13 Oktober 2019

13. Okt, 2019


Kevin Durant und Kyrie Irving in Brooklyn, Russell Westbrook in Houston, Jimmy Butler in Miami und in Los Angeles und New York regiert das 'kleine' Team... Willkommen zur NBA-Saison 2019/20! Als ersten Gang der 73. Spielzeit der Association serviert die Chefküche auch dieses Jahr Vorausschauen auf alle 30 NBA Teams, streng umgekehrt chronologisch nach Qualität und wie immer garniert mit unerschütterlichen Prognosen. Heute: Die Detroit Pistons...

von YANNICK ZINSSER @ClutchYZ13 | 13. Okt, 2019

Flashback
41-41, Playoffs Runde eins (0-4 vs. Milwaukee Bucks)

Plus
Derrick Rose
Markieff Morris
Tony Snell
Tim Frazier
Christian Wood
Joe Johnson

Minus
Ish Smith
Wayne Ellington
José Calderon
Zaza Pachulia

Was ist Neu?
Es hat sich nicht viel verändert in dieser Offseason bei den Pistons. Die Ära Dwane Casey geht in ihr zweites Jahr ohne Wayne Ellington, Ish Smith, José Calderon und Zaza Pachulia. Alles Spieler, durch die keine wirkliche Qualität verloren geht.

Hinzu kamen mit Derrick Rose, Tony Snell und Markieff Morris drei Spieler, die vor allem Tiefe ins Team bringen sollen. Tiefe, die im letzten Jahr fehlte. Allerdings sind die chronisch verletzungsanfälligen Pistons durch diese Neuzugänge nicht weniger gefährdet geworden.

Griffin/Drummond/Jackson werden weiterhin die Big 3 der Pistons bilden (soweit man das so nennen darf). Mit Luke Kennard und Bruce Brown stehen zudem zwei junge Talente im Kader, von denen die Pistons den nächsten Schritt in der kommenden Saison erwarten.

Beste Addition
Derrick Rose ... Gerade von der Qualität her dürfte der MVP von 2011 zweifelsfrei die beste Verpflichtung der Pistons sein. In der letzten Saison erlebt Rose seinen zweiten Frühling. Er steigerte seinen Punktedurchschnitt zur Vorsaison um mehr als zehn auf 18 pro Spiel und hatte die beste Wurfquote seiner Karriere sowohl von innen als auch von außen.

Rose besitzt trotz seiner Verletzungen immer noch unglaubliche Fähigkeiten in punkto Scoring und zeigte im vergangen Jahr bei den Minnesota Timberwolves von neuem seine Fähigkeiten als Playmaker. Für diese Skills in der Offensive haben die im Angriff unterdurchschnittlichen Pistons (18/19 21. im Offensiv-Rating) 15 Mio. $ für zwei Jahre investiert.


In der Verteidigung hat Rose natürlich weiterhin große Schwächen. Daher wird er wohl nicht starten, sondern Ish Smith als Backup Point Guard ersetzen. Man kann aber mit Sicherheit sagen, dass er einer der besseren Backups der Liga sein wird.

The Planet
Blake Griffin ... So langsam dürfte er sich mit Andre Drummond eingespielt haben. Schon im letzten Jahr steigerte sich Griffin und scorte starke 24,5 PPG (Karriere-Höchstwert). Somit führte er die Pistons endlich in die Playoffs, weiter jedoch nicht.

Auch kommende Saison stehen die Chancen nicht gerade gut, dass etwas Zählbares rauskommt, was auch Griffins persönliche Karriere weiter unvollendet dastehen lässt. Der erste Pick des Drafts 2009 ist ohne Frage ein starker Spieler, der unglaubliches Potenzial mitbringt. Aber wann macht er den nächsten Schritt und wird zu einem Top-10 Spieler? Wann wird er zum MVP-Kandidaten? Erst wenn eines dieser Dinge eintrifft, können die Pistons auch nach weiter oben schauen was die Chancen auf den Titel angeht. Und nicht zu vergessen: LASS IHN GESUND BLEIBEN!

Rising Star
Luke Kennard ... Anfangs sah es so aus, als stünde Kennard symbolisch dafür, was bei den Pistons alles schief geht. Nun geht der 23-Jährige als großer Hoffnungsträger in die neue Saison. Der 12. Pick des Drafts 2017 deutete letztes Jahr erstmals, an was wirklich in ihm steckt. Er spielte sich in die feste Rotation von Trainer Dwane Casey.

Kennard, dessem große Stärke der Wurf ist, schoss letzte Saison starke 39.4% von draußen und kam insgesamt auf 9,7 Punkte pro Spiel (in den vier Playoff Spielen scorte er im Schnitt 15 Punkte). Die Pistons dürfen keine All-Star Zahlen erwarten, aber Kennard wird wohl an die 30 Minuten pro Abend bekommen, in diesen muss er abliefern, um Detroits Offensive zu beleben. Die Verpflichtung von Rose wird Kennard hierbei mehr Platz an der Dreierlinie verschaffen und somit in die Karten spielen.


Don’t Sleep! 
Reggie Jackson ... Im Februar 2015 kam der Guard in einem Three-Team Trade zu den Pistons und legte gleich hoffnungsvoll los, indem er 18,8 Punkte im Schnitt scorte. Somit stiegen natürlich auch die Erwartungen für die kommenden Saisons. Wirklich verbessern konnte sich Jackson seitdem nicht mehr, auch aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit.

Positiv zu vermerken: Jackson ist fitter denn je und spielte letzte Saison alle 82 Spiele plus die vier Playoff-Partien. Außerdem warf er einen Karrierehöchstwert von 37% von außen und traf im Schnitt zwei Dreier pro Partie. Nach seiner ersten Offseason, in der er voll fit ist, können die Pistons viel erwarten, da er auch weiter an seinem Dreier gearbeitet hat. Um die 20 Punkte im Schnitt dürften realistisch sein in der bevorstehenden Saison.

Beste Fünf
Jackson – Kennard – Snell – Griffin – Drummond


Good News
+ In der Tiefe verstärkt
+ Eingespielte Big 3
+ Guter Coach, welcher dafür bekannt ist, junge Spieler zu fördern
+ Wenn alle abliefern und gesund bleiben, stehen die Chancen auf die Playoffs gut

Bad News
- Kein großer Schritt nach vorne zur letzten Saison
- Kein Hype in der Stadt trotz neuer Spielstätte
- Weiter sehr verletzungsanfällig
- Hoffen auf Tony Snell

Was fehlt?
Wie im Vorjahr sind die Pistons bei den Bigs überdurchschnittlich gut besetzt und haben mit Morris und Maker zwei ordentliche Backups. Auf der Eins haben sie sich sogar verbessert mit Ex-MVP Rose als Backup statt Ish Smith.

Doch auf der Zwei und Drei sieht es wie im Vorjahr nicht besonders prickelnd aus. Zwar hat man sich mit Snell und Iso-Joe Johnson verstärkt, aber sich darauf verlassen, dass diese konstant abliefern, darf keiner. Gleiches gilt für die Shooting Guard Position, welche mit Kennard und Brown mit zwei nicht überbegabten 23-Jährigen besetzt ist.


Check 1,2
Die Pistons werden in Vegas nicht mal als Playoff Team gehandelt, was falsch ist. Nachdem Detroit vergangenes Jahr die Playoffs erreicht hat, wurde die Mannschaft nochmals in der Tiefe verstärkt und steht somit keinesfalls schlechter da.

Hinzu kommt, dass von Griffin und Jackson eine nochmals bessere Saison erwartet werden darf. Der X-Faktor wird aber Luke Kennard sein. Wenn er trifft und seine Defensive verbessert, haben die Pistons ein kleines Juwel in ihren Reihen. Die Richtung ist klar: Rang sechs bis acht in der Eastern Conference soll es werden.

Die Rechnung, bitte