16 Oktober 2018

16. Okt, 2018


Endlich hat die belanglose Zeit zwischen Juli und Oktober ein Ende gefunden: NBA-Basketball ist zurück und so auch der #NBACHEFSQUAD. Zum Auftakt der Spielzeit 2018/19 im Menü: Ein tiefer Blick in die hauseigene Glaskugel. Prognosen, Überraschungen und Enttäuschungen... garantiert goldrichtig.

von NBACHEFSQUAD  | 16. Okt, 2018

Beast of the East

Anno Haak @kemperboyd: Die. Boston. Celtics. Das bestbesetzte, bestgecoachte, tiefste Team, die Warriors des Ostens. Sie finden als einzige auf jeden Kontrahenten in jeder Aufstellung eine Antwort. Toronto bleibt nie gesund, Philadelphia ist zu jung und bleibt nie gesund. Im Übrigen denke ich, dass Kawhi das Clippers-Hemdchen sehr kleiden würde. Die Wahrscheinlichkeit darauf sinkt, wenn die Raptors die Spiele im Juni erreichen. LeBrons Vermächtnis mag „I promise“ sein. Das Erbe des Titels „Das Team, das sich nur selbst schlagen kann“, gehört den Kobolden.

Jan Wiesinger @WiesiG: Die Boston Celtics werden hier meiner Meinung nach deutlich vorweg gehen und die Krone im Osten auch aufgrund mangelnder Konkurrenz unter normalen Bedingungen mit hoher Wahrscheinlichkeit erringen. Die Truppe ist gut, variabel und vor allem gierig auf Siege. Bereits im letzten Jahr ging es bekanntlich stark ersatzgeschwächt in ein Spiel sieben gegen LeBron, wo die Kelten nur knapp den Kürzeren zogen. Mit Irving und Hayward bekommt Coach Stevens zwei absolute Waffen zurück in sein Arsenal. Die Raptors sehe ich trotz des Umbaus, wie auch bereits in den letzten Jahren, als nicht konkurrenzfähig an. Heat und Wizards sind nicht ernst zu nehmen, bei Indiana und Milwaukee reicht es ebenfalls noch nicht. Zweitstärkste Truppe dürfte die junge Sixers-Bande werden, die aber gegen verletzungsfreie Celtics keine ganze Serie überstehen wird.

Stefan Dupick @hoopsgamede: Der Osten gehört in der kommenden Saison den Celtics! Das Team ist mit seiner Tiefe für die reguläre Saison gemacht und wird den Osten dominieren. In den Playoffs wird es schwieriger, aber auch da dürfte sich am Ende die Qualität von Irving, Hayward und Co. durchsetzen, wenn die Grünen vom Verletzungspech verschont bleiben...


Jan Husmann @JanOnOne: Es geht kein Weg an den Boston Celtics vorbei. Mit Irving und Hayward wieder fit sind sie der klare Favorit für die Krone im Osten. Sie haben den tiefsten Kader und besten Trainer der Liga. Und so kann es noch einige Jahre weitergehen, wenn Kyrie seinem Wort treu bleibt und verlängert.

Daniel Schlechtriem @W14Pick: Alle gehen mit den Kelten, da muss ich wohl den Advocatus Diaboli mimen. Die Raptors waren letztes Jahr mit 59 Siegen Spitzenreiter im Osten und haben in Kawhi einen Top-5 Spieler addiert. Während Boston erst mal seine Rotation finden muss, sind im Norden die Claims klar abgesteckt. Lowry, Valančiūnas, Ibaka – eigentlich das gesamte Roster der Vorjahres hat Wiedergutmachung zu leisten und die Absenz von LeBron löst mentale Blockaden. Anders als die zum Teil noch grünen (hohoho) Celtics wissen die Dinos, dass dieses Jahr auf lange Zeit ihre letzte, vielleicht gar einzige Chance auf die Finals sein könnte. Entsprechend werden sie sich ins Zeug legen.


Best in the West (nach den Warriors)

Haak: Die Houston Rockets… ja wohl schon mal nicht. Ariza wird zum Schotter, Mbah a Moute zum Meer geführt und schon ist das Meisterfenster der Rox zugescheppert. Doch halt, glauben Sie nicht alles, was in dieses „Netz“ reingeschrieben wird. Die beste Wette auf einen Seriensieg gegen die Warriors neben „KEINER, Motherfucker!“ bleibt das Team des amtierenden MVP, des amtierenden King von „I come off no bench“-Town und des Rookie of the Year von 2014. Wenn ich so drüber nachdenke: Wenn die Rockets die beste Hoffnung im Westen auf spannende Conference Finals sind, dann „KEINER, Motherfucker!“

Wiesinger: Ich gehe hier mit den Houston Rockets. Die letzten West-Finals waren bereits vorweggenommene NBA-Finals. Auch wenn es eher unwahrscheinlich erscheint, dass den Raketen wieder so eine fulminante reguläre Saison mit 65+ Siegen gelingt, ist ihre schnelle und dreierfanatische Offensive das einzige Mittel, welches das in dieser Saison dank der Cousins-Addition noch übermächtigere Team zumindest teilweise in seine Schranken zu weisen vermag. Mit dem für viel zu viel Geld verlängerten Paul, MVP Harden und einer starken und um Ex-Superstar Camelo Anthony ergänzten Rotation sind die Rockets im starken Westen sehr schlagkräftig bestückt. Ballern und treffen ist das einzige Mittel, die Warriors zum Straucheln zu bringen.

Dupick: Vermutlich werden das am Ende doch die Houston Rockets sein, auch wenn ich kein großer Fan des Teams bin und davon ausgehe, dass die Rockets deutlich schwächer als im Vorjahr sind. Daryl Morey sollte alles daran setzen, Jimmy Butler nach Texas zu lotsen, denn dann wären die Raketen plötzlich wieder ganz oben dabei.

Husmann: Houston ist vielleicht schwächer als letzte Saison, dem Feld im Westen aber noch einen Schritt voraus. Bleiben Harden, Paul und Capela fit, sind sie die größte Hürde der Warriors. Auch mit Carmelo.

Schlechtriem: Es amüsiert mich, wie die Rollenspieler Ariza und Mbah a Moute über den Sommer plötzlich zu tragenden Säulen und ihr Abgang für Houston zum Untergang des Abendlandes verklärt wurde. Wir sprechen von einem 65 Siege-Team, das den amtierenden MVP stellt und immer noch seine besten fünf Spieler des Vorjahres in einem nachweislich funktionierenden System aufbietet. Natürlich sind die Rockets der erste Herausforderer im Westen. Falls irgendwer den Warriors gefährlich werden kann, dann Houston.



Surprise, Motherf...

Haak: Die Phoenix Suns. Ungehobenes Potential (Jackson, Bender), unfassbar viel rohes, noch nicht zu Ende gewachsenes Talent (Ayton, Booker), unterschätzte, weil überbezahlte Veteranen (Ariza, Anderson, Chandler) und endlich ein Konzeptcoach an der Seitenlinie. Das sind die Pakete, aus denen Überraschungen geschnitzt werden. Wobei sie es mit der Unfugentlassung des GMs nicht verdient und am Ende trotzdem keine Playoffs gesehen haben (werden).

Wiesinger: Das hochgeschätzte Chef-Orakel prognostiziert für die Memphis Grizzlies schlappe 30 Siege – da gehe ich klar drüber! Mit ihren zwei reaktivierten Superstars Conley und Gasol sollte diese Marke auf jeden Fall geknackt werden. 35 Siege und mehr halte ich für durchaus realistisch. Der bereits jetzt viel gescholtene Neu-Headcoach J.B. Bickerstaff hat auch ansonsten ein durchschnittliches Team zur Verfügung, mit dem vielleicht nicht die Playofffs im Westen erreichbar sind, aber durchaus mehr als die 22 Siege aus der letzten Katastrophen-Saison realisiert werden sollten. Ich setze darauf, dass NBA-Teams in dieser Saison ihre Auswärts-Trips ins Grindhouse nach Memphis wieder ungern antreten.

Dupick: Irgendwie mag ich die Clippers! Der Westen ist natürlich extrem stark besetzt und ob es für den kleinen LA-Bruder für die Playoffs reichen kann, vermag ich derzeit noch nicht zu beurteilen, aber das Team ist tief besetzt und hat speziell mit den Rookies SGA und Robinson ordentlich Talent. Beverley, Bradley und Mbah a Moute liefern Defense, Gallinari, Harris und Williams Shooting. Unter den Brettern sind die Clippers dünn besetzt und das Gesundheitslevel ist natürlich ein großes Fragezeichen, aber die Clips könnten Laune machen!

Husmann: Memphis! Wenn Gasol und Conley fit sind, wird es kein Team gegen sie leicht haben. Es wird hart im Westen die Playoffs zu erreichen, aber ich sehe sie nicht weit entfernt von den Clippers, Spurs und Wolves. Dazu habe ich Bock auf Jaren Jacksons Rookie-Saison. Die Grizzlies werden einige Teams überraschen.


Schlechtriem: Wer die Denver Nuggets nicht im Playoff-Picture hat, wird das bald schon nachholen. Die Klumpen sind mein heißester Kandidat auf eine Art Pacers-Saison, in der sie mit frischem Elan die Liga aufmischen. Als Schlüsselfigur sehe ich Isaiah Thomas, der sich Zeit seiner Karriere gegen Widrigkeiten jeglicher Art durchkämpfte und auch jetzt den Weg zurück zu altem Glanz finden wird, dabei ganz nebenbei das Manko behebt, dass Denvers Starter auf der Eins eigentlich kein Point Guard ist. Defense spielt in der Regular Season noch nicht die alles überragende Rolle – seid also nicht zu überrascht, die Nuggets im April auf Rang fünf oder gar vier im Westen zu sehen.


Free Fallin'

Haak: Die Minnesota Timberwolves. Wir haben es über die ewige Jaulerei über Thibodeaus Unfähigkeit, aus unfähigen Verteidigern eine fähige Defense zu bauen, die Lästerei über die TimberBulls, das elendige Hauen und Stechen im Vorderbüro und Mr. Butlers Gespür gegen Schnee vergessen: die Wolves haben letzte Saison 47 Spiele gewonnen. Das ist eine Margin of error entfernt vom Eastern Conference Champion 2018. Ich wollte das gesagt haben, bevor ich prognostiziere, dass sie ohne Jimmy B. gelassen um 12 bis 15 Siege abstürzen könnten. Je nachdem, was als Gegenwert (sie wollen nicht wirklich mit Butler in die Saison gehen, oder, ODER?) für den abwanderungswilligen Brüllhans aus der Trainingshalle hereinkommt.


Wiesinger: Ich glaube, die Ankunft des besten Basketballers der letzten Jahre hat bei den Los Angeles Lakers und ihren Fans und Beobachtern eine sehr hohe Erwartungshaltung generiert. Die Purpur-Goldenen werden mit LeBron zweifelsohne stark verbessert in die Saison gehen und dort sowie später in den Playoffs auch für Furore sorgen. Im Kader fehlt es mir aber an einer klaren zweiten Option als Co-King neben LeBron. Keiner der talentierten jungen Spieler und keiner der ringjagenden Veteranen kann diese Rolle ansatzweise erfüllen. Ich halte es zudem für wahrscheinlich, dass der Leistungszenit des neu addierten Superstars in der letzten Saison erstmals überschritten wurde und es jetzt, wenn auch sehr würdevoll und langsam, abwärts gehen könnte. In der zweiten PO-Runde ist für die Lakers auch deswegen in dieser Saison Schluss.

Dupick: Die Portland Trail Blazers werden den Westen nicht auf dem dritten Platz beenden. Natürlich muss hier erwähnt werden, dass es am Ende nur drei(!) Siege waren, die den dritten Platz vom neunten Platz getrennt haben, die Leistungsdichte im Westen war somit hoch und nah beieinander. In der kommenden Saison wird es vermutlich noch enger und die Blazers könnten dabei auf der Strecke bleiben.

Husmann: Die Pacers haben eine Fabelsaison hinter sich, die sie nicht wiederholen werden können. Regression bei Oladipo wird einsetzen, Turner macht nicht so große Fortschritte wie erwartet und die Neuzugänge schlagen nicht wie erwartet ein. Das Rezept für eine Enttäuschung in Indiana ist einfach.

Schlechtriem: Der offensichtlichste Kandidat sind die Cleveland Cavaliers. Zu offensichtlich und zu einfach, deshalb nenne ich die Timberwolves. Was immer in Minny passiert, sie gehen aus der vertrackten Situation um Jimmy Butler nicht als Sieger heraus. Die Angebote werden nicht mehr besser, gleichzeitig stellt sich angesichts dieser Stimmung in der Kabine nicht die Frage ob, sondern wann sie explodiert. Während andere Mannschaften schon Anfang September eigenständig Trainingscamps organisierten, kocht bei den Wölfen jeder seine eigenes Süppchen. Das wird sich auf die Ergebnisse niederschlagen, mit oder ohne Butler.


Reverse Standings #1

Haak: Die Atlanta Hawks. Wer die 2019 unterbietet, sollte den Spielbetrieb ohne weiteres Aufhebens einstellen und den Weg für die Sonics-Neugründung freimachen (hab ich sie doch noch untergekriegt).

Wiesinger: No-Brainer in dieser Kategorie sind für mich die Atlanta Hawks. Nach einer bereits im letzten Jahr desolaten Leistung dürfte nach dem Wegwerfen der letzten verbliebenen Vermögenswerte ein weiteres Jahr der totalen Ernüchterung für die Fans der Vogel-Franchise folgen. Mit dem Kader bin ich ebenso wenig zufrieden wie mit der Draft-Auswahl in diesem Jahr. Der Kader der Hawks gibt auch nach zehnminütigem Anstarren keine wettbewerbsfähige NBA-Aufstellung her. Einziger Lichtblick: Die jungen Spieler können in einer solchen Talsohlen-Saison wenig falsch machen und auch Coach Lloyd Pierce wird seinen Job selbst dann nicht verlieren, wenn die Hawks am Ende eine Saisonbilanz mit weniger als zwanzig Siegen ausweisen müssen.


Dupick: Die Kings sollten tanken, da sie den eigenen Pick jedoch abgeben werden, haben sie keinen Grund dazu. Mein Tipp an dieser Stelle ist ganz klar Atlanta! Die Hawks sind einfach schlecht und die paar Spieler mit Potential (Trae Young, John Collins, Taurean Prince) sind jung und unerfahren. Die Hawks sollten also alles daran setzen, einen hohen Pick nach Atlanta zu holen.

Husmann: Die Hawks. Rookie Point Guards sind meist keine Quelle des Erfolgs. Trae Young wird neben einigen Highlights auch viele Fehler machen. Dazu muss Coach Lloyd Pierce sein Konzept installieren. Die schlechteren Chance auf den Top-Pick im nächsten Jahr wird die Saison noch weniger erträglich machen.

Schlechtriem: Zu den Hawks ist genug gesagt. Im Westen werden, ebenfalls wenig überraschend, die Kings den ersten Platz in der umgedrehten Tabelle einnehmen. Weil nach dem neuen Lottery-System das schlechteste Trio die gleichen Chancen auf den ersten Pick hat, werfe ich ergänzend noch die Orlando Magic in den Raum. Schon über den Sommer hätten sie Nikola Vučević, Evan Fournier und Terrence Ross – im Prinzip alles über 23/24 Jahre – verscherbeln sollen und werden dies hoffentlich spätestens im Februar nachholen. Mit diesem Team gehen sie nirgendwohin, außer in der Draft Lottery.