14 Mai 2019

14. Mai, 2019


Aus 8 mach' 4. Nur noch die besten Teams der Conferences sind übrig, an beiden Küsten bricht der Moment der Wahrheit an. Die letzten vier Verbliebenen im Rennen streiten sich um die NBA Championship 2018 und stehen vier Siege von den Finals entfernt. Die großen Fleischtöpfe werden serviert – und die #NBACHEF-Küche bereitet die Conference Finals wie immer fachgerecht zu.

von STEFAN DUPICK @hoopsgamede | 14. Mai, 2019


Entrée

Jetzt wird es ernst, denn die Conference Finals stehen vor der Tür. Der aktuelle Meister und No. 1 Seed, die Golden State Warriors, treffen auf den No. 3 Seed aus Oregon, die Portland Trail Blazers. Während sich die Warriors relativ souverän gegen die Houston Rockets durchsetzten (4-2), mussten die Blazers in ein siebtes Spiel und entschieden dieses auswärts gegen die Denver Nuggets für sich. Diese Leistung kann nicht genug gewürdigt werden, immerhin waren die Nuggets das beste Heim-Team der regulären Saison.

Die Warriors mussten in Spiel fünf der Serie gegen die Rockets den verletzungsbedingten Ausfall von Kevin Durant beklagen und setzten sich dennoch, bzw. dank der Splash Brothers in Houston durch. Der Zeitpunkt der Rückkehr von KD ist noch ungewiss, Durant dürfte jedoch während der Conference Finals wieder auf dem Feld stehen.

Die Trail Blazers können sich derweil bei ihrem Backcourt und vornehmlich bei C.J. McCollum bedanken. Der Shooting Guard zerlegte die Nuggets mit 37 Punkten in Spiel sieben quasi alleine.


Beide Teams gehen leider geschwächt in die Conference Finals, während die Warriors auf DeMarcus Cousins und (vorerst) auf Durant verzichten müssen, kämpfen die Blazers nach wie vor mit dem Ausfall des bosnischen Riesen, Jusuf Nurkić. Im entscheidenden Spiel sieben in Denver musste zudem Rodney Hood (14,7 Punkte in der Serie gegen die Nuggets) wegen einer Knieverletzung vom Feld. Sein Status ist ebenfalls unbekannt.

Da das Matchup Golden State vs. Houston in vielen Medien bereits das vorgezogene Conference Finale war, dürften die Warriors zumindest laut dieser Rechnung keine Probleme mit dem Team aus Portland haben. Frei nach dem Motto: „Totgesagte leben länger“ werden die Blazers alles daransetzen, den Champion zu fordern und trotz des fehlenden Heimvorteils die Serie eng zu halten.


Warum Golden State gewinnt

Die Warriors waren zu jedem Zeitpunkt der Saison der Favorit auf den Titel. Dabei beherzigten sie sehr erfolgreich die Volksweisheit, dass ein gutes Pferd nur so hochspringt, wie es muss. Es gab immer wieder Phasen während der Saison, in denen die Warriors es haben schleifen lassen, aber wenn sie liefern mussten, dann lieferten sie auch.

Steph Curry hat im letzten Spiel gezeigt, dass er immer noch ein Killer sein kann, wenn es drauf ankommt. Diese Leistung aus Spiel sechs gegen die Rockets zeigt, dass die Warriors auch ohne Durant der Favorit bis in die Finals sind.






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Die Splash Brothers werden Verantwortung übernehmen und Dreier über Portland regnen lassen, zeitgleich hält Draymond Green hinten den Laden dicht. Sobald Kevin Durant wieder zum Team stößt, sollte die individuelle Klasse des Titelverteidigers alleine reichen, um in die Finals einzuziehen.

Sollten die Blazers die Serie dennoch spannend gestalten können, dann wird es am Ende der Heimvorteil richten, denn spätestens in Spiel sieben im Oracle werden die Warriors die Serie entscheiden.


X-Faktor Warriors

Kevin Durant ist in dieser Saison der vielleicht beste Scorer der Playoffs und ganz sicher der beste Spieler der Warriors. Erstaunlich genug, dass Golden State auch ohne KD der Favorit der Serie ist, dennoch ist Durant der X-Faktor. Mit KD sind die Warriors unberechenbar und abgesehen davon gibt es im Kader der Blazers niemanden der den Forward verteidigen kann.


Eine Rückkehr von Durant ist also ein wesentlicher Faktor um die Serie mit möglichst wenig Aufwand zu entscheiden. Je eher KD wieder auf dem Parkett steht, desto besser für den Meister.


Marquee Matchup

Der Backcourt um Lillard und McCollum erhebt derzeit berechtigte Ansprüche auf den Titel des besten Guard-Duos der Liga. Beide haben in den Playoffs bereits gezeigt, dass sie heiß laufen und Spiele entscheiden können.

Es ist also die große Aufgabe für die Warriors, den beiden Guards den Wind aus den Segeln zu nehmen. Klay Thompson wird vermutlich einen dieses Duos an die Kette legen und Iguodala oder Draymond Green kümmern sich um den zweiten. In der Team-Defense wird Coach Kerr einige Konzepte haben um Lillard und McCollum davon abzuhalten, das Spiel an sich zu reißen.


Warum Portland gewinnt

Die Blazers haben die Serie gegen Denver für sich entschieden. Der Sieg im entscheidenden siebten Spiel auswärts pusht das Selbstvertrauen weiter. Portland hat jetzt bereits mehr erreicht, als der gemeine Fan dem Team zugetraut hat. Speziell nach dem Sweep durch die New Orleans Pelicans in der Vorsaison wurden die Blazers belächelt.

Jetzt, ein Jahr später, steht mehr oder weniger das gleiche Team in den Conference Finals, daher haben die Blazers nichts mehr zu verlieren und können nur noch gewinnen. Genau diese Einstellung wird Coach Stotts dem Team einimpfen.


Speziell die Abwesenheit von Durant sollte Portland nutzen, um ein Spiel aus Kalifornien zu entführen und den Heimvorteil zu klauen. Die Trail Blazers sollten von der ersten Sekunde an voll da sein und sich nicht von der Kulisse in der Oracle Arena einschüchtern lassen. Portland hat auf dem Papier keine Chance und genau diese werden sie nutzen.


X-Faktor Trail Blazers

Entlastung von der Bank ist für die Blazers extrem wichtig. Die Bank der Warriors glänzte bisher nicht sonderlich und ist als Schwachpunkt zu bezeichnen, daher könnte Portland hier eine Chance haben.

Wenn Zach Collins, Seth Curry, Evan Turner und (hoffentlich) Rodney Hood solides Scoring von der Bank bringen, dann könnte das für Portland zu dringend benötigter Entlastung führen.


Abgesehen davon muss der Ball fallen. Die Blazers brauchen solides Scoring und zwar speziell von Draußen. Der Dreier muss fallen und zwar deutlich besser als zuletzt (Spiel sieben gegen die Nuggets lag die Dreierquote bei 15,4%!!!). Portland muss über die Offensive kommen, Angriff ist die beste Verteidigung.


Marquee Matchup

Die Splash Brothers sind wieder da. Genau zur richtigen Zeit kommen Klay Thompson und Steph Curry wieder ins Laufen. Bei Curry fällt der Dreier noch nicht wie gewohnt, aber der Trend zeigt in die richtige Richtung. Thompson hingegen trifft den Dreier bereits wieder auf Elite Level.

Generell ist das Backcourt-Duo natürlich sehr schwer zu verteidigen, noch komplexer wird es jedoch dadurch, dass weder Lillard noch McCollum zur absoluten Elite in der Defensive gehören. Die Blazers müssen die beiden Scorer also über die Team-Defense, mit Unterstützung von Moe Harkless und Al-Farouq Aminu in den Griff bekommen.


Die Rechnung, bitte!