03 Oktober 2018

3. Okt, 2018


18/19, yo! NBA-Jahr Nummer 72 steht in unser aller Haus. Streng umgekehrt chronologisch nach Qualität sortiert serviert die Küche del NBAChefkoch 30 Vorausschauen auf je 82 Spiele, wie immer garniert mit unerschütterlichen Prognosen. Heute: die Phoenix Suns.

von STEFAN DUPICK @hoopsgamede | 3. Okt, 2018

Flashback
21-61, keine Playoffs

Plus
DeAndre Ayton
Trevor Ariza
Ryan Anderson
Mikal Bridges
Élie Okobo
De’Anthony Melton
Darrell Arthur
Richaun Holmes

Minus
Brandon Knight
Marquese Chriss
Elfrid Payton
Alex Len
Jared Dudley
Alan Williams
Tyler Ulis

Was ist Neu?
In Phoenix findet gerade der große Umbruch statt. Dieser ist bereits seit einigen Jahren eingeleitet, in dieser Saison geben die Suns jedoch richtig Gas. Es gibt einen neuen Coach, einige neue Rookies und dazu neue Veteranen. Eigentlich wurde das ganze Team umgebaut.

Der erste Schritt des Sommers war die Verpflichtung von Coach Igor Kokoškov. Der erste nicht-amerikanische Cheftrainer der NBA arbeitete zuletzt als Assistent bei den Utah Jazz, war aber auch schon von 2008 bis 2013 bei den Suns beschäftigt. Kokoškov bringt 18 Jahre NBA-Erfahrung mit in die Wüste.


Die Verpflichtung des Serben heizte die Gerüchteküche hinsichtlich des Drafts an, denn Phoenix' neuer Head Coach hat wegen seines Engagements bei der slowenischen Nationalmannschaft (2016-17) einen sehr engen Draht zu Luka Dončić. Am Ende kam es jedoch, wie es kommen musste und die Suns holten mit dem No. 1 Pick DeAndre Ayton, einen vielversprechenden Center von der University of Arizona.

Damit nicht genug, in einem Trade mit den Philadelphia 76ers sicherten sich die Suns in der Draft-Nacht die Rechte an No. 10 Pick Mikal Bridges aus Villanova. Das Tradepaket umfasste neben dem 16. Pick Zhaire Smith auch noch einen ungeschützten Erstrunden-Pick der Miami Heat für das Jahr 2021. Zusätzlich holten die Suns mit dem 30. Pick den Franzosen Élie Okobo, ein rohes Talent auf Point Guard mit sehr viel Upside.

Der Kader um die Rookies Ayton, Bridges und Okobo, gepaart mit den Youngstern Josh Jackson und Devin Booker, zeigt ein junges Team mit sehr viel Potential, das die Führungsriege um GM Ryan McDonough mit gestandenen Veteranen ergänzte. Die Suns verpflichteten Trevor Ariza als Free Agent von den Houston Rockets und tradeten für den Scharfschützen Ryan Anderson, um das Projekt „Jugend forscht“ als Senior-Berater zu unterstützen.

Beste Addition
DeAndre Ayton ...  Der Center von der University of Arizona bringt alles mit was es benötigt, um in der Liga zu dominieren. Ayton ist 2,16 Meter groß und damit naturgemäß unter dem Brett zuhause, hat aber für seine Größe und sein zartes Alter von erst 20 Jahren bereits einen soliden Wurf von außen. Ayton galt als sicherster Pick seines Jahrgangs, sollte er seine Skills und seine Defense weiterentwickeln, dann dürfte der junge Mann von den Bahamas zu einem sehr guten NBA Spieler reifen.

The Planet
Devin Booker ... Gefühlt ist der 13. Pick aus dem Jahr 2015 schon ewig in der Liga, es ist daher immer wieder überraschend zu sehen, dass Booker Ende Oktober erst 22 Jahre alt wird. Der Guard hat in der vergangenen Saison einen enormen Entwicklungsschritt gemacht, mit 25 Punkten im Schnitt stellte er unter Beweis, welches Potential in ihm steckt. Im Sommer bekam der Shooter dann die Quittung mit einem 158 Mio. $ Vertrag über fünf Jahre.


Rising Star
DeAndre Ayton ... Der Rookie dürfte sehr schnell zu einem der dominantesten Spieler der NBA aufsteigen. Bei den Suns wird Ayton zunächst die zweite Geige hinter Booker spielen, das sollte dem Center jedoch in die Karten spielen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Ayton am Ende der Saison mit einem soliden Double Double (ca. 15 Punkte und 10 Rebounds pro Spiel) in den Box Scores auftaucht.


Don’t Sleep! 
Josh Jackson ... Die Liga gehört aktuell den Flügel-Spielern. Jedes Team möchte einen oder eher noch zwei Spieler haben, die auf beiden Forward-Positionen agieren können, einen guten Wurf besitzen und in der Lage sind, mindestens vier Positionen zu verteidigen. Diese Spieler sind natürlich rar und aktuell gehört Josh Jackson noch nicht zu dieser Gattung, allerdings hat Jackson das Potential, einer dieser Spieler zu werden. Er ist 2,03 Meter groß, mit seinen zarten 21 Jahren bereits ein sehr ordentlicher Verteidiger und auch in der Offensive wird der Forward zunehmend gefährlicher.

Beste Fünf
Booker – Ariza – Jackson – Anderson – Ayton




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Good News
+ Das Team hat seinen Franchise Spieler für fünf Jahre gebunden
+ Die wichtigsten Spieler sind jung, talentiert und langfristig unter Vertrag
+ In Igor Kokoškov haben die Suns einen Coach mit Visionen, der mit jungen Spielern umzugehen weiß
+ Trevor Ariza, Tyson Chandler und Ryan Anderson haben nur kurz laufende Verträge und werden Führungsstärke und positive Stimmung in die Kabine bringen

Bad News
- Das Team muss sich finden, viele neue Spieler erst zueinander finden
- Es gibt noch immer keinen eindeutigen Point Guard im Kader – macht Booker also den Aufbau?
- Jugend forscht: das Team ist trotz der teuer eingekauften Veteranen sehr jung, speziell im tief besetzten Westen
- Defense: In der Defensive fehlt es an Erfahrung, es wird noch einige Zeit dauern, bis Jackson und Ayton die Verteidigung positiv beeinflussen

Was fehlt?
Erfahrung. Das Team ist unfassbar talentiert, aber der Großteil der Rotation extrem jung und verfügt über keine bzw. kaum Erfahrung in der NBA. Zudem stecken die Suns noch in der Findungsphase. Die große Aufgabe des neuen Trainers ist es, das Team möglichst schnell zu einer Einheit zu formen.

Check 1,2
Erfolg oder Misserfolg in den nächsten Monaten hängt vornehmlich an Devin Booker und der Frage, ob dieser auch Chef einer Franchise sein kann. Booker sieht sich selbst als Franchise Player und wird in Zukunft auch wie einer bezahlt. Sein Spiel hat sich extrem verbessert und er gehörte in der vergangenen Saison zu den besseren Scorern der Liga, dennoch ist fraglich, über wie viel Potential der Guard noch verfügt, speziell in der Defensive.

Die Suns befinden sich noch immer im Rebuild. Die Eckpfeiler des Teams dürften nun vorhanden sein, dennoch werden die Suns im starken Westen nicht um die Playoffs mitspielen. Wie bereits erwähnt wird die nächste Saison unter dem Motto „Jugend forscht“ ablaufen. Die jungen Wilden werden jeden kleinen Erfolg feiern und so oder so im Draft 2019 das nächste Puzzleteil begrüßen.

Die Rechnung, bitte