17 April 2019

17. Apr, 2019


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während die jeweils acht besten Teams der beiden Conferences sportlich die Darwin'sche Evolutionstheorie glorifizieren, gilt es für uns, einen Moment inne zu halten und der abgelaufenen regulären Saison Revue passieren zu lassen. In den sechs bekannten Kategorien hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten gewählt.

von DANIEL SCHLECHTRIEM @W14Pick | 17. Apr, 2019


Und der Preis für den meistverbesserten Spieler geht an...

Most Improved Player:
Pascal Siakam (Toronto Raptors)

Stats ‘18/19: 
16,9 PPG | 6,9 RPG | 3,1 APG | 0,9 SPG | 0,7 BPG | 54,9% FG | 78,5% FT in 80 gm.

Highlights:
- Plus 9,6 Punkte, 2,4 Rebounds und 14,9% von der Dreierlinie im Vergleich zum Vorjahr
- Career Highs in Punkten (44), Rebounds (19) und Assists (7) im Kalenderjahr 2019
- Net Rating 10,7: Offensiv (114,0) und defensiv (103,4) deutlich über dem Teamschnitt (112,5 / 106,8)

Die Courts des hohen Nordens eignen sich offenbar exzellent als Talentschmiede. In Fred VanVleet, Norman Powell und O.G. Anunoby finden sich gleich drei Spieler mit Anfang bis Mitte 20 in der Rotation, die spät in der ersten oder zweiten Runde (oder in VanVleets Fall überhaupt nicht) von den Toronto Raptors gedraftet und in den letzten Jahren aufgebaut wurden.

Noch ein bisschen mehr als besagtes Trio sticht jedoch Pascal Siakam heraus – ebenfalls spät gepickt, an 27. Stelle 2016, als eigentlich kolportierter 2nd Rounder, der zum Zeitpunkt des Drafts bereits 22 Jahre alt war und als athletisch, aber noch sehr roh galt, weil er erst relativ spät zum Basketball kam.

Als die Raptors ihn in der ersten Runde auswählten machte sich Skepsis breit, jedoch bewies das Front Office um GM Masai Ujiri wieder mal ein besonderes Näschen: Im Rookie-Jahr gewann Siakam mit dem Farmteam Raptors 905 die G-League Championship und wurde zum Finals MVP ausgezeichnet, im Folgejahr behauptete er sich als Reservespieler in der NBA, stand in 81 Partien der Regular Season durchschnittlich 20,7 Minuten auf dem Feld.

Der endgültige Durchbruch gelang dem gerade 25 Jahre alt gewordenen Kameruner dann diese Saison. Torontos neuer Coach Nick Nurse beförderte Siakam vom ersten Spieltag an in die Startformation, in Serge Ibaka musste ein prominenter Name weichen.


Siakam zahlte dieses Vertrauen zurück: Der athletische Power Forward setzte in der Defensive ein Ausrufezeichen, zu Ende der Regular Season 2018/19 weist er nach dem im Februar zu dem Memphis Grizzlies getradeten Jonas Valanciunas sowie dem dafür geholten Marc Gasol das drittbeste Defensiv-Rating der Raptors auf, die wiederum immerhin die viertbeste Verteidigung der Liga und das zweitbeste Team der Eastern Conference stellen.

Noch bemerkenswerter ist jedoch seine Steigerung in der Offensive. Mit allabendlich knapp 17 Punkten scort Siakam am zweitmeisten im ausgeglichenen Raptors-Team, nicht nur dank seiner Athletik und der inzwischen angereicherten Muskelmasse. Torontos Nummer 43 erzielt den Großteil seiner Punkte weiterhin in Korbnähe, hat sich jedoch entgegen der Skepsis vor dem Draft auch einen passablen Wurf angeeignet und trifft im Schnitt respektable 37% seiner Dreier bei knapp drei Versuchen, sodass er als moderner Power Forward bei Bedarf auch für Spacing sorgt.

Dieser gigantische Sprung macht ihn zu einem der vielversprechendsten Spieler der kommenden Jahre und völlig verdient zum NBACHEF Most Improved Player 2019.

Siakam tritt damit in die prominenten Fußstapfen von Victor Oladipo (2018), Giannis Antetokounmpo (2017), C.J. McCollum (2016), Jimmy Butler (2015) und Goran Dragić (2014). Am Ende entschied nur ein einziger Punkt das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Torontos Forward und D'Angelo Russell von den Brooklyn Nets, die die weitere Konkurrenz deutlich hinter sich ließen.


Abstimmungsergebnis:
1. Pascal Siakam (21)
2. D'Angelo Russell (20)
3. Montrezl Harrell (3)
-. Domantas Sabonis (3)
5. Giannis Antetokounmpo (2)
-. De'Aaron Fox (2)
6. Buddy Hield (1)
-. Paul George (1)
-. Derrick Rose (1)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.