04 November 2018

4. Nov, 2018


Die noch junge Saison 2018/19 hält so manche Überraschung bereit, positiv wie negativ. Für eine Einschätzung der frühen Entwicklung der neuen Spielzeit gibt der #NBACHEFSQUAD mehr als die metaphorischen Two Cents und spekuliert aus der Chefküche heraus mit den Wertpapieren eben jener Teams der Eastern Conference, die bislang das Chef-Orakel Lügen strafen. Kaufen, halten oder verkaufen... ?

von NBACHEFSQUAD  | 4. Nov, 2018


MILWAUKEE BUCKS

Standings: 7-1 (87,5%)
Chef-Orakel: 49-33 (59,8%)

Jan Wiesinger @WiesiG: Ein 7-1 Start in die Saison und dabei zudem nur äußerst unglücklich gegen die Celtics verloren – der Buck-Stock ist momentan der heißeste Scheiß auf dem Markt. Ich verkaufe dennoch, weil ich eine Saison mit 60+ Siegen aktuell (noch) nicht für realistisch halte, auch wenn Giannis unbestritten MVP-Potenzial und die Bucks realistische Chancen auf die Ost-(Hirsch-)Krone haben.

Stefan Dupick @hoopsgamede: Die Bucks sind im Osten das Team der Stunde! Giannis liefert wie erwartet und Middleton ist nach wie vor massiv unterschätzt. Die Bucks werden mit Heimvorteil in die erste Runde der Playoffs gehen, da es aber nicht weiter nach oben gehen kann, sage ich halten, denn einen krassen Einbruch wird es nicht geben!

Christoph Lenz @NBAKenner: Angeführt von einem der heißesten MVP-Kandidaten sind die Bucks in bestechender Frühform. Der große Unterschied zum Vorjahr steht an der Seitenlinie und heißt Mike Budenholzer. In dieser Zusammensetzung, aber auch mit Potenzial für Trade-Optimierung, vor allem beim Point Guard, sollte der Anleger hier auch zu aktuell hohen Preisen kaufen!

Lucas Kröger @kicktherim: Die Bucks sind for real. Das Team setzt die Vorgaben Coach Buds schon zu Beginn der Saison gut um. Noch nie hatte Giannis so viel Platz in der Offense. Endlich sehen wir, wozu er unter der Anleitung eines Top-Trainers fähig ist – 50 Siege fix. Ich kaufe jede Bucks-Aktie, an die ich kommen kann.

Daniel Schlechtriem @W14Pick: Die Bucks marschieren und mit Coach Bud an der Seitenlinie sehe ich keinen Grund, warum die aktuelle Form nicht beibehalten werden sollte. Milwaukee sieht früh schwer nach einem sicheren Kandidaten für Homecourt aus, für den Kampf um die Spitze mit Boston und Toronto hängen aber noch zu viele Fragezeichen im Hirschgeweih, deshalb halte ich.



PHILADELPHIA 76ERS

Standings: 6-4 (60,0%)
Chef-Orakel: 55-27 (67,1%)

Wiesinger: Niederlagen sind immer lehrreicher als Siege. Alle bisherigen Niederlagen fingen sich Sixers auswärts gegen Top-4 Teams des Ostens – allesamt potenzielle Gegner in späteren Playoff-Matchups. Deswegen nicht auf diesen hochtalentierten Sixers-Kader inklusive des besten Centers ligaweit zu setzen, halte ich für einen Fehler. Ich kaufe mit den Sixers-Stocks Beteiligungen an einem hochqualitativen NBA-Team mit berechtigten Ambitionen auf die Conference-Finals.

Dupick: Die 76ers vermissen Belinelli und Ilyasova, wer hätte gedacht, dass dieser Satz so einmal geschrieben wird? Der Start in die Saison war nicht ideal, aber ich würde mir hier keine Sorgen machen und kaufen! Fultz wird noch einiges zeigen im Laufe des Jahres und möglicherweise könnte es hier auch noch einen Trade geben!

Lenz: Wenn Embiid fit bleibt, wenn Fultz sich weiter stabilisiert, wenn Wilson Chandler einen positiven Einfluss von der Bank haben kann und wenn der Rest sein Leistungsniveau halten kann, dann können die Sixers die erwartete Rolle um die Krone im Osten erfüllen. Zu viel „wenn“ um zu kaufen, zu viel Potenzial um zu verkaufen, also: halten.

Kröger: Die Sixers merken gerade, dass sie mehr als nur Talent brauchen, um ganz oben mitzuhalten. Das Shooting von Ilyasova und Belinelli fehlt merklich und die Unklarheit über Markelle Fultz‘ Rolle macht die Sache nicht einfacher. Ich bin aber noch nicht bereit zu verkaufen. Wilson Chandler wird früher oder später dazu stoßen und Assets, um per Trade nachzubessern, sind vorhanden. Abwarten, halten.

Schlechtriem: Die jungen Sixers kommen langsam in die Gänge und haben aus einem 2-3 ein 6-4 gemacht. Tendenz also steigend, aber: Drei der Niederlagen kamen gegen die Bucks, Raptors und Celtics – also der direkten Konkurrenz um einen Platz unter den Top-4 des Ostens. Philly muss sich also noch finden und zur Elite der Conference fehlt weiter ein Stück. Solange aber Embiid in der Zone wütet, kaufe ich. Trust the Process!



DETROIT PISTONS

Standings: 4-4 (50,0%)
Chef-Orakel: 40-42 (48,8%)

Wiesinger: Fünf der ersten sieben Pistons-Games wurden mit drei oder weniger Punkten entschieden – ein sehr auffälliger Wert, der zwar für ein hohes Maß an Wettbewerbsfähigkeit spricht, aber die Hochrechnung der Pistons-Bilanz langfristig auch einem Volatilitäts-Risiko aussetzt. In der ersten Spielen zeigten Griffin & Co. durchaus vielversprechende Ansätze – für ein ernsthaftes Investment ist es mir hier aber aktuell noch zu früh. Aktuell eine Halteposition.

Dupick: Die Pistons spielen gut, Coach Casey beweist, dass er es drauf hat und Griffin spielt überragend! Es wird jedoch nicht mehr lange dauern, bis die Pistons sich ihrem tatsächlichen Leistungsniveau annähern und das liegt deutlich tiefer, daher würde ich hier schnell verkaufen.

Lenz: Vor einigen Tagen stand der Kurs der Pistons hoch genug um zu verkaufen, doch nachdem sie zuletzt wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt sind und sich da wiederfinden, wo sie hingehören, um 50:50 und im Kampf um die Playoff-Teilnahme, ist meine Empfehlung zu halten.

Kröger: Schwierige Kiste. Blake sieht ganz gut aus. Reggie Jackson zeigt, dass er abseits des Balles spielen kann. Auch Reggie Bullock etabliert sich nach einer guten letzten Saison als konstanter Rollenspieler. Jetzt kommen die Pistons nach dem 4-0 Start aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Ganz über den Weg traue ich dieser Truppe nicht. Halten ist hier vorerst die Devise.

Schlechtriem: Aus 4-0 wurde ganz schnell 4-4. Das zeigt, dass die Pistons einerseits nicht auf Top-Niveau mithalten und andererseits keine Konstanz aufs Parkett bringen. Für die Playoffs wird es dank des neuen Trainers und eines Blake Griffins in Hochform möglicherweise reichen. Um hier zu kaufen, reicht die Überzeugungskraft aber nicht. Halten!



WASHINGTON WIZARDS

Standings: 1-7 (12,5%)
Chef-Orakel: 45-37 (54,9%)

Wiesinger: Die Wizards hatten einen herausfordernden Saisonauftakt mit vielen Auswärtsspielen und hochwertigen Gegnern. Auch wenn ich kein Fan der Washingtonis und ihrer Kaderstruktur bin, glaube ich dennoch an eine signifikante Erholung im Saisonverlauf. Eine Schein-Korrelation mit dem Einsatz von Dwight Howard ist dabei durchaus denkbar. Die Washington-Stocks sind derzeit günstig bewertet: Ich kaufe.

Dupick: Was für ein Team! Wall und Beal mögen sich nicht, Wall ist zudem extrem teuer, der Kader ist viel zu flach besetzt und dann kam Dwight „ich zerstöre deine Team-Chemie“ Howard! Irgendwie eine komische Situation, denn generell ist ja Talent vorhanden, aber es soll einfach nicht sein! Verkaufen und zwar schnell!

Lenz: Ohne allzu sehr an die Wizards zu glauben: Viel schlechter kann es mit dem vorhandenen Talent nicht weitergehen und der Wert ihrer Aktien dürfte plus/minus null sein. Zumindest kleine Verbesserungen, notfalls nach einem Trade, sind realistisch, daher kaufen, solange der Preis so niedrig ist.

Kröger: Oh, boy! Sieben Ls, Gift im Locker Room und jetzt ist auch noch Dwight zurück. Rebounding wird er bringen, aber solange er weiterhin ignorant gegenüber hartem Abrollen und Rim Running bleibt, geht da gar nichts. Fernhalten von den Wizards ist angesagt: Verkaufen, verkaufen, verkaufen!

Schlechtriem: Die letzten Auftritte waren erschreckend und solange die internen Streitigkeiten nicht behoben sind, ist sich dieser Haufen selbst der größte Feind. Womöglich müssen die Verantwortlichen die Reißleine ziehen und die ewig aufgeschobene Entscheidung zwischen John Wall und Bradley Beal zum Wohle des Hausfriedens endlich treffen. Aber selbst wenn sie sich weiter sträuben: Washington ist mindestens besser als Chicago, Orlando, Atlanta sowie beide New Yorker Teams, damit auch deutlich besser als diese erbärmliche Zwischenbilanz und folglich unter diesen Umständen ein klarer Kauf.



CLEVELAND CAVALIERS

Standings: 1-8 (11,1%)
Chef-Orakel: 31-51 (37,8%)

Wiesinger: Cleveland befindet sich im Gegensatz zu den Grizzlies aktuell in einem Bärenmarkt. Die Franchise verlor vor der Saison nicht nur ihr wertvollstes Asset, sondern startet auch noch katastrophal in die Saison. Die Rating-Agenturen in Form der Sportjournaille haben die Cavs längst auf Ramsch-Niveau abgestuft. Vor Saisonbeginn war ich beinahe noch optimistisch, jetzt würde ich meine Anteile allenfalls mit leichten Bauchschmerzen halten und auf Entspannung hoffen.

Dupick: „Blow it up“! Außer Osman und Sexton ist bei den Cavs niemand unverkäuflich! Es würde mich nicht wundern, wenn wir hier noch den einen oder anderen Trade sehen werden! Wer jetzt noch Cavs-Aktien hält, sollte diese schleunigst verkaufen.

Lenz: Der Faktor, der die Cavs von den Wizards unterscheidet ist – vor allem nach der Kevin Love Verletzung – das fehlende Talent, um eine Verbesserung realistisch scheinen zu lassen. Mit dieser Chaos-Truppe ohne Hoffnung will niemand mitfiebern und auf Besserung hoffen, daher heißt die Devise: Verkaufen, auch wenn es bei den Preisen schmerzt.

Kröger: Die Cavs sind am Boden. Nicht nur, weil LeBron weg ist. Auch die Entlassung von Ty Lue zum jetzigen Zeitpunkt wirft essenzielle Fragen auf. Was zur Hölle hat Dan Gilbert geglaubt, mit diesem Kader zu erreichen? Wie geht’s in Zukunft wieder voran? Erstmal gar nicht. Wäre noch was übrig von meinem Cavs-Stock, würde ich ihn so schnell wie möglich verkaufen.

Schlechtriem: Coach entassen, der beste Spieler verletzt und mutmaßlich bald auf dem Trade-Block: Die Cavs sind ohne LeBron völlig aufgeschmissen und jeder, der ernsthaft auf Playoffs gehofft hat, dürfte spätestens jetzt wissen wohin die Reise geht. Cleveland wird eher heute als morgen in den Rebuild schalten und seine Veteranen nach und nach verschachern. Während Nick Gilbert schon das Carlton-Banks-Outfit für die Draft Lottery rauslegt, gilt hier das Motto: Verkaufen! Und zwar vorgestern!