18 April 2019

18. Apr, 2019


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während die jeweils acht besten Teams der beiden Conferences sportlich die Darwin'sche Evolutionstheorie glorifizieren, gilt es für uns, einen Moment inne zu halten und der abgelaufenen regulären Saison Revue passieren zu lassen. In den sechs bekannten Kategorien hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten gewählt.

von JAN WIESINGER @WiesiG | 18. Apr, 2019


Und der Preis für den besten Verteidiger geht an...

Defensive Player of the Year:
Giannis Antetokounmpo (Milwaukee Bucks)

Stats ‘18/19: 
27,7 PPG | 12,5 RPG | 5,9 APG | 1,3 SPG | 1,5 BPG | 57,8% FG | 72,9% FT in 72 gm.

Highlights:
- Zentraler Akteur der ligaweit besten Defensive (Defensive Rating 104,9 mit NetRating von 8,9 Punkten)
- Beste Teambilanz mit den Bucks (60-22) sowie bestes individuelles Defensive Rating (100,5, gemeinsam mit Joe Ingles)
- 45 Punkte, 13 Rebounds, sechs Assists & fünf Blocks am 5. April gegen die Philadelphia 76ers; 5 Triple-Doubles; Unglaubliche Versatilität und Produktivität

Wer sich bildlich veranschaulichen möchte wie sich Giannis Antetokounmpo in seiner NBA-Karriere entwickelt hat, sollte ein Foto von dessen Draft-Workout neben ein aktuelles Bild legen. War der damals 18-jährige Grieche noch ein richtiger Schlacks, hat der heute 24-Jährige seinen Körper in fünf NBA-Jahren zu einer absoluten Maschine entwickelt. Der Lohn für seine Mühen beim Eisenbiegen: Der NBACHEF Award für den besten Defensivspieler des Jahres 2019. Im letzten Jahr noch hatte Antetokounmpo in dieser Kategorie keinen einzigen Punkt erhalten – heute sind es 21! Damit verweist er Vorjahressieger Rudy Gobert (Utah Jazz) und Paul George (OKC Thunder) deutlich auf die Plätze hinter sich.

Giannis stellt mit seinen Milwaukee Bucks nicht nur die ligaweit beste Bilanz (60-22), sondern auch die beste Defensive (Defensive Rating 104,9). Auch wenn defensive Teilhabe am Teamerfolg und die individuellen Metriken schwieriger einzuordnen sind als am offensiven Ende, sind die Zahlen von Giannis schlichtweg beeindruckend. In beinahe jeder Kategorie befindet sich der Grieche in den Top-3. Ob Defensive Win Shares, Reboundraten oder Roh-Statistiken wie Blocks oder Steals – Antetokounmpo does it all!


Bereinigt ist diese Platzierung insbesondere beeindruckend, weil Milwaukees Trainer Mike Budenholzer den „Greek Freak“ auf weniger als 33 Minuten pro Spiel limitierte. Kein anderer Superstar dieser Gewichtsklasse musste weniger spielen. Die Zahlen, die der Grieche in dieser Zeit an beiden Enden des Feldes produziert, sind atemberaubend.

Noch beeindruckender als seine Produktivität aber ist seine Vielseitigkeit. Dank eines Körpers mit 2,11 Meter Körpergröße, Händen so groß wie die von Shaq und 2,20 Meter Spannweite sowie enormer Athletik und Explosivität ist Giannis in der Lage, praktisch jeden Spieler der Liga auf jeder Position individual zu verteidigen. Von Antetokounmpo verteidigte Spieler schießen über 6% schlechter aus dem Feld als normalerweise – Bestwert unter Spielern mit mindestens 50 Saisonspielen.

Dabei hält er zusätzlich gegnerische Spieler beim Abschluss in Korbnähe bei bärenstarken 53%. Seine Anwesenheit erschwert Gegnern somit den Abschluss in allen Spielsituationen. Zudem ermöglicht die defensive Flexibilität auch, die gesamte Teamdefensive abzustimmen. Das Schweizer Taschenmesser der Bucks lässt sich schließlich überall einspannen. Auch dadurch kommen die Fabelwerte der Bucks in dieser Saison zustande. Giannis Offensivleistung wurde ausgeblendet: Wird es gar für einen weiteren Award reichen?

Giannis ist vorerst mal ein würdiger Träger für den diesjährigen NBACHEF DPOY-Award und sichert sich diesen mit deutlichem Vorsprung. Nach Gobert (13) und George (12) auf dem Podest folgen mit deutlichem Abstand die Center Myles Turner (4), Joel Embiid (3) sowie Steven Adams und P.J. Tucker mit jeweils einem Ehrenpunkt.


Abstimmungsergebnis:
1. Giannis Antetokounmpo (21)
2. Rudy Gobert (13)
3. Paul George (11)
4. Myles Turner (4)
5. Joel Embiid (3)
6. Steven Adams (1)
-. P.J. Tucker (1)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.