somit nicht verwunderlich, wenn Carter am Ende der Saison zum absoluten Steal des Drafts avancieren und den Bulls direkt als defensiver Anker weiterhelfen würde.


Don’t Sleep! 
Kris Dunn ... Der Point Guard kam mit einem ordentlichen Paket an Vorschusslorbeeren in die Liga und wurde bei den Minnesota Timberwolves als Heilsbringer auf der Point Guard Position empfangen. Letztlich erfüllte Dunn die hohen Erwartungen jedoch nicht und wurde im Jimmy Butler-Deal zu den Bulls verschifft.

In seiner ersten Saison in Chicago wurde jedoch deutlich, warum Dunn an fünfter Stelle gedrafted wurde. Auch wenn der Aufbauspieler bereits 24 Jahre alt ist, verfügt er über enormes Potential. Die kommende Saison wird den Weg für die Zukunft aufzeigen, aber es sollte sich keiner wundern, wenn Dunn zu einem der besseren Point Guards im Osten reifen sollte.

Beste Fünf
Dunn – LaVine – Parker – Markkanen - Carter Jr.

Good News
+ Das Team ist jung und hat viel Potential
+ Der Kader ist breit besetzt
+ Wendell Carter wurde in der Rookie Survey auf den ersten Platz gewählt bei der Frage: „Which rookie will have the best career?“
+ Alle eigenen Draft Picks und jede Menge Cap Space ab 2019 – der Rebuild geht voran


Bad News
- Das Team ist unerfahren
- Es ist noch kein echter Leader zu erkennen
- Verletzungsrisiko; speziell auf Parker und LaVine bezogen
- Fred Hoiberg konnte bisher noch nicht so recht nachweisen, dass er als Coach in die NBA gehört

Was fehlt?
Konstanz und Gesundheit. Die Bulls müssen sich einspielen, das funktioniert aber nur, wenn es nicht wieder schwerwiegende Verletzungen gibt. Aktuell werden in Chicago viele Experimente gefahren. Wir könnten in der kommenden Saison das Bulls-Team der Zukunft sehen, es sollte sich jedoch auch keiner wundern, wenn ein Jahr später nur noch Markkanen und Carter aus der Starting Five übrig wären.

Check 1,2
Die Bulls bauen das Team um und haben in diesem Zuge einige Bausteine für die Zukunft identifiziert. Dazu gehören Markkanen, LaVine und Carter. Dunn und Parker müssen sich in der kommenden Saison beweisen. Es könnte ein spannendes Jahr werden, denn wenn alles zusammen passt, schnuppert Chicago im schwachen Osten vielleicht sogar an den Playoffs. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass mindestens eine schwere Verletzung dazwischen kommt und die jungen Bullen mit großem Abstand zu den oberen acht Rängen wieder in der Lottery landen.

Die Rechnung, bitte