02 Oktober 2018

2. Okt, 2018


18/19, yo! NBA-Jahr Nummer 72 steht in unser aller Haus. Streng umgekehrt chronologisch nach Qualität sortiert serviert die Küche del NBAChefkoch 30 Vorausschauen auf je 82 Spiele, wie immer garniert mit unerschütterlichen Prognosen. Heute: die New York Knicks.

von JAN HUSMANN @JanOnOne | 2. Okt, 2018

Flashback
29-53, keine Playoffs

Plus
Mario Hezonja
Noah Vonleh
Kevin Knox
Mitchell Robinson

Minus
Michael Beasley
Kyle O’Quinn
Troy Williams
Jarrett Jack

Was ist Neu?
Die größte Neuerung bei den Knicks wurde an der Seitenlinie vollzogen. David Fizdale übernimmt nach seinem Intermezzo bei den Memphis Grizzlies die Franchise im Big Apple. Fizdale genießt ligaweit den Respekt vieler großer Namen und war einer der begehrtesten Neu-Coaches im Sommer. Die Knicks hoffen, auf der Trainerposition endlich eine langfristige Lösung gefunden zu haben.

Auf dem Feld blieb der große Wurf in der Free Agency hingegen erneut aus. Neben den beiden Draftees Kevin Knox und Mitchell Robinson kommen mit Mario Hezonja und Noah Vonleh zwei ehemalige Lottery-Picks, die ihre Karriere in New York retten wollen. Die Knicks gehen ihren Neuaufbau Schritt für Schritt an und füllen mit jungen Spielern potenzielle Schwachstellen des Kaders, anstatt All-In für einen alternden All-Star zu gehen.

Beste Addition
Kevin Knox ...  Der beste Neuzugang scheint ein 19-jähriger Rookie zu sein. Nach einer mittelmäßigen Saison in Kentucky zeigte der Forward in der Summer League sein gesamtes Repertoire. Seine Flexibilität ermöglicht ihm, auf beiden Forward-Positionen zu spielen und sein Potenzial, ein effektiver Offensivspieler in der NBA zu werden, stimmt viele Knicks-Fans hoffnungsvoll, einen weiteren Grundstein für erfolgreichere Zeiten gefunden zu haben.

Knox wird erst nach Ablauf der kommenden Saison 20 Jahre alt und diese Jugend wird in seiner ersten Profisaison noch für einige Probleme sorgen, doch seine Fähigkeiten sind in der modernen NBA gefragt und können ihn auf lange Zeit zu einem produktiven Spieler machen. Es liegt nun an ihm und der Knicks-Organisation, diese Fähigkeiten so schnell wie möglich auf das Parkett zu bringen.


The Planet
Kristaps Porzingis ... Wegen des Kreuzbandrisses in der letzten Saison wird Porzingis auch noch große Teile der bevorstehenden Saison verpassen. Zu Jahreswechsel könnte der Lette seine Rückkehr anpeilen, allerdings sind die Knicks an einem vorsichtigen Reha-Prozess interessiert, der Porzingis noch länger an die Seitenlinie fesseln könnte.

Der Big Man, der letzte Saison an seinem ersten All-Star-Spiel teilnehmen durfte, steht vor seinem letzten Vertragsjahr. Eine verfrühte Rückkehr, mit der Gefahr sich erneut zu verletzen, kann daher auch nicht in seinem Interesse sein, da die bisherigen Leistungen die Knicks dazu verleiten sollten, ihm einen Maximalvertrag anzubieten. Ohne Porzingis werden die Knicks jedoch selbst im schwachen Osten keinen Schaden anrichten.

Rising Star
Frank Ntilikina ... Der Franzose machte in seiner ersten NBA-Saison als robuster Verteidiger und solider Passspieler durchaus auf sich aufmerksam. Sein Resümee der abgelaufenen Saison wird jedoch durch teils grandiose Leistungen seiner Rookie-Kollegen beschädigt. Nichtsdestotrotz sind Fans und Management der Knickerbockers gleichermaßen von den Fortschritten des jungen Franzosen angetan.

Um den Erwartungen als achter Pick und den Vergleichen mit Spielern wie Donovan Mitchell dauerhaft standhalten zu können, muss der Guard sein Offensivarsenal allerdings rundum erweitern. Seine im Schnitt zwei Dreipunktversuche pro Spiel nahm er fast nur, wenn er frei zum Wurf kam, traf dennoch lediglich mit einer Quote von 32,1%. Nur 31,7% seiner Catch-and-Shoot-Versuche fanden das Ziel. Doch Hoffnung bleibt. Nach der All-Star Pause versenkte Ntilikina 64% seiner Würfe innerhalb von drei Metern Abstand zum Korb. Wird der 20-Jährige zu einer Bedrohung in der Zone, kann er auf dieser Grundlage an seinem Distanzwurf arbeiten.

Don’t Sleep! 
Mario Hezonja ... Der 2015 als hochgehandeltes Talent in die USA gekommene Kroate wurde den Erwartungen in den ersten drei Jahren nicht gerecht. Nachdem die Orlando Magic sich bereits vor Ablauf seines ersten Profivertrags von ihm trennten, steht die Karriere des Flügelspielers am Scheideweg. Dennoch zeigt die Entwicklungskurve im letzten Jahr leicht nach oben und bei den New York Knicks will sich der 23-Jährige endgültig als solider NBA-Spieler etablieren.

Gegenüber seinen Konkurrenten Tim Hardaway Jr., Courtney Lee und Kevin Knox ist Hezonja der potenziell beste Verteidiger, da er mit seiner Größe und Athletik beide Guard-Positionen, Small Forwards und kleinere Power Forwards verteidigen können sollte. Als junger Spieler mit viel Potenzial und einem günstigen Vertrag könnte Hezonja für die Knicks zum Volltreffer werden.

Beste Fünf
Ntilikina – Hardaway Jr. – Knox – Porzingis - Kanter


Good News
+ Knox gesellt sich zu Porzingis und Ntilikina als Hoffnungsträger hinzu
+ Die Knicks besitzen ihren Erstrunden-Pick im nächsten Jahr
+ Der Kern des Teams blieb erhalten
+ Globale Anziehungskraft und eine Heimspielstätte im Basketball-Mekka New York

Bad News
- Porzingis fehlt mindestens bis Weihnachten
- Mediendruck in New York verhindert ruhiges Arbeiten am Neuaufbau
- Bis auf Porzingis müssen sich alle jungen Spieler erst noch auf NBA-Niveau etablieren
- Kein verlässlicher Ringbeschützer im Kader

Was fehlt?
Zeit. Vielleicht haben die Knicks in einem ihrer jungen Spieler bereits einen zweiten Star unter Vertrag. Dennoch sind die Medien in New York nicht dafür bekannt, genügend Zeit für einen organischen Neuaufbau zu geben. Schon jetzt wird über den nächsten Sommer berichtet. Kyrie Irving und Kevin Durant sollen bereits auf halbem Weg nach New York sein. In diesem Umfeld in Ruhe zu arbeiten ist die große Herausforderung für Präsident Steve Mills, GM Scott Perry und Coach David Fizdale.


Check 1,2
Die Knicks haben einen Kader um Porzingis aufgebaut, dessen Altersstruktur dem Letten angepasst ist. Sollten Knox und Ntilikina sich zu Stars in der NBA entwickeln, sind die Knicks für die Zukunft gut aufgestellt. Die Aussichten der Knicks könnten jedoch schon bald von der Gegenwart eingeholt werden.

Jimmy Butler ist auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber und bezieht die Knicks ein Stück weit in seine Pläne mit ein. Die Frage ist, ob die Knicks zukünftiges Kapital für den All-NBA-Guard aufgeben wollen oder Scott Perry seinem Versprechen treu bleibt, keine Draft-Picks zu traden. Es wird aber gewiss nicht langweilig in New York City.

Ohne Butler und Porzingis wird den Knicks eine harte Saison bevorstehen, in denen der Fortschritt junger Spieler im Vordergrund stehen muss. Management und Coach Fizdale sind gefragt, um die Erwartungen gering zu halten und gleichzeitig genug Zählbares einzufahren, um den Medienzirkus ruhig zu halten.

Die Rechnung, bitte