10 Februar 2019

10. Feb, 2019


Willkommen zum Schnellgericht (hihi, verstehen Sie?) über die kleinen, aber bisweilen feinen Deals zur NBA Trading Deadline 2019 (und in einigen Fällen weiter zurück). Lassen Sie sich erzählen, warum mindestens die Hälfte aller Teams sich an einem der geschäftigsten Deadline Tage der jüngeren Historie wieder einmal hat abzocken lassen von den Vertragspartnern...

von ANNO HAAK @kemperboyd | 10. Feb, 2019

The Luke Ridnour Adventures
Herzlich willkommen zu den schönsten Guard-Wechsel-Festspielen diesseits von London. Nicht weniger als vier Stationen binnen weniger Tage, um dann in die Arbeitslosigkeit entlassen zu werden. "I say, it's..."-Witze waren aus. Hereinspaziert und angeschnallt, die nächste Fahrt geht rückwärts.

CLE: Nik Stauskas, Wade Baldwin IV, 2021 2nd Rd. Pick (POR), 2023 2nd Rd. Pick (POR)
POR: Rodney Hood

Das war am 03.02.2019. Ich war gerade dabei zu recherchieren, ob man sich das "IV" hinter "Baldwin" auf das Nike Cavs Swingman tackern lassen kann, da reisten die beiden Höllenhunde schon weiter nach Houston.

HOU: Iman Shumpert, Nik Stauskas, Wade Baldwin IV, 2021 2nd Rd. Pick (CLE via MIL)
SAC: Alec Burks, 2019 2nd Rd. Pick (ORL / CLE / HOU oder POR)
CLE: Brandon Knight, Marquese Chriss, 2019 1st Rd. Pick (HOU, lottery protected)

Schauen Sie sich einmal den für Sacramento einkommenden Pick aus dieser Transaktion an, Hirnkrebsmaterial. Ich möchte nicht der Sachbearbeiter in der NBA-Zentrale sein, der die Picks verwaltet. Merken Sie sich im Übrigen den Milwaukee Pick, der hier in Houston anlandet, von dem wird noch die Rede sein.

HOU: Cash
IND: Nik Stauskas, Wade Baldwin IV, 2021 2nd Rd. Pick (HOU via CLE via MIL), Draft Rechte an Maarty Leunen

*ABBLENDE*

"On 2/7/2019 the Indiana Pacers waived Nik Stauskas and Wade Baldwin. To this day it is undisclosed if and where they continue their carreers in professional basketball.

Leunen, drafted in 2008, continues to play pro Basketball at hotspots like ratiopharm Ulm and Fortitudo Bologna. He is now 33 years old."

*CREDITS*

Blazers
Hood spielt derzeit auf der QO und wird im Sommer UFA. Die Blazers haben seit dem albernen Turner Signing immer Bedarf an defensiv und / oder athletisch halbwegs brauchbaren Flügeln. Hood, der um den nächsten Vertrag und seine Daseinsberechtigung in der NBA spielt, ist da keine schlechte Wahl.




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Auch wenn der Lefty vergangenes Jahr nach ordentlichem Beginn in Cleveland relative Katastrophen-Playoffs spielte. Wie dem auch sei: der Social Media Bedienstete im Moda Center scheint die liberalen Gesetze Oregons zum Thema Wiesenbestandteil zu nutzen.

Rockets
Houston braucht auch und gerade nach dem Abgang von Ennis und der fehlenden Bereitschaft zum Behalt von Stauskas und Baldwin Masse und (halbwegs) Klasse auf dem Flügel hinter der Dreierlinie. Shumpert erlebt gerade den dreieinhalbten Frühling und sein Vertrag läuft aus. Auftritt Morey.


Ich mag die Ablichtung im alten Jersey, das hat Klasse. Ich gebe aber auch zu: es ärgert mich, dass die Kings aus dem Unsinnstrade von der Deadline 2018, als sie ohne Not Shumpert und Joe Johnson aufnahmen, noch einen Pick rausholen.

Die Pacers kriegen hier kein Bild. Zweitrundendraftpicks machen sich nicht schön bei Instagram.

The annual s**t that we call the Atlanta Hawks

ATL: Shelvin Mack
MEM: Tyler Dorsey 

Schon das Gehab(icht)e im vergangenen Jahr zur Deadline war enigmatisch. Damals fanden die Hawks angeblich keine Tradepartner für Belinelli und Ilyasova, die sie, kurz nachdem die Klappe fiel, dann entließen.

Wohl um diese merkwürdige Agonie zu camouflieren, startete man dann ein paar Mini-Sinnlostransaktionen und trat völlig auf der Stelle. Dieses traurige Schauspiel kam zur Deadline 2019 nunmehr zur Wiederaufführung. Statt Lin, Plumlee, Carter oder Bazemore an den Contender-Mann zu bringen, schiffte Schlenk irgendwelche semibedeutsamen Pros von A nach B(oston) und in die Arbeitslosigkeit.




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Es begann mit diesem Headsup Kopfkratzer. Mit dem Tausch verabschiedet man Tyler Dorsey für Shelvin Mack. Die Älteren werden sich erinnern: Mack hat eine Falkenvergangenheit, balgte sich einst mit Dennis Schr. um den Backupspot hinter Jeff Teague. O tempora, o mores!

Nostalgie ist indessen auch das einzige Argument für diese Unsinnstransaktion. Macks Deal läuft im Sommer safe aus, Dorsey kann im Sommer RFA werden. Die Betonung liegt allerdings auf "kann", muss aber nicht. Das will gesagt werden, weil der Deal von Mack sogar ca. 200.000 $ größer ist, auch finanziell macht das für die dauerklamme NBA-Südperle also wenig bis überhaupt keinen Sinn. Ein Pick fehlt auch im Tauschgeschäft. Wenn es für beide ums Geld geht, gewinnt der, der mehr spart, ergo

Vorteil: Grizzlies

ATL: Jabari Bird
BOS: Cash, 2nd Rd. Pick 2020 (top 55 geschützt)

(Prelude: sagen Sie nicht, Trader Danny sei untätig geblieben. Chrchr.)

Sorry, aber das ruft nach einem Dustin Hoffman "Wag the dog" Zitat, das wie der ganze Film schlimm "auf die Fresse" ist: "Wartet, wartet, wartet mal, nun sieh sich einer diesen Sch**ßdreck an." Man will Travis Schlenk zum Brickle machen und fragen: "Redest du mit mir?" Was soll sowas?

Birds Wert für die Hawks ist unter Normalnull. Dem feinen Herrn Zweitrundenpick werden gewaltsame Ausschreitungen gegen die eigene Lebenspartnerin vorgeworfen, die er den "Autoritäten" gegenüber mit Panikattacken erklärt haben soll. (Entsprechende Wikipedia-Infos lassen sich tatsächlich verifizieren (smh!))

Natürlich ist der Vogel gar nicht erst im Falkennest gelandet, sondern sofort entlassen worden (wie Mack übrigens auch), was sonst? Dass man den Celtics in der "Eine-Hand-wäscht-die-andere"-Welt, die wir NBA nennen, hilft, einen Rosterspot für einen der Rausgekauften freizumachen, ist ja in Ordnung. Nur warum legt man dafür Geld und einen Pick (zugegeben Wahrscheinlichkeit der Vergabe: unter Normalnull, aber bis Mai 2020 nicht als Tradeasset verwertbar) obendrauf. Reinster Quatsch.

"Lady Bird" (verstehen Sie??) spielte in Sacramento, Home of the Atlanta Hawks der Westküste und dann ist der kurze Filmanfall auch schon vorbei.

(Afterlude: die Hawks zahlen dieses Jahr fast 32 Mio. $ an Spieler, die nicht für sie spielen, Jamal Crawford ist ein Atlanta Hawk. Schönen Tag noch!)

Vorteil: Celtics

Clippers gone wild
Unter der immergenialen Führerschaft des Logos mit den vielen Finalspleiten hat das andere Team von Los Angeles, dem die (ebenfalls anderen) Chargers das Akronym streitig machen, binnen nicht mal zwei Jahren das Roster komplett auf links gezogen.

Kurz vor der Deadline verschiffte man aus vorwiegend finanziellem Weitblick Richtung Sommer Topscorer Harris nebst Bobo und Mike Scott für auslaufende Verträge nach Philly. Dann erlaubte man dem polnischen Hammer...




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und dem serbischen Genius...




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die Rückkehr nach Oakl... Europa, EUROPA!!

Kombiniert mit den Abgaben von CP3 und Blake Griffin in den Jahren 2017 und 2018 sowie nachstehenden Transaktionen hat Jerry West die Clipps fit für die große freie Agentenjagd 2019 gemacht.

LAC: JaMychal Green, Garrett Temple
MEM: Avery Bradley

In diesem Kontext mag das Geschäft mit den komplett in den Wirtschaftswundermodus schaltenden Grizzlies eher von mediokrem Wert erscheinen. Denn Green und Temple verdienen mehr Schotter als der letzte Rückstand des von Ex-GM Doc R. veranstalteten Celtics Revival in Staples. Die Verträge aller drei Durchschnitts-Pros laufen 2019 aus wie im Kühlschrank auf dem Rücken liegende H-Milch (was für Vergleiche?).

Die Bird Rights für (zumindest einen der) beiden Ex-Bären aber, die sich je nach Verlauf der Free Agency sogar zu einem Minimalvertrag verstehen könnten, könnten im Sommer nach der geplanten Unterschrift von einem oder zwei Superstars werthaltiger sein als die von Bradley, dessen Vorstellungen Würsten zufolge - abgesehen vom Cap Hold - Richtung Max Money gehen. Dennoch vorerst

Vorteil: Grizzlies

LAC: Michael Beasley, Ivica Zubac
LAL: Mike Muscala

Jerry West ist wirklich gar nichts heilig. Er schreckt nicht einmal vor einem Staples-Center-internen Kabinentausch zurück (erster LA-interner Trade seit 1983), und auch nicht vor Michael Beasley.




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Für das LA-interne Wettbieten um Kawhi und Ko. dürfte dieser Tausch allerdings weniger bedeutsam sein. Hier ging es den Lakers wohl eher darum, ihrem Playoff-Push zulasten eines direkten Konkurrenten mehr Gravitas zu verleihen.

Dass man glaubt, das mit dem eben aus Philly in die sonnigen Gestade Südkaliforniens umgezogenen Muscala tun zu können, sagt das aber mehr über die PO-Verzweiflung der LeBrons aus als über Muscala.


Als Bonus sparen die Lakers ein paar Dollar für den Sommer und einen Rosterspot, den der bekannteste Absolvent von Sankt Vinzenz und der heiligen Maria wohl gern Herrn Anthony zuschanzen möchte. Na denn. Die Clippers bekommen ein Big-Man-Talent, dessen Zukunft sie via RFA im Sommer in den Händen halten. Die wahre Stadt der brüderlichen Liebe: LA!

Vorteil: Lakers und Clippers

Masai dealin' it up

Der nicht zu fassende Trade der Raps für Marc Gasol wird auf dieser Welle, aber an anderer Stelle gesondert verarztet.


Auf dem Weg dahin bzw. davon weg musste der beste General Manager, der nie ein Trikot der Golden State Warriors in irgendeine Kamera gehalten hat, aber den bekannt geizigen Ownern im kalten Norden offenbar ein paar gesparte Dollars zeigen. No Masai, no problem.

TOR: Cash
PHI: Malachi Richardson, Draft Rechte an Emir Preldžić, 2022 2nd Rd. Pick (TOR)

Richardson war tatsächlich der Gegenwert, den Ujiri aus... Trommelwirbel... Bruno Caboclo rausgeholt hatte. Die Kings haben ihren Anteil am "Ujiri zieht Sie über den Tisch, bevor Sie die Krawatte von der Kante gefriemelt haben" bereits gehabt. 2018 war das. Viel mehr Positives kann man über den 22. Pick von 2016 auch nicht sagen. Sahen wohl auch die Sixers so, die ihn einen Tag nach der Todeslinie feuerten. Dennoch: Picks, man, Picks!

Vorteil: Sixers

TOR: Cash II.
BKN: Greg Monroe, 2021 2nd Rd. Pick (TOR)

Nochmals Münzen ins Portemonnaie für den Masai, nochmals Zweitrundenpicks in die Gegend, nochmals kein Instagram-Willkommen beim aufnehmenden Team. "In a related move, the Nets have requested waivers on Monroe." Poertry in Pressemitteilung!

Klar, passt nicht zum Tweet, aber: Picks, man, Picks!

Vorteil: Nets

Der Zauber(er) des Neuanfangs

WAS: Jabari Parker, Bobby Portis, 2023 2nd Rd. Pick (CHI)
CHI: Otto Porter

Die Hauptstädter schwanken weiter ohne erkennbaren Plan durch das Luxussteuergrenzland. Das hier ist ganz offenkundig zum Geld sparen gedacht. Es bleibt aber die Frage: wofür eigentlich? John Wall wird bis Oktober 2020 zwar wahrscheinlich keinen organisierten Basketball spielen, nur wird man Bradley Beal in seiner Prime wohl kaum ein einjähriges Tanking Interlude anbieten wollen.

Dass der District ein besonderer Hotspot für Vertragsfreie wäre, ist mir neu. Der Rückstoß ist keiner Rede wert, Jahrhundertdraftjahrgangsmitglied Nummer 2 (hust!) Jabari "they don't pay me for defense" Parkers beste Eigenschaft ist der auslaufende bzw. nächstes Jahr ungarantierte Arbeitsvertrag, Portis stagniert seit Jahren und wird den Wizards selbst dann keine Hilfe sein, wenn er im Sommer als RFA billig verlängern sollte. Über den Pick wird gleich noch gesondert zu reden sein.




Ein Beitrag geteilt von Chicago Bulls (@chicagobulls) am


Wenn Sie wissen, was die Bulls da treiben, lassen Sie es mich wissen. Der Porter-Deal, von den Wizards vor zwei Jahren unter dem Druck eines hillariösen Offer Sheet der immercapspacenden Nets unterzeichnet, galt auch dank Trade Kicker als einer der untradebarsten Verträge der Liga.

Stand Februar 2019 schuldet man einem Rollenflügel, der hinter Wall und Beal Option 3 war und eine carreer low Defensive spiel ("they don't pay me" und so...), ca. 70 Mio. $ für die kommenden zweieinhalb Jahre. Wenn Reinsdorf Ihnen erzält, es sei kein Geld da, rufen Sie im Chor mit allen Umstehenden drei Worte: Otto. Porter. Junior. Dank des Picks...

Vorteil: Wizards

WAS: Wesley Johnson
NOP: Markieff Morris, 2023 2nd Rd. Pick (WAS)

...den die Wizards dann aber gleich wieder hergeben. Man spart sich zwar ca. 2 Mio. $ (gerechnet auf das ganze Jahr und gegen den Cap), die dem ehemaligen 4. Pick im Draft, Johnson, weniger zustehen als Chief Kieff. Das bringt die Zauberer hauchdünn unter die Luxussteuerlinie.

Doch bezahlt man diese (anteilige) Minimalersparnis mit dem eigenen Zweitrundenwahlrecht in vier Jahren. Für den dortigen Draft hatte man ja gerade erst die Bulls um deren Pick erleichtert (s. oben). Das wiederum passt überhaupt nicht zu einem Team im (übergangsweisen) Neuaufbau. Es tritt hinzu, dass in den Tagen um die Deadline herum zu lesen war, dass man in Washington die Vertragsausdehnung für Trevor Ariza über den Sommer hinaus plane.

Last not least hatte man im Zuge der George-Hill-Extravaganza im Dezember 2018 zum Geldsparen (Dekker statt J. Smith) bereits zwei Secondrounder, darunter den eigenen von 2022, ins Feuer geworfen. Der 2020er Zweitrundenpick liegt bereits seit dem Jared-Dudley-Trade im Safe der Bucks, die ihn - dazu gleich - nun ebenfalls einsetzten.

Die Wizards haben es unter dem Strich geschafft, für ein paar Dollar mehr die Zweitrundenwahlrechte vom laufenden Jahr 2019 bis einschließlich 2023 (!) zu verhühnern. Here in DC we call it Rebuild... I call it Zweitrunden-Stepien!

Den Pels ging es um den Pick für die bereits in Planung befindliche Postbrauenära. Morris trat die Reise ins Big Easy gar nicht an und wurde entlassen. Über eine Reunion mit dem Bruder in grün würde ich Freudentränen vergießen.

Vorteil: Pelicans

Das Wettrüsten im Osten

MIL: Nikola Mirotic
DET: Thon Maker
NOP: Jason Smith, Stanley Johnson, 2nd Rd. Pick 2019 (DEN via MIL), 2nd Rd. Pick 2020 (MIL), 2nd Rd. Pick 2020 (WAS via MIL), 2nd Rd. Pick 2021 (UTAH via CLE via WAS via MIL)

Ich mag den Buchstabensalat, den die Pelicans hier erhalten. Das Team, das Anthony Davis so dringlich verlassen will und (noch) nicht durfte, macht es richtig. Aus Mirotics auslaufendem und (mit oder ohne Monobraue) nutzlosem Vertrag machte Demps nicht weniger als vier (!) Draftrechte und die Chance, sich einen kommenden RFA, der mal ein achter Pick war, aus der Nähe anzusehen. Hätte er immer so clever gehaushaltet, wäre Davis mit oder ohne Versuchung wohl gar nicht auf die Idee gekommen, einen Trade zu fordern.

Milwaukee rüstet seine Schützenarmada weiter auf für den Angriff auf das Recht, den Warriors-Besen zu bekommen. Mirotics Hauptstärke "Distanzwurf" ist zwar berühmter als die Tatsachen. 36,8 % 3P ist in Ordnung, aber mehr auch nicht.


Immerhin ist die ligaweite Schockstarre über den Durant-Wechsel wohl endgültig der Erkenntnis gewichen, dass auch selbsternannte oder echte Contender im Osten nicht den Betrieb einstellen können, bis das Superteam aus der Bay von selbst verschwindet.

Milwaukee dürfte für Mirotic ein wenig überbezahlt haben, doch sind die vier Picks 1. alle Zweitrundenwahlrechte, 2. bis auf einen keine eigenen und 3. für einen Contender sowieso verzichtbar.

Die Pistons kaufen sich für den dauerenttäuschenden Ex-top-10-Pick Johnson ein Einhorn für Arme (2,16 Meter, mobil, softer Touch), das zuletzt über mangelnde Profilierungschancen klagte. Ein wenig Spacing, nach dem die auch im laufenden Jahr wieder enttäuschenden Pistons immer dürsten, vermag der gebürtige Sudanese zu liefern. Ein Trade, der für alle Seiten Sinn macht, aber die Bucks mit dem besten Spieler zurücklässt.

Vorteil: Bucks

PHI: James Ennis III
HOU: 2021 2nd Rd. Pick Swap Right (PHI / HOU)

Ich mag anders als Tom Cruise diese Marshal Mathers Namen. James Ennis, der Dritte, also verlässt das erst im Sommer bezogene Domizil in Houston wieder und streut seinen einen getroffenen Dreier bei weniger als drei Versuchen pro Abend nunmehr im Osttitelrennen ein.


Für den zur Deadline stets aktiven Morey geht es hier dem Vernehmen nach darum, Geld zu sparen. Das soll neben der Ein-Bett-Zimmer-Behandlung von Chris Paul und dem Sieg über das Böse von der Bay der Topauftrag an den rührigen GM gewesen sein. Der Owner, der gerade die Hälfte seiner hart erarbeiteten vier Milliarden Glücksspieldollars in die Rockets steckte, mag keine Repeater-Tax. Tjanun.

Vorteil: Sixers

PHI: Jonathon Simmons, 2020 1st Rd. Pick (ORL via OKC), 2019 2nd Rd. Pick (ORL)
ORL: Markelle Fultz

Zugegeben: der ist geschummelt. Simmons und seine Wurfallergie (unter 37 % aus dem Feld, ca. jeder vierte Dreier fällt) bedeuten eher Abrüsten bei den Playoffchancen. Aber den Trade des vor nicht mal zwei Jahren als Top overall Pick gedrafteten Fultz unter den Tisch fallen zu lassen, war eben keine Option.

In Orlando erhält Fultz, der irgendwo zwischen Sportpsychosen und Falschbehandlung von physischen Verletzungen erst den Wurf, dann das (Selbst-) Vertrauen und am Ende die Geduld verlor, bedeutet der Wechsel in die wärmeren Gefilde die Chance auf einen frischen Start.




Ein Beitrag geteilt von Orlando Magic (@orlandomagic) am

Für Philly ist das ein Trade aus der Abteilung "lieber ein Ende mit Schrecken...". Fultz darf getrost als DIE Draft-Katastrophe moderner NBA-Tage gelten. Das begann bereits damit, dass man (wohl unnötiger Weise) den Kings-Pick 2019 verballerte, um Fultz an eins nehmen zu können (Ainge lacht immer noch) und ging mit der Entwicklung von Fultz (südliche Richtung) und Tatum (nördlich) weiter.

Für einen Komplettbust einen Nummer-1 und einen mutmaßlich Top-10-Pick (Sie sehen die Kings nicht wirklich in den Playoffs, oder?) zu investieren, ist einfach nur "Puh!". Der Thunder-Pick kann das nur ungut kaschieren, weil er ohnehin nur zwischen 21 und 30 überhaupt kommt (ist im Übrigen kurioser Weise der für Grant einst nach Philadelphia geschickte Pick) und selbst das nicht sicher scheint.

Es darf an der Stelle im Übrigen eine Schlussbilanz des "Prozesses" gezogen werden. In den vier Katastrophenjahren zwischen 2013 und 2017 zogen die Sixers NBA-Leuchten in Serie ans Seeufer. Legenden wie Michael Carter-Williams, Nerlens Noel, Jahlil Okafor und eben Fultz fanden ihren Weg ins Sixers-Hemdchen. Dabei schlabberte man Giannis, Porzingis, Winslow oder Tatum. Ohne das Nobrainer-Glück 2014 und 2016 wäre das Tanking ab Jahr Null ein einziger Vollbust gewesen. Als Vorbild taugt das gewiss nicht.

Vorteil: Magic

Hochrüsten zum Neubau
Eine Erwähnung ehrenhalber sollen in diesem Kontext die Cleveland Cavaliers erhalten. (Ja, mir ist bewusst, dass die kein Contender mehr sind.) Jedoch: Koby (don't call me Kobe) Altman hat für George Hill, Rodney Hood, Kyle Korver und die Teilnahme am Nik-Stauskas-Lichtspielhauserleuchter (s. oben) nicht weniger als sechs (!) Zweitrunden- und zwei (lotteriegeschützte) Erstrundenpicks akkumuliert. Guck mal, Washington, so geht das!

The wild, wild West

SAC: Caleb Swanigan
POR: Skal Labissiere

Später 2016er Pick (Nr. 28) gegen später 2017er Pick (Nr. 26). Ich weiß nicht, warum die Blazers für einen stark Richtung Decline tendierenden Spieler wie Labissiere mehr Geld aufwenden als für den jüngeren, gefühlt eben erst gedrafteten Swanigan. Bleibt das Highlight aus der Pressemitteilung der Blazers, die Neuerwerbung werde "pronounced La-bee-SEE-AIR" und "will wear No. 17 for the Trail Blazers." Danke für die Info, nxt!

Vorteil: IDGAF

PHX: Tyler Johnson, Wayne Ellington
MIA: Ryan Anderson

Witzig hieran sind drei Dinge: der einst via Vertrag als untradebar geltende Anderson sieht die dritte Franchise in weniger als einem Jahr. Gut, liegt auch daran, dass hier nachträglich mit Billigung von Ryno am Vertrag herummanipuliert wurde.


Zwei: ich kann mir immer noch nicht merken, welcher von diesen Heat / Johnson Verträgen der schlechteste ist. Der von Tyler läuft kurzfristiger aus als der von James, warum die Suns den per Spieleroption bis 2020 ausdehnbaren Tyler-Kontrakt aufnehmen, bleibt mangels Draftpick als Prämie dennoch enigmatisch.

Drei: Ellington war das Beste am Trade und wurde - na, klar - gleich gefeuert. James "LeBron best buddy" Jones und sein Versuch, Shooting ins lila-gelb zu kriegen, mutmaßten viele. Das ging schief, Ellington will nach Detroit (!). Aua...

Vorteil: Pistons und ihre Playoffhoffnungen

DET: Svi Mykhailiuk, 2021 2nd Rd. Pick (LAL)
LAL: Reggie Bullock

Bullock kann werfen, offensiv einen (kleinen) Unterschied machen und sein zudem kleiner Vertrag läuft aus. Die Lakers wollen jetzt in die Playoffs, so dass der Tausch eines pie in the sky Projekts gegen einen etablierten NBA Pro verständlich und der Trade im Prinzip gewonnen ist.

Dass es angesichts der Davis-Trade-Pläne aber eine gute Idee ist, Draftpicks zu verschleudern, darf man bezweifeln. Ab davon, Sie ahnen es, aus der Pistons Pressemitteilung (keine Pointe): "(svee-AT-uh-slahv muh-KIE-luke)".

Vorteil: Lakers

DAL: Zach Randolph, Justin Jackson
SAC: Harrison Barnes

Und dann gab es als Highlight der Woche noch ihmchen hier. Das begann bei den Umständen des Bekanntwerdens. Barnes erfuhr - reportedly - während des laufenden Spiels vom Trade. Der König der Gewerkschafter, der Mann, der einst in Cleveland und Miami Tradeforderungen aufstellte wie andere Leute Zähne putzen, war gar nicht amüsiert.


Die ewig junge Diskussion über Business und Menschlichkeit, es macht so müde. Das Problem ist, dass James hier einen Strohmann aufbläst, der so gigantisch groß ist wie er selbst. Niemand sieht das Ganze so einseitig, dass Teams moralisch "alles dürfen, was gut für sie ist", die Spieler aber stets den Mund verschlossen halten sollen. Alle tun, was am besten für sie ist.

Was Menschen wie James und seine Peers nicht verstehen, ist, dass die Mavs sich an ihre vertraglichen Pflichten halten bzw. sich in deren Rahmen bewegen, jemand wie James-Buddy Anthony Davis hingegen nicht. Der ließ sich 2015 trotz gesundheitlicher Fragezeichen ab 2016 150 Mio. $ garantieren, um es sich dann mitten in der Vertragslaufzeit anders zu überlegen. Call a Pik a Pik oder was immer der Silbensalat vor den Ausrufezeichen da am Ende des Posts heißen soll.

Dass das Mavs-Vorgehen, dessen Hauptsinn gewesen sein dürfte, die mit der Aufnahme von Lee und Hardaway verspielte Flexibilität zulasten des Nonmax-Max-Spielers Barnes zurückzugewinnen, menschlich nicht übermäßig werthaltig war, mag indessen sein.


Nahezu alternativlos war es dennoch. Randolph (längst kein NBA-Spieler mehr) und Jackson (bestenfalls "talentiert", örks) spielen in den Zukunftsplänen der Mavs keine Rolle. Randolphs Vertrag wäre ausgelaufen, er ist bereits entlassen, Jackson verdient die nächsten anderthalb Jahre insgesamt so viel wie Barnes im Monat.

Letzterer wird von den Kings - reportedly - dennoch als langfristiger Corner Stone betrachtet. Für Sactown ein Trade ohne großes Risiko, da die Abgegebenen keine Rolle mehr spielten, so dass selbst ein Abgang von Barnes im Sommer verschmerzlich wäre. In diesem Sinne:


Einen Trade gegen die Kings verlieren. Kann auch nicht jeder. Es möge Barnes ein Trost sein.

Vorteil: Kings

Ende

War nett mit Dir, Deadline. Bis in einem Jahr!