20 April 2019

20. Apr, 2019


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während die jeweils acht besten Teams der beiden Conferences sportlich die Darwin'sche Evolutionstheorie glorifizieren, gilt es für uns, einen Moment inne zu halten und der abgelaufenen regulären Saison Revue passieren zu lassen. In den sechs bekannten Kategorien hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten gewählt.

von JONAS RÖHRIG @jonasRo19 | 20. Apr, 2019


Und der Preis für den besten Trainer geht an...

Coach of the Year:
Mike Budenholzer (Milwaukee Bucks)

Highlights:
- Bestes Defensiv-Rating der Liga
- Zweitbestes Team von jenseits der Dreierlinie, nach Platz 27 im Vorjahr
- 16 Spiele mehr gewonnen als letztes Jahr, einziges Team mit 60 Siegen, beste Bilanz der Liga

Kaum ein Job war im letzten Sommer so sehr begehrt wie der Trainerposten in Milwaukee, ein Umstand, der in vergangenen Jahren nicht häufig der Fall war. Doch die Aussicht, einen jungen Ausnahmespieler wie Giannis Antetokounmpo zu formen und ihm die Freiheiten zu geben, sich zu entwickeln, ist für jeden Coach verlockend. Am Ende bekam der frühere Assistent von Gregg Popovich und Head Coach des Atlanta Hawks den Zuschlag. Nicht ein Jahr später küren die NBACHEFs ihn zum Trainer des Jahres, was für ein Aufstieg.

Umso beeindruckender wird die Leistung von Coach Bud, wenn man sich vor Augen führt, woher die Bucks kommen. Niemand hatte sie vor der Saison auf dem Zettel, den Osten zu gewinnen, geschweige denn die beste Bilanz der Liga zu erspielen. In den Wochen vor der Saison wurde geschwärmt von einer Big Three in Philadelphia, Kawhi & Co. in Toronto oder auch den unglaublich tief besetzten Celtics aus Boston. Dass die Verpflichtung des 49-Jährigen Budenholzers dieses Rennen (unter anderem) entscheiden würde, hätte wohl kaum jemand gedacht.

Als der Mann aus Arizona den Job übernahm, waren die Bucks eine durchschnittliche Mannschaft für die Tony Snell, John Henson und Jabari Parker über 25 Minuten auf dem Parkett standen. Budenholzers Plan schien simpel aber effektiv; Giannis mit so vielen Werfern wie möglich umgeben, und ihn offensiv die Entscheidungen treffen lassen. Doch der Kader der Bucks gab das bei Weitem nicht her, schließlich waren sie nicht ohne Grund unter den schwächsten drei Teams bei den Würfen von außen. Die offensiven Schwierigkeiten fielen allerdings weniger schwer ins Gewicht, schließlich lag man in der Top-10 der Liga beim Offensiv-Rating, die Probleme waren defensiver Natur.


Platz 19 in der Verteidigung und ein negatives Net-Rating kann nicht der Anspruch sein, wenn im Kader ein defensiver Ausnahmespieler, umgeben von überdurchschnittlichen Verteidigern wie Eric Bledsoe oder Khris Middleton steht. Ein Jahr später: Die Bucks führen die Liga beim Defensiv-Rating an, legen das beste Net-Rating auf und haben auch offensiv noch zugelegt (Platz vier ligaweit). Dazu spielen sie die zweitschnellste Pace, führen die Liga bei der Feldwurfquote aus dem Zweierbereich an und sind das beste Rebounding Team der Liga.

Um an diesen Punkt zu gelangen, begann im letzten Sommer eine Generalüberholung des Kaders, die zur Folge hatte, dass von den 24 Spielern, die in der vergangenen Saison für die Bucks aufliefen, nur sechs den Weg in das aktuelle Team fanden. Solch einen Umbruch als Trainer zu verantworten ist eine enorme Herausforderung und macht die Tatsache, dass die Bucks bereits in der ersten Saison unter Budenholzer so abliefern, noch beeindruckender. Hinzu kommt, dass er das Kunststück vollbracht hat, das beste Team der Liga zu stellen während der MVP des Teams weniger als 33 Minuten auf dem Parkett steht und daher mit genügend Reserven in die Playoffs rollt.

Kaum ein NBACHEF-Award wird in diesem Jahr so eindeutig entschieden werden, wie der „COTY“. Wer in seiner ersten Saison eine mittelmäßige Mannschaft zu einem Meisterfavoriten, dem statistisch besten Team der Liga und aus Giannis einen ernsthaften MVP-Kandidaten formt, der hat diesen Award absolut verdient. Für Budenholzer ist es die zweite Auszeichnung nach 2014/15, als er mit den Atlanta Hawks ebenfalls exakt 60 Siege holte. Daher: Herzlichen Glückwunsch, Bud!


Abstimmungsergebnis:
1. Mike Budenholzer (26)
2. Michael Malone (11)
3. Doc Rivers (9)
4. Nick Nurse (2)
-. Steve Clifford (2)
-. Nate McMillan (2)
7. Gregg Popovich (1)
-. Kenny Atkinson (1)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.