06 Februar 2019

6. Feb, 2019


Trade Deadline Woche. Die Gerüchteküche rumort – Vorschläge, Ideen, Konzepte aus allen Ecken, bis das Gefeilsche am 7. Februar seinen Klimax erreicht. Damit in all dem Durcheinander der Überblick nicht verloren geht, liefert die #NBACHEF-Küche eine kompakte Übersicht. 30 Teams, ihre wichtigsten Verhandlungsgüter und die jeweilige Wahrscheinlichkeit auf einen Trade.

von DANIEL SCHLECHTRIEM @W14Pick | 6. Feb, 2019





Atlanta Hawks

Ammos: Kent Bazemore, Jeremy Lin, Dewayne Dedmon, Taurean Prince
Need: Jugend, Draft Picks

Atlanta befindet sich tief im Rebuild und damit automatisch im Sonderschlussverkauf-Modus. Außer den Hoffnungsträgern Trae Young und John Collins ist kein Hawk unantastbar. Um im Wiederaufbau noch ein paar grüne Scheine zu sparen, wird GM Travis Schlenk vor allem Bazemore (Player Option im Sommer über 19,3 Mio. $) nachdrücklich anpreisen. Nachts träumt Schlenk aber vor allem davon, Center Miles Plumlee (garantierte 12,5 Mio. $ in der nächsten Saison) ohne größeren Aderlass loszuwerden. Die auslaufenden Verträge von Aufbau Jeremy Lin und Big Man Dewayne Dedmon stoßen schon länger auf größere Nachfrage, seit kurzem ist auch Taurean Prince verfügbar – bei den Hawks ist ein Trade sehr wahrscheinlich.



Boston Celtics

Ammos: Gordon Hayward, Terry Rozier
Need: Rebounding, Addition durch Subtraktion

Zu Saisonbeginn galten die Kelten als klarer Favorit der Eastern Conference, nach etwas mehr als der Hälfte der Saison ist in Boston jedoch Ernüchterung eingekehrt. Generationenkonflikt, zu viel Talent für zu wenige Minuten – dies und eine Reihe auslaufender Verträge macht einen Trade wahrscheinlich. Erst letzten Sommer verlängerten die Celtics Marcus Smart für teures Geld, in der kommenden Free Agency soll Kyrie Irving als Franchise Player langfristig gebunden werden, der daran aber plötzlich Zweifel äußert. Irvings Vibes werden auch Auswirkungen auf Youngster Terry Rozier nehmen, der bei einem langfristigen Verbleib von LeBrons ehemaligen Adjutanten weder auf dem Feld, noch auf der Gehaltsliste Platz findet. Hauptfokus der Celtics ist die Hoffnung, Anthony Davis zur Deadline nicht über die Ladentheke gehen zu sehen, sodass sie im Sommer selbst auf den Noch-Pelikan bieten können. Eventuell versuchen sie sich bis dahin des nach seiner schweren Verletzung nur langsam wieder in Rhythmus kommenden Gordon Haywards zu entledigen. Die Celtics sind wie immer schwer zu durchschauen, zumal es 'Trader-Danny' Ainge auch jederzeit zuzutrauen ist, zusätzliche Assets für den anvisierten Davis-Trade einzusammeln.



Brooklyn Nets

Ammos: DeMarre Carroll, Jared Dudley
Need: Geduld

Für die Nets ist diese Saison unabhängig vom weiteren Verlauf bereits ein voller Erfolg. Dennoch stellt sich die Frage, ob sie mit voller Kraft in Richtung Postseason steuern oder doch eher die langfristigen Ziele im Auge behalten. Die Trade Deadline wird eine Antwort auf diese Frage liefern, denn Veteranen mit auslaufendem Vertrag wie Jared Dudley und vor allem DeMarre Carroll stoßen ligaweit auf Nachfrage. Mit Spencer Dinwiddie haben die Nets bereits langfristig verlängert und angesichts seiner jüngsten Leistungen werden GM Sean Marks und Coach Kenny Atkinson auch den angehenden Restricted Free Agent D'Angelo Russell halten. Anders als in den vergangenen Jahren hat Brooklyn dieses Mal daher keinen erhöhten Gesprächsbedarf, ein Trade ist also möglich, aber nicht zwingend erforderlich.



Charlotte Hornets

Ammos: Frank Kaminsky, Jeremy Lamb
Need: Offense, Shooting, Paycut

Die kurzfristige Zukunft der Hornissen steht und fällt mit Kemba Walkers Free Agency. Charlottes neuer GM Mitch Kupchak muss seinem All-Star eine Perspektive bieten und damit eher heute als morgen beginnen. Charlotte steht mit 26-27 Siegen gerade noch so auf einem Playoff-Platz und muss erneut um die Postseason bangen. Die Probleme sind altbekannt: Michael Jordans Truppe bezahlt viel Geld für viel Durchschnitt, müsste eigentlich die stattlichen Verträge von Nicolas Batum, Marvin Williams und Michael Kidd-Gilchrist abspecken – das funktioniert jedoch nicht ohne sportliche Einschnitte, die wiederum die erste Postseason seit 2016 und die erst dritte in diesem Jahrzehnt gefährden würden. Nachdem Gespräche um eine Addition Marc Gasols von den Memphis Grizzlies im Sande verlaufen sind, bleiben nur kleinere Deals um den stagnierenden „Tank“ Frank Kaminsky oder den auslaufenden Deal von Jeremy Lamb. Für einen echten Playoff-Push und Argumente in Richtung Kemba muss Charlotte aber nachrüsten, deshalb ist ein Trade wahrscheinlich – vielleicht ja doch um Gasol.



Chicago Bulls

Ammos: Robin Lopez, Jabari Parker, Bobby Portis, Cristiano Felicio
Need: GarPax out

Die Bulls haben schon mehrere kleine Trades getätigt und sich dabei für die Entsorgung unerwünschter Spieler anderer Teams (Carmelo Anthony, Michael Carter Williams, MarShon Brooks) bezahlen lassen. Um den Rebuild weiter voran zu treiben sind sämtliche Akteure Ü25 verfügbar, insbesondere die hochdotierten Verträge von Robin Lopez und Jabari Parker. Während der Zwilling als routinierter Center vor allem für Teams mit gehobenem Anspruch von Interesse ist, reizt die Käufer am Sohn Chicagos mit akuter Verteidigungsallergie („They don’t pay players to play defense“) sein 20 Mio. $ schwere Kontrakt mit Team Option für die nächste Saison. Vor allem die New York Knicks wollen selbst nach dem Porzingnis-Deal immer noch Cap Space sparen und telefonieren daher schon seit Wochen mit Chicago. Die Los Angeles Lakers sind offenbar ebenfalls an Parker interessiert. Restricted Free Agent Bobby Portis liefert wenig schlagkräftige Argumente (hohoho) für einen langfristigen Verbleib, Cristiano Felicio fragt sich immer noch, wie er zu seinem Vertrag (ca. 8 Mio. $ p. a. bis 2021) eigentlich gekommen ist. Chicagos Führungsduo GarPax hat also zahlreiche Optionen, ein weiterer Trade in der Windy City sehr wahrscheinlich.



Cleveland Cavaliers

Ammos: Kevin Love, J.R. Smith, Tristan Thompson, Channing Frye, Jordan Clarkson, Alec Burks, Matthew Dellavedova (im Prinzip alles und jeder)
Need: Jugend, Draft Picks

Vergangenes Jahr lief Clevelands junger GM Koby Altman zur Deadline Amok und veränderte innerhalb weniger Minuten auf radikale Weise das Team um LeBron James. Der ist bekanntlich jetzt in Los Angeles und Altman somit schwer beschäftigt, die Überbleibsel aus der Ära James zu beseitigen. Nach den bereits getradeten Kyle Korver, George Hill, Sam Dekker und Rodney Hood steht Exilant J.R. Smith und sein fürs kommende Jahr nicht-garantierter Vertrag ganz oben auf Altmans Liste. Smith wird zumindest noch einfacher vermittelbar sein als etwa Thompson und Clarkson, die nächste Saison gutes Geld (18,5 bzw. 13,4 Mio. $) verdienen. Auch die kürzlich erst akquirierten Alec Burks, Matthew Dellavedova und John Henson stehen zu Sonderpreisen im Schaufenster. Unantastbar ist in Cleveland keiner, nicht einmal Rookie bzw. Kurzzeit-Hoffnungsträger Collin Sexton und schon gar nicht der fünffache All-Star Kevin Love. Dessen langfristige Verlängerung im Sommer war von Anfang an nur die Vorbereitung eines Trades, denn wer auch immer für Love bietet, bekommt die Sicherheit von vier weiteren Spielzeiten. Ein weiterer Trade ist sehr wahrscheinlich, fast so sicher wie Clevelands Zuschauerrolle in den Playoffs.



Dallas Mavericks

Ammos: Harrison Barnes, Tim Hardaway Jr., Courtney Lee, Dwight Powell, Devin Harris
Need: Kristaps Porzingis

Die Mavs haben ihren Blockbuster-Deal bereits in trockenen Tüchern und Kristaps Porzingis mindestens bis 2020 im eigenen Stall. Die gemeinsam mit dem Letten akquirierten Tim Hardaway Jr. und Courtney Lee würde Dallas angesichts ihrer voluminösen Verträge zwar gerne direkt weiter verschiffen – dies wird allerdings schwierig bis unmöglich, sodass zumindest Lee zum Kandidaten für einen Buyout wird. Nach dessen zuletzt durchwachsenen Leistungen sollte Dallas auch die mittelfristige Zukunft von Harrison Barnes zumindest in Frage stellen. Barnes' 25 Mio. $ schwere Player Option im Sommer ist aber zumindest für den Moment ein Deal-Killer. Infolge der personellen Lücken, entstanden durch den Porzingis-Deal und dessen verletzungsbedingter Absenz, sind die Playoffs 2019 außer Reichweite. Daher kann die „Bank of Cuban“ weiter fleißig an der Zukunft stricken und neben Barnes auch die Veteranen Dwight Powell und Devin Harris verfügbar machen. Ein weiterer Trade ist mangels Optionen aber eher unwahrscheinlich.



Denver Nuggets

Ammos: Tyler Lydon
Need: Stabilität, Gesundheit

Das Überraschungsteam des Westens kämpft eisern weiter mit dem Titelverteidiger aus Nordkalifornien um den Spitzenplatz der Western Conference und das trotz gewaltiger Verletzungsprobleme. Dies macht es auch schwer, ein Ammo zu identifizieren, Denver hat eine tiefe Rotation und braucht jeden Mann: Am ehesten käme der dennoch nicht nicht zum Zug kommende Tyler Lydon, Erstrunden-Pick 2017, für den Trade Block in Frage, aufgrund seines geringen Marktwertes wird er aber keinen nennenswerten Preis erzielen. In der Mile High City läuft alles rund, Denver hat keinen Grund, etwas zu verändern. Ein Trade ist also unwahrscheinlich.



Detroit Pistons

Ammos: Reggie Jackson, Luke Kennard, Ish Smith, Henry Ellenson
Need: Rebuild, Point Guard

Auch im ersten Jahr nach Stan Van Gundy laufen die Pistons den Erwartungen hinterher. Dem drohenden frühen Aus im Schneckenrennen um die hinteren Playoff-Plätze (24-29 Siege, Platz neun in der Eastern Conference) kamen die Verantwortlichen zuvor und tradeten Starter Reggie Bullock zu den Lakers für Perspektivspieler Sviatoslav Mykhailiuk (copy & paste approved) plus einen 2nd Round Pick sowie den festgefahrenen Stanley Johnson für den noch rohen Big Man Thon Maker aus Milwaukee. Dabei wird es nicht bleiben: Point Guard Reggie Jackson ist schon lange angezählt, Detroits Bigs Blake Griffin und Andre Drummond bräuchten einen zuverlässigeren Point Guard. Weil Jackson aber keinen vernünftigen Preis erzielt, werden die Pistons gegebenenfalls ihre ebenfalls mediokeren Youngster Kennard und Ellenson anbieten. Womöglich sind sogar Drummonds Tage in der Motor City gezählt. Ein weiterer Trade ist wahrscheinlich.



Golden State Warriors

Ammos: Nope
Need: Wing, Center

Der Titelverteidiger hat wie schon in den letzten Jahren am wenigsten Grund zur Nachjustierung, erst recht nachdem DeMarcus Cousins' Debüt geglückt ist und die Dubs nun ihren fünften All-Star an Bord haben. Ein bisschen mehr Tiefe auf dem Flügel oder hinter „Boogie“ würde Golden State nicht schlecht stehen, denn in Cousins' Abwesenheit hat keiner der Nachfolger von JaVale McGee und Zaza Pachulia wirklich geglänzt. Grund zur Sorge gibt’s aber weiterhin keine, die Warriors sind und bleiben haushoher Favorit auf den Titel 2019 und haben daher auch keinen Grund zur Veränderung. Ein Trade ist sehr unwahrscheinlich, wenn überhaupt liegt der Fokus auf dem Buyout-Markt.



Houston Rockets

Ammos: Brandon Knight, Marquese Chriss
Need: Wing, Defense

Von Verletzungen geplagt und von James Harden am Leben gehalten haben die Rockets zumindest gute Aussichten auf die zeitweilig nicht selbstverständliche Playoff-Teilnahme. Mit der Addition Austin Rivers' und Kenneth Farieds hat GM Daryl Morey bereits auf seine Fehler der Sommers (Carmelo Anthony, Michael Carter-Williams, Brandon Knight, Marquese Chriss) reagiert, dennoch fehlt weiterhin ein qualitativer Flügelverteidiger, ein legitimer Nachfolger Trevor Arizas, um die Chancen auf eine Rückkehr in die Western Conference Finals aufrecht zu erhalten. Die Rockets wollen allen voran die Verträge von Brandon Knight und Marquese Chriss loswerden und werden dafür gegebenenfalls ihren Erstrunden-Pick opfern. Vergangenes Jahr blieb Morey zum ersten Mal in seiner Ägide zur Deadline stumm, dieses Mal besteht im Vergleich zum Vorjahr allerdings eine dringendere Handlungsnotwendigkeit, daher ist ein Trade gut möglich. So oder so werden die Rockets mit den Resten ihrer Mid-Level Exception (3,9 Mio. $) den Buyout-Wühltisch sehr genau im Auge behalten.



Indiana Pacers

Ammos: Darren Collison, Cory Joseph, Kyle O'Quinn
Need: Victor Oladipo

Die schwere Verletzung Victor Oladipos hat die Runde der Pacers mehr oder minder beendet. Indiana ist auch ohne Oladipo zu gut und gefestigt, um im schwachen Osten noch aus dem Playoff-Picture zu fallen. Ohne ihren besten Mann war jedoch Rang drei nicht zu halten und auch der Heimvorteil wird es nicht sein, umso schwieriger dann eine Playoff-Serie gegen eines der anderen vier relevanten Teams der Conference zu gewinnen. Teampräsident Kevin Pritchard könnte die Deadline also für den einen oder anderen kleinen bis mittleren perspektivischen Zug nutzen. Nach seiner Rückkehr würde Oladipo ein qualitativerer Backcourt-Partner wohl bekommen, denn Collison und Joseph haben die Erwartungen nicht erfüllt und stehen entsprechend dem Trade Block zur Verfügung. Eventuell reagieren die Pacers sogar auf die positive Entwicklung von Big Man Domantas Sabonis, indem sie den Markt für den stagnierenden Myles Turner testen. Ein Trade ist erwünscht, aber schwierig.



LA Clippers

Ammos: Avery Bradley, Marcin Gortat, Miloš Teodosić
Need: Cap Space, Draft Picks, Franchise Player

Die Clippers gehören zu den Überraschungsteams der Liga und kämpften als Kollektiv, ohne legitimen Franchise Player, um einen Platz unter den besten Acht des Westens. Vergangenheitsform – weil der sehr überraschende Trade ihres Topscorers Tobias Harris zu den 76ers für die laufende Saison einen deftigen sportlicher Rückschritt darstellt und die Clippers aus dem Playoff-Rennen nimmt. Der Fokus liegt demnach jetzt schon auf dem Sommer, wenn Kawhi Leonard, Kevin Durant oder gerne auch Anthony Davis den Weg ins Haus Ballmer finden sollen. Folglich ist LA weiterhin für Deals zu haben, bei denen sie etwas Cap Space fürs nächste Jahr sparen oder weitere Picks einsammeln. Das bringt Avery Bradley (2019/20 nur teilweise garantierter Vertrag) auf den Trade Block, der auslaufende Deal des alternden Marcin Gortats liegt sowieso bei den Sonderangeboten und auch Teodosićs NBA-Abenteuer wird zeitnah zu Ende sein. Ein weiterer Trade mit Blick auf den Sommer und weniger auf die laufende Spielzeit ist gut möglich.



Los Angeles Lakers

Ammos: Brandon Ingram, Lonzo Ball, Kyle Kuzma, Josh Hart, Kentavious Caldwell-Pope, Ivica Zubac, (alles, was die Pelicans an Spielermaterial für Davis haben wollen...)
Need: Anthony Davis

Seitdem Anthony Davis über seinen Agenten die Wechselabsichten kundgetan hat, dreht Purpur-Gold am Rad. Magic Johnson und Rob Pelinka werden zweifelsohne den Pelicans alles außer LeBron James anbieten, um Davis sofort in die Stadt der Engel zu holen. Ein zweiter Superstar ist auch dringend notwendig, denn in LeBrons Abwesenheit enttäuschten die Young Guns auf ganzer Linie, das macht sie zumindest in Gesprächen mit New Orleans entbehrlich. Sollte der auserkorene Heilsbringer zur Deadline noch nicht verfügbar werden, ist ein weiterer kleiner Trade zusätzlich zur bereits vollzogenen Akquisition Reggie Bullocks gut möglich, insbesondere um LeBron James sofort besseres Personal an die Seite zu stellen. Im eigenen Haus ist vor allem der unzufriedene Kentavious Caldwell-Pope gedanklich bereits auf dem Sprung. Sollten die Lakers einen Kaderplatz freiräumen, steht der von den Chicago Bulls (/Houston Rockets/Atlanta Hawks/Oklahoma City Thunder) abservierte Carmelo Anthony schon Gewehr bei Fuß für neue Heldentaten.



Memphis Grizzlies

Ammos: Marc Gasol, Mike Conley, JaMychal Green, Garrett Temple, Omri Casspi, Justin Holiday, Chandler Parsons, ...
Need: Draft Picks, Jugend

Das Davis-Chaos hat im beschaulichen Memphis etwas Ruhe einkehren lassen, denn der allgemeine Fokus liegt nun nicht mehr auf den Ur-Bären Gasol und Conley – dabei gehören sie zu den prominentesten Ammos der Deadline 2019. Memphis hat die Zeichen der Zeit zu lange ignoriert und erhält jetzt die Quittung, denn ihre besten Spieler werden auf dem freien Markt deutlich weniger abrufen, als noch vor ein bis zwei Jahren. Für das erklärte Ziel, ein neues Team um Rookie Jaren Jackson aufzubauen, sind die Grizzlies naturgemäß vornehmlich an Picks und jungen Spieler interessiert, hierfür kann und darf alles raus, was keine mittelfristige Zukunft in Tennessee hat. Grit'n'Grind muss nicht sterben, jedoch sollten es andere Protagonisten leben. Ein Trade ist daher sehr wahrscheinlich, zudem erhält Spitzenverdiener Chandler Parsons mutmaßlich in Kürze einen Buyout.



Miami Heat

Ammos: Hassan Whiteside, Goran Dragić, Wayne Ellington, James Johnson
Need: Tax Cut

Die Heat kämpfen um einen der hinteren Playoff-Plätze im Osten, mehr als ein First Round Exit ist aber auch bei Dwyane Wades letztem Tanz nicht drin. Zur Deadline nimmt Shooter Wayne Ellington in South Beach eine Schlüsselrolle ein, denn etwa die Summe seines Kontrakts über gut sechs Mio. $ muss Miami aus den Büchern streichen, um die Luxussteuer zu vermeiden. Natürlich würde Teampräsident Pat Riley zusätzlich gerne Hitzkopf Hassan Whiteside loswerden, Routinier Dragić hat infolge Justise Winslows soliden Auftritten auf der Spielmacherposition auch keine größere Zukunft. Erhöhte Nachfrage rufen jedoch beide nicht hervor. Die Heat bleiben weiter in Lauerstellung auf einen größeren Deal, müssen aber aller Voraussicht nach kleinere Brötchen backen. Ein Trade ist dennoch wahrscheinlich.



Milwaukee Bucks

Ammos: Tony Snell, Jason Smith
Need: Cap Space

Der Ruf nach Veränderung schallt leise in Wisconsin, denn die Hirsche stehen mit 39-13 Siege auf dem ersten Platz und damit knapp zwei Monate vor Beginn der Playoffs als einer der Favoriten der Eastern Conference in den Startlöchern. Dennoch hat GM Jon Horst einiges zu tun, denn im Juli werden vier Starter Free Agents, die die Bucks allesamt nicht abzugeben gedenken. Um weiteres Geld zu sparen, wird Horst entbehrlichen Spielern wie Tony Snell und Jason Smith ein Sonderangebotsschild um den Hals hängen. Der in der Bierstadt nicht zum Zug gekommene Thon Maker wurde bereits für Stanley Johnson (auslaufender Vertrag) zu den Detroit Pistons geschickt. Ein weiterer Trade ist daher eher unwahrscheinlich.



Minnesota Timberwolves

Ammos: Dario Šarić, Anthony Tolliver, Gorgui Dieng, Jerryd Bayless
Need: Rebuild

Die Wölfe haben beim Trade um Jimmy Butler keine sonderlich gute Figur abgegeben und folgerichtig Tom Thibodeau von seinen Pflichten entbunden. Weil Minnesota weiter den eigenen Erwartungen hinterherhinkt, wären sie eigentlich unter den Käufern zur Deadline einzuordnen, jedoch erscheint nach den eineinhalb verlorenen Butler-Jahren der Weg zurück in den Rebuild klüger. Die Deadline wird also zumindest kurzfristig beantwortet, ob sich die Wolves weiter verzweifelt nach dem achten Platz strecken, oder aber ihre Leistungsträger aus der zweiten Reihe wie Taj Gibson und Jeff Teague verfügbar machen. Das restliche Trade-Material wird ihnen nichts einbringen, für Spieler wie Gorgui Dieng und Jerryd Bayless müssten sie draufzahlen, um wenigstens ein bisschen Cap zu sparen. Ein Trade ist erwünscht, aber schwierig.



New Orleans Pelicans

Ammos: Anthony Davis, Jrue Holiday, Nikola Mirotić, Julius Randle, E'Twaun Moore, Elfrid Payton und der ganze Rest
Need: Draft Picks, Jugend

Land unter in New Orleans. Ein neuer (und zum Glück nur metaphorischer) Orkan sucht „The Big Easy“ heim, seit ihr Franchise Player Anthony Davis unverblümt seinen Abschied spätestens 2020 verkündete. Der letzte Trumpf der Pelikane ist die verbliebene Zeit, sie müssen Davis nicht sofort traden, sondern können bis zum Sommer in aller Ruhe den Markt sondieren und gegebenenfalls die Interessenten gegeneinander ausspielen. Waren die Pelicans vor wenigen Wochen noch Käufer, die ihre Argumente in Richtung Davis zu verbessern gedachten, steht nun der gesamte Kader auf dem Prüfstand. Der zweitbeste Spieler, Jrue Holiday, ist ebenso verfügbar und könnte sogar noch vor der Monobraue verabschiedet werden. Für das richtige Angebot sind selbstverständlich auch Mirotić, Randle sowie die Spieler aus der zweiten Reihe zu haben. Ein Trade ist sehr wahrscheinlich.



New York Knicks

Ammos: DeAndre Jordan, Wesley Matthews, Frank Ntilikina, Enes Kanter, Noah Vonleh
Need: Cap Space

Das Einhorn ist weg, die Knicks pokern hoch und schauen dabei in Richtung Draft Lottery und Free Agency. Gleich zwei Maximalverträge können die New Yorker nun im Sommer anbieten und es darf gerne noch etwas mehr werden. Die aus Dallas geholten auslaufenden Verträge von Jordan und Matthews sind zur Deadline mehr als nur verfügbar, ebenso die unzufriedenen Frank Ntilikina und Enes Kanter. Die Knicks sind fest entschlossen, ihr Gesicht grundlegend zu ändern und daher 'open for business'. Ein weiterer Trade ist wahrscheinlich.



Oklahoma City Thunder

Ammos: Fehlanzeige
Need: Shooting, Wing

Die Thunder spielen eine solide Saison mit guten Aussichten auf Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde, zudem haben sie die drohende Luxussteuer von beinahe 150 Mio. $ vergangenen Juli nun auf etwas über 66 Mio. $ reduziert. Um endlich wieder wenigstens die Conference Semi-Finals anzupeilen, bräuchten sie bessere Schützen, erneut ohne nennenswerte Ammos oder Draft Picks wird ein Upgrade via Trade allerdings schwer zu bewerkstelligen. Ein Trade ist erwünscht, aber schwierig. OKC lauert eher auf Buyouts.



Orlando Magic

Ammos: Nikola Vučević/Mohamed Bamba, Evan Fournier, Terrence Ross, Jonathon Simmons
Need: Rebuild des Rebuilds

Die Magic werden dieses Jahrzehnt als eines der erfolglosesten Teams der Association beenden. Hauptgrund dafür ist die miserable Personalpolitik seit dem Abgang Dwight Howards, die im Ibaka-Debakel vor zwei Jahren seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden hat. Seither tritt Orlando immer noch auf der Stelle, wird auch diese Saison die Playoffs verpassen und daher so einiges hinterfragen. Center Vučević ist schon seit Jahren Stammgast in der Gerüchteküche, seine Nominierung für's All-Star Game hat dies nicht entschärft. Entgegengesetzte Gerüchte besagen inzwischen jedoch, dass anstatt dem Montenegriner nun Rookie Mohamed Bamba auf dem Trade Block stehe. Zweifelsohne zu haben sind die Flügelspieler Terrence Ross und Jonathon Simmons, außerdem „Do-Not-Google“ Evan Fournier. Das neue Führungsduo Jeff Weltman/John Hammond arbeitet weiter akribisch daran, Ordnung im Chaos namens Orlando Magic zu schaffen, daher ist ein Trade wahrscheinlich.



Philadelphia 76ers

Ammos: Markelle Fultz
Need: Tiefe

Mit der Addition Jimmy Butlers tätigten die Sixers bereits vor Monaten einen großen Deal, dessen Nachwirkungen sie zu weiteren Aktivitäten an der Trade-Front drängten. Die Abgänge von Robert Covington und Dario Šarić haben eine Lücke hinterlassen, die Philadelphias nächster hochkarätige Neuzugang, Tobias Harris, nun schließen soll. Mit dessen Addition melden die 76ers ernste Ambitionen in der Eastern Conference an und werden sich nicht scheuen, zur Deadline noch einmal nachzurüsten. Denn echte Begeisterung über eine weitere Zusammenarbeit mit Markelle Fultz soll sich in Grenzen halten. Der Marktwert des ersten Picks 2017 ist jedoch im Keller, sodass der neue GM Elton Brand für eine echte Verstärkung mutmaßlich neben Fultz die ebenfalls verletzten Youngster Justin Patton, Zhaire Smith und/oder zusätzliche Draft Picks opfern muss. Weil alternative Assets fehlen bzw. für den Harris-Trade verwendet wurden, ist ein weiterer Trade erwünscht, aber schwierig.



Phoenix Suns

Ammos: Dragan Bender, Troy Daniels, Richaun Holmes, Ryan Anderson
Need: Jugend, Draft Picks

Die Suns entrümpeln ihren Kader weiter und haben im Laufe der Saison bereits Tyson Chandler und Trevor Ariza aus der Wüste geschickt. Damit soll es nicht enden, abgesehen von den designierten Franchise Playern DeAndre Ayton und Devin Booker ist in Arizona niemand unantastbar. Auf der Suche nach einem passenden Backcourt-Partner für Booker sollen die Suns an Lonzo Ball von den Lakers interessiert sein. Unabhängig davon wird Phoenix weiter Altlasten, allen voran Dragan Bender, ligaweit anbieten, oder aber versuchen, im Austausch für ihre auslaufenden Verträge einen Draft Pick zu ergattern. Ein Trade ist wahrscheinlich.



Portland TrailBlazers

Ammos: Al-Farouq Aminu, Moe Harkless
Need: Tax Cut

Parallel zum Vorjahr läuft es mit 32-21 Siegen und Rang vier im Westen ganz gut bei den Blazers. Richtig zufriedenstellend ist die Gesamtsituation aber weiterhin nicht, denn ob dieses Mal mehr als ein erneuter schneller First Round Exit drin ist, steht arg in Zweifel. Und dann ist da noch die üble Payroll von 131 Mio. $. Die Verträge von Evan Turner (18,6 Mio. $ nächste Saison) und Meyers Leonard (11,3 Mio. $ nächste Saison) sind nicht vermittelbar, ohne dass die Blazers ein wertvolles Anlagegut wie ihren 1st Round Pick im kommenden Draft opfern. Portland steht also in der undankbaren Situation, einerseits für die Playoffs aufrüsten, gleichzeitig aber die Payroll senken zu wollen. Ihren Flügel haben sie mit Rodney Hood bereits verstärkt, nun muss an anderer Stelle gespart werden. Der auslaufende Vertrag von Al-Farouq Aminu steht im Schaufenster, ihren Starter auf Power Forward über den Sommer hinaus zu halten wird für die Blazers ohnehin nur schwer finanzierbar. Aminus Frontcourt-Partner Harkless ist derweil ebenfalls zu haben. Unter Umständen machen sie zudem die Youngster Caleb Swanigan und Anfernee Simons verfügbar. Ein weiterer Trade ist erwünscht, aber schwierig.



Sacramento Kings

Ammos: Willie Cauley-Stein, Iman Shumpert, Skal Labissiere, Kosta Koufos, Zach Randolph, Ben McLemore
Need: Wing, Draft Picks

Die Kings haben sich von der Lachnummer der Liga zu einer respektablen Mannschaft hochgearbeitet und auch wenn die Playoffs zumindest in Schlagdistanz bleiben, haben sie keinen Grund, ungeduldig zu werden. Auch nicht in der Personalie Willie Cauley-Stein: Der Center wird im Sommer Restricted Free Agent, somit müssen die Kings zur Deadline abwägen, ob sie langfristig mit ihm planen respektive ein saftiges Offer Sheet im Sommer und somit einen Abgang ohne Gegenwert riskieren. Neben WCS weist Sacramentos Kader eine Reihe von Veteranen mit auslaufendem Vertrag sowie Youngster ohne Perspektive auf, zudem haben sie bei derzeit nur knapp 91 Mio. $ an garantierten Gehältern einen ordentlichen Rest Cap Space einzusetzen. Die Kings werden diesen verwenden, um Picks einzusammeln oder sich sofort zu verbessern. Vor allem auf dem Flügel herrscht Handlungsbedarf, Namen wie Otto Porter, Kent Bazemore oder Harrison Barnes geistern über der kalifornischen Hauptstadt. Auch an Spielmacher Jeremy Lin soll Interesse bestehen. Ein Trade ist sehr wahrscheinlich.



San Antonio Spurs

Ammos: Pau Gasol
Need: Wing, Defense

Die ewigen Spurs sind nicht klein zu kriegen, selbst ohne Tony Parker und Manu Ginóbili sowie ohne ihren etatmäßigen Starting Point Guard Dejounte Murray. Weil dieses Gesetz Bestand hat, gilt auch die alte Regel weiterhin, nach der San Antonio zur Deadline zu den bedächtigeren Lokalitäten der Association gehört und höchstens ein kleiner Deal um einen der hinteren Bankspieler in Frage kommt. Dieses Jahr steht in Pau Gasol zumindest ein namhafterer Akteur im Fokus, der 38 Jahre alte sechsfache All-Star spielt in den Planungen von Coach Gregg Popovich keine größere Rolle mehr, sein 16 Mio. $ schwerer Vertrag ist für die nächste Saison nicht garantiert. Das macht ihn zu einem Trade-Chip, der zur Deadline im Auge behalten werden sollte. Ein Trade von Gasol ist gut möglich. Davon ab wird in San Antonio wieder mal wenig bis gar nichts los sein.



Toronto Raptors

Ammos: Fred VanVleet, Delon Wright, Norman Powell, O.G. Anunoby,  Jonas Valančiūnas
Need: Argumente für Kawhi Leonard

Die Dinos marschieren im Osten neben den Hirschen aus Milwaukee voran, doch geistert auch nach LeBrons Abgang in den Westen das Playoff-Trauma der letzten Jahre noch immer über Toronto, ebenso wie Kawhi Leonards Free Agency im Sommer. Um die eigenen Karten in beiden Aspekten zu verbessern ist GM Masai Ujiri bekanntermaßen nicht sonderlich risikoscheu und wird sich auch zur Deadline ganz genau umhören. Vor allem in der Tiefe haben die Raptors einiges zu bieten, namentlich die zweite Garde um VanVleet, Wright, Powell, Anunoby oder das ewige Talent Jonas Valančiūnas. Dass Ujiri für den richtigen Deal über Leichen geht, hat er im Sommer eindrucksvoll bewiesen, daher darf sich niemand wundern, wenn Toronto plötzlich als Interessent für die namhaftesten Ammos wie Mike Conley, Marc Gasol, Jrue Holiday oder gar Anthony Davis in Erscheinung tritt. Ein Trade ist gut möglich, auch wenn es voraussichtlich eher ein verhältnismäßig kleinerer werden wird.



Utah Jazz

Ammos: Derrick Favors, Ricky Rubio, Dante Exum
Need: Offense, Shooting

Der schlechte Start in die Saison (16-18 Siege an Weihnachten) ist abgeschüttelt, um den nächsten Schritt nach vorne zu machen bedarf es aber eines qualitativen Upgrades, besonders auf der Spielmacherposition, wo Ricky Rubio wegen seines inexistenten Shootings nicht die Dauerlösung darstellt. Daher glühen die Drähte gen Memphis, Mike Conley soll an den Salzsee wechseln, denn er würde mit seiner exzellenten Defense und gleichzeitigen Feuerkraft besagtes Upgrade definitiv mitbringen. Allerdings haben die Mormonen kaum Interessantes für die Grizzlies zu bieten. Favors ist zu alt und zu durchschnittlich, Exum zu verletzungsanfällig, Rubio alles davon. Daher müssten die Jazz einen oder mehrere Draft Picks auf die Waagschale werfen, um die Bären überhaupt in ernsthafte Gespräche zu locken. Ein Trade ist erwünscht, aber schwierig. Neben Conley sind die Jazz auch an Nikola Mirotić und Otto Porter interessiert.



Washington Wizards

Ammos: Otto Porter, Jeff Green
Need: Tabula Rasa

Zu beneiden sind die Hauptstädter gewiss nicht: Seit dem ersten Spieltag hecheln sie ihren Ansprüchen hinterher und werden um den anvisierten Einzug in die Playoffs kämpfen müssen. Der erhoffte Effekt der Addition Trevor Arizas für den jüngeren Kelly Oubre ist ausgeblieben. John Wall ist mindestens weitere zwölf Monate außer Gefecht. Die Payroll beläuft sich auf satte 129 Mio. $. Für manche Teams wäre all das ein Grund, einen Rebuild einzuleiten, doch Teambesitzer Ted Leonsis schließt dem kategorisch einen Riegel vor: Bradley Beal wird nicht getradet, sondern zum neuen, unbestrittenen Franchise Player der Wizards befördert. Otto Porter soll trotz fürstlicher Entlohnung nur für ein sehr gutes Angebot zu haben sein. Und falls es je ein Fenster gab, Wall zu traden, ist dieses jetzt niet- und nagelfest verriegelt. Weil das unbedingte Ziel Playoffs heißt, werden selbst die auslaufenden Verträge etwa Arizas oder Markieff Morris' nicht feilgeboten. Das macht Trade-Gespräche schwierig, Teampräsident Ernie Grundfeld wird sich höchstens bei einem kleinen Deal, etwa um den Minimumvertrag von Veteran Jeff Green, gesprächsbereit zeigen. Ein Trade ist erwünscht, aber schwierig.