20 April 2019

21. Apr, 2019


Willkommen zur Award-Jahreszeit! Während die jeweils acht besten Teams der beiden Conferences sportlich die Darwin'sche Evolutionstheorie glorifizieren, gilt es für uns, einen Moment inne zu halten und der abgelaufenen regulären Saison Revue passieren zu lassen. In den sechs bekannten Kategorien hat die #NBACHEF Redaktion ihre Favoriten gewählt.

von CHRISTOPH LENZ @NBAKenner | 21. Apr, 2019


Und der Preis für den wertvollster Spieler geht an...

MVP:
Giannis Antetokounmpo (Milwaukee Bucks)

Stats 18/19: 
27,7 PPG | 12,5 RPG | 5,9 APG | 1,3 SPG | 1,5 BPG | 57,8% FG | 72,9% FT in 72 gm.

Highlights:
- Unumstrittener Nachfolger von LeBron James als „Bester Spieler der Eastern Conference“
- 52 Punkte, 16 Rebounds, sieben Assists im Spiel gegen Philadelphia am 17.03. um den Grundstein zum besten Record im Osten und der gesamten Liga zu legen
- Wertvollster Spieler und bester Verteidiger 2018/19

Dass er nach dem Conference-Wechsel von LeBron James der neue „King“ seiner Liga-Hälfte ist, bezweifelt niemand und war auch vor Saisonbeginn kein Hot Take. Dass er aber bereits vor Playoff-Beginn als ernsthafter Kandidat in die Konversation „bester Spieler der Liga“ tritt, übertrifft die Erwartungen, denen er Anfang der Saison gegenüberstand.

Streng genommen wäre er sogar erneut ein potentieller Kandidat für den Most Improved Player Award. Diese Trophäe hat ihm die NBACHEF-Redaktion aus guten Gründen verweigert, dennoch geht Antetokounmpo als gleichzeitiger MVP und Defensive Player of the Year nicht leer aus. Diese Kombination, allein die realistische Chance darauf, ist so selten, dass es gleichzeitig eines seiner besten Argumente für den Sieg im Voting zum wertvollsten Spieler der Liga ist.

„The Alphabet“ dominiert an beiden Körben, offensiv punktet er mit einer Dominanz, die an Shaquille O'Neal erinnert, defensiv stellt er als eine Art Hybrid aus Kawhi Leonard und Rudy Gobert auf allen Ebenen ein Problem für gegnerische Offensiven dar.


Diese Dualität spiegelt sich in seinem individuellen Spiel wider, aber auch seine Milwaukee Bucks dominierten im Saisonverlauf ihre Gegner sowohl offensiv, als auch defensiv und beendeten die NBA-Saison 2018/19 letztendlich hochverdient mit dem besten Record der Liga. Coach Budenholzer formte eine homogene Einheit, aus der der NBACHEF MVP klar herausstach, ohne das Kollektiv aus den Fugen zu bringen. Das „bester Spieler des besten Teams“ Narrativ spricht also ebenfalls für Antetokounmpo.

Dass er das „V“ in MVP ausfüllt, bewies er in Performances gegen direkte Konkurrenten um den Spitzenplatz im Osten – drei seiner besten fünf Scoring-Outputs erzielte er gegen die Philadelphia 76ers (52 & 45) sowie gegen die Toronto Raptors (43). In Spielen, in denen es um die ganz wichtigen Big Points ging, war er zur Stelle und trug sein Team damit maßgeblich in die komfortable Situation, während der gesamten Playoffs inklusive der Finals häufiger Heimrecht zu genießen, als der jeweilige Gegner.

Die aktuellen Playoffs spielen zwar für dieses und das offizielle Voting keine Rolle mehr, sind aber für die Wahrnehmung und weitere Positionierung des Griechen im NBA-Olymp extrem relevant. Kann er sich dort weiter in der Form präsentieren und seine Bucks in die NBA Finals führen scheint ihm der Thron als bester Spieler der Liga sicher und die Nachfolge von LeBron James auf verschiedenen Ebenen wäre bis auf weiteres geklärt.

Ein enttäuschender Verlauf der Postseason wäre kein Beinbruch, aber er müsste sich im kommenden Jahr erneut beweisen, was für die individuelle Award-Jagd sicher ebenfalls ein Anreiz sein kann. Ob als Jäger oder Gejagter, die Wahrscheinlichkeit, dass diese NBACHEF-Ehrung nicht die letzte ihrer Art für Giannis Antetokounmpo gewesen sein wird, ist höher denn je! Συγχαρητήρια και θα σας δούμε το επόμενο έτος!


Abstimmungsergebnis:
1. Giannis Antetokounmpo (23)
2. James Harden (22)
3. Nikola Jokić (4)
4. Stephen Curry (2)
-. Paul George (2)
6. Damian Lillard (1)

* Zum Abstimmungsverfahren: Jeder stimmberechtigte Redakteur wählt seine drei Favoriten und vergibt an diese je nach Präferenz drei, zwei oder einen Punkt.