17 Oktober 2019

17. Okt, 2019


Kevin Durant und Kyrie Irving in Brooklyn, Russell Westbrook in Houston, Jimmy Butler in Miami und in Los Angeles und New York regiert das 'kleine' Team... Willkommen zur NBA-Saison 2019/20! Als ersten Gang der 73. Spielzeit der Association serviert die Chefküche auch dieses Jahr Vorausschauen auf alle 30 NBA Teams, streng umgekehrt chronologisch nach Qualität und wie immer garniert mit unerschütterlichen Prognosen. Heute: Die Indiana Pacers...

von DANIEL SCHLECHTRIEM @W14Pick | 17. Okt, 2019

Flashback
48-34, Playoffs Runde eins (0-4 vs. Boston Celtics)

Plus
Malcolm Brogdon
T.J. Warren
Jeremy Lamb
Justin Holiday
T.J. McConnell
Goga Bitadze
JaKarr Sampson

Minus
Bojan Bogdanović
Thaddeus Young
Cory Joseph
Darren Collison
Wesley Matthews
Tyreke Evans
Kyle O'Quinn

Was ist Neu?
So einiges. Auf Coach Nate McMillan wartet die undankbare Aufgabe, eine komplett neu zusammengestellte Truppe zu formieren. In Bojan Bogdanović, Thad Young, Wes Matthews und Darren Collison verließen vier von fünf Starter der letzten Partie 2018/19 die Pacers, zusammen mit Tyreke Evans und Cory Joseph sogar sechs Rotationsspieler.

Vor allem im Backcourt ist abgesehen vom verletzungsgeplagten Franchise Player Victor Oladipo nicht viel übrig geblieben. Diese Abgänge werden deutlich schwerer aufzufangen als der von Young – auf den großen Positionen stehen die jüngeren und verheißungsvolleren Nachfolger in Myles Turner und Domantas Sabonis schon Gewehr bei Fuß.

Am schwersten trifft die Pacers jedoch Bogdanovićs Abgang, mit 18,0 Punkten war er Indianas zweitbester Scorer und traf zuverlässig von der Dreierlinie (42,5%). Die Nachfolger sind bisher hinter den Erwartungen geblieben (Warren) oder haben sie erst im Contract Year erfüllt (Lamb).

Mit Justin (30) spielt nun neben Aaron (23) der zweite der Familie Holiday in Indiana, doch wie schon im Vergleich zum mittleren Bruder Jrue von den New Orleans Pelicans nur die zweite Geige.

Im Draft entschieden sich die Pacers an 18. Stelle für den georgischen Big Man Goga Bitadze, der zwar hinter Sabonis und Turner um Minuten kämpfen muss, allerdings schon Profi-Erfahrung aus der EuroLeague mitbringt und als moderner Shooting Big exzellent ins Konzept passt.

Beste Addition
Malcolm Brogdon ... Vier Jahre und 85 Mio. $ sind eine Ansage für einen Point Guard ohne klassische Spielmacherfähigkeiten (3,2 Assists pro Spiel im Vorjahr). Brogdon kann von allem ein bisschen aber nichts richtig gut, die exzellenten Quoten von der Dreierlinie (42,6%) und der Freiwurflinie (92,8%) werden von den wenigen Versuchen relativiert. Auch der Gewinn des Rookie of the Year Award 2017 war eher der mangelnden Konkurrenz geschuldet.


Die Frage, ob und wie schnell der 26-Jährige mit Oladipo harmoniert, beantwortet die Rechtfertigung seines üppigen Vertrags.

The Planet
Victor Oladipo ... 25-11 Siege und Platz drei in der Eastern Conference mit Oladipo, 23-23 Siege und unterm Strich Platz fünf ohne ihn sprechen eine deutliche Sprache. Der zweite Pick des Drafts 2013 spielt seit seinem Wechsel zu den Pacers vor zwei Jahren wie ausgewechselt und wurde folgerichtig beide Mal ins All-Star Team gewählt.

Nach seiner schwerwiegenden Verletzung bleiben zwar Zweifel, ob der 27-Jährige sofort an das alte Level heranreicht, an seinem Status als wichtigster Spieler der Pacers ändert das aber nichts.


Rising Star
Domantas Sabonis ... Der 2nd Generation NBA-Profi aus Litauen hat ebenso wie Oladipo enorm von seinem Wechsel in den Hoosier-State profitiert. Sabonis legte mit durchschnittlich 14,1 Punkten und 9,3 Rebounds Karrierebestwerte auf und hinterließ somit seine Visitenkarte als einer der zukünftigen besten Bigs der Liga.

Mit seiner Leichtfüßigkeit und Wurfstärke ergänzt sich der Sohn von Hall of Famer Arvydas Sabonis stark mit der athletischen und körperlichen Spielweise Turners. Zusammen bilden sie ein modernes Big Man Duo mit Potential, über Jahre hinweg die Zone zu dominieren.

Don’t Sleep! 
Jeremy Lamb ... Der von den Charlotte Hornets akquirierte Flügelspieler galt lange als ewiges Talent, schaffte erst im vergangenen Jahr endlich den Durchbruch. Die ausrechenbare Offensive der Pacers (2018/19 18. im Offensiv-Rating) braucht Lambs Input, um Punkte aufs Tableau zu bekommen. Vor allem im Pick & Roll mit den dafür geeigneten Bigs Turner, Sabonis und Bitadze ergeben sich Möglichkeiten, den 27-Jährigen als Vollstrecker oder Vorlagengeber in Position zu bringen.

Beste Fünf
Brogdon – Oladipo – Warren (Lamb) – Sabonis – Turner


Good News
+ Abgesehen von Bogdanović sind alle Abgänge verkraftbar
+ Das je erst 23 Jahre alte Big Men Duo Turner/Sabonis ist ein Versprechen an die Zukunft
+ „Nur“ 114 Mio. $ an garantierten Gehältern und doch einer der Anwärter auf Homecourt im Osten
+ Die Eastern Conference ist in der Tiefe (noch) nicht besser geworden

Bad News
- Oladipo ist noch nicht zurück auf dem Court
- Qualitative Lücken auf der Bank
- Fragezeichen hinter den Neuzugängen: Zuletzt war Indiana kein gutes Pflaster für Problemkinder, siehe Monta Ellis und Tyreke Evans
- Die seit Jahren anhaltende Auswärtsschwäche (2018/19: 19-22 Siege) wird auch diese Saison nicht einfach verschwinden

Was fehlt?
Die Offensive und die Tiefe, vor allem auf dem Flügel, wurden hier bereits als Defizite aufgeführt. Symptomatisch dafür Spiel eins der Playoff-Serie gegen die Boston Celtics, als den Pacers nur traurige 74 Punkte in 48 Mintuen Spielzeit gelangen.

Die vielen neuen Gesichter, allen voran Lamb und Warren, sind talentiert, werden alleine jedoch nicht genügen, um diese Schwächen auszumerzen. Zudem darf zumindest bezweifelt werden, ob die Defensive nach den vielen personellen Veränderungen das starke Defensiv-Rating des Vorjahres (106,0 – dritter Platz) sofort zu bestätigen vermag.


Check 1,2
Vieles, wenn nicht alles hängt an Oladipo. Je länger der Most Improved Player der Saison 2017/18 fehlt, desto stärker geraten die Saisonziele in Gefahr.

Mit einem gesunden Oladipo wird Indiana zumindest um die Plätze drei und vier der Eastern Conference mitspielen. Um ein ernster Herausforderer auf die oberen Ränge zu werden, sind die qualitativen Lücken zur Elite der Ostens jedoch zu deutlich. Im Falle eines positiven Saisonverlaufs steht immerhin nach vier First Round Exits in Folge die erste gewonnene Playoff-Serie seit 2014 in Aussicht.

Die Rechnung, bitte