16 März 2019

16. Mrz, 2019


Der Playoff Push ist in vollem Gange: Nur noch circa einen Monat dauert die Regular Season der NBA. Im Osten wie im Westen ist das Rennen um die letzten Plätze offen. Multiple Gründe sprechen für die verbliebenen Bewerber, daher beleuchtet der #NBACHEFSQUAD die Kandidaten und nennt jeweils acht Argumente für die einzelnen Teams... inklusive garantiert unerschütterlicher Prognose.

von NBACHEFSQUAD  | 16. Mrz, 2019



Charlotte Hornets (31-37)

Daniel Schlechtriem @W14Pick

#1 – Für die Hornets geht es ums nackte Überleben. Die Nets haben ihr Soll bereits erfüllt, für sie sind die nächsten Spielzeiten sowieso wichtiger als die aktuelle. Bei den Heat dreht sich alles um Dwyane Wades Ehrenrunde. Die Magic werden mit dem jetzigen Kader ohnehin nicht in die Zukunft gehen. Die Hornets hingegen müssen jetzt sofort liefern und Argumente sammeln, um Kemba Walkers anstehende Free Agency gar nicht erst in Fahrt kommen zu lassen. Das gibt ihnen die notwendigen letzten Prozente für Platz acht.

#2 – Besagter Kemba ist der beste Spieler aller Teams im Rennen um den achten Platz. Walker will selbst endlich wieder in die Playoffs und wird das Gaspedal weiter durchdrücken.

#3 – Der restlichen Spielplan erscheint auf den ersten Blick heftig, der späte Zeitpunkt relativiert jedoch: Werden die Golden State Warriors oder Toronto Raptors im April noch Vollgas geben – oder nicht doch lieber ihre Stars schonen und die Regular Season mit halber Kraft beenden? Ein Team wie Charlotte, für das es noch um alles geht, kann hier durchaus den einen oder anderen Sieg klauen. #LoadManagement

#4 – Der Kader ist gefestigter und eingespielter als in den letzten Jahren. In Tony Parker haben die Hornets einen 'proven winner' (vier NBA Championships mit den San Antonio Spurs) auf der Bank, der es gewohnt ist, in den entscheidenden Partien voran zu gehen. Gleiches gilt für Coach James Borrego, der – ebenfalls in San Antonio – beim Großmeister seines Fachs gelernt hat.

#5 – Jeremy Lamb ist endlich in der NBA angekommen und spielt die beste Saison seiner Karriere. Lamb scort solide 15,1 PPG und gibt den Hornets die in der jüngeren Vergangenheit so sehnlich vermisste offensive Zusatzoption zu Kemba. Im Alter von 27 Jahren wird er im Sommer ebenso wie Walker den wichtigsten Vertrag seiner Karriere unterschreiben und daher mit Blick auf die bevorstehende Free Agency seinen Marktwert auf der ganz großen Bühne zu untermauern gedenken.

#6 – Die insgesamt 36 Siege der Vorsaison werden die Hornets dieses Jahr übertreffen, das gibt zusätzlichen Auftrieb im Endspurt, zumal in der laufenden Spielzeit nicht wie 2018 43 Siege notwendig werden, um in die Playoffs einzuziehen.


#7 – Der direkte Vergleich wird nicht zu Ungunsten der Hornets ausfallen. Gegen die Pistons hat Charlotte bisher beide Partien gewonnen, gegen Brooklyn steht es 2-2. Gegen die Heat und Magic ist jeweils noch eine Partie offen, in beiden Serien führen die Hornissen mit 2-1 und können sich daher wohl eine identische Bilanz nach dem letzten Spieltag leisten.

#8 – Apropos letzter Spieltag: Dann erwarten die Hornissen zuhause eben jene Orlando Magic, einen direkten Konkurrenten auf Rang acht. Auf heimischem Parkett ist Charlotte erheblich besser als auf fremdem (21-14 zu 10-23 Siege) und wird daher im entscheidenden 'Do or Die'-Spiel Disneyland in den Sommerurlaub schicken.

Projections:
6. Pistons, 7. Nets, 8. Hornets, 9. Heat, 10. Magic



Orlando Magic (32-38)

Stefan Dupick @hoopsgamede

#1 – Die Magic befinden sich in einem Auf und Ab, die letzten Wochen ist die Entwicklung jedoch eher positiv und der Trend zeigt leicht nach oben.

#2 – Nikola Vučević ist nach wie vor in All-NBA-Form und führt die jungen Magic an. Der Center bringt auch im Endspurt sehr gute Leistungen.




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#3 – Neben Vuč wissen auch die Youngster zu gefallen. Aaron Gorden bringt in den letzten Wochen solide Leistungen und auch Jonathan Isaac lässt aufblitzen, warum er ein No. 6 Pick im 2018 Draft war.

#4 – Das Team spielt in der Offensive variabel und dadurch ist es schwer auszurechnen. Seit dem All-Star Break punkten sechs Spieler zweistellig

#5 – Neben der offensiven Variabilität passt auch das Shooting. Orlando rangiert derzeit auf Platz 12 von Downtown und liegt somit im soliden Mittelfeld und deutlich besser als bspw. die Pistons (Platz 21) oder die Hornets (Platz 17).

#6 – Die Defense steht. Derzeit liegt Orlando im defensiven Ranking auf Platz neun und macht den Kontrahenten somit das Leben schwer.

#7 – Die verbleibenden Spiele setzen sich zum Großteil aus Lottery-Teams und direkten Konkurrenten um die Playoffs im Osten zusammen, d. h. die Magic haben es selbst in der Hand.

#8 – Orlando will die Playoffs! Er Prozess des Rebuild läuft länger als erhofft und ist auch noch nicht abgeschlossen, dennoch sind die Magic in dieser Saison weiter als erwartet und werden mit aller Macht nach dem achten Platz greifen.

Projections:
6. Pistons, 7. Nets, 8. Magic, 9. Heat, 10. Hornets



Miami Heat (32-36)

Jan Wiesinger @WiesiG

#1 – Offensive Balance: Ein entscheidender Faktor bei den Heat. Josh Richardson erzielt mit 17,2 Punkten pro Abend die meisten Punkte für die Mannschaft. Derrick Jones Jr. erzielt mit 7,2 Punkten nur zehn Punkte weniger und steht damit auf Platz 11 des internen Scorer-Rankings. Für Miami kann an jedem Abend ein anderer Spieler liefern.

#2 – Defense: Gemessen an verschiedenenen Defensivmetriken rangiert die Heat-Defensive in allen relevanten Statistiken mindestens in den Top-8 der Association. Bei der gegnerischen Feldwurfquote steht Miami sogar auf Platz zwei. Und jedes Kind weiß: Defense wins Playoff seeds!

#3 – Coaching: Erik Spoelstra gehört zu den besten Trainern der Liga, kennt die Mannschaft seit vielen Jahren und wird mit Hilfe des außerordentlich variablen Kaders in der Lage sein, in den entscheidenden Spielen des Playoff-Runs die richtigen Anpassungen an die gegnerischen Lineups zu vollziehen.

#4 – Competition: Die Heat haben einen der schwersten Restspielpläne. Dennoch sind die Jungs vom South Beach in vielen Spielen auf Augenhöhe mit vermeintlich stärkeren Gegnern. Die vorwegeilenden Pistons und Nets haben zudem vergleichbare schwere Gegner ausstehend und dabei eine schlechtere Bilanz gegen Teams mit mehr als 50%-Siegrate.

#5 – Flash: Mit drei Titeln und dreizehn Allstar-Nominierungen wird sich Dwyane Wade nach der Saison als Franchise-Legende von seinem Team verabschieden. Der mittlerweile 37-Jährige spielt aktuell eine hocheffiziente Saison, welche seine Leistungen während seines Chicago-Intermezzos deutlich übersteigt. Zudem ist Wade auf seiner Abschiedsrunde glücklicherweise verletzungsfrei unterwegs und hat dabei auch noch das Glück, solche Würfe zu verwandeln...


#6 – Tiebreaker: Hier sieht es gegen die aktuelle Südost-Divisionskonkurrenz aus Charlotte, Orlando (und Washington) um Platz acht aktuell problematisch aus. Gegen die beiden erstgenannten liegen die Heat mit einem Spiel zurück, nur gegen Washington steht eine knappe 2-1-Führung. Dennoch steht jeweils noch ein Spiel pro Matchup aus: Gewinnen die Heat dieses, sind die Tiebreaker zumindest ausgeglichen, was die komplizierten Tiebreaker-Rules auf den Plan riefe.

#7 – Who else? Die Konkurrenz um Platz acht ist zwar vorhanden, jedoch spielen die Magic, Hornets oder auch die Wizards aktuell keinen Basketball, der irgendjemanden in Miami beunruhigen sollte. Die aktuell vor Miami gelandeten Pistons sind nach zwei Niederlagen aus den letzten drei Spielen, darunter eine deutliche im direkten Duell gegen South Beach, schon wieder am Abkühlen.

#8 – Spaß: Die Jungs haben Spaß. Nach Aussagen von Trainern und Spielern genießt die Mannschaft die Situation im Rennen um die Playoffs. Es geht jedem um den Teamerfolg, der sich durch den Katalysator Spaß am Ende auch in Form eines Playoffplatzes einstellen wird.

Projections:
6. Pistons, 7. Nets, 8. Heat, 9. Magic, 10. Hornets



Brooklyn Nets (36-34)

Lucas Kröger @kicktherim

#1 – Brooklyn zeigt immer Einsatz und Energie. Die jungen Nets wollen unbedingt beweisen, dass sie in die Playoffs gehören. Brooklyn goes hard!

#2 – D'Angelo Russell spielt den mit Abstand besten Basketball seiner Karriere. Er bietet für einen 23-jährigen Point Guard schon ein breit gefächertes Repertoire an: Abschlussstärke am Ring, Kickouts, Würfe aus dem Dribbling und ein gutes Verständnis im Pick-and-Roll. Russell hat sich in allen Bereichen stark verbessert und kann die Nets in die Playoffs führen.

#3 – Spencer Dinwiddie ist zurück! Er verleiht dem Backcourt eine weitere Option und entlastet Russell als Playmaker. Ihn von der Bank bringen zu können ist Luxus.

#4 – Die Nets verfügen über eine Armada an talentierten Rollenspielern: Joe Harris trifft exzellent von draußen und bewegt sich schlau abseits des Balles. Jarrett Allen beschützt den Ring, stellt harte Blöcke und verwertet in Ringnähe. Rondae Hollis-Jefferson ist defensiv flexibel einsetzbar. DeMarre Carroll und Ed Davis kennen ihre Rolle als Veteranen von der Bank.

#5 – Der Spielplan hält durchaus noch Herausforderungen bereit. Acht der letzten zwölf Partien finden auf fremdem Boden statt. Unter anderen stehen noch folgende Gegner auf dem Plan: Portland, Philly, Boston, Milwaukee (2x) und Toronto. Die Spiele gegen Milwaukee und Toronto sind jedoch alle in den letzten eineinhalb Wochen der regulären Saison. Gut möglich, dass Giannis, Kawhi und andere Stars diese Begegnungen nicht oder nur zum Teil bestreiten werden.


#6 – Wenn's knapp wird, bleibt Brooklyn meist cool. Die Nets haben gezeigt, dass sie auch am Ende von knappen Spielen trotz ihres jungen Alters nicht den Kopf verlieren. Die Siege gegen Denver (135-130), Houston (145-142 OT), Boston (109-102), Philly (127-124) und Toronto (106-105 OT) machen sich gut in ihrem Resümee.

#7 – Die Nets haben sich den Einzug in die Playoffs verdient. Das Front Office um GM Sean Marks hat die Franchise seit seiner Ankunft 2016 ohne eigene Lottery Picks (zuletzt 2010: Derrick Favors 3. Pick) mit aussichtsreichen Talenten ausgestattet. Coach Kenny Atkinson schaffte es, auf dem Parkett eine Identität und Kultur zu etablieren. Spieler wie D'Angelo Russell, Caris LeVert, Spencer Dinwiddie oder Jarrett Allen deuten ihr Potenzial nicht mehr nur an, sondern bringen konstant gute Leistungen.

#8 – Playoff-Basketball in New York ist immer 'ne feine Sache!

Projections:
6. Pistons, 7. Nets, 8. Magic, 9. Heat, 10. Hornets



Detroit Pistons (35-33)

Stefan Dupick @hoopsgamede

#1 – Beginnen wir mit dem Offensichtlichsten: Die Pistons sind in guter Verfassung und gemessen an den letzten Wochen eines der erfolgreichsten Teams im Osten.

#2 – Die Pistons spielen noch gegen zwei direkte Konkurrenten, Orlando und Charlotte, und können den Vorsprung auf die Konkurrenz hier deutlich ausbauen.

#3 – Zudem gibt es noch sieben Spiele gegen Teams im Tanking-Mode, also Pflichtsiege gegen die Bulls, Cavs, Suns, Grizzlies, Knicks und Lakers.

#4 – Defense wins Championships... so weit sollten wir nicht gehen, aber Platz elf im defensiven Ranking der ganzen Liga! (nur zugelassene 106,6 Punkte pro 100 gegnerische Ballbesitze) ist durchaus respektabel.

#5 – Blake Griffin spielt eine herausragende Saison und liefert mit 25 Punkten, 5,5 Assists und 7,9 Rebounds Werte, die dazu führen könnten, dass er ein Kandidat für ein All-NBA-Team werden könnte.


#6 – Andre Drummond scheint der Mann für den Saison-Endspurt zu sein. 19 Punkte, 15,7 Rebounds und dazu zwei Steals und zwei Blocks im Schnitt seit dem Allstar Break sind eine Hausnummer. Auch zuvor hat der Center eine gute Saison gespielt, scheint diese aber noch zu steigern.

#7 – Wayne Ellington bringt Shooting nach Motown. Der Shooting Guard war eine perfekte Buyout-Ergänzung und bringt bisher gute 43% aufs Parkett. Zudem wird auch Luke Kennard seit der Ellington-Verpflichtung zum Sniper und schießt in den letzten Wochen knapp 50% von Downtown.

#8 – 'The trend is your friend'... neben der positiven Entwicklung der Pistons schwächelt die Konkurrenz. Lediglich die Magic zeigen in den letzten Wochen eine positive Entwicklung, aber weder die Nets, noch die Heat und Hornets (oder die Wizards) bekleckern sich im Endspurt mit Ruhm.

Projections:
6. Pistons, 7. Nets, 8. Magic, 9. Heat, 10. Hornets