21 Mai 2019

20. Mai, 2019


Während die Top-Klubs den NBA-Titel unter sich ausmachen, haben die anderen Franchises die Saison 2018/19 längst abgehakt und blicken optimistisch/pessimistisch in die Zukunft. Im gewohnten 30er Split analysiert die #NBACHEF-Redaktion alle Teams, ihre Situation und den bevorstehenden Sommer. Heute: Die Dallas Mavericks.

von TORBEN SIEMER @lifeoftorben | 20. Mai, 2019


Saison 2018/19

#ThankYouDirk. 21 Saisons für die Dallas Mavericks – Dirk Nowitzki ist der erste Profi in der NBA-Historie, der 21 Spielzeiten für nur eine einzige Franchise absolviert hat. Er wollte keine Abschiedstournee durch die Liga und hat sie trotzdem bekommen. Die wohl eindrücklichste Szene spielt sich in Los Angeles ab, als Clippers-Coach Doc Rivers kurz vor Schluss das Mikrofon des Hallensprechers schnappt und die Zuschauer sich von ihren Sitzen erheben, um Dirk zu feiern.


Während sich der 40-Jährige aus der NBA verabschiedet, zockt ein 19 Jahre alter Rookie neben ihm groß auf. Luka Dončić zeigt, dass die Mavericks mit ihm die richtige Wahl getroffen haben. Er übernimmt früh Verantwortung und erarbeitet sich das Vertrauen von Coach Rick Carlisle. In Dončić hat Dallas einen potenziellen Superstar in seinen Reihen.

Früh in der Saison ist klar, dass es wieder nicht für die Playoffs reichen wird, die Bilanz von 33 Siegen und 49 Niederlagen verkommt fast zur Nebensache. Stattdessen legt das Front Office mit Blick auf die Zukunft nach: Kristaps Porzingis kommt per Trade zu den Mavericks. Das zweite Puzzlestück für den Contender, der Dallas bald wieder sein möchte.


Offseason Agenda

Die erste Frage ist: Wie fit kehrt Porzingis zurück? Nach seinem Kreuzbandriss im Februar 2018 hat der Lette bislang noch keine Sekunde gespielt, soll aber im Training angedeutet haben, dass er zu alter Form zurückkehrt. Bevor er aber für die Mavericks auflaufen kann, muss er einen neuen Vertrag unterschreiben. Da Porzingis als Restricted Free Agent in den Sommer geht, kann Dallas mit jedem Angebot eines anderen Teams gleichziehen – oder ihn für rund 158 Mio. $ gleich fünf Jahre an sich binden. Das ist die wichtigste Personalie.





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Bleibt Porzingis wie erwartet, muss Dallas den Kader um ihn und Dončić herum bauen. Den Mavs wird Interesse an Khris Middleton (Milwaukee Bucks) und Kemba Walker (Charlotte Hornets) nachgesagt – zumindest scheint die Jagd nach großen Free Agents infolge der zahlreichen erfolglosen Anläufen endlich vorbei, stattdessen nimmt das Front Office die zweite Reihe in den Blick. Vielleicht klappt es so ja tatsächlich mal, einen All-Star zu verpflichten.

Die Gehaltsliste ist derzeit übersichtlich: Das Arbeitspapier von Courtney Lee (12,8 Millionen) läuft 2020 aus und könnte somit zum Trade-Baustein werden. Dazu kommen Tim Hardaway Jr. (18,2 Mio Dollar) und die Rookie-Deals von Justin Jackson, Jalen Brunson, Ryan Broekhoff sowie Luka Dončić. J.J. Barea wird trotz laufender Reha nach seinem Achillessehnenriss einen neuen Vertrag angeboten bekommen, Dwight Powell wird seine Spieleroption über 10,3 Mio. $ nicht ziehen.

Offen sind die Verlängerungen von Dorian Finney-Smith und Maxi Kleber. Beide Restricted Free Agents haben sich als Rotationsspieler etabliert und dürften das Interesse einiger Teams auf sich ziehen. Kleber hat bereits deutlich gemacht, dass er gerne in Dallas bleiben würde.


Draft

Der Record von 33-49 Siegen ist zwar nebensächlich, aber eben nur fast. In der Draft Lottery geht der erste Pick zu den New Orleans Pelicans, der zweite zu den Memphis Grizzlies. Deren Bilanz? 33-49 und 33-49. Dallas bekommt demgegenüber nur den zehnten Pick, der aber als Teil des Dončić-Trades zu den Atlanta Hawks geht. Damit sind alle Verpflichtungen aus diesem Deal erfüllt: Dallas bekommt Dončić, Atlanta dafür Trae Young und den zehnten Pick 2019. Für die Mavericks bleibt damit in diesem Jahr nur ein immerhin solider Zweitrunden-Pick an Position 37.


Zukunft

Nun ist es also wirklich passiert. Dirk Nowitzki hat sein letztes Spiel absolviert und genießt den mehr als verdienten Ruhestand.


Dass er trotz aller großer und kleiner Wehwehchen zumindest überlegt hat, noch ein 22. Jahr dranzuhängen, hat zwei Gründe: Luka Dončić und Kristaps Porzingis. Sie sollen die nächste Ära der Mavericks-Geschichte prägen. Endlich ist klar, worauf Dallas in den kommenden Jahren bauen möchte. Jetzt muss das Front Office zeigen, was es daraus machen kann. Als Free Agent-Destination dürfte das American Airlines Center in der nahen Zukunft so attraktiv wie lange nicht sein.