17 Mai 2019

17. Mai, 2019


Während die Top-Klubs den NBA-Titel unter sich ausmachen, haben die anderen Franchises die Saison 2018/19 längst abgehakt und blicken optimistisch/pessimistisch in die Zukunft. Im gewohnten 30er Split analysiert die #NBACHEF-Redaktion alle Teams, ihre Situation und den bevorstehenden Sommer. Heute: Die Atlanta Hawks.

von STEFAN DUPICK @hoopsgamede | 17. Mai, 2019


Saison 2018/19

Die Saison der Hawks war eine große Überraschung und verspricht vor allem Hoffnung für die Zukunft. Natürlich hatten die Falken nichts mit dem Rennen um die Playoffs zu tun, damit war jedoch auch nicht zu rechnen.

Die Prognosen vor der Saison waren eher, dass sich Atlanta ganz am Ende der Tabelle wiederfindet (Chef-Orakel: 16-66 Siege) und mit den New York Knicks, Cleveland Cavaliers und Phoenix Suns um die rote Laterne buhlt. Die jungen Hawks belehrten alle Skeptiker eines Besseren, am Ende standen beachtliche 29 Siege zu Buche, unter anderem gegen die hochdekorierten Milwaukee Bucks, Denver Nuggets und Philadelphia 76ers.

Dabei starteten die Hawks denkbar schlecht in die Spielzeit, denn sie mussten stets den Trade von Rookie-Sensation Luka Dončić für Trae Young zu den Dallas Mavericks rechtfertigen. Während Dončić bei den Mavs vom ersten Tag an stark aufspielte, ließen die Leistungen von Trae Young in Atlanta zunächst zu wünschen übrig.

Glücklicherweise kam Young im Laufe der Saison immer besser in Schwung (durchschnittlich 24,7 Punkte nach dem All-Star Break) und entwickelte sich zum zweitbesten Rookie hinter Dončić. Neben Young nahmen auch Rookie-Kollege Kevin Huerter sowie Sophomore John Collins eine sehr positive Entwicklung, sodass die Hawks das Jahr 2018/19 ganz nach Plan genutzt haben, um ihr Grundgerüst der näheren Zukunft zu entwickeln.



Offseason Agenda

Das Management um GM Travis Schlenk hat zuletzt einen herausragenden Job gemacht und wird in der Offseason daran gemessen werden. Ziel des Sommers wird es sein, den vorhandenen Cap Space von über 40 Mio. $ sinnvoll zu nutzen und das junge Team mit dem einen oder anderen Veteranen zu ergänzen.

Die Hawks werden ihr Augenmerk auf Free Agents der zweiten Garde richten und versuchen, sich um Spieler wie Jimmy Butler, Tobias Harris oder Khris Middleton zu bemühen. Da Atlanta jedoch nicht unbedingt als Free Agent-Destination gilt und es somit schwierig wird, Stars nach Georgia zu locken, wird Schlenk immer ein offenes Ohr für Trade-Angebote haben.

Die Hawks verfügen neben dem jungen Kader über einige interessante Draft-Picks, sodass viele Anrufe unterschiedlicher Teams in Atlanta eingehen sollten. Als Teil dieser Verhandlungen wird Schlenk die 2020 auslaufenden Verträge von Kent Bazemore (19,3 Mio. $ im nächsten Jahr) und Miles Plumlee (12,5 Mio. $) ins Spiel bringen, die er schon länger abzustoßen versucht.

Das Management der Hawks hat eine wirklich angenehme Ausgangssituation, denn auch für den Draft ist das Team gut aufgestellt.


Draft

Dank des Dončić-Trades beim Draft 2018 verfügen die Hawks in diesem Jahr über gleich zwei Lottery Picks. Leider haben es die Basketball-Götter nicht so gut mit Atlanta gemeint, ein Sprung an die oberen Plätze blieb aus, stattdessen schoben sich in den New Orleans Pelicans, Memphis Grizzlies und Los Angeles Lakers gleich drei Teams mit einer besseren Bilanz an Atalnta im Draft-Ranking vorbei.

So picken die Hawks erst an achter und zehnter Stelle, es hätten auch zwei Picks in den Top-6 werden können. Atlantas Talentscouts haben zuletzt jedoch bewiesen, dass sie keine Top-Picks brauchen, um qualitative Spieler zu finden. John Collins und Kevin Huerter wurden in den letzten beiden Jahren jeweils an 19. Stelle ausgewählt.


Es ist gut denkbar, dass Atlanta einen der Lottery Picks nutzt, um Collins einen defensivorientierten Big Man an die Seite zu stellen. Der andere Pick dürfte in klassischer Hawks-Manier für den „best player available“ genutzt werden, im Idealfall ein Flügelspieler.

In der zweiten Runde dürfen die Hawks gleich drei Mal auswählen, an 35., 41. und 44. Stelle. Auf Travis Schlenk und seinen Stab wartet also eine geschäftige Draft-Nacht.


Zukunft

Die Hawks sind für die Zukunft sehr gut gerüstet, jedoch sollten die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt werden. Eine kontinuierliche Entwicklung in Richtung Playoffs ist wichtiger als mit überstürzten und unüberlegten Additionen wie einst Dwight Howard den langfristigen Erfolg zu gefährden.


Wenn die Franchise den vorhandenen Kern um Young, Collins, Huerter und Taurean Prince mit weiteren Rookies sinnvoll ergänzt, dazu Spieler wie Deandre' Bembry oder Omari Spellman weiterentwickelt und es vielleicht sogar noch schafft, den einen oder anderen Star nach Atlanta zu lotsen, dann sollte es bald wieder erfolgreichen Playoff-Basketball in Georgia geben.